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Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

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  1. Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: Aldaron 22.07.21 - 10:23

    Ich wohnen in einem Ort in der Nähe von Erftstadt und wir hatten Glück: Nur knapp zwei Tage keinen Strom. Aber da man das damals nicht wusste, macht man sich in dieser Zeit (vor allem mit kleinen Kindern in der Wohnung) schon so seine Gedanken.

    Die beiden Provider, die mir zu Verfügung stehen (Telekom und O2) waren in diese Zeit immer mal wieder für die Handys für wenige Sekunden oder sogar 1-2 Minuten "online". Verständlicherweise mit sehr geringer Bandbreite (es wurde zwar LTE auf dem Handy angezeigt aber ich vermute, dass die Leistung nur wenige KBit/s betrug). Für ein paar Nachrichten per WhatsApp an die Verwandtschaft hat es aber gereicht.

    Als ich mir hier im Ort mal einen Überblick verschaffen wollte, habe ich ein PMR-Funkgerät mitgenommen, das ich mal zum Spaß für meinen Ältesten und mich zum Spielen geholt hatte. Mir war schon vor dem Kauf klar, dass die Reichweite weit von den vom Hersteller angegebenen 10KM liegt. Meist sind es hier im Ort nur 500 bis 1000 Meter Luftlinie. Aber ich dachte, besser als nichts, um mit meiner Frau in Kontakt zu bleiben.
    Gefühlt kam mir die Reichweite sogar etwas besser vor, als unter "normalen" Umständen. Aber auch das ist keine Alternative für Privatpersonen. Oder gibt es "erschwingliche" Funkgeräte für Privatpersonen, die vielleicht mal auf 4-5 Kilometer Reichweite kommen, um eine ganze Ortschaft z.B. zu überbrücken?

    Im Ort unterwegs habe ich sogar einige Personen gesehen, die per Handy während des Stromausfalls telefoniert haben. Über welchen Provider, weiß ich nicht und auch nicht, ob das nur 10 Sekunden waren...

  2. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: mainframe 22.07.21 - 10:28

    Auf Handy gibt es z.B. Vorrangschaltungen. Damit kann z.B. die Feuerwehr, die oft auch nur noch ein Handy für die Alarmierung nutzen, auch bei großen Menschenversammlungen wie Konzerte.

    Diese PMR Handgurken sind richtig gut. Vorallem halten die Akkus mittlerweile recht lange und können auch einfach per Powerbank aufgeladen werden.

    Wenn Du da eine orgentliche Antenne dran machst, geht da auch mehr als 10 km. Ansonsten ist die Reichweitenangabe immer Frei Sicht auf dem Meer... Und da kommt schon langsam die Erdkrümmung ins Spiel :-)

  3. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: Aldaron 22.07.21 - 10:32

    Ok, danke für die Infos zu den Antennen! Schau ich mir mal an.

    Die PMR-Geräte waren ja bislang auch nur als Spielzeug gedacht und ich habe die Angaben vom Hersteller zur Reichweite auch nie ernst genommen :) .

  4. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: HeroFeat 22.07.21 - 10:33

    Aldaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Als ich mir hier im Ort mal einen Überblick verschaffen wollte, habe ich
    > ein PMR-Funkgerät mitgenommen, das ich mal zum Spaß für meinen Ältesten und
    > mich zum Spielen geholt hatte.

    Waren da noch andere Stimmen? Ich habe hier auch mehrere PMR Funkgeräte herum liegen und habe mich schon gefragt ob man in entsprechenden Situationen da wohl fremde finden würde und Kontakt aufbauen könnte.
    Generell gibt es aber meiner Erfahrung schon auch Unterschiede darin wie weit die Dinger funktionieren. Die Geräte für 15 ¤ sind da natürlich auf ein paar Meter begrenzt. Bessere reichen da dann eher weiter (von den Reichweiten klingt es so als ob du kein ganz schlechtes hattest).

    Es gibt auch CB Funkgeräte. Eventuell reichen die weiter. Damit habe ich aber keine Erfahrung.

    > Im Ort unterwegs habe ich sogar einige Personen gesehen, die per Handy
    > während des Stromausfalls telefoniert haben. Über welchen Provider, weiß
    > ich nicht und auch nicht, ob das nur 10 Sekunden waren...

    Nicht mal angesprochen und gefragt? :D Vielleicht haben die aber auch nur Phantom Telefoniert und mit sich selbst gesprochen.

  5. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: Aldaron 22.07.21 - 10:44

    Zumindest auf dem Kanälen/Unterkanälen, auf deinen ich war (bitte nagel mich da nicht auf die Begrifflichkeit fest), habe ich niemand anderen gehört. Da gibt es aber auch viele Kombinationen. Die PMR-Geräte sollen wohl auch einen "Notkanal" haben aber davon habe ich die Finger gelassen, da bei mir kein akuter Notfall vorlag und ich nirgendwo "reinquatschen" wollte.

    Ne, angesprochen habe ich niemanden, da diese Leute alle so aussahen, als ob sie gerade andere Sorgen haben. Ich vermute mal, dass das auch alles Gespräche nach dem Motto "Hallo? Hallo! Kannst du mich hören?..." waren.
    Ich hatte auch mal kurz meine Schwiegermutter dran, die in einer Region mit einwandfreiem Netz und Strom war und ich konnte sie sogar sehr gut hören aber sie mich überhaupt nicht. Nach ca. 30 Sekunden war die Verbindung dann auch wieder weg.

  6. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: HeroFeat 22.07.21 - 10:51

    Mir wäre nicht bewusst das es da wirklich einen "Notfall Kanal" gibt. Ich würde vermutlich auf Kanal 1 noch die meisten erwarten.

    Wikipedia: PMR446 - Analoge Frequenznutzung

  7. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: ChMu 22.07.21 - 11:26

    Aldaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wohnen in einem Ort in der Nähe von Erftstadt und wir hatten Glück: Nur
    > knapp zwei Tage keinen Strom. Aber da man das damals nicht wusste, macht
    > man sich in dieser Zeit (vor allem mit kleinen Kindern in der Wohnung)
    > schon so seine Gedanken.
    >
    > Die beiden Provider, die mir zu Verfügung stehen (Telekom und O2) waren in
    > diese Zeit immer mal wieder für die Handys für wenige Sekunden oder sogar
    > 1-2 Minuten "online". Verständlicherweise mit sehr geringer Bandbreite (es
    > wurde zwar LTE auf dem Handy angezeigt aber ich vermute, dass die Leistung
    > nur wenige KBit/s betrug). Für ein paar Nachrichten per WhatsApp an die
    > Verwandtschaft hat es aber gereicht.
    >
    > Als ich mir hier im Ort mal einen Überblick verschaffen wollte, habe ich
    > ein PMR-Funkgerät mitgenommen, das ich mal zum Spaß für meinen Ältesten und
    > mich zum Spielen geholt hatte. Mir war schon vor dem Kauf klar, dass die
    > Reichweite weit von den vom Hersteller angegebenen 10KM liegt. Meist sind
    > es hier im Ort nur 500 bis 1000 Meter Luftlinie. Aber ich dachte, besser
    > als nichts, um mit meiner Frau in Kontakt zu bleiben.
    > Gefühlt kam mir die Reichweite sogar etwas besser vor, als unter "normalen"
    > Umständen. Aber auch das ist keine Alternative für Privatpersonen. Oder
    > gibt es "erschwingliche" Funkgeräte für Privatpersonen, die vielleicht mal
    > auf 4-5 Kilometer Reichweite kommen, um eine ganze Ortschaft z.B. zu
    > überbrücken?
    >
    > Im Ort unterwegs habe ich sogar einige Personen gesehen, die per Handy
    > während des Stromausfalls telefoniert haben. Über welchen Provider, weiß
    > ich nicht und auch nicht, ob das nur 10 Sekunden waren...

    Im Notfall SMS. Das geht (fast) immer. Whatsapp braucht schon internet und da auch noch Bandbreite. Ganz schlecht.
    Ich habe fuer die Wueste ein ganz billiges Android outdoor Handy mit PMR Funktion (und wechselbarer Antenne) dabei, wenn am Drehort in der Serra Nevada von einem GSM Netz nicht mal getraeumt werden kann (wozu auch, da wohnt tatsaechlich keiner) laufen diese Teile (von Uniherz) ueber zig km. Zuverlaessig. Also gar nicht mal so dumm.

  8. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: mainframe 22.07.21 - 11:30

    Die kanäle sind leider von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Man will ja bei PMR eher unter sich sein.

    Bei CD Funkt war/ist es Kanal 9 (27,065 MHz). Haben einige Trucker noch. Ich hab auch immernoch ein paar GUrken und Empfänger rumliegen. Aber das war alles vor Internet und Messenger. Damals waren wir sau stolz, als wir ab und an einen Ami dran hatten.

  9. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: meierzwo 22.07.21 - 14:11

    PMR ist so ein Thema für sich. Gibt es von billig bis gut. Analog und neuerdings auch Digital. Verschlüsselung (Herstellerspezifisch) gibt es auch noch. Dazu noch Subaudio Tonsquelch. Hast du nicht den richtigen Ton eingestellt oder sendest ihn nicht mit, hört dich keiner oder du wirst nicht gehörst. Da aber alle auf den gleichen Frequenzen senden, gibt es Kollisionen und man wundert sich, warum man nichts hört oder nicht gehört wird. Die Antennen sind übrigens fest verbaut und lassen sich ohne Basteln nicht tauschen. Was nicht erlaubt ist. Reichweite ist quasi optische Sichtweite mit Reflexionen. Stehste auf dem Berg, siehste weit, kommste weit. In der Stadt kann schon an der nächsten Straßenecke Schluss sein. Sie sind halt als "Familienfunk" mit begrenzter Reichweite konzipiert worden, werden aber auch immer mehr kommerziell als Betriebsfunkersatz eingesetzt. Will man PMR oder Freenet im Notfall auch zur Kommunikation nach außen nutzen, gibt es also etliche Fallstricke.
    CB Funk ist da etwas einfacher. Die Handfunkgeräte mit verkürzter Antenne haben zwar auch keine so pralle Reichweite, aber meistens lassen sich daran auch externe Antennen verwenden. Mobil, Portabel- oder Feststationen bieten da bedingt durch mehr Sendeleistung und die Verwendung externer Antennen, auch Behelfsantennen, mehr Möglichkeiten. Die Krönung wäre der lizenzierte Amateurfunk. Da geht noch wesentlich mehr. Und alles ließe sich mit 12 Volt, Batterien, Powerbank oder Solarlader betreiben.
    Was für Szenarien haben wir denn in der Anfangsphase und die ersten Tage danach. Kommunikation innerhalb des Schadensgebietes. Meistens über kurze Strecken. Und Kommunikation in und aus dem Schadensgebiet heraus über größere Entfernungen. Gegebenenfalls unter Nutzung intakter Infrastruktur außerhalb des Schadensgebietes (Relaisstellen des Amateurfunks, z.B.). Abseits der BOS Organisationen. Die haben in der Initialphase erst einmal anderes zu tun. Das sollte mit Funkgeräten und einem gewissen Organisationsgrad gehen. In anderen Ländern ist die Einbindung von CB oder Amateurfunk in solchen Lagen auch bei den Behörden durchaus üblich. Und auch unbedarfte Personen bekommt man schnell eingewiesen. KISS heißt das Prinzip. Keep it Simple, Stupid. Ums Smartphone kann man sich kümmern, wenn die Infrastruktur wieder funktioniert.

  10. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: Oktavian 22.07.21 - 14:24

    > Es gibt auch CB Funkgeräte. Eventuell reichen die weiter. Damit habe ich
    > aber keine Erfahrung.

    Nicht wirklich, auch hier ist die Leistung arg beschränkt, und mit UKW kommt man einfach nicht furchtbar weit. UKW ist Sichtfunk, was man nicht sieht, erreicht man auch nur schwer. Und im bebauten Gebiet ist die Ausbreitung gering.

    Wenn Du wirklich weit kommen willst, brauchst Du als Privatmann Amateurfunk. Hier sind deutlich höhere Sendeleistungen möglich, und dank Kurzwelle, Grenzwelle und SSB (notfalls auch CW) kommt man auch über weite Strecken. Dadurch ist es problemlos möglich, hunderte km und mehr zu überbrücken, selbst mit einem portablen Aufbau. Schlimmstenfalls erreicht man auch mal andere Planeten.

    Allerdings braucht man dafür natürlich eine Zulassung als Amateurfunker. Die Geräte müssen nicht zugelassen sein, die darf man dann selbst bauen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.07.21 14:27 durch Oktavian.

  11. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: Omayo 22.07.21 - 19:43

    Sehr interessant.

    Ich hatte mich vor ein paar Wochen mit dem Thema beschäftigt und per websdr mal umgehört was auf den verschiedenen Frequenzen und Standards(?) so los ist. Ein paar Gespräche auf französisch, chinesisch und deutsch. Und halt Hörspiele.

  12. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: DeVille 23.07.21 - 10:17

    Ich hab letztes Jahr - genau für solche Situationen - ein einfaches CB-Funkgerät ins Auto eingebaut. nicht sichtbar, minimalinvasiv über Zigarettenanzünder und Little Wil Magnetantenne, die im normalfall nicht auf dem Dach ist. Damit hab ich Notfalls die maximale Reichweite ohne AFu-Lizenz und die Stromversorgung über die Autobatterie.

    Ein paar PMR-Geräte mit 16 Kanälen haben eine bessere Antenne verpasst bekommen. Der Passus, dass die Antennen fest verbaut sein müssen, ist übrigens längst weggefallen! Jetzt zählt nur noch die ERP-Leistung und die wird mit etwas längeren, angepassten Antennen immer noch im legalen Bereich sein. Leider wissen das die wenigsten Hersteller bzw. verleben die Antennen immer noch. Im bebauten Gebiet komm ich da auf gute 1,5 Km.

    Außerdem mag ich Geräte, deren Leistung man im Notfall anpassen und die man ggf. per USB oder Zigarettenanzünder laden oder sogar betreiben kann :) Das TEAM Tecom DUO C wäre so ein Gerät und es hat zusätzlich auch die FreeNet-Frequenzen und UKW Radioempfang. CTCSS-DCS Subtöne kann es auch entschlüsseln, sprich: auch wenn man die Subtöne des Anderen nicht kennt. Nur die Antenne ist verklebt und muss mit Verlust demontiert werden.

    Einen Notrufkanal gibt es meines Wissens bei PMR nicht, aber die 333 Regel der Prepper: Alle 3 Stunden (ab 9 Uhr gesehen) zur vollen Stunde für 3 Minuten auf Kanal 3. Midland hat da sein eigenes Süppchen gekocht und auf deren Geräten Kanal 8 mit DCS 50 als Notrufkanal voreingestellt. Ansonsten liegt @HeroFeat mit dem Hinweis auf Kanal 1 sicherlich nicht falsch. Wobei Motorola z.B. eine abweichende Reihenfolge vorbelegt hat.

  13. Re: Funk für Privatpersonen auch kein Alternative

    Autor: HeroFeat 23.07.21 - 15:46

    DeVille schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ansonsten liegt @HeroFeat mit dem Hinweis auf Kanal 1 sicherlich nicht falsch.
    > Wobei Motorola z.B. eine abweichende Reihenfolge vorbelegt hat.

    Ich habe gerade mal bei den Motorola T42, T62 und T82 geschaut. Die scheinen mir da kein Chaos zu haben. Das mag aber natürlich bei anderen Geräten von denen anders sein. Aber ich vermute mal das sowas noch am ehesten das ist was die Leute haben.

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