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Ist auch Unfug

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  1. Ist auch Unfug

    Autor: /mecki78 05.11.21 - 12:04

    Jedes Ministerium sollte ein Digitalministerium sein, denn wir brauchen Digitalisierung überall. Und da aber "Digitalisierung" je nach Ressort etwas ganz anderes bedeutet ist es Unfug das zentral steuern zu wollen. Es gibt hier keine Zentrallösungen, die für alle passen, sondern jedes Ressort braucht individuelle Lösungen und die sollte natürlich am besten das Ressort selber erarbeiten, will niemand weiß besser wie dort die Arbeitsabläufe sind und wie es dort läuft. Unsere Probleme sind nicht auf ein fehlendes Digitalministerium zurück zu führen, sondern einfach auf die Tatsache, dass nicht digitalisiert wurde; es wurde Handlungsbedarf erkannt, aber es wurde nicht gehandelt. Und auch das lässt sich schlecht zentral organisieren. Jedes Ressort sollte bis zu einem Stichtag einen Digitalisierungsplan vorlegen müssen und dieser wird dann einfach hart durchgezogen.

    /Mecki



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.11.21 12:06 durch /mecki78.

  2. Re: Ist auch Unfug

    Autor: OnlyXeno 05.11.21 - 12:27

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jedes Ressort sollte bis zu einem Stichtag einen
    > Digitalisierungsplan vorlegen müssen und dieser wird dann einfach hart
    > durchgezogen.

    Die wissen doch gar nicht was Digitalisierung ist. In der Stadtbücherei gab es letztens einen Aufstand, weil man die Fax-Nummern nicht mehr aufführen wollte.... Die Mitarbeiterin musste wirklich nochmal beim obersten Chef nachfragen ob man die denn wirklich weg nehmen kann...
    Bevor wir Digitalisierte Ämter und Ministerien haben, müssen erstmal alle in Rente gehen die nicht damit aufgewachsen sind. Vorher wird das nichts

  3. Re: Ist auch Unfug

    Autor: /mecki78 05.11.21 - 21:12

    OnlyXeno schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bevor wir Digitalisierte Ämter und Ministerien haben, müssen erstmal alle
    > in Rente gehen die nicht damit aufgewachsen sind.

    Nur dass die ja nicht an einem Stichtag in Rente gehen und dann kommt die nächste Schicht, sondern die neuen Mitarbeiter fangen ja schon an, bevor die alten weg sind und werden dann schön alle auf die alten Systeme geschult und wollen dann am Ende genauso wenig alles umlernen oder ihre Arbeitsabläufe komplett neu gestalten müssen. Daher muss es einen Zeitpunkt, an dem es bereits die neue Systeme gibt, so dass neue Mitarbeiter direkt auf die geschult werden und das muss eben noch passieren bevor die alten in Rente gegangen sind.

    Ich bin auch nicht mit digitalen Systemen aufgewachsen, als ich in der Grundschule war wusste kein Mensch was das "Internet" ist. Als ich auf dem Gymnasium war, da hat der eine oder andere schon mal davon gehört, aber "gesehen" hatte das da auch noch nie jemand von uns und bevor es Flatrates gab, war das auch nicht wirklich interessant angesichts der horrenden Telefonkosten. Das Internet wurde erst langsam populär als ich schon auf der Uni war und selbst da hätte sich niemand träumen lassen, dass man mal mit einem SmartPhone von unterwegs aus Filme streamen könnte.

    Das hat also nichts damit zu tun, ob man damit aufgewachsen ist, sondern nur damit, ob man bereit ist sich damit auseinander zu setzen. Und es ist auch keine Frage des Alters, denn auch meine Mutter hat einen PC, ein Tablet und ein SmartPhone. Auch meine Mutter kauft online ein, wechselt online den Stromanbieter, füllt online Behördenanträge aus, schreibt Textnachrichten. Hat meinen Mutter groß Ahnung von Computern? Nein. Weiß sie wie Netzwerkprotokolle funktionieren? Nicht die Bohne. Aber das ist auch keine Voraussetzung.

    Das man im Alter nichts dazu lernen kann ist also auch ein Mythos, es geht hier darum, dass die meisten Menschen nichts dazu lernen wollen und das hat nichts mit dem Alter zu tun. Diese Lernveweigereung zeigt sich doch schon bei 16-jährigen Schülern. Wir tun zwar so, als ging es bei der Unterscheidung Hauptschule, Realschule und Gymnasium um die geistigen Fähigkeiten der Kinder, aber das ist doch eine fette Lüge. In Wahrheit sind > 80% aller Kinder in etwa gleich durchschnittlich intelligent. Sie haben von der Natur aus genau die gleichen Voraussetzungen mitbekommen und durchschnittlich intelligent reicht für das Gymnasium aus, das ist keine Schule nur für Genies oder die geistige Elite. Der Unterschied ist nicht die geistige Fähigkeit, sondern die die Bereitschaft zu lernen und für die Schule zu arbeiten. Die meisten Kinder könnten problemlos eine höhere Schule besuchen, sie sind einfach nur faul und haben keinen Bock auf Schule, das der einzige Unterschiede.

    Und so ist das auch bei Erwachsenen. Die meisten sind zu viel mehr Leistung fähig als sie täglich erbringen, aber sie haben keinen Bock. Und Digitalisierung heißt, da müsste man ja was lernen und was verstehen und sich mit was auseinander setzen. Also nicht einfach nur den gleichen 08/15 Dienst wie seit 30 Jahren und schön eine ruhige Kugel schieben. Am Ende macht Digitalisierung Prozesse schneller und einfacher, igittigitt, dann müsste man ja fast mehr Arbeiten über den Tag verteilt. Man wird doch nicht Beamter in einer Behörde um dann so richtig arbeiten zu müssen, so leistungsorientiert, wie in der Privatwirtschaft, usw.

    Denn bei einem Fax, da muss man erstmal zum Faxgerät laufen, die Nummer eintippen, dann den Vorgang starten, dazwischen kann man sich einen Kaffee holen und dann schaut man ob es durchgegangen ist und bis man wieder am Schreibtisch sitzt, sind 10 Minuten rum. Das man 10 Minuten braucht, um in einen Formular 4 Felder auszufüllen und dann auf Senden zu klicken, das kann man schlecht verkaufen und Kaffee gibt's auch keinen dabei. So ein Formular ist dann in 2 Minuten auf dem Weg und was macht man dann die restlichen 8 Minuten? Etwa 4 weitere Formulare bearbeiten? Wo kämen wir denn dahin, wenn am Ende Behördenanträge nur noch Tage statt Wochen in der Bearbeitung brauchen würden?

    Und wer jetzt sagt, das sind alles nur Vorurteile: Achtet mal darauf, wenn ihr das nächste mal bei einer Behörde seit und dort Beamten beim arbeiten zusehen könnt. Und jetzt vergleicht das mal mit einem Kassierer an einer Tankstelle. Stellt euch mal vor das würde an der Tankstelle so laufen:

    "Sie müssen erst einmal eine Nummer ziehen. So, wer hat jetzt Nummer 50? Niemand? Warten wir noch sicherheitshalber 2 Minuten. Immer noch niemand? Na gut, 51? Ja. Was kann ich für sie tun. Aha, sie haben also an der drei getankt. Hmm... das wären dann 53 Euro. Was möchten sie? Zigaretten. Kein Problem, füllen sie einfach dieser Antragsformular aus und stellen sich dann wieder in die Schlange. Nein, sie müssen nicht nochmal eine Nummer ziehen, kommen sie einfach rein, bevor ich den nächsten Aufrufe. [... 5 Minuten später ...] So, also ich hohle dann mal ihre Zigaretten und sie hatten die drei, richtig? Das macht dann zusammen 62 Euro. Da müssen sie erst einmal dort zur Kasse gehen und bezahlen und mit dem Beizahlungsbeleg kommen sie dann wieder und wie gehabt, einfach wieder vortreten, bevor ich den nächsten Aufrufe [... 10 Minunten später, weil da eine lange Schlange an der Kasse war und irgendwer mit 1 Cent Münzen bezahlen wollte ...] So, brauchen sie noch einen Kassenbeleg? Moment, ich drucke ihnen einen [... zwischenzeitlich geht der Kassierer weg und räumt irgendwelche Regale ein, der Kunde wartet ein paar Minuten ...] So, hier ist ihr Kassenbeleg."

    Zusammen mit der Wartezeit bis die Nummer aufgerufen wurde und der kleinen Pause nach jedem Vorgang, denn man kann ja schließlich nicht gleich den nächsten dran nehmen, wenn der vorherige gerade fertig ist (ich meine, so arbeitet zwar jedes Kassierer tagtäglich, aber das ist ja Beamten nicht zuzumuten), dauert dann tanken so 30-45 Minuten, aber nur, wenn gerade nicht viel los ist, sonst kann es auch schon mal über 90 Minuten dauern. Das Problem ist: Hier wird nicht nach Leistung bezahlt. Stell dir mal vor, Beamten bekämen gar kein Gehalt und nur ein sehr niedriges Grundgehalt, und dafür einen feste pro Kopf Prämie pro Besucher, dessen Anliegen erfolgreich erledigt wurde. Was glaubst du wie schnell die da die Leute im Akkord durchschleusen würden. Und dann würden die von sich aus sagen "Man, das System ist viel zu langsam. Können wir statt Papier und Aktenordner das nicht direkt digital über eine Intranetseite machen? Da könnte ich locker doppelt so viele Leute pro Tag bearbeiten".

    /Mecki

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