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  5. › IT-Jobs: Ein Jahr als Freelancer

Wie beginnen?

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  1. Wie beginnen?

    Autor: Pete Sabacker 08.01.19 - 09:21

    Der Autor erklärt hier, dass er hier und da mal einige Jobs angenommen hat. Schön und gut.

    Nur wie beginnt man in der Programmierung solche kleinen Nebentätigkeiten? Es gibt ja beispielsweise Freelancerbörsen. Hat damit mal jemand Erfahrungen gesammelt? Denke aktuell über Nebentätigkeiten für Nachmittage und Wochenenden nach.

  2. Re: Wie beginnen?

    Autor: schipplock 08.01.19 - 09:41

    > Freelancerbörsen
    auf keinen Fall! Schau mal in die Jobbörsen; dort wird öfter mal konkret nach Freelancern gesucht.

  3. Re: Wie beginnen?

    Autor: Iomega 08.01.19 - 09:45

    Bei Xing etc. wird man auch alle Naselang angeschrieben.

  4. Re: Wie beginnen?

    Autor: Schattenwerk 08.01.19 - 09:56

    schipplock schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Freelancerbörsen
    > auf keinen Fall!

    Hier wäre eine Begründung mit Argumentation hilfreich.

  5. Re: Wie beginnen?

    Autor: waterwalker 08.01.19 - 10:17

    von den Börsen habe ich auch keine gute Meinung, diese sind für 0815 Sachen oft ok, aber bei richtigen Projekten habe ich dort noch nie Erfolg gehabt (in den knapp 12 Jahren, die ich das jetzt schon mache)

    Jedes Projekt ist anders und meistens matchen die Anforderungen vom Kunden und meine Vorkenntnisse nur zu 70-80%, das funktioniert dann meist nur über einen Recruiter (wie Gulp, Hays, Computerfutures, DIS etc.). Oft ist ein kleiner Recruiter, der sich auf eine Region, eine Branche oder bestimmte Technologien spezialisiert hat, besser als ein generischer.

    Bei den ganzen Börsen ist auch das Finanzielle Risiko für den Freiberufler oft höher, da man direkt mit dem Endkunden verhandelt. Bei Problemen ist es manchmal gut, wenn ein dritter vermittelt kann (z.B. der Recruiter)

  6. Re: Wie beginnen?

    Autor: schipplock 08.01.19 - 10:17

    zusammengefasst: man wird extrem schlecht bezahlt.

    Hier ein Link mit sehr gut präsentierten Meinungen: https://www.randfarben.de/freelancer-plattformen/

    Gruß,
    Andreas

  7. Re: Wie beginnen?

    Autor: theFiend 08.01.19 - 10:31

    Pete Sabacker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Nur wie beginnt man in der Programmierung solche kleinen Nebentätigkeiten?
    > Es gibt ja beispielsweise Freelancerbörsen. Hat damit mal jemand
    > Erfahrungen gesammelt? Denke aktuell über Nebentätigkeiten für Nachmittage
    > und Wochenenden nach.

    Naja im Bereich "Nebentätigkeit" wird das eher schwer. Schon allein weil es da viele arbeitsrechtliche Hürden gibt. Der klassiker für einen Freelancer der in Vollzeit selbständig einsteigt, ist letztlich immer irgend einen Kunden mitzunehmen. Meiner Erfahrung nach ist das bei einem Großteil der Freelancer so gewesen. Auch weil die berufliche Qualifikation dann auf beiden Seiten bekannt ist.

  8. Re: Wie beginnen?

    Autor: Marvin_E 08.01.19 - 16:32

    Pete Sabacker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Autor erklärt hier, dass er hier und da mal einige Jobs angenommen hat.
    > Schön und gut.
    >
    > Nur wie beginnt man in der Programmierung solche kleinen Nebentätigkeiten?
    > Es gibt ja beispielsweise Freelancerbörsen. Hat damit mal jemand
    > Erfahrungen gesammelt? Denke aktuell über Nebentätigkeiten für Nachmittage
    > und Wochenenden nach.

    Hi Pete Sabacker,

    in meinem konkreten Fall habe ich ja geschrieben, dass ich mich bei Personalvermittlungen vorgestellt habe. Diese haben dann Akquise für mich übernommen, verdienen im Gegenzug aber an mir mit. Jeder muss für sich selbst wissen, ob man diesen Schritt so gehen möchte.
    Das private Umfeld ist bei Vielen größer als sie glauben. Sie kennen sicher "Jemanden der einen kennt, der einen kennt". Dann geht es darum, ob sie auch kleinere Projekte annehmen, die vielleicht am Anfang wenig Geld bringen, mit denen sie sich aber empfehlen können. Ansonsten wäre mein Tipp tatsächlich "Einfach fragen". Suchen Sie sich ein Unternehmen, dass Ihnen gefällt und fragen Sie nach, ob es Bedarf an Zuarbeiten von Programmierungen auf freier Basis gibt. Ich kann es natürlich nicht versprechen, aber aus meiner Erfahrung wird Ihnen mindestens 1 von 10 Unternehmen etwas anbieten können. Ich kenne Ihre Programmierkenntnisse nicht, aber ich weiß, dass diese momentan in sehr vielen Branchen Mangelware sind.

    Viele Grüße,
    Marvin

  9. Re: Wie beginnen?

    Autor: Trockenobst 08.01.19 - 16:38

    Iomega schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei Xing etc. wird man auch alle Naselang angeschrieben.

    Profilupdate reicht bei mir dass ich sofort wahllos 5-7 Projekte bekomme. Da geht es rein nach Buzzword Bingo.
    Inzwischen habe ich ein Netzwerk von Kunden die mich immer wieder nehmen würden zu einem fairen Preis in beide Richtungen mit extrem viel Freiheiten. Dafür sind die Optionen in der Projekten relativ beschränkt, ist halt immer wieder der selbe Webshop oder Projektplanungssoftware.

    Meine Empfehlung wäre, genau zu wissen was man kann und sich erst mal an den Prozess zu gewöhnen, vor allem was das finanzielle angeht. Es gab ja mal die Idee mit den Ich-AGs da war das erste Problem dass die Leute null Ahnung hatten von Finanzplanung und Null Lust sich finanziell einschränken zu lassen. So klappt das natürlich nicht, wenn das Folgeprojekt auf sich warten lässt. Dem Vermieter oder Autoleaser ist wurscht warum du nur die Hälfte überwiesen hast.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.01.19 16:39 durch Trockenobst.

  10. Re: Wie beginnen?

    Autor: Pete Sabacker 08.01.19 - 19:00

    Marvin_E schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kenne Ihre Programmierkenntnisse
    > nicht, aber ich weiß, dass diese momentan in sehr vielen Branchen
    > Mangelware sind.

    Vielen Dank.
    Die sind recht breit gefächert: Java, Kotlin, Swift, Objective C und C# kenne ich sehr gut. Ich suche nur nicht unbedingt Projekte in allen Sprachen.

    Vielen Dank an Alle, die hier so hilfsbereit kommentiert haben. Konkret würde ich nur gern wissen, warum die Freelancerbörsen so unbeliebt sind? Insbesondere geht es mir darum, einen Einstieg zu finden - insbesondere Papierkram zwecks Steuer schreckt mich derzeit noch ab.

  11. Re: Wie beginnen?

    Autor: schrotie 08.01.19 - 19:57

    Ich habe mit sowas über Freelancer Börsen angefangen. Internationale Börsen bieten Preise, die für deutsche ein Witz sind. Bei Twago (Europa fokussiert) und anderen findet man Projekte, die zwar schlecht bezahlt sind, sich aber zum Erfahrung sammeln eignen. Das empfehle ich.

    Für die Selbstständigkeit ist Twago eher uninteressant. Aber es gibt eine Hand voll Börsen und Plattformen, wo zahlreiche personelle Rekruiter ausschreiben. Die sind für Freelance-Entwickler durchaus interessant. Da gibt es auch ordentliche Stundensätze. Um mal eine Hausnummer zu nennen: Wer wirklich hauptberuflich als Freelancer arbeiten will, kann kaum unter 70¤/Std gehen. Naja, als Berufseinsteiger geht auch drunter, aber von Freelancern wird tendenziell eine höhere Qualifikation und Leistungsbereitschaft erwartet, und bei Stundensätzen von 100¤ sind manche (!) Auftraggeber auch nicht überrascht.

  12. Re: Wie beginnen?

    Autor: ldlx 08.01.19 - 20:33

    Pete Sabacker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Marvin_E schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich kenne Ihre Programmierkenntnisse
    > > nicht, aber ich weiß, dass diese momentan in sehr vielen Branchen
    > > Mangelware sind.
    >
    > Vielen Dank.
    > Die sind recht breit gefächert: Java, Kotlin, Swift, Objective C und C#
    > kenne ich sehr gut. Ich suche nur nicht unbedingt Projekte in allen
    > Sprachen.
    >
    > Vielen Dank an Alle, die hier so hilfsbereit kommentiert haben. Konkret
    > würde ich nur gern wissen, warum die Freelancerbörsen so unbeliebt sind?
    > Insbesondere geht es mir darum, einen Einstieg zu finden - insbesondere
    > Papierkram zwecks Steuer schreckt mich derzeit noch ab.

    Hab auch kürzlich n Nebengewerbe angemeldet. Kommt halt immer mal wieder n Anfrage aus dem privaten Umfeld - und Schwarzarbeit ist ja pöhse.
    - Gewerbeanmeldung war einfach. Nur mal paar Angaben in der Stadtverwaltung, ne Unterschrift, fertig
    - dann kommt die IHK und will was wissen zum Thema Firmendaten (also paar Basisdaten hin, Rest ignorieren)
    - dann kommt die BG (kann ich ignorieren - hab ja keine Angestellten)
    - dann kam das Finanzamt mit Elster-Anmeldung, erst mal registrieren, Zertifikat und Passwort kriegen
    - dann fürs Finanzamt gefühlt 30 Seiten Antragsformular (von dem nicht mal die Hälfte relevant ist)
    - dann kommt das Finanzamt mit SEPA-Lastschriftmandat. Kein Ding... aber: da soll jetzt nicht nur ich unterschreiben, sondern noch meine Frau (die nicht mal verfügungsberechtigt für das betreffende Konto ist).

    Und sonst halt erstmal nur Einnahme-Überschuss-Rechnung, hab ja keine Millionen-Gewinne vor. Mal schauen wer mir noch auf die Nerven geht.

  13. Re: Wie beginnen?

    Autor: devman 09.01.19 - 09:06

    Marvin_E schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Pete Sabacker schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Der Autor erklärt hier, dass er hier und da mal einige Jobs angenommen
    > hat.
    > > Schön und gut.
    > >
    > > Nur wie beginnt man in der Programmierung solche kleinen
    > Nebentätigkeiten?
    > > Es gibt ja beispielsweise Freelancerbörsen. Hat damit mal jemand
    > > Erfahrungen gesammelt? Denke aktuell über Nebentätigkeiten für
    > Nachmittage
    > > und Wochenenden nach.
    >
    > Hi Pete Sabacker,
    >
    > in meinem konkreten Fall habe ich ja geschrieben, dass ich mich bei
    > Personalvermittlungen vorgestellt habe. Diese haben dann Akquise für mich
    > übernommen, verdienen im Gegenzug aber an mir mit. Jeder muss für sich
    > selbst wissen, ob man diesen Schritt so gehen möchte.
    > Das private Umfeld ist bei Vielen größer als sie glauben. Sie kennen sicher
    > "Jemanden der einen kennt, der einen kennt". Dann geht es darum, ob sie
    > auch kleinere Projekte annehmen, die vielleicht am Anfang wenig Geld
    > bringen, mit denen sie sich aber empfehlen können. Ansonsten wäre mein Tipp
    > tatsächlich "Einfach fragen". Suchen Sie sich ein Unternehmen, dass Ihnen
    > gefällt und fragen Sie nach, ob es Bedarf an Zuarbeiten von
    > Programmierungen auf freier Basis gibt. Ich kann es natürlich nicht
    > versprechen, aber aus meiner Erfahrung wird Ihnen mindestens 1 von 10
    > Unternehmen etwas anbieten können. Ich kenne Ihre Programmierkenntnisse
    > nicht, aber ich weiß, dass diese momentan in sehr vielen Branchen
    > Mangelware sind.
    >
    > Viele Grüße,
    > Marvin

    Hallo Marvin,
    in welche Teile Deutschlands hattest du deine Auftraggeber? Musstest du immer beim Auftraggeber arbeiten?

    Beste Grüße
    devman

  14. Re: Wie beginnen?

    Autor: Marvin_E 09.01.19 - 10:09

    Hi Devman,

    Das war ganz unterschiedlich. Aber die meiste Zeit war auch Home-Office möglich. Es ist für die Arbeitgeber auch deshalb wichtig, dass freie Mitarbeiter da flexibel sind, weil es sich sonst möglicherweise um nicht erlaubte Arbeitnehmerüberlassung handelt. Man sollte auch selbst aufpassen, dass man als freier Mitarbeiter im Rahmen der Aufgabe und des Ziels maximal flexibel ist. Arbeiten vor Ort lässt sich aber natürlich nicht komplett Vermeiden, zumindest bei mir. Ich kann mir vorstellen, dass es Jobs gibt, die auch komplett remote funktionieren.
    Viele Grüße
    Marvin

  15. Re: Wie beginnen?

    Autor: OMS 10.01.19 - 22:22

    ldlx schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hab auch kürzlich n Nebengewerbe angemeldet. Kommt halt immer mal wieder n
    > Anfrage aus dem privaten Umfeld - und Schwarzarbeit ist ja pöhse.
    > - Gewerbeanmeldung war einfach. Nur mal paar Angaben in der
    > Stadtverwaltung, ne Unterschrift, fertig
    > - dann kommt die IHK und will was wissen zum Thema Firmendaten (also paar
    > Basisdaten hin, Rest ignorieren)

    Hallo ldlx, hier bist du am Start möglicherweise etwas übers Ziel hinaus geschossen. Wenn du als Selbstständiger in Entwicklungs- oder Beraterberufen tätig werden möchtest, brauchst du keinen Gewerbeschein. Den brauchst du nur, wenn du dein Geld im weitesten Sinne mit kaufmännischen Berufen verdienst. Oder solchen, die sehr weit von den sogenannten Katalogberufen (z.B. Lehrer, Erzieher, Ärzte, Anwälte, Autoren, Musiker, Maler) entfernt sind. Oder auch bei klassischen handwerklichen Berufen. Wobei, dass dafür ein Gewerbeschein allein meist nicht reicht um legal als Selbstständiger der Tätigkeit nachgehen zu können, ist sicherlich auch bekannt.

    Bei der Selbstständigkeit als Arbeitsform gibt es nämlich die zwei Unterkategorien "gewerblich" und "freiberuflich". Dies ist ein steuerrechtlicher und bürokratisch relevanter Unterschied. Als Einzeldienstleister, z.B. als Entwickler oder einem Katalog-nahen Beruf, möchtest du normalerweise Freiberufler sein. Die haben es nämlich prinzipiell etwas besser. Sie müssen keine Gewerbesteuer zahlen, kein IHK-Mitglied sein, keine doppelte Buchführung machen und haben weniger Dokumentations- und Formalitätspflichten, z.B. bei Geschäftsbriefen und E-Mails.

    Geht aber wie gesagt nur für bestimmte Berufe. Oben genannte und Ähnliche. Deine Tätigkeit muss vom zuständigen Finanzamt bei Anmeldung als Freiberuf anerkannt werden. Dabei kann es regionale, um mal nicht zu sagen: Finanzbeamtenweise Unterschiede geben, ob ein Katalog-ähnlicher Beruf anerkannt wird oder nicht. Z.B. "Software-Entwickler" sollte mittlerweile wohl ziemlich deutschlandweit als freier Beruf vom Finanzamt anerkannt werden. Bei mir gab es dazu schon vor langer Zeit nie Probleme oder auch nur Rückfragen.

    Wenn du hingegen kaufmännisch tätig werden willst, also z.B. einen Online-Shop betreiben, selbst geschrieben Werke (z.B. Software) vertreiben möchtest, z.B. in Google Play o.ä., dann bist du tatsächlich gewerblich tätig und brauchst den Gewerbeschein. Ebenso, wenn du eine Firma gründen und Mitarbeiter beschäftigen möchtest. Freiberufler können zwar auch eigene Mitarbeiter haben. Dies aber nur in anderen Tätigkeiten als ihre eigene. Z.B. helfenden Tätigkeiten wie Sekretär/in, angestellte Putzhilfe o.ä.

    Falls du nun glaubst, dass dir ein Fehler passiert ist: es müsste möglich sein, das Gewerbe relativ kurzfristig wieder abzumelden. Ich glaube, Monatsweise oder kurzfristiger. Oder auch es als ruhend anzugeben. Etwas unnötiges Extrageld wird es dich in diesem Fall aber trotzdem gekostet haben.

    Wichtig: gewerbliche Tätigkeiten sind infektiös! (Ähnlich wie die GPL.) D.h., wenn du sowohl einer an sich freiberuflichen Tätigkeit nachgehst und zusätzlich noch gewerblich tätig bist, giltst du insgesamt als Gewerbetreibender! Und brauchst Gewerbeschein und mußt angemeldet sein. Und zwar selbst dann, wenn du z.B. 80% deines Einkommens durch freiberufliche Tätigkeit erwirtschaftest und nur 20% durch gewerbliche, z.B. App-Verkauf. Lediglich wenn der Anteil der Gewerblichkeit winzigst ist - ich glaube maximal 2% oder 3% des Gesamteinkommens - dann kann eine Freiberuflichkeit gewahrt bleiben.

  16. Re: Wie beginnen?

    Autor: OMS 10.01.19 - 22:54

    waterwalker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > von den Börsen habe ich auch keine gute Meinung, diese sind für 0815 Sachen
    > oft ok, aber bei richtigen Projekten habe ich dort noch nie Erfolg gehabt
    > (in den knapp 12 Jahren, die ich das jetzt schon mache)

    Kann ich für mich bestätigen. Erfolgsaussichten dort eher mau. Fest in der Hand von Recruitern. Und die haben oftmals von Tuten und Blasen keine Ahnung. Einige erkennbar auch keinen Bock.

    > Jedes Projekt ist anders und meistens matchen die Anforderungen vom Kunden
    > und meine Vorkenntnisse nur zu 70-80%

    Das reicht vielen Auftraggebern tatsächlich nicht. Und zwar aus Prinzip. Die wollen mindestens 90% Skills-Übereinstimmung haben. Sonst werden die ganz schnell unwillig und murren wieder über angeblichen Fachkräftemangel. Was natürlich Quatsch ist!

    Wenn es pro Programmiersprache im Schnitt etwa 100 geläufige Libraries, Frameworks und Tools gibt, mit oftmals wechselnden Popularitätsverläufen, dann ist es ziemlicher Blödsinn nur jemanden haben zu wollen, der von 10 rausgepickten mindestens 8 auch sehr gut beherrscht. Zwei bis vier Wochen Lernzeit um sich ggf. in die fehlenden Skills einzuarbeiten, wollen leider auch nur ziemlich wenige gewähren. Ihre hohen Ansprüche lassen sich so manche Unternehmen gerne ein kleines Vermögen an entgangenen Gewinnen durch fehlende Mitarbeiter kosten.

    > Bei den ganzen Börsen ist auch das Finanzielle Risiko für den Freiberufler
    > oft höher, da man direkt mit dem Endkunden verhandelt. Bei Problemen ist es
    > manchmal gut, wenn ein dritter vermittelt kann (z.B. der Recruiter)

    Ich sehe das Problem eher darin, dass viele Kunden gar nicht direkt mit dem Freelancer verhandeln wollen! Selbst wenn ich es will. Meine AGB unterzeichnen? (Solche ist für einen Freelancer keine schlechte Idee, u.a. um Haftungsfragen vorzubeugen) Das wollen die meisten auf keinen Fall!

    Die wollen vielmehr, dass das über Agenturen geregelt wird. Viele vorzugsweise um das per AnÜ (Arbeitnehmerüberlassung) abzuwickeln. Was verkappter Beschiss am Berufsbild ist, denn da ist man plötzlich doch wieder Angestellter. Und zwar bei der Vermittlungsagentur. Meist befristet und / oder mit Sonderkündigungsrecht. Bei Auftraggebern werden externe AnÜs dann bisweilen auch behandelt wie Anus.

    Tatsächlich haben viele Auftraggeber mittlerweile wohl große Angst vor Scheinselbstständigkeitsvorwürfen. Dies wohl auch zu Recht. Weil sehr viele Firmen einfach nicht bereit sind, echten selbstständigen Mitarbeitern deren rechtlich erforderliche Rahmenbedingungen zu gewähren. Dazu gehören beispielsweise Nutzung eigenen Arbeitsgerätes, grundsätzlich freie Wahl von Arbeitsort und Arbeitsplatz und noch etwas mehr. Das wollen die Firmen nicht. Die wollen "freie Mitarbeiter" genau so behandeln (können) wie Angestellte. Und das geht legal nur per AnÜ. Im Normalfall ist der vermeintlich Selbstständige dann der Leid tragende. U.a. weil er doch wieder angestellt tätig ist. Nur mit sehr viel schlechteren Langzeitaussichten.

  17. Re: Wie beginnen?

    Autor: OMS 10.01.19 - 23:14

    Marvin_E schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das war ganz unterschiedlich. Aber die meiste Zeit war auch Home-Office möglich.

    Darf ich fragen in welcher Region und Branche du (hauptsächlich) tätig bist?

    > Es ist für die Arbeitgeber auch deshalb wichtig, dass freie Mitarbeiter da flexibel sind,
    > weil es sich sonst möglicherweise um nicht erlaubte Arbeitnehmerüberlassung handelt.

    Genauer gesagt: Scheinselbstständigkeit. Arbeitnehmerüberlassung ist etwas anderes und grundsätzlich legal. Für den Arbeiter aber oft nicht so schön.

    Ich muss immer wieder die Erfahrung machen, dass "remote" für viele Auftraggeber überhaupt keine Option ist. Obwohl rechtlich für Selbstständige klar vorgeschrieben. Trotzdem findet man in Projektbörsen zu Hauf "100% vor Ort"-Anfordungen. Und bei denen wo es nicht drin steht, kommt das dann bei einem guten Teil im ersten Gespräch raus: "kein Remote möglich".

    Natürlich werden solche Gesuche ausschließlich von Recruitern / Vermittlern geschaltet. Denn Auftraggeber die direkt nach "freien" Mitarbeitern "zu 100% vor Ort" suchen würden, würden sich den Zoll zu einer Firmeninspektion ja geradezu einladen. Recruiter können da sorgloser vorgehen. Suchen darf man ja. Nur nicht selbst so beschäftigen. Jedenfalls nicht als Selbstständigen.

    > Arbeiten vor Ort lässt sich aber natürlich nicht komplett Vermeiden, zumindest bei mir.

    Klar. Sogar ein überwiegender Anteil vor Ort (bis ca. 80%) ist kein Problem. Nur 100% vor Ort ist eins. Das ist nämlich keine selbstständige Arbeit mehr, sondern scheinselbstständige.

    > Ich kann mir vorstellen, dass es Jobs gibt, die auch komplett remote funktionieren.

    Gibt es. Sowohl für Selbstständige als auch Angestellte. Viele Software-Firmen beschäftigen Programmierer in mehreren Ländern, die sich so gut wie nie, oder höchstens einmal jährlich zu Betriebskongressen, treffen. Gilt auch z.B. für die Mozilla Foundation als Arbeitgeber.

    In solche rein zukommen ist leider sehr schwer. Von Fachkräftemangel kann bei denen auch keine Rede sein. Denen werden wohl überwiegend regelmäßig die Buden eingerannt, wenn die tatsächlich mal was suchen. Weil die Arbeitsbedingungen da eben so klasse sind. Lohn- bzw. Tagessatzverhandlungen lassen die meisten Bewerber da wohl freiwillig aus ;-)

    In Deutschland kommen remote Arbeitsmöglichkeiten leider sehr selten vor. Nicht, weil es nicht gut machbar wäre. Sondern weil hierzulande viele Firmen an altbackenen Arbeitsprozessen hängen. Dazu gehört: Mitarbeiter müssen sowohl physisch nah beieinander arbeiten als auch ggf. in Rufweite vom Chef sein. Egal ob das tatsächlich die produktivste Arbeitsform ist.

  18. Re: Wie beginnen?

    Autor: Marvin_E 16.01.19 - 15:51

    OMS schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Marvin_E schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das war ganz unterschiedlich. Aber die meiste Zeit war auch Home-Office
    > möglich.
    >
    > Darf ich fragen in welcher Region und Branche du (hauptsächlich) tätig
    > bist?

    -->> Klar. Es ist die Medienbranchen/Werbebranche/Telekommunikationsbranche/Einzelhandel und hauptsächlich die nördliche Hälfte Deutschlands (habe aber auch einige Kunden aus dem Münchener Raum)

    Bei deinen anderen Punkten stimme ich zu. Ich bin persönlich der Meinung, dass Remote-Arbeiten in Zukunft noch wesentlich stärker passieren wird, wesentlich stärker als wir es uns heute vorstellen können. Ich bin der Überzeugung, dass ganze Branchen dadurch verändert werden. Da liegt viel Potential drin. Aber ich habe leider auch keine Glaskugel, ich kann es mir nur sehr gut vorstellen :)

  19. Re: Wie beginnen?

    Autor: StefanBD 16.01.19 - 17:30

    ich habs mal mit twago versucht aber der der da verdient ist allein die Seite (4¤ pro Angebot und dann noch 10% der Summe) so wirklich brauchbares war da noch nie dabei, ich schaue abundan mal vorbei um mich angewiedert wieder anderen Dingen zutuwenden, der groß ist einfach Unterbezahlt oder du bist der unterbezahlte Retter in der Not, meist ist auch die Konkurenz exorbitant hoch, wenn ich sehe das eine Anfrage bereits 4 Angebote hat weiß ich das es sinlos ist.

    Kunden die sich nie Melden sind bei twago übrigens scheinbar auch gang und gebe, ich renne einem Auftrag jetzt auch schon 6 Monate nach

  20. Re: Wie beginnen?

    Autor: .02 Cents 17.01.19 - 15:05

    Was ist der unterschied? Ob xing forum, freelancer börse, job börse oder was auch immer - es werden die gleichen Ausschreibungen von den gleichen Agenturen angeboten. Die Börsen sind weniger das problem als die Agenturen. Da dort mit sehr wenug Einsatz sehr viel marge hängen bleibt, sind diese zahlreich von brauchbar über marginal kompetent bis hin zu grenzwertig kriminell und darüber hinaus.

    Umgekehrt gibt es kaum Stellen insbesondere in den grossen Firmen, die nicht über so einen zwischenhändler laufen. Für einen Anfänger der in IT Grossprojekten arbeiten will/ muss, gibt es kaum alternativen. Das mit den Folgeprojekten bei Altkunden ist auch immer so eine Sache. Direkte Folgeaufträge als Direktvertrag scheitern idr an Kundensch Klauseln. Nach deren Ablauf: Schön wenns klappt, aber auch idR kein Verlass darauf, wenn man ein Anschlussprohekt braucht ...

    Von daher: für die meisten bleibt der Umgang mit Börsen / Agenturen ein fact of life.

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