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Noch nie drüber nachgedacht: Ökoblilanz des Finanzsystem

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  1. Noch nie drüber nachgedacht: Ökoblilanz des Finanzsystem

    Autor: Yian 24.04.21 - 08:51

    Mit der Bitcoin-Auseinandersetzung ist mir aufgefallen, dass ich noch nie drüber nachgedacht habe, wie die Ökoblilanz des Finanzsystem ist: Banken, Ministerien, Geldverkehr, oldfashioned Papiergeldherstellung, usw. Wenn schon denn schon sollte das ins Verhältnis gesetzt werden. Sonst wäre es einseitiges Bashing, eine weitere (gähn) Katastrophe (Schneefall, Klima, Irgendwas-demie)

  2. Re: Noch nie drüber nachgedacht: Ökoblilanz des Finanzsystem

    Autor: smonkey 24.04.21 - 09:01

    Eine Bitcoin Transaktion benötigt aktuell umgerechnet* rund 1.000 kwh - nur für das Mining. Mit der gleichen Energiemenge verbucht Visa ca. 800.000 Transaktionen. [1]

    * Allerdings verbraucht Bitcoin den Strom so oder so, unabhängig davon ob und wie viele Transaktionen geschrieben werden. Im ungünstigsten Fall ist der Verbrauch also noch 2.000 mal höher. Nach unten kann der Verbrauch aber nicht mehr groß skalieren, da viel mehr Transaktionen als heute (ca. 5 pro Sekunde - zum Vergleich Visa mehrere Tausend pro Sekunde) technisch nicht möglich sind.

    1) https://www.statista.com/statistics/881541/bitcoin-energy-consumption-transaction-comparison-visa/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.04.21 09:03 durch smonkey.

  3. Re: Noch nie drüber nachgedacht: Ökoblilanz des Finanzsystem

    Autor: RoyalSWiSH 24.04.21 - 10:19

    Der Vergleich ist aber nicht weiter gedacht. Eine Transaktion im Bitcoin Netzwerk kostet aktuell über 20 ¤. Damit werden wir wohl kaum einen Kaffee bezahlen. Reale Bezahlvorgänge im Geschäft sind mit Visa Transaktionen gemeint. Aber vom Konto wird das Geld einmal im Monat abgebucht, also eine Transaktion im Monat. Das ist schon eher mit Bitcoin zu vergleichen. Oder noch besser wenn man Gelder auf Konten hin und her schiebt von einer Bank zu anderen, wird nur der netto Betrag aller Kunden am Ende des Tages oder einer gewissen Zeitperiode verschoben. Also wenn Kunden der Sparkasse zur Commerzbank 100 000 ¤ zahlen und Kunden der Commerzbank zur Sparkasse auch 100 000 ¤ zahlen, passiert nichts, und wenn es 80 000 ¤ sind, werden nur die 20 000 ¤ tatsächlich überwiesen. Wir bekommen davon alles nichts mit, das merken wir nur, wenn man mal eine Auslandsüberweisung macht, wo der reale Betrag auch tatsächlich direkt überwiesen wird und sich nicht nur ein paar Zahlen auf dem Konto ändern, da kostet es auch gleich 20-40 ¤ die Transaktion.

    Bitcoin wird am einer Börse gekauft, dann in größerer Menge einmal in ein Cold Wallet übertragen, diese Transaktion soll in der Blockchain gespeichert werden, also dass ich nachweisen kann ich besitze so und so viel. Danach Bucht man vielleicht einmal im Monat etwas von diesem Geld ab, aber nicht in Form von Bargeld oder Kreditkartenausgleich sondern in das Lightning Netzwerk. Dort werden Transaktionen nicht direkt in die Blockchain geschrieben und die kosten nur wenige Cent. Das werden wir zum bezahlen wie Visa/PayPal/Bargeld benutzen und zwar billiger als Visa jetzt ist mit 1,5 %. Bluewallet und Phoenix App ermöglichen das heute schon. Einmal im Monat oder einmal im Jahr schreibt man dann das Ergebnis tausender Transaktionen als Zwischenstand zurück in die Blockchain.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.04.21 10:21 durch RoyalSWiSH.

  4. Re: Noch nie drüber nachgedacht: Ökoblilanz des Finanzsystem

    Autor: smonkey 24.04.21 - 13:17

    Ein 2nd Layer mag das Problem mit der Blockgröße lösen, nicht aber den exorbitanten Energiebedarf.

  5. Re: Noch nie drüber nachgedacht: Ökoblilanz des Finanzsystem

    Autor: Emulex 25.04.21 - 07:09

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > * Allerdings verbraucht Bitcoin den Strom so oder so, unabhängig davon ob
    > und wie viele Transaktionen geschrieben werden. Im ungünstigsten Fall ist
    > der Verbrauch also noch 2.000 mal höher. Nach unten kann der Verbrauch aber
    > nicht mehr groß skalieren, da viel mehr Transaktionen als heute (ca. 5 pro
    > Sekunde - zum Vergleich Visa mehrere Tausend pro Sekunde) technisch nicht
    > möglich sind.
    >

    5 pro Sekunde, also 18.000 pro Stunde, 432.000 pro Tag, knapp 158mio im Jahr.
    Man könnte also beim aktuellen Gesamtwert von gut 1 Billion Dollar nur mit durchschnittlich 70000$-Transaktionen in etwa das jährliche Volumen von allein Visa erreichen.
    Die Zahlen von Visa 2018 waren 120 Mrd Transaktionen (also mal fast das 1000fache) mit einem Gesamtwert von über 11 Billionen Dollar.

    Wer jetzt noch nicht kapiert hat, dass Bitcoin als Währung ein Witz ist, der wird es auch nichtmehr.
    Das Ding wird derart kollabieren...

  6. Re: Noch nie drüber nachgedacht: Ökoblilanz des Finanzsystem

    Autor: Dakkaron 25.04.21 - 13:49

    Yian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit der Bitcoin-Auseinandersetzung ist mir aufgefallen, dass ich noch nie
    > drüber nachgedacht habe, wie die Ökoblilanz des Finanzsystem ist: Banken,
    > Ministerien, Geldverkehr, oldfashioned Papiergeldherstellung, usw. Wenn
    > schon denn schon sollte das ins Verhältnis gesetzt werden. Sonst wäre es
    > einseitiges Bashing, eine weitere (gähn) Katastrophe (Schneefall, Klima,
    > Irgendwas-demie)

    Es wurde schon oft über den Vergleich diskutiert. Hier gibt es einen Artikel von 2018 (https://medium.com/@zodhyatech/which-consumes-more-power-banks-or-bitcoins-8302750fe2bc), der für Banken (Filialen+Rechenzentren+Bankomaten) auf rund 140 TWh/Jahr kommt.

    Hier (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Forscherin-Energieverbrauch-des-Bitcoin-ist-kein-Grund-zur-Sorge-4143075.html) gibt es einen Artikel, auch von 2018, der auf 100 TWh/Jahr kommt.

    Hab für Banken nichts Neueres gefunden, aber ich tippe, der Wert wird jetzt immer noch ähnlich sein, weil sich nicht viel geändert hat.

    Überschlagen wir groß und sagen, alles in allem wird das Finanzsystem (exclusive Crypto) nicht mehr als 200 TWh/Jahr brauchen.


    Bitcoin allein ist in der Zwischenzeit von 30 TWh/Jahr in 2018 auf rund 130 TWh/Jahr gestiegen. Das ist auch nur Bitcoin, keine anderen Crypto Coins. Es ist auch kein wirkliches Ende des Wachstums in Sicht.

    Das wiederum liegt daran, dass es sich auszahlt, mehr Strom rein zu stecken, solange der Preis des verbrauchten Stroms unter dem Wert der erminten Bitcoin liegt. Der aktuelle jährliche Reward von Bitcoin liegt bei umgerechnet ¤13.4 Milliarden. Der Preis des verbrauchten Stroms liegt aktuell (@¤0.1/kwh, gängiger Industriestrompreis) bei rund ¤13 Milliarden. Und je weiter der Bitcoin-Preis steigt, desto weiter wird der Stromverbrauch steigen.



    Jetzt wo wir geklärt haben, das Bitcoin aktuell ähnlich viel Strom verbraucht wie das gesamte Bankensystem der Welt kann man vergleichen, was man dafür bekommt.

    Bitcoin gibt eine extrem limitierte Anzahl an Transaktionen pro Minute. Einen lächerlichen Bruchteil von dem, was über das Bankensystem und Bargeld abgewickelt wird. Als Währung ist Bitcoin komplett unbrauchbar.

    Der einzige funktionierende Use Case für Bitcoin ist die Risikoanlage. Und Risikoanlagen gibt es im Finanzsystem mehr als genug. Manche davon bringen sogar irgendwem was. Brauchen wir keine Weiteren.

    Es ist also nicht möglich für Bitcoin irgendwas am Finanzsystem zu ersetzen, es ist also nur ein riesiger, zusätzlicher Stromverbrauch. Also ja, die Kritik ist absolut berechtigt.

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