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Böse Anwohner
Autor: UmstrittenerNutzer 23.02.22 - 08:13
"Die Polizei sperrte den Platz Leidseplein ab, Anwohner machten jedoch über Twitter Bilder von der Geiselnahme öffentlich"
Ich verstehe auch nicht, warum die das tun mussten.
Keiner hätte von der Sache erfahren und das Ganze hätte absolut ruhig und ohne effektheischende weltweite Aufmerksamkeit ablaufen können.
Wenn... ja, wenn es diese blöden und bösen Anwohner nicht gegeben hätte. Die ja alle einen Zeitungsverlag hinter sich haben. Die ja alle Reichweite von Millionen haben. Die ja dann Kamerateams hingeschickt haben und direkt wieder Parallelen zu Islamisten ziehen konnten.
Blöde, böse Anwohner.
Warum waren keine Journalisten zugegeben, die wissen, mit welcher Sorgfalt man einer Geiselnahme begegnen muss?
Oh wait...
Falls jemand fragt:
Ich kritisiere, dass dieser Satz dort steht, als wäre der Fall damit abgeschlossen.
In einem unprofessionellen Blog oder bei einem Youtuber kein Problem. Die gehören nicht zur vierten Macht im Staate mit Anspruch an notwendigen "Qualitätsjournalismus".
Aber Golem steht mit in der ersten Reihe, wenn es darum geht auf andere zu zeigen, genüsslich jede Folge einer Handlung zu rezipieren und darauf hinzuweisen, wie falsch es war. Egal ob es um die "Master"-Diskussion geht oder um eine einfache Pressemittteilung.
Ich wünsche mir ganz einfach Kritik gegenüber der eigenen und den anderen Redaktionen.
"Diese einzelnen Bilder ermöglichten Medien vor Ort und weltweit eine minütliche und umfangreiche Berichterstattung. Ob diese bei der Lösung geholfen haben, oder überhaupt notwendig war, darf bezweifelt werden."
Wäre doch nicht so schwer, oder sind alle eine große Familie, wo es Hemmschwellen gibt? -
Re: Böse Anwohner
Autor: minnime 23.02.22 - 09:54
Wir sind doch nicht mehr in der DDR wo Verbrechen allgemein vertuscht und runtergespielt wurden. Es gibt ein öffentliches Interesse zu erfahren wenn so etwas passiert und das halte ich durchaus für legitim.
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Re: Böse Anwohner
Autor: Esquilax 23.02.22 - 10:25
Man muss ja nicht gleich vertuschen, aber manchmal reicht halt auch die Meldung hinterher und man muss nicht live dabei sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnahme_von_Gladbeck -
Re: Böse Anwohner
Autor: thecrew 23.02.22 - 10:55
minnime schrieb:
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> Wir sind doch nicht mehr in der DDR wo Verbrechen allgemein vertuscht und
> runtergespielt wurden. Es gibt ein öffentliches Interesse zu erfahren wenn
> so etwas passiert und das halte ich durchaus für legitim.
Und genau deswegen hat man den Eindruck heute passiert mehr als früher. ;-)
Bestes Beispiel sind für mich die tollen Prügelleien in den 90ern. Früher war das nicht mal ne Schlagzeile in der Lokalzeitung wert, wenn am Wochenende mal wieder 50 Leute ne Auseinandersetzung auf einer Party hatten. Selbst dann nicht wenn 10 Polizeiwagen und 4 Krankenwagen kommen mussten.
Heute würde die Schalgzeile auf Socialmedia lauten. 15 Leute halb totgeprügelt, es wird immer schlimmer. Dazu gibts dann 10 Smartphonevideos und hunderte Fotos. Und 2-3 Reviews auf Youtube. "Ich war dabei.. und es war schrecklich"....
Das ist die Welt heute.



