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Mangelnde Kommunikationsbereitschaft

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  1. Mangelnde Kommunikationsbereitschaft

    Autor: sniner 26.11.17 - 14:15

    Bin schon seit Jahren bei Vodafone, ehemals Kabel Deutschland und kenne diese Probleme auch. Im Durchschnitt bin ich mit dem Kabel aber sehr zufrieden, es gibt jedoch immer wieder Zeitabschnitte von Tagen bis Wochen, in denen die Bandbreite besonders am frühen Abend stark absackt. Das gab sich nach einer Weile dann immer wieder, insofern ist das für mich zwar manchmal ärgerlich, aber solange sich die Bandbreite nicht ins Bodenlose absackt und das nur vorübergehende Phänomene sind, kann ich damit leben.

    Denn im Gegensatz zu manch anderem weiß ich, dass das ein gemeinsam genutztes Medium ist. Da stört es mich prinzipiell auch nicht, wenn die Bandbreite "atmet". Ich bin auch mit 50% zufrieden, aber wenn am Ende nur noch 4 MBit/s herauströpfeln, wie in den vergangenen Wochen, dann ist bei mir das Ende des Verständnisses erreicht.

    Deswegen habe ich eine Störungsmeldung abgesetzt. Von der Bestätigungsmail abgesehen war die Reaktion: Null. Als sich die Situation eine Woche später immer noch nicht verändert hatte und ich am Abend nicht mal Netflix in HD schauen konnte, habe ich erneut eine Störungsmeldung bei Vodafone abgesetzt, denn aus meiner Kundensicht ist es das: eine technische Störung. Reaktion diesmal: auch Null. Einfach nichts. Als hätte ich direkt in die Rundablage geschrieben.

    Bei Kabel Deutschland war das schon ähnlich schlecht, die haben zwar meistens in irgendeiner Weise reagiert - gerne mit Anrufen auf meine Festnetznummer, tagsüber wenn ich nicht zuhause bin - aber üblicherweise mit völlig nichtssagenden Antworten. Seit das nun Vodafone ist, hat es sich eher noch verschlechtert - was ich mir damals bei KD gar nicht hätte vorstellen können, dass es noch schlechter geht. Bei Vodafone bekomme ich überhaupt keine Antwort mehr. Oder, in einer anderen, vertraglichen Sache, zwar schon eine Antwort, aber eine die am Thema völlig vorbeigeht.

    Mein grundsätzliches Problem mit dem Kabelanschluß ist also weniger die Technik an sich. Ein "shared medium" ist mehr oder weniger alles, selbst die Erde ist es, das sollte jeder seit Tschernobyl, Fukushima und Klimaveränderung begriffen haben. Auch (V)DSL ist ein shared medium, bei den heutigen Outdoor-DSLAM endet das exklusive Medium schon am nächsten grauen Kasten. Und kein Anbieter - keiner! - berechnet den Backhaul-Durchsatz nach der Formel: N Kunden * Maximalbandbreite des Kunden. Wie das Verhältnis tatsächlich aussieht ist ein von den Firmen (meines Wissens) gut gehütetes Geheimnis, aber soweit ich weiß liegt die Backhaul-Bandbreite zwischen 15 bis 20% der Summe der maximalen Bandbreiten an den Kundenanschlüssen.

    Mein grundsätzliches Problem ist die Verweigerung einer sinnvollen Kommunikation durch Vodafone (hier kann man auch andere Namen einsetzen: Deutsche Bahn, Telekom, ...). Wenn man eine Antwort bekommt, ist es üblicherweise nur ein Textbaustein, der - wenn man Glück hat - sich zumindest auf das gleiche Thema bezieht. Ich kann mich nur an sehr wenige Kontakte per E-Mail oder Callcenter erinnern, bei denen ich nachher wirklich schlauer als vorher war.

    Wenn man mir erklären würde was das Problem ist, dann wäre ich auch bereit mal eine Woche eine miese Bandbreite am Abend zu ertragen. Aber wenn man mich einfach ignoriert, stärkt das nicht gerade meine Bindung an das Unternehmen - und die Mitarbeiter dort sollten sich mal vor Augen führen, dass die Gehälter nicht ihr Arbeitgeber bezahlt, sondern die Kunden. Ohne Kunden kein Gehalt.

  2. "Sinnvolle Kommunikation" kostet halt Geld

    Autor: demon driver 26.11.17 - 14:34

    Und das senkt – genauso wie das Bereithalten von Bandbreiten es schon täte, die die Durchsatzzahlen aus der Werbung zuverlässig bringen könnten – den Profit, und Profit ist nun mal der einzige Unternehmenszweck im vorhandenen Wirtschaftssystem, egal ob das Unternehmen Kochtöpfe herstellt, Autos repariert oder Netzdienstleistungen erbringt.

    Die alte "Post", als sie noch für die Telekommunikation zuständig war, hatte ihre eigenen Probleme, aber die bestehende Situation ist halt unvermeidliche Folge, wenn man Dienstleistungen, die, wie inzwischen alle übereinstimmend bestätigen würden, zur Grundversorgung gehören, an konkurrierende Privatunternehmen vergibt, und dann auch gleichzeitig noch versäumt, gesetzliche Mindeststandards für die Versorgungsqualität und den Kundendienst festzulegen, die für die Kunden notfalls auch leicht und mit guten Erfolgschancen einklagbar wären.

  3. Re: "Sinnvolle Kommunikation" kostet halt Geld

    Autor: sniner 26.11.17 - 16:29

    Von der Idee, Leistungen der Grundversorgung in staatliche Hände zu geben, anstatt sie der Privatwirtschaft zu überlassen, halte ich aber genauso wenig. In meiner Jugend kamen die ersten Modems auf - zuerst waren das noch Akustikkoppler, auf die man den Telefonhörer legte. Dann die ersten Geräte, die man am Telefonanschluß anschließen konnte. Mir ist die Situation von damals noch sehr lebendig im Gedächtnis: die Post betrachtete ihren Anschluß als Eigentum, wer daran was anschließen wollte, brauchte den Segen der Post. TAE-Dosen kamen damals auf, trotzdem mussten alle Geräte die man daran anschließen durfte, den Segen der Post bekommen. Das Ausland hatte Modems mit 19k, die bundesdeutschen Modems pfiffen noch mit 2.4k in die Leitung und waren sauteuer. Die Grauimporte aus den umliegenden Ländern nahmen immer mehr zu, in den damals noch üblichen Mailbox-Netzen organisierten sich Einkaufstouren für Modems in den Nachbarländern. Ganz wenige Händler, man konnte die an einer Hand abzählen, in Deutschland verkauften ein dolles Ding: Das ZyXEL U-1496E, zu einem Wahnsinnspreis, mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit, verglichen mit dem Müll der Bundespost.

    Das ging ein paar Monate so, plötzlich las man in den Mailboxen, dass bei dem Händler, bei dem ich auch gekauft hatte, eine Haussuchung stattgefunden und die Kundenliste beschlagnahmt wurde. Ein paar Tage später las man, die ersten Käufer des ZyXEL hätten Besuch von den grünen Herren bekommen, Rechner weg, Modem weg.

    Sorry, sowas will ich nie wieder erleben müssen. Staatliche Unternehmen haben noch weniger Interesse die Wünsche der Kunden zu befriedigen, als Privatunternehmen. Denn die haben keine Kunden. Nur Abhängige. Kann man ja immer noch bestens bei den staatlichen oder staatsnahen Unternehmen in Deutschland beobachten.

    Was es braucht sind Vorgaben von staatlicher Seite für Privatunternehmen, wie Leistungen der Grundversorgung zu erbringen sind. Würde die Bundesnetzagentur vorschreiben, dass "bis zu" bedeuten muss, dass mindestens 50% der Bandbreite an so und so vielen Tagen im Jahr erbracht werden muss, dann sähe die Situation viel besser aus. So wie es jetzt ist, kann das was der Kunde erhält zwischen 0% und 100% liegen.

  4. Re: "Sinnvolle Kommunikation" kostet halt Geld

    Autor: demon driver 26.11.17 - 22:26

    Ja, ich kenne das auch alles, auch wenn ich selber erst deutlich nach der Akustikkoppler-Ära in die Telekommunikation eingestiegen bin. Ich schließe aber nicht aus den Zuständen mit der deutschen Staatspost von damals mit ihren politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die noch aus der Adenauer-Ära stammten, wenn nicht noch aus vor-bundesrepublikanischen Zeiten, dass staatliche TK-infrastruktur zwangsläufig zu sowas führen muss. Die Uhr lässt sich ja nun auch nicht mehr zurückdrehen, und es will ja auch niemand, der die Kern-Infrastruktur in staatlicher Hand sehen will, was ich übrigens auch beim Strom und beim Gas für umso notwendiger halte, je weiter der "Fortschritt" der Privatwirtschaft so fortschreitet, wieder die Endgeräte staatsmonopolisieren.

    Und so übel das alles damals war – wenn in den Siebzigern und Achtzigern das Telefon mal nicht funktionierte, dann war das eine absolute Ausnahme – und man hatte Tage vorher eine Karte von der Post im Briefkasten gehabt, in der die Wartungsarbeiten angekündigt wurden. Zumal ich den Eindruck habe, dass die Sprachqualität zumindest im Nahbereich damals zuverlässig besser war als so manche heutige IP-Telefonie-Verbindung dreißig, vierzig Jahre später...

    Aber klar – die Forderung nach gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Privaten unterstütze ich; ich weiß auch, dass die Forderung, die TK-Infrastruktur zu verstaatlichen, unter den herrschenden Verhältnissen nur eine Gedankenspielerei sein kann. Das Dumme ist halt, dass die Politik im Grunde faktisch nur das Vorzimmer der Wirtschaft ist, und je mehr der Staat davon abhängig ist, dass die Wirtschaft ordentliche Erträge einfährt, umso weniger kann er sich noch wagen, der Wirtschaft Gesetze zuzumuten, die ihrer Profitmaximierung irgendwie in die Quere kommen.

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