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Arbeitsrecht
Autor: DAASSI 24.08.20 - 16:24
Kurze Anmerkung: In Deutschland kann das "Ding" kein Ersatz für ein Arbeitszimmer sein:
1. Ergonomie
Diese gibt es hier nicht und nötigen Abstände und die änderbare Schreibstischposition können nicht erfüllt werden.
2. Homeoffice (Steuer)
In D muss ein von der Steuer absetzbares Arbeitszimmer ein eigenes Zimmer sein, das ausschließlich der Arbeit dient, also auch nicht dem Wäsche Trocknen. -
Re: Arbeitsrecht
Autor: eMaze 24.08.20 - 16:40
An beidem könnte man ja etwas tun.
Die Ergonomie kann mit entsprechendem Mobiliar und auch Schulungen(!) zu Hause sichergestellt werden, an deren Kosten sich der Arbeitgeber u.U. beteiligt.
Und steuerlich könnte man auch eine ergonomisch gestaltete Arbeitsecke, die natürlich auch privat genutzt werden kann, begünstigen. Ganz so, wie es die Pendlerpauschale macht. Wer sich dann einen vernünftigen Stuhl mit Steuerzuschuß und Arbeitgeberhilfe hinstellt, kann auch seine übliche Korrespondenz oder die Steuererklärung mit gesundem Rücken machen.
Wer keinen Platz zu Hause hat, muß eben weiter ins Büro gehen. Oder der Arbeitgeber bietet in mietbaren Co-Locations eine nahe gelegene Alternative fürs ewige Pendeln an.
Ich denke, da gibt es SEHR VIEL Potential, um für beide Seiten das tägliche Arbeiten angenehmer zu gestalten. Man muß es nur wollen und sich nicht an alten, vielleicht überholten Vorstellungen festkrallen. -
Re: Arbeitsrecht
Autor: LH 24.08.20 - 16:42
DAASSI schrieb:
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> 2. Homeoffice (Steuer)
> In D muss ein von der Steuer absetzbares Arbeitszimmer ein eigenes Zimmer
> sein, das ausschließlich der Arbeit dient, also auch nicht dem Wäsche
> Trocknen.
Gibt es hier eigentlich Bestrebungen, die Gesetzgebung der Realität anzupassen? In meiner Wohnung ist es leider unumgänglich, dass in meinem Arbeitszimmer zwei Schränke mit Kleidung stehen, womit es nach meinen Recherchen nicht mehr als Arbeitszimmer absetzbar ist.
In der Realität ist es dennoch eines Arbeitszimmer, in dem eben auf feier Fläche zusätzlich zwei Schränke stehen. Gerne würde ich die Schränke von den qm abziehen, aber auch dies scheint nicht möglich.
Hoffentlich findet sich in Zukunft hier eine bessere Lösung, auch im besonderen, wenn nun mehr Leute im Home Office sind. -
Es gibt kein Homeoffice in Corona Zeiten
Autor: Marvin-42 24.08.20 - 16:57
denn wie du richtig erkannt hast, gäbe es dann alle möglichen Auflagen für den Arbeitsgeber.
Deshalb vermeidet man den Begriff und verwendet New Work, Arbeit 4.0, flexible bullshit buzzwords -
Re: Arbeitsrecht
Autor: bplhkp 24.08.20 - 17:22
LH schrieb:
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> > In D muss ein von der Steuer absetzbares
> Gibt es hier eigentlich Bestrebungen, die Gesetzgebung der Realität
> anzupassen?
Ich fürchte dass so etwas von dem üblichen Verdächtigen schnell zerredet wird: unfair, Bevorzugung von Gutverdienern blabblub.
Die linke Presse hat sich schon in Stellung gebracht: Home Office benachteiligt alle, die zwingend physisch vor Ort arbeiten müssen. Da geht die Diskussion offensichtlich in einer andere Richtung als die Anpassung des Steuerrechts an die Lebenswirklichkeit.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/home-office-bonus-1.4970413 -
Re: Arbeitsrecht
Autor: schap23 24.08.20 - 17:52
Also, das Teil ist sicher ergonomischer wie der Küchentisch. Und die Idee, einen abgeschirmten Bereich zu bekommen, wenn die Wohnung kein getrenntes Arbeitszimmer hergibt, erscheint mir sehr hilfreich. Nur sehe ich aus dem Artikel nicht, warum man was Vergleichbares für 70¤ mit Material aus dem Baumarkt selber basteln könnte.
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Re: Arbeitsrecht
Autor: ThorstenMUC 24.08.20 - 19:02
DAASSI schrieb:
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> 2. Homeoffice (Steuer)
> In D muss ein von der Steuer absetzbares Arbeitszimmer ein eigenes Zimmer
> sein, das ausschließlich der Arbeit dient, also auch nicht dem Wäsche
> Trocknen.
Gerade dieser Punkt 2) sollte in Deutschland endlich mal angepasst werden, wenn man flexible Heimarbeitsplätze (und damit z.B. weniger Pendelverkehr) fördern will.
In Großstätten ist nämlich gerade dieses zusätzliche Zimmer Mangelware... und 500¤ mehr Miete zu zahlen, um dann bis zu 1.250¤ steuerlich ansetzen zu können rechnet sich einfach irgendwie nicht.
Zwar ökologischer Unsinn - aber dann pendel man halt lieber ein paar km mit dem Auto in ein Mietbüro - das kommt nämlich deutlich günstiger (und die km-Pauschale kann ich dann auch noch ansetzen). -
Re: Arbeitsrecht
Autor: minnime 24.08.20 - 23:35
Als wenn das irgendwer kontrollieren oder sich auch nur dran stören würde wenn da zwei Schränke mit Zeug oder ab und zu eine Wäschespinne mit drin stehen. So genau nimmt es das Finanzamt auch wieder nicht.
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Re: Arbeitssicherheit
Autor: _2xs 25.08.20 - 08:57
DAASSI schrieb:
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> Kurze Anmerkung: In Deutschland kann das "Ding" kein Ersatz für ein
> Arbeitszimmer sein:
>
> 1. Ergonomie
> Diese gibt es hier nicht und nötigen Abstände und die änderbare
> Schreibstischposition können nicht erfüllt werden.
>
> 2. Homeoffice (Steuer)
> In D muss ein von der Steuer absetzbares Arbeitszimmer ein eigenes Zimmer
> sein, das ausschließlich der Arbeit dient, also auch nicht dem Wäsche
> Trocknen.
Die Arbeitssicherheit paßt auch nicht. Allein die dunkle Tischplatte ist eine Katastrophe. Von den Abständen auf dem Bild ganz zu schweigen XD. -
Re: Arbeitsrecht
Autor: DAASSI 25.08.20 - 09:15
minnime schrieb:
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> Als wenn das irgendwer kontrollieren oder sich auch nur dran stören würde
> wenn da zwei Schränke mit Zeug oder ab und zu eine Wäschespinne mit drin
> stehen. So genau nimmt es das Finanzamt auch wieder nicht.
Sag das mal nicht so laut. Ich kenne Leute, bei denen wurde das kontrolliert. Außerdem ist es die Aufgabe des Chefs (Arbeitssicherheit und Steuer) das sicherzustellen. Denn wenn da Fehler vorliegen, wird auch gerne mal das Unternehmen bestraft. Sowas ist kein Kindergarten, da muss man wirklich höllisch aufpassen.
Ich frag mich auch immer, wie die Leute drauf kommen, dass Homeoffice steuerlich besser ist, als das normale Arbeiten. Die meisten haben ja diese Arbeitszimmer nicht und die Pendlerpauschale bringt deutlich mehr.
Noch zum Thema Arbeitszimmer: Ich bin da auch zwiegespalten, dass sich das Steuerrecht so verhält. Mal im Ernst, scheiß auf nen blöden Kleiderschrank im Zimmer. Aber das andere ist, dass Unternehmen sonst theoretisch die Mitarbeiter dazu verpflichten könnten in der Besenkammer zu arbeiten, das wollte ich sicher auch nicht. -
Re: Arbeitsrecht
Autor: blbm9 25.08.20 - 09:23
schap23 schrieb:
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> Also, das Teil ist sicher ergonomischer wie der Küchentisch. Und die Idee,
> einen abgeschirmten Bereich zu bekommen, wenn die Wohnung kein getrenntes
> Arbeitszimmer hergibt, erscheint mir sehr hilfreich. Nur sehe ich aus dem
> Artikel nicht, warum man was Vergleichbares für 70¤ mit Material aus dem
> Baumarkt selber basteln könnte.
Jaja, die alte Leier mit "selber machen ist billiger".
Wenn der Tisch fertig weniger kostet, als ich an einem Tag für mein Unternehmen an Gewinn erziele, dann kaufe ich eher.
Würde ich einen Mitarbeiter zum Krimpen von Ethernetkabeln abstellen, dann kostet mich das ... 40 EUR pro Stunde oder was-auch-immer, um 12-15 Kabel herzustellen. Dazu kommen noch Materialkosten drauf.
Da order ich dann doch lieber einfach 15 fertige ausm Hardwarestore, zumindest wenn die Standardlängen dem Einsatzzweck adäquat sind. -
Re: Arbeitsrecht
Autor: Oktavian 25.08.20 - 11:09
> Sag das mal nicht so laut. Ich kenne Leute, bei denen wurde das
> kontrolliert.
Ja, so eine Kontrolle kommt aber mit Ankündigung und erlaubt Maßnahmen vorher. Bei Privatleuten ist sie eh exotisch, da wird in aller Regel das Arbeitszimmer erst einmal abgelehnt (außer bei bestimmten Berufsgruppen), und man überlässt es dem Steuerpflichtigen, den Nachweis zu führen, dass er so ein Zimmer hat, und dass es regelkonform ist.
> Außerdem ist es die Aufgabe des Chefs (Arbeitssicherheit und
> Steuer) das sicherzustellen. Denn wenn da Fehler vorliegen, wird auch gerne
> mal das Unternehmen bestraft. Sowas ist kein Kindergarten, da muss man
> wirklich höllisch aufpassen.
Ganz klares jein. Bei der Arbeitsplatzgestaltung hat der Chef tatsächlich eine Mitwirkungspflicht, aber auch nur dann, wenn er explizit einen Heimarbeitsplatz verlangt. Das ist dann meist vertraglich geregelt. Ansonsten schafft der AG nur die Möglichkeit zu "Mobilem Arbeiten" und das ist an kein Arbeitszimmer gebunden.
Anders sieht es beim Steuerrecht aus. Das interessiert den Arbeitgeber einen feuchten Kehricht. Er weiß nicht, was ich in meine Steuererklärung schreibe und stellt mir auch keine Dokumente für mein Arbeitszimmer aus. Also hat er mit einem möglichen Steuerbetrug auch nichts zu tun. Allerdings kann ein Arbeitsvertrag, der ein Arbeitszimmer verlangt, dem Finanzamt schon vorgelegt werden.
> Ich frag mich auch immer, wie die Leute drauf kommen, dass Homeoffice
> steuerlich besser ist, als das normale Arbeiten. Die meisten haben ja diese
> Arbeitszimmer nicht und die Pendlerpauschale bringt deutlich mehr.
Ähhh, nö. Die Pendlerpauschale ersetzt mir ziemlich genau die Kosten des Autos. Das Arbeitszimmer ist eh da, hier ist das Geld des Finanzamts on top.



