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Wieder Sarkeesian als Beispiel?

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  1. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Doomchild 20.07.15 - 17:35

    Ehrlich, da stimmst Du einfach so zu und sagst Dir, jo, das ist alles so, wie das da beschrieben wird?

    Sie pickt sich immer einzelne Beispiele heraus und behauptet dann allgemeingültig, Frauen würden immer nur so dargestellt (als Tropen, nicht Frauen). Und natürlich ist das immer die Opferrolle oder das Sexobjekt.

    Aber das Narrativ, das sie kreiert hält immer nur so lange, wie man sich das zitierte Beispiel nicht konkret anschaut. Zum Beispiel die Prostituierte in Far Cry 3. In dem Spiel laufen jede Menge Frauen rum, inkl. einer verdammt starken Hauptfigur (also jetzt nicht im Sinne "DIE Hauptfigur", sondern "eine Hauptfigur"), die sicher keine Probleme mit Selbstbestimmung oder nur als Tapete fungiert. Sarkeesian nimmt aber nur die eine Figur heraus und präsentiert sie stellvertretend für alle. Und das ist schlicht falsch und unehrlich.

    Das ganze Setup vorher zielt darauf ab, diese Vorstellung zu etablieren. Die Aufreihung von "hypersexualisierten" Werbeanzeigen für Spiele aus den 70ern und 80ern ist so dermaßen plump, wie sie es den (heutigen) Gamern unterstellt zu sein. Der Denkfehler ist dabei, daß damals nahezu alles so beworben wurde, und daß das 1. schon lange nicht mehr so ist, weil sich die Gesellschaft da löblicherweise weiterentwickelt hat und man 2. nicht einfach das ganze Publikum, auf dasdie Kampagne abzielt, darüber abkanzeln kann. (https://youtu.be/LY1evKnAs9A Das ist heute nicht mehr so. Ich würde nicht auf die Idee kommen, das herzunehmen, wenn ich HEUTE einen Schnapsfabrikanten aus irgendeinem Grunde diffamieren wollte.) Für ihr Video allerdings hat es die Funktion erfüllt. Alles was mit Games zu tun hat, sogar die Werbung = sexistisch und entwürdigend.

    Der Knackpunkt ist allerdings, daß das was sie den Spielen und der Spielerkultur vorwirft, diesen und dieser nicht inhärent ist, sondern vielmehr der Populärkultur, die diese Spiele widerspiegeln. Beispiel: Guck ma! Fies sexistisch, wie das Sexobjekt in dem Kriegsspiel sagt: "Me love you long time." Das ist allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit als Zitat und Aspielung and "Full Metal Jacket" gedacht und nicht als Herabwürdigung der Frau im allgemeinen und Unterminierung ihrer Position in der Gesellschaft. Ist der Film dadurch sexistisch und gehört geschmäht? Gab es genau diesen Dialog vielleicht mal tatsächlich zwischen einem G.I. und einer Prostituierten? Sind Gamer deswegen alle schlecht erzogen? Gibt es da überhaupt einen Zusammenhang? Fragen über Fragen. Aber Fragen sind nicht wichtig. Nur Klicks.

    Anderes Beispiel: Schaut mal, wie fies sexistisch GTA IV beworben wurde! Schon schlimm: http://www.toxel.com/wp-content/uploads/2009/11/wallads05.jpg Sie zeigt nur ein Drittel des Motivs und unterstellt dabei, der abgebildeten Figur nur ein Sexobjekt zu sein. In ihrem Narrativ besteht nicht einmal die Möglichkeit, daß es sich um eine wichtige Figur handeln könnte. Gut, war es in dem Fall tatsächlich nicht. :D Aber wie an anderer Stelle schon gesagt, "Sex sells". Und zwar nicht nur "Video Games" und schon gar nicht ausschließlich.

    Die Aussage, daß anscheinend Strip-Clubs zum obligatorischen Setting in modernen Spielen gehört, ist auch genauso albern, weil man das ebenfalls über jeden zweiten Krimi(Buch oder Film - egal) sagen könnte. Und da stellt sich auch keiner hin und schert alle Konsumenten über einen Kamm. Im Falle von Krimibüchern wären das auch in der Mehrzahl Frauen. Das würe ja auch irgendwie nicht passen. (Vielen Autorinnen sicherlich auch nicht.) Mal ganz davon ab, daß ich schon in Frage stellen möchte, daß das Setting überhaupt obligatorisch ist, wird hier auch so getan, als ob das immer alles als positiv dargestellt wird. Was beileibe nicht so ist. Auch daß viele der Beispiele ironische Darstellungen sind, ist wumpe, solange das Soundbite paßt.

    Boxenluder, Nummerngirls, Bikini-Cheerleader... Das sind alles keine "Games"-Phänomene, werden aber von ihr so dargestellt. Es gibt für alle nicht-signifikanten weiblichen Tapeten-NPCs mindestens doppelt so viele männliche. Da bin ich mir sehr sicher.

    Ich hab keine Lust mehr. Bin nur bis Minute 6 gekommen und schon wieder auf 180. :D Was noch den Hass, den viele empfinden befeuert, ist imho, daß sie nicht eine These zur Diskussion stellt, sondern absolute Aussagen tätigt, bei denen immer wieder durchscheint, daß sie von der Materie Games nicht viel Ahnung hat. Sie ist in keinster Weise an einem Duskurs interessiert, sondern an Reaktionen, denn die bringen in letzter Konsequenz viel Geld.

    ____________________________________________________________________
    "Hey, I rock the unfree world, that's my specialty." - Jello Biafra

  2. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Doomchild 20.07.15 - 17:37

    ^Das.

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    "Hey, I rock the unfree world, that's my specialty." - Jello Biafra

  3. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Doomchild 20.07.15 - 17:43

    Sag noch irgendwas mit Nazis, bitte bitte.

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    "Hey, I rock the unfree world, that's my specialty." - Jello Biafra

  4. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Doomchild 20.07.15 - 17:45

    Das war schon genau richtig so. :P

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    "Hey, I rock the unfree world, that's my specialty." - Jello Biafra

  5. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Doomchild 20.07.15 - 17:47

    Full ack!

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    "Hey, I rock the unfree world, that's my specialty." - Jello Biafra

  6. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Teralios 20.07.15 - 18:37

    Dünnbier schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doomchild schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > <°)))><
    > [ ] Du hast meinen Beitrag zuende gelesen
    > [ ] Du hast meinen Beitrag verstanden
    >
    > Aber wenn ich auf die Uhr sehe, nehme ich mal an Schule aus?
    >
    > Spiel du weiter deine Steroidtypen die mit der Minigun die Welt retten,
    > hast ja jetzt frei.
    > <°)))><

    Manchmal wäre es besser, man schweigt und lässt einfach etwas im Raum stehen, als sich dann am Ende selbst zu entlarven.

    Zum Rest in diesem Thema sage ich allerdings nicht, da es viel VIEL zu anstrengend ist.

  7. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: zZz 21.07.15 - 11:55

    Doomchild schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich könnte kotzen.
    >
    > Die Frau hat sich hingestellt und auf einen Streich Millionen und
    > Abermillionen von Gamern im Prinzip als sexistische Arschlöcher deklariert.
    > Die hat sich jede Hasstirade, die das nach sich zog redlich verdient und
    > verdient weniger redlich mit der Aufmerksamkeit, die sie so bekommt, die
    > wunderbarsten Mengen Geld.

    (Mal abgesehen davon, dass ich das nicht so sehe und mich zu keinem Zeitpunkt als sexistisches Arschloch deklariert gefühlt habe). Das ist auch ein gesellschaftliches Problem unserer Zeit, Donald F. Wood nennt das post-intellectualism, keiner hört dem anderen zu wenn nicht laut gerufen oder maßlos übertrieben wird. Im Grunde tust Du nichts anderes, wenn Du von „Abermillionen von Gamern” sprichst. Frau Sarkeesian trägt zu einer überfälligen Debatte bei, darum sollte es im Kern gehen. Gerade wenn ich mir Kommentare auf IT-Seiten durchliest, und ich lese recht viele davon, komme ich zu dem Schluss, dass sich der Durchschnitts-Nerd durchaus zwischen Chauvinismus und Seximus bewegt.

  8. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Anonymer Nutzer 21.07.15 - 12:43

    "keiner hört dem anderen zu wenn nicht laut gerufen oder maßlos übertrieben wird"

    Passt da dann nicht auch "ich werde dich umbringen, weil ich deine Meinung nicht mag" dazu? Ist dann einfach die logische Fortsetzung.

    Aber das Zitat scheint zu stimmen, zumindest von der sachlichen/inhaltlichen Kritik an Sarkesian hat man nahezu null gehört.

    Persönlich halte ich bereits Ad-Hominem für nicht mehr gangbar und das schliesst auch Sachen ein wie "du bist halt eine Frau" oder "du bist halt ein Gamer"
    Beleidigungen oder gar Drohungen (selbst wenn nichts dahinter steckt) sind abseits jedes guten Tones.

  9. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Drizzt 21.07.15 - 12:55

    Bitschnipser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >[..] mäßig beliebten
    > Hobbys? [...]

    Die Spieleindustrie setzt mehr Geld um als Hollywood...

  10. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: nekooni 21.07.15 - 13:10

    zZz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doomchild schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich könnte kotzen.
    > >
    > > Die Frau hat sich hingestellt und auf einen Streich Millionen und
    > > Abermillionen von Gamern im Prinzip als sexistische Arschlöcher
    > deklariert.
    > > Die hat sich jede Hasstirade, die das nach sich zog redlich verdient und
    > > verdient weniger redlich mit der Aufmerksamkeit, die sie so bekommt, die
    > > wunderbarsten Mengen Geld.
    >
    > (Mal abgesehen davon, dass ich das nicht so sehe und mich zu keinem
    > Zeitpunkt als sexistisches Arschloch deklariert gefühlt habe). Das ist auch
    > ein gesellschaftliches Problem unserer Zeit, Donald F. Wood nennt das
    > post-intellectualism, keiner hört dem anderen zu wenn nicht laut gerufen
    > oder maßlos übertrieben wird. Im Grunde tust Du nichts anderes, wenn Du von
    > „Abermillionen von Gamern” sprichst. Frau Sarkeesian trägt zu
    > einer überfälligen Debatte bei, darum sollte es im Kern gehen. Gerade wenn
    > ich mir Kommentare auf IT-Seiten durchliest, und ich lese recht viele
    > davon, komme ich zu dem Schluss, dass sich der Durchschnitts-Nerd durchaus
    > zwischen Chauvinismus und Seximus bewegt.

    Ich mag die Frau nicht, weil sie der Debatte mehr schadet als ihr nützt - indem sie offensichtlich absichtlich extrem einseitig kommentiert und schlicht Dinge falsch darstellt - wiederholt.

    Generell finde ich ihre Haltung, dass Videospiele keine realen Probleme darstellen bzw. thematisieren dürfen, für absurd. Jedes andere Medium darf es, nur Videospiele dürfen nicht zeigen, wie sich sexistische Sprüche als Betroffene(r) anfühlen? Obwohl es eines der immersivsten Medien ist, die wir haben - und damit doch grade dafür besonders gut geeignet sein sollte - jedenfalls besser als 140-Zeichen-Textnachrichtendienste.

    KojiroAK schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "keiner hört dem anderen zu wenn nicht laut gerufen oder maßlos übertrieben
    > wird"
    >
    > Passt da dann nicht auch "ich werde dich umbringen, weil ich deine Meinung
    > nicht mag" dazu? Ist dann einfach die logische Fortsetzung.
    >
    > Aber das Zitat scheint zu stimmen, zumindest von der
    > sachlichen/inhaltlichen Kritik an Sarkesian hat man nahezu null gehört.
    >
    > Persönlich halte ich bereits Ad-Hominem für nicht mehr gangbar und das
    > schliesst auch Sachen ein wie "du bist halt eine Frau" oder "du bist halt
    > ein Gamer"
    > Beleidigungen oder gar Drohungen (selbst wenn nichts dahinter steckt) sind
    > abseits jedes guten Tones.

    Teil deiner Wahrnehmung wird daran liegen, dass Twitter ein extrem schlechtes Medium ist, um irgendetwas zu debattieren. 140 Zeichen sind einfach nie genug. Mal ein Beispiel für inhaltliche Kritik:

    http://www.forbes.com/sites/erikkain/2015/05/31/why-feminist-frequency-is-dead-wrong-about-the-witcher-3/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.07.15 13:12 durch nekooni.

  11. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: theonlyone 21.07.15 - 14:00

    Drizzt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bitschnipser schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >[..] mäßig beliebten
    > > Hobbys? [...]
    >
    > Die Spieleindustrie setzt mehr Geld um als Hollywood...

    Mäßig beliebt im Sinne des Bildes das die restliche Gesellschaft vom "Gamer" hat.

    Sprich Nerdy, ungewaschen, gewalttätig (Amoklauf) und all der Kram.

    Das umfasst Gamer im allgemeinen und groben, wer sich mal halbwegs damit beschäftigt wird schon wissen das so ein Bild schlicht Quark ist.

    Aber gerade Fachfremde die sonst eher nichts mit Computerspielen zu tun haben, die denken eben nicht sonderlich positiv darüber (aus Unverständnis und Unwissenheit eben).

    ----

    Gaming per se als Hobby ist natürlich seit geraumer Zeit absolut gängig und überraus verbreitet.

    Dennoch, im allgemeinen wird eher negativ darüber gedacht ; weil eben auch so viel in alle Richtungen diskutiert wird.

  12. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: nekooni 21.07.15 - 14:15

    theonlyone schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Drizzt schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Bitschnipser schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > >[..] mäßig beliebten
    > > > Hobbys? [...]
    > >
    > > Die Spieleindustrie setzt mehr Geld um als Hollywood...
    >
    > Mäßig beliebt im Sinne des Bildes das die restliche Gesellschaft vom
    > "Gamer" hat.
    >
    > Sprich Nerdy, ungewaschen, gewalttätig (Amoklauf) und all der Kram.
    >
    > Das umfasst Gamer im allgemeinen und groben, wer sich mal halbwegs damit
    > beschäftigt wird schon wissen das so ein Bild schlicht Quark ist.
    >
    > Aber gerade Fachfremde die sonst eher nichts mit Computerspielen zu tun
    > haben, die denken eben nicht sonderlich positiv darüber (aus Unverständnis
    > und Unwissenheit eben).
    >
    > ----
    >
    > Gaming per se als Hobby ist natürlich seit geraumer Zeit absolut gängig und
    > überraus verbreitet.
    >
    > Dennoch, im allgemeinen wird eher negativ darüber gedacht ; weil eben auch
    > so viel in alle Richtungen diskutiert wird.

    Die Frage bleibt dann aber bestehen:
    Warum eigentlich Videospiele?

    In allen anderen Medien werden die "Probleme", die man bei Videospielen immer erkennen will, schon lange als akzeptabel (im Fall von Gewalt) oder gar positiv (Behandlung schwieriger Themen wie Sexismus oder Rassismus) wahrgenommen: Ein Film zeigt die Leidensgeschichte einer Frau bedrückend realistisch? Ein Buch zeigt eine dystopische Welt voll Sexismus, in der sich die Hauptperson - weiblich - behauptet "wider allem Widerstand"? Bewerft den (Drehbuch- oder Roman-)Author und am Besten alle Beteiligten mit Auszeichnungen! Durchbruch für die Frauenbewegung!

    Ein Videospiel versetzt den Spieler in diese Person (Ciri in Witcher 3)? Sexismus-Debatte! Boykott des Publishers! Alle Spieler dieses Spiels sind Chauvinisten! #Aufschrei usw.

    Warum muss unsere Videospiel-Fiktion eine perfekte Welt zeigen frei von Sexismus, wenn das Ziel doch sein sollte, unsere Realität so weit voranzutreiben, dass DIESE frei von Sexismus ist? Schon mal wer auf die Idee gekommen, dass es hilfreich sein könnte, nicht-betroffene Menschen - Männer - mal in eine Situation, wenn auch virtuell, zu versetzen, wo sie eine Betroffene sind?

  13. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Clown 21.07.15 - 14:42

    Das schlechteste Beispiel in ihren Videos ist mE noch die Szene aus Watch Dogs, die sich heran nimmt um zu zeigen, dass Frauen nur als Objekte "verkauft" werden. Tatsächlich ist die Szene im Spiel absichtlich widerlich und schon fast ekelerregend dargestellt. Zudem muss man als Aiden einen der Auktionsteilnehmer entlarven, um ihn Dingfest zu machen. Also letztlich ist genau das Gegenteil von Sarkeesians Aussage der Fall. Und das zieht sich durch ihre gesamten Beispiele: Die sind immer so dekontextualisiert gewählt, dass tatsächlich der Eindruck entstehen kann, dass sie mit ihrer Grundannahme recht hat. Schaut man sich die Beispiele (oder besser sogar: Ihre Gegenvorschläge) genauer an, bricht ihr Kartenhaus bis in den Keller zusammen.

    If they have to advertise it, you either don't need it or it's crap.

  14. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Clown 21.07.15 - 14:46

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sorry, wenn ein Teil der Gamer sich wegen so einer Lappalie (die noch nicht
    > einmal wirklich Mumpiz ist, nur hat Sarkeesian nicht wirklich
    > wissenschaftlich gearbeitet - andere aber durchaus schon) derart an den
    > Karren gefahren fühlt, dass sie sich in eine Horde sabbernder Hooligans
    > verwandeln, die offen ihre Vergewaltigungsphantasien mit ihr posten, die
    > übelsten diskriminierenden Beleidigungen aus der untersten Schublade
    > hervorholen und offen mit Gewalt drohen - sorry, dann kann man nur zu dem
    > Schluss kommen: Punkt für Sarkeesian, bei einigen Gamern hat sie
    > offensichtlich vollkommen Recht gehabt mit ihren Thesen.

    An der Stelle fehlt ja noch ein wichtiges Detail: Als ich zum ersten Mal ihr erstes Video gesehen hab (das war noch vor der Empörungswelle), verspürte ich den Drang ihre Argumentation sachlich auseinander zu nehmen. Tatsächlich hatte sie aber schon alle Vorkehrungen getroffen einer solchen Diskussion aus dem Weg zu gehen: Überall waren Kommentarfunktionen deaktiviert und auf Anfragen antwortete sie nicht. Ich kann schon nachvollziehen, dass dann einige Leute auf die Palme gehen (womit ich das allerdings nicht verteidigen will, aber ich kanns nachvollziehen).

    If they have to advertise it, you either don't need it or it's crap.

  15. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Clown 21.07.15 - 14:55

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du bist nie Opfer eines Shitstorms solchen Aussmasses gewesen, also maße
    > Dir auch nicht an zu wissen, wie Du in einem solchen Fall reagieren
    > würdest.

    Das ist gar nicht nötig. Andere Youtuber, wie z.B. Amazing Atheist oder auch Thunderf00t haben sich bereits zu dem Thema und wie sie mit solchen (regelmäßigen) Dingen umgehen, geäußert.

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  16. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: theonlyone 21.07.15 - 15:04

    nekooni schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage bleibt dann aber bestehen:
    > Warum eigentlich Videospiele?

    Fokus. Will man ein Thema diskutieren kann man sich schnell in der Breite verlieren.

    Den es kommen schnell die pseudo Argumente "Aber im Land X ist das doch viel schlimmer !" ; oder "Aber in den anderen Medien darf man das !".

    Das rechtfertigt es eben nicht und man verliert den Fokus.

    Bedeutet nicht das solche Vergleiche per se falsch sind, nur sie sind auch nicht brauchbar für eine Diskussion, da sie nichts beitragen außer das Thema zu umgehen, ganz im Sinne von Meta-Fragen , also die Frage nicht zu beantworten, sondern die Frage selbst zu hinterfragen (vermeintlich klever, aber nicht zielführend).

    > In allen anderen Medien werden die "Probleme", die man bei Videospielen
    > immer erkennen will, schon lange als akzeptabel (im Fall von Gewalt) oder
    > gar positiv (Behandlung schwieriger Themen wie Sexismus oder Rassismus)
    > wahrgenommen: Ein Film zeigt die Leidensgeschichte einer Frau bedrückend
    > realistisch? Ein Buch zeigt eine dystopische Welt voll Sexismus, in der
    > sich die Hauptperson - weiblich - behauptet "wider allem Widerstand"?
    > Bewerft den (Drehbuch- oder Roman-)Author und am Besten alle Beteiligten
    > mit Auszeichnungen! Durchbruch für die Frauenbewegung!

    Aus meiner Sicht tun sich Video-Spiele und Filme heute praktisch nichts mehr, der Übergang ist fließend.

    Video-Spiele sind schlichtweg vielseitiger als Filme. Man könnte sogar sagen, Filme sind eine Untergruppe von Video-Spielen , eben Spiele die nur aus Cutszenes bestehen.

    Schwierige Themen per se sind auch nicht verkehrt, man sollte durchaus in der Lage sein alles zu Thematisieren (altersgerecht und nach möglichkeit noch stilvoll).

    > Ein Videospiel versetzt den Spieler in diese Person (Ciri in Witcher 3)?
    > Sexismus-Debatte! Boykott des Publishers! Alle Spieler dieses Spiels sind
    > Chauvinisten! #Aufschrei usw.

    Eine grundlegende Frage ist da eben, was der Effekt ist bei der Kontrolle die man bekommt.

    Wird man einfach nur in die Rolle eines Massenmörders gesteckt ist das eine Sache, würde man in einem Spiel aktiv zum Vergewaltiger (die Porno-Kategorie gibts dann eben auch) , wirds das ganze schon fragwürdiger (in jedem fall ein 18+ Titel).

    Bei Horror-Spielen z.B. ist ein Film immer noch eine barriere mehr die es dem Zuschauer klar macht "das ist ein Film" , kann jederzeit einfach der Situation entgehen. Bei einem Spiel, wenn man selbst handeln muss, kann die Wirkung viel stärker sein, gerade weil man eventuell sich selbst verantwortlich machen kann für das was passiert (Thema Konsequenzen) ; am Ende ist das natürlich alles in der Kontrolle des Entwicklers des Spiels und welche Wirkung erzielt werden soll.

    So oder so, Spiele haben in jedem Fall eine Stärke darin die Sicht verschiedener Personen darzustellen und spürbar zu machen ; großer Pluspunkt.

    > Warum muss unsere Videospiel-Fiktion eine perfekte Welt zeigen frei von
    > Sexismus, wenn das Ziel doch sein sollte, unsere Realität so weit
    > voranzutreiben, dass DIESE frei von Sexismus ist? Schon mal wer auf die
    > Idee gekommen, dass es hilfreich sein könnte, nicht-betroffene Menschen -
    > Männer - mal in eine Situation, wenn auch virtuell, zu versetzen, wo sie
    > eine Betroffene sind?

    Solange der Spieler tatsächlich hinterfragt was er/sie tut und das Spiel anregt darüber nachzudenken ist das eine gute Sache ; gerade RPGs leben ja viel von solchen Moralischen Entscheidungen die auch Konsequenzen mit sich bringen.

    Bei Aktion Spielen ist das eher nicht wichtig, da wird einem der Freiraum gegeben zu machen was man will und es gibt praktisch keine Konsequenzen ; entsprechend wirkt das ganze dann auch komplett fiktional ; das hat dann aber auch das Problem, das die Wirkung durchaus sein kann, wenn man wirklich viel davon konsumiert, das man irgendwann mehr und mehr der Meinung ist, das was man im Spiel sieht, entspricht der Realität (gerade wenn einem die Erfahrungen im echten Leben fehlen, dann sind die Erfahrungen aus dem Spiel der Ersatz).

    Wissenschaftlich auch interessantes thema, aber da gibts zahlreiche in sich widersprüchliche Thesen und Forschungen, von daher kann man hier wohl am ehesten spekulieren und keine allgemein gültige Antwort bringen.

    ----

    Was bei der Sexismus in Spielen Debatte ins Auge springt ist durchaus das Entwickler eingeschränkt sind in ihrer Freiheit und man eben doch vorbelastet ist durch das was man eingeprägt bekommt.

    Weibliche Haupt-Charactere in Spielen sind eben eher die Ausnahme als die Regel und ausgeglichen ist es auch nicht. Das ist eben Fakt, aber per se auch kein handfestes Problem, nur ein Punkt den man mal zur kenntnis nehmen kann und zumindest bei Gelegenheit einlenken kann (das hilft ja schonmal) ; am Ende garnicht so schlecht frischen Wind einzubringen.


    Ob man jetzt "ständig" eine weibliche Prostituierte braucht ist auch nicht immer Zwang. In Witcher 3 hab ich auch männliche gesehen, wenige natürlich, aber immerhin, wenn es halbwegs ins Spiel passt, erhöht das die Vielfalt, sicherlich nicht verkehrt.


    Ich bin ja wirklich nicht der Feminist , aber ich finde es gut, wenn möglichst ein breites Spektrum von Meinungen und Sichtweißen zu sehen ist ; nichts davon ist die absolute Wahrheit, aber einen Funken Wahrheit hat es dann doch.

  17. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: theonlyone 21.07.15 - 15:08

    Clown schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > An der Stelle fehlt ja noch ein wichtiges Detail: Als ich zum ersten Mal
    > ihr erstes Video gesehen hab (das war noch vor der Empörungswelle),
    > verspürte ich den Drang ihre Argumentation sachlich auseinander zu nehmen.
    > Tatsächlich hatte sie aber schon alle Vorkehrungen getroffen einer solchen
    > Diskussion aus dem Weg zu gehen: Überall waren Kommentarfunktionen
    > deaktiviert und auf Anfragen antwortete sie nicht. Ich kann schon
    > nachvollziehen, dass dann einige Leute auf die Palme gehen (womit ich das
    > allerdings nicht verteidigen will, aber ich kanns nachvollziehen).

    Kommentarfunktionen zu deaktivieren / gerade auf Youtube / ist völlig legitim.

    Den 99% der Kommentare sind eben einfach Schwachsinn, ergo kann man darauf verzichten.

    Gerade wenn es absehbar ist, das ein thema hoch kontrovers ist, sollte man die Kommentarfunktion ohnehin abschalten, den da kann garnichts sinnvolles entstehen in der Flut von Bullshit aus allen Richtungen.

    Wer sich "wirklich" damit auseinandersetzen will hat / gerade auf Youtube / ja immer die Möglichkeit einfach selbst ein Video zu machen (das haben auch einige getan) und ihre Meinung kundzutun ; dort dann Kommentare zu erlauben, oder auch nicht.


    Demnach, das ist kein würdiger Kritikpunkt, da musst du dir schon selbst an die Nase fassen.

  18. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: nekooni 22.07.15 - 15:58

    theonlyone schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nekooni schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Ein Videospiel versetzt den Spieler in diese Person (Ciri in Witcher 3)?
    > > Sexismus-Debatte! Boykott des Publishers! Alle Spieler dieses Spiels
    > > sind Chauvinisten! #Aufschrei usw.
    >
    > Eine grundlegende Frage ist da eben, was der Effekt ist bei der Kontrolle
    > die man bekommt.
    >
    > Wird man einfach nur in die Rolle eines Massenmörders gesteckt ist das eine
    > Sache, würde man in einem Spiel aktiv zum Vergewaltiger (die
    > Porno-Kategorie gibts dann eben auch) , wirds das ganze schon fragwürdiger
    > (in jedem fall ein 18+ Titel).
    >

    Ja, aber es ging grade um Fr. Sarkeesian, und ich habe nur meine Meinung zu der Dame erklärt. Fr. Sarkeesian hat kritisiert, dass die vom Spieler gespielte Mit-Hauptfigur sexistischen Anfeindungen ausgesetzt ist im Spiel. Oder um es allgemein zu formulieren: Witcher 3 versetzt einen streckenweise in die "Opferrolle" (Wobei Ciri ja nun nicht hilflos ist.), und das an sich wurde von ihr kritisiert.

    Und "Feminist" zu sein ist nichts Falsches - im Gegenteil: Jeder sollte ein Interesse daran haben, dass Menschen unabhängig vom Geschlecht gleich behandelt werden. Es ist nur leider so, dass es recht lautstarke Personen gibt, die Feminismus nur mit Frauenrechten gleichsetzen und nicht mit Gleichberechtigung der Geschlechter - und sich dann als "Feministen" bezeichnen, was leider nach und nach das "Image" des Begriffs "Feminismus" in den Dreck zieht.

  19. Re: Wieder Sarkeesian als Beispiel?

    Autor: Clown 23.07.15 - 11:46

    theonlyone schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kommentarfunktionen zu deaktivieren / gerade auf Youtube / ist völlig
    > legitim.

    Natürlich ist das legitim. Das ist doch gar nicht der Punkt.

    > Den 99% der Kommentare sind eben einfach Schwachsinn, ergo kann man darauf
    > verzichten.

    Auch das ist nicht der Punkt. Natürlich ist da viel Schwachsinn dabei. Das heißt aber nicht, dass man sich der Diskussion generell verweigern sollte.

    > Gerade wenn es absehbar ist, das ein thema hoch kontrovers ist, sollte man
    > die Kommentarfunktion ohnehin abschalten, den da kann garnichts sinnvolles
    > entstehen in der Flut von Bullshit aus allen Richtungen.

    Beim besten Willen nicht! GERADE wenn ein Thema hochkontrovers ist*, dann SOLLTE ich mich der Diskussion stellen. Allein schon aus dem Grund, weil ich vielleicht grundsätzlich falsch liege. Ich muss halt eben die konstruktiven Beiträge herausfiltern. Das ist sogar die Hauptaufgabe, nachdem man hochkontroverse Behauptungen aufgestellt hat! Einfach nur daherlabern, damit ist es ja nicht getan!

    > Wer sich "wirklich" damit auseinandersetzen will hat / gerade auf Youtube /
    > ja immer die Möglichkeit einfach selbst ein Video zu machen (das haben auch
    > einige getan) und ihre Meinung kundzutun ; dort dann Kommentare zu
    > erlauben, oder auch nicht.
    >
    > Demnach, das ist kein würdiger Kritikpunkt, da musst du dir schon selbst an
    > die Nase fassen.

    Ich glaube, Du hast meinen Text gar nicht vollständig gelesen, denn den wichtigsten Punkt hast Du schlicht außer Acht gelassen:
    > und auf Anfragen antwortete sie nicht
    Wie Du siehst, habe ich mir bereits an die eigene Nase gegriffen und aktiv das Gespräch gesucht. Mehrfach. Über verschiedene Kanäle. Gut, ich hab kein Video gemacht, aber das ist ja auch sinnlos, da ich gerne eine Diskussion führen will und kein monolithisches Video einstellen will, auf die sie erfahrungsgemäß weder eingeht noch antwortet. (Und abgesehen davon will ich meine Fresse auch nicht mehr als nötig im Internet verbreiten ;) )

    Aber zusammenfassend nochmal: Ihr Diskussionsgebahren ist unter aller Sau. GERADE bei solch einem Thema MUSS sie sich der Diskussion stellen. Völlig unabhängig ob der (Anzahl der) Trolle.



    * Das Thema ist ja auch vor allem deshalb hochkontrovers, weil ihre Argumentation auf dekontextualisierten Zusammenfassungen basiert, die mit der Realität nichts gemein haben. Zudem sind ihre Schlüsse *immer* einseitig und prädestiniert, d.h. sie ist mit der Prämisse "wie beweise ich, dass Spiele sexistisch sind" an das Thema gegangen, und nicht "ich sammel jetzt Indizien und Fakten und entscheide dann, ob Spiele sexistisch sind".

    If they have to advertise it, you either don't need it or it's crap.

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