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  5. › Kernfusion: Angewandte Science-Fiction

Umweltfolgen?

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  1. Umweltfolgen?

    Autor: d0narrr 13.02.17 - 17:15

    Was mich mal interessieren würde wären die langfristigen Folgen, kurzfristig ist die Energie ja "sauberer" aber wie sieht das mittel/langfristig aus, immerhin verbrauchen wir Wasserstoff oder andere Rohstoffe, welche erst gewonnen werden müssen.
    Wie wirkt sich das ganze durch die entstehenden Fusionsprodukte auf die Umwelt aus, sprich wie lange kann man diese Technologie betreiben bis die Atmosphäre eine Abweichung in der Zusammensetzung erreicht die unter Umständen schädlich wird?
    Und wie lange sollen die Rohstoffe reichen?

    Das sind immer die Fragen die ich in Artikeln über Fusionsenergie vermisse, die wird nur gehypet...

  2. Re: Umweltfolgen?

    Autor: Keksmonster226 13.02.17 - 17:24

    d0narrr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was mich mal interessieren würde wären die langfristigen Folgen,
    > kurzfristig ist die Energie ja "sauberer" aber wie sieht das
    > mittel/langfristig aus, immerhin verbrauchen wir Wasserstoff oder andere
    > Rohstoffe, welche erst gewonnen werden müssen.
    > Wie wirkt sich das ganze durch die entstehenden Fusionsprodukte auf die
    > Umwelt aus, sprich wie lange kann man diese Technologie betreiben bis die
    > Atmosphäre eine Abweichung in der Zusammensetzung erreicht die unter
    > Umständen schädlich wird?
    > Und wie lange sollen die Rohstoffe reichen?
    >
    > Das sind immer die Fragen die ich in Artikeln über Fusionsenergie vermisse,
    > die wird nur gehypet...


    Du fragst nach den Rohstoffen?

    Geh mal ans Meer.


    Die Energie für die Umwandlung kommt..natürlich! Aus der Steckdose. (Die von einem Fusionsreaktor gefüttert wird)

  3. Re: Umweltfolgen?

    Autor: derdiedas 13.02.17 - 17:31

    Na ja der "Brennstoff" Schweres Wasser D2O ist fast unbegrenzt vorhanden. Auf 7000 Wassermoleküle kommt ein Molekül D2O. Die Gewinnung ist auch wenig aufwendig, da es in jedem Liter Wasser vorhanden ist und schwerer als H2O ist.

    Radioaktivität entsteht auch nur sehr begrenzt.

    Daher sind die Umweltfolgen so gut wie vernachlässigbar (Gebäude, versiegelte Flächen und Materialgewinnung für den Reaktor mal abgesehen).

    Das Grundprobleme ist eher - es funktioniert nicht. Bisher gab es Millionen von Versuchen und keiner hat mehr Energie erzeugt als man reingesteckt hat.

    ITER soll das "richten", aber selbst da ist es zweifelhaft ob die mittlerweile 16 Milliarden (wahrscheinlich eher 20) jemals wieder eingespielt werden.

    Das Problem ist das die Kernfusion, und die unglaublichen 150 Millionen °C die man in einem hochkomplexen Magnetfeld unter Kontrolle bringen muss.

    Kurzum wir sind in der Steinzeit und haben gerade einmal einen Faustkeil hinbekommen und sinnen über CNC Fräsen herum. So weit sind wir von einem funktionierendem Fusionsreaktor entfernt.

    Gruß H.

  4. Re: Umweltfolgen?

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 13.02.17 - 17:32

    Das Tritium für die Kernfusion wird aus Lithium gewonnen. Man braucht größenordnungsmäßig 250 kg Lithium um ein jahr lang ein Gigawatt Strom zu erzeugen. Die Vorräte an wirtschaftlich abbaubaren Erzen werden derzeit auf 20-50 Millionen Tonnen geschätzt, im Meerwasser gibt es aber noch 240.000 Millionen Tonnen mehr. Das reicht für die nächste Zeit.

    http://scienceblogs.de/wasgeht/2015/08/20/wenn-geht-uns-das-lithium-fuer-elektroautos-aus/

    Es bliebe dann auch genug Zeit, um Kernfusion nur auf Deuterium-Basis zu entwickeln. Davon gibt es mehr als genug. Auch wenn es nur 35 Gramm Deuterium pro Tonne Wasser sind. Es gibt da draußen *echt viel* Wasser im Meer.

    Das Fusionsprodukt ist Helium und fällt in winzigen Mengen an. (Im Weltmaßstab)

    Frank Wunderlich-Pfeiffer - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Raumfahrt Podcast http://countdown-podcast.de/

  5. Re: Umweltfolgen?

    Autor: d0narrr 13.02.17 - 17:38

    Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Tritium für die Kernfusion wird aus Lithium gewonnen. Man braucht
    > größenordnungsmäßig 250 kg Lithium um ein jahr lang ein Gigawatt Strom zu
    > erzeugen. Die Vorräte an wirtschaftlich abbaubaren Erzen werden derzeit auf
    > 20-50 Millionen Tonnen geschätzt, im Meerwasser gibt es aber noch 240.000
    > Millionen Tonnen mehr. Das reicht für die nächste Zeit.
    >
    > scienceblogs.de
    >
    > Es bliebe dann auch genug Zeit, um Kernfusion nur auf Deuterium-Basis zu
    > entwickeln. Davon gibt es mehr als genug. Auch wenn es nur 35 Gramm
    > Deuterium pro Tonne Wasser sind. Es gibt da draußen *echt viel* Wasser im
    > Meer.
    >
    > Das Fusionsprodukt ist Helium und fällt in winzigen Mengen an. (Im
    > Weltmaßstab)

    Nunja aber wieviel Helium darf produziert werden ohne das sich die Atmosphäre verschlechtert? Bzw welchen Einfluss hätte es wenn jedes Land statt co2 zur Energiegewinnung plötzlich He ausstößt, kann He auch einen Treibhauseffekt induzieren?

    Wie ist das eigentlich mit induzierter Radioaktivität, die bei der Fusion freiwerdenden Neutronen müssen ja "gefangen" werden, entsteht dabei nicht auch induzierte Radioaktivität also Atommüll (schließlich sollte man die Abschirmung auch mal tauschen)?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.02.17 17:43 durch d0narrr.

  6. Re: Umweltfolgen?

    Autor: MonMonthma 13.02.17 - 17:41

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ITER soll das "richten", aber selbst da ist es zweifelhaft ob die
    > mittlerweile 16 Milliarden (wahrscheinlich eher 20) jemals wieder
    > eingespielt werden.
    >

    Da es ein reines Forschungsprojekt ist, niemals.

  7. Re: Umweltfolgen?

    Autor: MonMonthma 13.02.17 - 17:44

    Helium ist so leicht das es sich in der Regel ins Weltall verflüchtigt.

  8. Re: Umweltfolgen?

    Autor: Blindie 13.02.17 - 17:46

    Bisher gibt es nur Testreaktoren die zu klein sind für eine effektive Fusion mit positiver Energiebilanz. Physikalisch bedingt muss man antiproportional zur Größe weniger Energie zuführen und es gibt dann eine Größe ab der man weniger Energie braucht als bekommt. Bevor aber jemand für einen so großen Reaktor Geld in die Hand nimmt will man natürlich wissen ob das wirklich klappt. Kleinere Testreaktoren will aber auch kaum jemand finanzieren weil die eben nie Geld abwerfen werden. Deshalb hat es meiner Vermutung nach bis jetzt auch so lange gebraucht.

  9. Re: Umweltfolgen?

    Autor: lestard 13.02.17 - 19:17

    Der Reaktor selbst und Metalteile in der unmittelbaren Umgebung (d.h. der Raum in dem der Reaktor steht) werden radioaktiv aufgeladen. In Greifswald beim Wendelstein 7X Forschungsreaktor gibts eine Halle mit ca. 2 Meter dicken Betonwänden. Alles innerhalb der Halle wird potentiell radioaktiv aufgeladen, außerhalb der Halle nichts mehr.
    Das aktivierte Material muss am Ende der Lebenszeit zwischengelagert werden. Die Halbwertszeit ist aber vergleichsweise kurz (verglichen mit radioaktiven Müll aus Kernspaltungsreaktoren). Es reicht eine Einlagerung von ca. 100 Jahren. Es geht also nicht um Endlagerung sondern Zwischenlagerung.
    (Quelle: https://www.ipp.mpg.de/9358/strahlenschutz)

    Wer zufällig mal Ostseeurlaub macht sollte unbedingt mal in Greifswald vorbei schauen. Es ist ungemein spannend, so einen Reaktor und die Halle in Echt zu sehen. Mit solchen Fragen ist man dort auch an der richtigen Stelle.

  10. Re: Umweltfolgen?

    Autor: d0narrr 13.02.17 - 19:26

    lestard schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Reaktor selbst und Metalteile in der unmittelbaren Umgebung (d.h. der
    > Raum in dem der Reaktor steht) werden radioaktiv aufgeladen. In Greifswald
    > beim Wendelstein 7X Forschungsreaktor gibts eine Halle mit ca. 2 Meter
    > dicken Betonwänden. Alles innerhalb der Halle wird potentiell radioaktiv
    > aufgeladen, außerhalb der Halle nichts mehr.
    > Das aktivierte Material muss am Ende der Lebenszeit zwischengelagert
    > werden. Die Halbwertszeit ist aber vergleichsweise kurz (verglichen mit
    > radioaktiven Müll aus Kernspaltungsreaktoren). Es reicht eine Einlagerung
    > von ca. 100 Jahren. Es geht also nicht um Endlagerung sondern
    > Zwischenlagerung.
    > (Quelle: www.ipp.mpg.de
    >
    > Wer zufällig mal Ostseeurlaub macht sollte unbedingt mal in Greifswald
    > vorbei schauen. Es ist ungemein spannend, so einen Reaktor und die Halle in
    > Echt zu sehen. Mit solchen Fragen ist man dort auch an der richtigen
    > Stelle.

    Ah, danke für die Info, hmm Osteseeurlaub weit weg und lange her, könnte wirklich mal wieder Verwandte besuchen fahren, aber erst nächste Semesterferien, diese sind schon verplant und halb vorbei.

  11. Re: Umweltfolgen?

    Autor: FreiGeistler 13.02.17 - 20:45

    MonMonthma schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Helium ist so leicht das es sich in der Regel ins Weltall verflüchtigt.


    Mag jetzt nach Troll klingen, tatsächlich verliert aber die Exosphäre (auch Dissipationssphäre) dauernd Wasserstoff und Helium ans Interstellaren Gas.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.02.17 20:47 durch FreiGeistler.

  12. Re: Umweltfolgen?

    Autor: xProcyonx 13.02.17 - 23:51

    Wie die anderen geschrieben haben, fliegt Helium einfach weg (obwohl ich es auffangen würden, für andere Prozesse, Helium ist eigentlich relativ teuer). Selbst wenn es bleiben würde (was es nicht tut) dann wäre es als Edelgas ungiftig und würde auch keine anderen schädlichen Auswirkungen haben. Andere Gase wie CO2 und Methan haben problematischen Einfluss auf die Umwelt, auch in relativ geringen Konzentrationen.

    Die Radioaktivität ist tatsächlich ein Problem. Durch den langen Beschuss von Neutronen, zerfällt jedes Material früher oder später und beginnt selbst zu strahlen. Das muss man dann auch irgendwann austauschen. Das Gute: Die Teile strahlen nicht sehr lange und auch nach kurzer Zeit nur noch sehr schwach. Also kein Vergleich zu Brennstäben die Jahrtausende strahlen.

  13. Re: Umweltfolgen?

    Autor: decembersoul 14.02.17 - 15:48

    nehmen wir mal an das alles gut läuft.
    Fusion löst alle unseren alten Kraftwerke ab. Super

    Nehmen wir mal an wir hätten eine quasi unerschöpfliche Energiequelle.
    Wäre das nicht ein sehr großes Problem?

    Fangen wir mal an zu überlegen. Licht? mache ich nie aus.
    TV, läuft permanent.
    Heizung? Ich habe immer meine gewünschte Temperatur egal ob Tür/Fenster auf.
    Mobilität, ich fliege immer überall hin Treibstoff kostet ja nichts.
    Jegliche Energie wird am Ende im Wärme in unserer Atmosphäre landen.

    Ganz ehrlich, es gibt mehrere Gründe warum man sich nicht auf "unerschöpfliche Energiequelle" freuen sollte. Die Unvernunft der Menschheit ist zu groß.

    Daher wird es IMMER eine Regelung/künstliche Verknappung geben.
    Wie wird diese Verknappung aus sehen? Das weiß natürlich niemand aber ich vermute mal das es sich in der Nähe von dem Einpendeln wird wo wir aktuell liegen.
    1.000-10.000 pro Person/Jahr

    Also alle die von unerschöpflicher Energie für den Haushalt träumen sollten vielleicht Ihre Erwartungen runter schrauben.

    Anders sieht es natürlich mit neuen Technologien aus.
    Und ich muss sagen das ich mich da etwas drauf freue.

  14. Re: Umweltfolgen?

    Autor: Eheran 14.02.17 - 16:24

    >Jegliche Energie wird am Ende im Wärme in unserer Atmosphäre landen.
    Die ganze Menschheit benötigt aktuell so etwa 10^17 Wh jedes Jahr.
    Nehmen wir an, dass es dann wuppige 100x mehr sein wird, also 10^19 Wh.
    Die Sonne liefert in einem Jahr 10^21 Wh. Wir wären dann bei 1%.

    Wenn unser freigesetztes CO2 auch nur 1% der Wärmestrahlung mehr reflektiert haben wir schon den selben Effekt wie 100x mehr Energie durch Menschen.

    Wenn wir hingegen mit dieser gigantischen Energiemenge CO2 aus der Luft entfernen könnten wir den Planeten sogar wieder abkühlen. Denn was wir bei dem Beispiel mit 100x mehr in einem Jahr verbrauchen hat die Menscheit in ihrer ganzen Geschichte verbraucht - Man könnte damit in einem Jahr quasi sämtliches "menschliches" CO2 wieder als Kohle binden und einlagern, von der Energiemenge her.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.02.17 16:26 durch Eheran.

  15. Re: Umweltfolgen?

    Autor: _j_b_ 14.02.17 - 16:36

    Und bezüglich der freien Verfügbarkeit: Es ist ja nicht so das es nichts kostet die Energie als elektrische Energie nutzbar zu machen. Beginnend mit immensen Kosten für den Reaktor (Laufzeit vermutlich nicht viel länger als 50 Jahre), den Betrieb (Personal, Wartung, Kosten für den Brennstoff), etc. Gut möglich dass das ganze nicht billiger als Kernenergie oder Kohleenenergie ist - der entscheidende Unterschied ist nur das es eben Umwelttechnisch am Besten ist und gleichzeitig regelbar und zuverlässig abrufbar ist.

  16. Re: Umweltfolgen?

    Autor: M.Kessel 14.02.17 - 20:21

    Umweltschäden. Wenn ich das schon höre. Jedes Kohlekraftwerk ist schädlicher als das erstrebte echte Wasserstoff-Fusionskraftwerk. Wir könnten froh sein, wenn die das Ding wirklich ans Laufen kriegen. Danach ist die Energiekrise nämlich zu Ende.

    1, Wasserstoff ist das am meisten vorkommende Element im Universum.

    2. Das Abfallprodukt "Helium" ist ein Edelgas.

    3. Die Reaktion und die Magnetflasche wird durch einen "Hilfsatomereaktor" gestartet, und soll sich danach selbst erhalten. So war es zumindest geplant.

    4. Fusionsreaktoren sind genauso "schädlich" wie unsere Sonne, der größte natürliche Fusionsreaktor in unserer "Nähe".

    5. Problem ist tatsächlich die entstehende Hitze. Deswegen ist ja auch nur eine "Magnetflasche" in der Lage das Material festzuhalten.

  17. Re: Umweltfolgen?

    Autor: bombinho 15.02.17 - 01:06

    M.Kessel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Umweltschäden. Wenn ich das schon höre. Jedes Kohlekraftwerk ist
    > schädlicher als das erstrebte echte Wasserstoff-Fusionskraftwerk. Wir
    > könnten froh sein, wenn die das Ding wirklich ans Laufen kriegen. Danach
    > ist die Energiekrise nämlich zu Ende.
    >
    > 1, Wasserstoff ist das am meisten vorkommende Element im Universum.
    >
    > 2. Das Abfallprodukt "Helium" ist ein Edelgas.
    Das Abfallprodukt ist in jedem Fall ein Isotop und bei den anfallenden Mengen ungefaehr so gesund wie ein Sprung aus dem 10. Stock auf Beton.

    > 3. Die Reaktion und die Magnetflasche wird durch einen "Hilfsatomereaktor"
    > gestartet, und soll sich danach selbst erhalten. So war es zumindest
    > geplant.

    > 4. Fusionsreaktoren sind genauso "schädlich" wie unsere Sonne, der größte
    > natürliche Fusionsreaktor in unserer "Nähe".
    Jupp, ohne schuetzende Atmosphaere und Magnetfeld naemlich in kuerzester Zeit toedlich.

    > 5. Problem ist tatsächlich die entstehende Hitze. Deswegen ist ja auch nur
    > eine "Magnetflasche" in der Lage das Material festzuhalten.
    Die Hitze liegt als Strahlung vor und ist deswegen weitestgehend stoffungebunden.
    Damit bestimmen Oberflaechenguete, Material und Ableitungsfaehigkeit, wie lange von der Oberflaeche des Reaktors noch genug fuer den Betrieb uebrig bleibt.
    Radioaktive Strahlung, insbesondere Teilchenstrahlung hat den enormen Nachteil, Kristalle zu zerstoeren. Ebenso extreme Hitze von mehreren hundert Grad. Sprich, die Metalle werden in ihrer Struktur zerstoert. Diese unbrauchbar gewordenen Metalle sind anschliessend ihrerseits ebenfalls Teilchenstrahler und muessen entsprechend gelagert werden.

    Ich glaube Eheran einmal, dass nach ca. 100 Jahren ein Grossteil dieser Materialien zumindestens ohne groessere Gefahren wieder recycled werden kann, da ich keine widerspruechlichen Angaben finde. Allerdings bis dahin sind diese hochgefaehrlicher Sondermuell.

    Alles in Allem gibt es derzeit noch mehr Probleme als Loesungen. Aber verglichen mit Fissionsreaktoren, deren Reaktionsprodukte Halbwertszeiten haben, bei denen davon auszugehen ist, dass es das Sonnensystem nicht mehr gibt bis zum Abbau der Schadstoffe auf ungefaehrliche Mengen, sind diese ein reiner Segen. Bisher gibt es auch noch keine wirklich sicheren Lagermethoden dafuer, jedenfalls keine Wartungsfreien.

    Allerdings ob wir die Endprodukte in die Atmosphaere leiten koennen, wage ich stark zu bezweifeln. Deuterium und Tritium fuer das Volk. Welch ein Segen.
    Die Hobbyneutronenquelle aus dem Baumarkt bleibt hoffentlich noch lange aus dem Sortiment.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.17 01:12 durch bombinho.

  18. Re: Umweltfolgen?

    Autor: Eheran 15.02.17 - 09:23

    >Das Abfallprodukt ist in jedem Fall ein Isotop und bei den anfallenden Mengen ungefaehr so gesund wie ein Sprung aus dem 10. Stock auf Beton.
    Beide Heliumisotope sind völlig harmlos. Da könnte man den ganzen Stickstoff in der Luft mit Helium austauschen und außer der Stimme würde sich nichts ändern. Macht man auch beim (tiefen) Tauchen so.

    >Jupp, ohne schuetzende Atmosphaere und Magnetfeld naemlich in kuerzester Zeit toedlich.
    So wie es im Kolben eines Autos tödlich wäre oder der Turbine im Kraftwerk.

    >Die Hitze liegt als Strahlung vor und ist deswegen weitestgehend stoffungebunden.
    Sie liegt als kinitische Energie der Atomkerne vor. Andernfalls könnte es nicht zu Fusionsreaktionen kommen.

    > Endprodukte in die Atmosphaere leiten koennen, wage ich stark zu bezweifeln. Deuterium und Tritium fuer das Volk.
    Das sind die Edukte, Ausgangsstoffe.

    >Die Hobbyneutronenquelle aus dem Baumarkt bleibt hoffentlich noch lange aus dem Sortiment.
    Da in dem Fall nicht mehr Energie gewonnen werden muss, als man reinsteckt, gibt es solche Neutronenquellen schon einige Zeit. Der Farnsworth–Hirsch fusor beispielsweise aus den 60er. Der Aufwand soetwas zu bauen ist denkbar gering. Mach dir lieber Sorgen um irgendwelche Wanderer, die im Harz o.ä. Pechblende aufsammeln und dann irgendwo verteilen.

  19. Re: Umweltfolgen?

    Autor: bombinho 15.02.17 - 12:29

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Das Abfallprodukt ist in jedem Fall ein Isotop und bei den anfallenden
    > Mengen ungefaehr so gesund wie ein Sprung aus dem 10. Stock auf Beton.
    > Beide Heliumisotope sind völlig harmlos. Da könnte man den ganzen
    > Stickstoff in der Luft mit Helium austauschen und außer der Stimme würde
    > sich nichts ändern. Macht man auch beim (tiefen) Tauchen so.
    Beide Heliumisotope haben den Vorteil, dass sich ihre Vorgaenger bereits zerlegt haben. Die abgegebenenen Neutronen, ebenfalls wie die der Reste von Deuterium, Tritium, Lithium loesen sich nicht in Wohlgefallen auf. Ich wuerde einer Versicherung gerne glauben, dass es bei der Extraktion zu keinerlei Wechselwirkungen mit dem Umfeld kommt, nur wuesste ich nicht, wie das gehen soll. Bei anderen Industrien werden diese als Gefahrstoffe behandelt und bei Fusionsreaktoren als Geschenk an die Natur?

    > >Jupp, ohne schuetzende Atmosphaere und Magnetfeld naemlich in kuerzester
    > Zeit toedlich.
    > So wie es im Kolben eines Autos tödlich wäre oder der Turbine im
    > Kraftwerk.

    Jupp, allerdings waere der Aufenthalt auf der Erde bei ungefiltertem Sonnenspektrum garantiert toedlich. Den Aufenthalt in einer Autowerkstatt auch bei laufenden Motoren kann man in der Regel um viele Jahrzehnte laenger ueberleben.

    > > Die Hitze liegt als Strahlung vor und ist deswegen weitestgehend
    > > stoffungebunden.
    > Sie liegt als kinitische Energie der Atomkerne vor. Andernfalls könnte es
    > nicht zu Fusionsreaktionen kommen.
    Dabei hatten wir gerade darueber gesprochen. Die EM-Abstrahlung ist das Resultat von a) der eingebrachten Energie und b) der freigesetzten Energie. Die Teilchenabstrahlung ist unerwuenscht und wird unterdrueckt, so gut es geht.
    Also wenn wir die Ausreiser vernachlaessigen, dann bleibt ein EM-Spektrum uebrig.
    Da ausser dem Plasma moeglichst keine anderen Stoffe zirkulieren, duerfen wir stoffgebundenen Transport und damit kinetische Energie vernachlaessigen.
    Mit anderen Worten: Strahlung.
    Die kinetische Energie ist bis zur Abgabe von Energie durch Reaktion oder Emission eben nichts anderes als kinetische Energie.
    Ein einzelnes Teilchen in Vakuum wuerdest Du ja auch nicht als heiss bezeichnen, nur weil es sich mit einer hohen Relativgeschwindigkeit bewegt. Allenthalben als energiereich.

    Diese Strahlung wird von der Reaktoroberflaeche teils absorbiert, teils reflektiert.
    Die absorbierte Energie muss abtransportiert werden, die reflektierte Energie wird teils im Plasma in zusaetzliche kinetische Energie umgesetzt. Ansonsten nach mehreren Spiegelungen doch absorbiert.

    > Da in dem Fall nicht mehr Energie gewonnen werden muss, als man reinsteckt,
    > gibt es solche Neutronenquellen schon einige Zeit. Der
    > Farnsworth–Hirsch fusor beispielsweise aus den 60er. Der Aufwand
    > soetwas zu bauen ist denkbar gering. Mach dir lieber Sorgen um irgendwelche
    > Wanderer, die im Harz o.ä. Pechblende aufsammeln und dann irgendwo
    > verteilen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.17 12:30 durch bombinho.

  20. Re: Umweltfolgen?

    Autor: Eheran 15.02.17 - 19:28

    >Ich wuerde einer Versicherung gerne glauben, dass es bei der Extraktion zu keinerlei Wechselwirkungen mit dem Umfeld kommt, nur wuesste ich nicht, wie das gehen soll.
    Über eine Massentrennung. (Beschleunigung im elektrischen Feld, dann Ablenkung im Magnetfelt -> größere Masse wird bei selber Ladung weniger abgelenkt)
    >Jupp, allerdings waere der Aufenthalt auf der Erde bei ungefiltertem Sonnenspektrum garantiert toedlich.
    Im Hochsommer im prallen Sonnenlicht ein Bad nehmen wäre dann sicher nicht so schön. Ansonsten halten sich die Folgen für Menschen noch in Grenzen.

    >Den Aufenthalt in einer Autowerkstatt auch bei laufenden Motoren kann man in der Regel um viele Jahrzehnte laenger ueberleben.
    Da das Auto die Luft im Raum schon nach wenigen Stunden verbraucht hat bzw. so viel CO2 vorhanden ist, dass man erstickt... nein.

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