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uProxy vermutlich sinnfrei

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  1. uProxy vermutlich sinnfrei

    Autor: Lemano 22.10.13 - 09:48

    1. Es ist nur für Freunde gedacht. Damit Menschen im Iran oder in China davon etwas haben, brauchen sie enge persönliche Kontakte ins Ausland. Die haben die wenigsten. Die, die solche Kontakte dagegen haben, haben vielleicht auch bisher schon darüber sichere Kommunikationsmöglichkeiten gehabt.

    2. Der erste Punkt ist wiederum die Konsequenz daraus, dass der den Proxy-Zugang bereitstellende Nutzer üblicherweise für sämtliche Aktivitäten desjenigen haftet, der den Proxy-Zugang verwendet. Das kann man wohl nur im engsten Freundeskreis bedenkenlos tun - nicht für Facebook-"Freunde" oder gar völlig Fremde. Sollte es zu illegalen Aktivitäten kommen, hat man selbst wenn man darlegen kann, wer dafür verantwortlich ist, erstmal den Ärger mit den Strafverfolgsungsbehörden - Wohnungsdurchsuchung und Beschlagnahme der Rechentechnik wäre zumindest in Deutschland auf jeden Fall Standard.

    Auch andersherum ist das nicht minder problematisch. Denn derjenige, der den Proxy stellt, kann sämtliche Aktivitäten des den Proxy Nutzenden standardmäßig verfolgen. Das wird man wohl ebenfalls nur unter engen Freunden akzeptieren wollen. Ansonsten wird man wohl lieber Tor noch dahinter schalten. Dann hätten beide aber auch gleich die entsprechende Funktionalität im Tor-Client verwenden können und bräuchten nicht Googles uProxy...

    3. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Tor hat eine ähnliche Funktionalität ja schon länger. Es hat sich aber gezeigt, dass Regierungen wie in China oder dem Iran durchaus das Katz-und-Maus-Spiel aufnehmen, um auch derartige Proxy-Verbindungen zu erkennen und zu blocken. Sie sind recht erfolgreich dabei. Statt dass da Google nun einen eigenen Versuch macht und sich vermutlich ebenfalls nur ein blaues Auge holt, wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, Tor zu unterstützen. Zumal bei Tor hinzukommt, dass hinter dem Proxy dann immer noch das Tor-Netzwerk geschaltet ist. Das ist sowohl sicherer für den, der den Proxy bereitstellt als auch für den, der ihn nutzt (siehe 2.).

  2. Re: uProxy vermutlich sinnfrei

    Autor: thobens 22.10.13 - 11:33

    Lemano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 1. Es ist nur für Freunde gedacht. Damit Menschen im Iran oder in China
    > davon etwas haben, brauchen sie enge persönliche Kontakte ins Ausland. Die
    > haben die wenigsten. Die, die solche Kontakte dagegen haben, haben
    > vielleicht auch bisher schon darüber sichere Kommunikationsmöglichkeiten
    > gehabt.

    Woher kommt diese Schlussfolgerung? Es ist ja nicht so, dass die Chinesen oder die Iraner vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten sind. Auch sie nehmen am globalen Markt teil und haben internationale Kontakte. Wie persönlich die sind sei mal dahingestellt.

    >
    > 2. Der erste Punkt ist wiederum die Konsequenz daraus, dass der den
    > Proxy-Zugang bereitstellende Nutzer üblicherweise für sämtliche Aktivitäten
    > desjenigen haftet, der den Proxy-Zugang verwendet. Das kann man wohl nur im
    > engsten Freundeskreis bedenkenlos tun - nicht für Facebook-"Freunde" oder
    > gar völlig Fremde. Sollte es zu illegalen Aktivitäten kommen, hat man
    > selbst wenn man darlegen kann, wer dafür verantwortlich ist, erstmal den
    > Ärger mit den Strafverfolgsungsbehörden - Wohnungsdurchsuchung und
    > Beschlagnahme der Rechentechnik wäre zumindest in Deutschland auf jeden
    > Fall Standard.
    >
    > Auch andersherum ist das nicht minder problematisch. Denn derjenige, der
    > den Proxy stellt, kann sämtliche Aktivitäten des den Proxy Nutzenden
    > standardmäßig verfolgen. Das wird man wohl ebenfalls nur unter engen
    > Freunden akzeptieren wollen. Ansonsten wird man wohl lieber Tor noch
    > dahinter schalten. Dann hätten beide aber auch gleich die entsprechende
    > Funktionalität im Tor-Client verwenden können und bräuchten nicht Googles
    > uProxy...
    >
    > 3. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Tor hat eine ähnliche
    > Funktionalität ja schon länger. Es hat sich aber gezeigt, dass Regierungen
    > wie in China oder dem Iran durchaus das Katz-und-Maus-Spiel aufnehmen, um
    > auch derartige Proxy-Verbindungen zu erkennen und zu blocken. Sie sind
    > recht erfolgreich dabei. Statt dass da Google nun einen eigenen Versuch
    > macht und sich vermutlich ebenfalls nur ein blaues Auge holt, wäre es
    > vielleicht sinnvoller gewesen, Tor zu unterstützen. Zumal bei Tor
    > hinzukommt, dass hinter dem Proxy dann immer noch das Tor-Netzwerk
    > geschaltet ist. Das ist sowohl sicherer für den, der den Proxy bereitstellt
    > als auch für den, der ihn nutzt (siehe 2.).

    Tor funktioniert in China nicht, kannst du vergessen. Das wiederum macht die ganze Argumentation obsolet. Ganz nebenbei ist Tor sicher nicht das Allerheilmittel gegen die Überwachung.

    Mich stört es im allgemeinen sehr, dass (vermutlich hauptsächlich) durch die ganze NSA Geschichte neue Lösungen gesucht werden, aber jeder findet einfach alles erstmal Bockmist und motzt rum. Zur Erinnerung: Google, Facebook und Co. hatten nicht wirklich eine Wahl ob sie die Daten ihrer Kunden der Regierung zur Verfügung stellen. Dass das Vertrauen in sie nun erschüttert ist zwingt sie eben auch dazu, nach Lösungen zu suchen, und das ist auch gut so.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.10.13 11:35 durch thobens.

  3. Re: uProxy vermutlich sinnfrei

    Autor: Lemano 22.10.13 - 12:00

    thobens schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Woher kommt diese Schlussfolgerung? Es ist ja nicht so, dass die Chinesen
    > oder die Iraner vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten sind. Auch sie
    > nehmen am globalen Markt teil und haben internationale Kontakte. Wie
    > persönlich die sind sei mal dahingestellt.

    Wieviele enge Freunde in China und im Iran hast du?

    > Tor funktioniert in China nicht, kannst du vergessen.

    Eben - nicht einmal mit Hilfe der integrierten Proxy-Funktion, die genau das macht, was Google mit uProxy nun aufs Neue probieren will. Innerhalb kürzester Zeit wird also auch uProxy aus China heraus nicht mehr funktionieren. Man hat ein paar Tage bis Wochen Vorsprung bei jeder Neuerung, danach hat China ein Verfahren, welches derartige Verbindungen detektiert und sperrt. Insoweit ist der Ansatz von Google völlig sinnlos.

  4. Re: uProxy vermutlich sinnfrei

    Autor: Sinnfrei 22.10.13 - 12:48

    Lemano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sollte es zu illegalen Aktivitäten kommen, hat man
    > selbst wenn man darlegen kann, wer dafür verantwortlich ist, erstmal den
    > Ärger mit den Strafverfolgsungsbehörden - Wohnungsdurchsuchung und
    > Beschlagnahme der Rechentechnik wäre zumindest in Deutschland auf jeden
    > Fall Standard.

    Ich denke mal, das dürfte das größte Problem sein. Für Deutschland nicht brauchbar.

    __________________
    ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.10.13 12:49 durch Sinnfrei.

  5. Re: uProxy vermutlich sinnfrei

    Autor: thobens 22.10.13 - 16:37

    > Wieviele enge Freunde in China und im Iran hast du?

    Ein guter Freund von mir ist seit einigen Jahren mit einer Chinesin verheiratet und lebt seither dort. Wir stehen in regem Kontakt. Ihm und seiner Frau würde ich sofort einen unzensierten (?) Internetzugang zur Verfügung stellen.

  6. Re: uProxy vermutlich sinnfrei

    Autor: NaruHina 26.03.18 - 19:12

    es werden miterweile nahezu alle verbinungen nach auserhalb blockeirt, egal ob das vpn, proxy oder dergleichen sind, china nutzt dazu miterweile whitlisting und keine blacklist mehr.
    vpn verbindungen werden bsp. nurnoch zugelassen wenn die verbindung mit einem staatlichen programm hergestellt wird.

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