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Ist Spenden noch angemessen?

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  1. Ist Spenden noch angemessen?

    Autor: spambox 27.02.19 - 10:55

    Ich habe den Eindruck, der Laden steckt bis zur Oberkante voll mit Geld. Trotzem wird immer wieder um Spenden gebeten und da ich Wikipedia täglich nutze, habe ich bislang immer mal 'nen 5er springen lassen. Wie ist hier so der Kanon bzgl. dieser Firma?

    #sb

  2. Re: Ist Spenden noch angemessen?

    Autor: AllDayPiano 27.02.19 - 11:52

    Du meinst wohl "Tenor" xD

    Ich habe mittlerweile sehr kritische Berichte über die Spendenpraxis der Wikimedia gelesen. Inzwischen wird ja enorm penetrant um Spenden gebettelt - da könnte sich so mancher Straßenbettler noch ne Scheibe von abschneiden.

    Die Frage ist halt, ob die enormen Ausgaben, die WM inzwischen hat, überhaupt gerechtfertigt sind. Klar, das CMS ist aufwändig und bedarf viel Personalaufwand. Und auch die Geschäftsleitung hat einiges zu tun.

    Mit knapp 2 Mio. Euro pro Jahr alleine in Deutschland ist die Verwaltung der teuerste Posten. Die Muttergesellschaft Wikimedia sitzt inzwischen auf über 90 Mio. Dollar und möchte die nächste Spendenrunde mit 20 Mio. Dollar-Ziel starten.

    Nur in Deutschland sind knapp 1/2 Mio. Euro für die "Verbesserung des Verhältnisses mit der Community" - d.h. Spaßveranstaltungen - reserviert.

    Ob solche Barreserven gerechtfertigt sind, kann jeder selbst überlegen.

    Ich für meinen Teil spende nicht mehr. Wikipedia macht viel - auch abseits der Enzyklopädie - das es zu fördern gilt. Aber Geld ist aktuell genug da.

  3. Re: Ist Spenden noch angemessen?

    Autor: jones1024 27.02.19 - 12:48

    Die Wikimedia Foundation muss unbedingt dafür sorgen, dass die Wikipedia wieder ein neutrales Nachschlagewerk wird. Die selbst aufgestellten Regeln werden bei bestimmten Themengebieten von Nutzern und Administratoren ignoriert, bzw. in eigener Sache/Ansicht ausgelegt. Autoren, welche eine neutrale Sicht fordern, werden teils brutal "weggebissen", durch z.B. Sperrung oder kompletten Ausschluss.

    Eine Enzyklopädie hat unter allen Umständen neutral zu sein und darf nicht die politischen Ansichten der Autoren widergeben. Insbesondere fließt die transatlantische Weltanschauung in dieses Nachschlagewerk ein und hat den Zweck die westlichen Staaten zusammenzuhalten/an die USA zu binden und die marktradikale Sichtweise als einzig mögliche Wirtschaftsform zu festigen. Alle Kräfte, welche dieses Weltbild gefährden, werden in dem Nachschlagewerk Wikipedia geschädigt.

    Jimmy Wales - der Gründer der Wikimedia Foundation - tolleriert zumindest dieses (für Wikipedia rufschädigende) Verhalten einiger Nutzer. Jeder muss sich dazu natürlich seine eigenen Gedanken machen und entscheiden, ob er für diese Sache Geld spenden möchte.

    Nachtrag: Wenn ich so über dieses Spenden/Gemeinnützigkeitsmodell so nachdenke, stellt sich mir die Frage, ob dies nicht einfach eine Tarnung ist. Denn das (bei bestimmten Themen) durchzogene Propagandawerkzeug Wikipedia funktioniert (als reputable Zitierhilfe) so gut und ist so wichtig, dass es natürlich auch komplett ohne Spenden seine Geldgeber finden würde. Dies allerdings würde offenbaren, welch Geistes Kind dieses Nachschlagewerk ist.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.02.19 13:01 durch jones1024.

  4. Re: Ist Spenden noch angemessen?

    Autor: brotiger 27.02.19 - 13:29

    Im Kern sind die einzige noch existierende Verbindung zwischen Wikimedia und Wikipedia, sowohl international als auch beim deutschen Verein, die Werbebanner. Fast nichts von dem, was Foundation und der deutsche Verein so das ganze Jahr über tun, ist für die Wikipedia von nennenswertem Nutzen. Da werden Millionen und Abermillionen für Personal oder wenig relevante Konferenzen/Events verbrannt oder einfach auf Bankkonten angehäuft, während man die Projekte sich selbst überlässt.

    2017 wurden vom deutschen e.V. 230.000 ¤ alleine für die Gewinnung neuer Wikipedia-Bearbeiter ausgegeben. Bilanz: "1.531 Menschen haben sich aufgrund unserer Bannerkampagnen ein Benutzerkonto in der Wikipedia angelegt, 334 von ihnen haben auch erfolgreich begonnen, in der Wikipedia Artikel zu bearbeiten". Das waren umgerechnet 688 ¤ pro angeworbenem Autor. Man hätte mit dem Geld also auch einfach ca. 100 400-Euro-Kräfte das ganze Jahr 2017 lang fürs Mitmachen bezahlen können, das wäre *deutlich* effizienter gewesen.

    1,2 Millionen Euro flossen in die Unterstützung von 5.844 Freiwilligen, hauptsächlich in die Organisation von Veranstaltungen und Erstattung von Hotel- und Reisekosten. Immerhin "nur" 203 Euro pro Person.

    1,8 Millionen Euro flossen in das Thema "Wikidata ausbauen und MediaWiki weiterentwickeln". Gut, Wikidata hat massiv zugelegt und könnte das Autorenproblem der Wikipedia lindern, aber die Informationen in Wikidata sind halt ohne entsprechende Verknüpfungen in der Wikipedia wertlos. Und die fehlen weiterhin, weil es keine Autoren mehr gibt. Schönes Henne-Ei-Problem. Dass im Bereich "MediaWiki weiterentwickeln" nichts passiert ist, wissen wir alle, da stagniert die Situation seit Jahren. In den "Digital-O-Mat", ein mir völlig unbekanntes Angebot, floss eine weitere halbe Million Euro. Für eine Webseite, welche ein Student wirklich ohne jeden Scherz innerhalb von drei Wochen basteln kann.

    Zum Vergleich auch noch die aktuelle Personalverteilung beim Wikimedia e.V:

    - 100 hauptamtliche Angestellte
    - Ein Geschäftsführer, fünf weitere Vorstände
    - Unzählige "Referenten", "Projektmanager", "Bereichsleiter" und "Produktmanager"
    - 21 Personen Engineering/Softwareentwicklung, plus 4 Personen Interne IT
    - 13 Personen "Ideenförderung"
    - 11 Personen Fundraising
    - 8 Personen Rechtsabteilung
    - 6 Personen Kommunikationsabteilung, zusätzlich 5 Personen "Community-Kommunikation"
    - 5 Personen Eventmanagement
    - 4 Personen Officemanagement

    Keine einzige der 100 Personen ist konkret für die Inhalte der Wikipedia zuständig. Nicht eine. Es gibt keine hauptamtlichen Administratoren, Sichter, Qualitätswächter oder Autoren. Aber drei Personen haben ein "Wikidata" im Titel.

    Ob man einen solchen Verein unterstützen sollte, muss jeder selbst entscheiden.

  5. Re: Ist Spenden noch angemessen?

    Autor: AllDayPiano 27.02.19 - 14:30

    Da ist was wahres dran. Es gibt aktuell auch eine ziemlich miese Diffamierungskampagne gegen einige Personen auf Wikipedia. Vor allem wer sich israelkritisch äußert, wird gelöscht, beleidigt oder durch die Supermoderatoren optimiert.

    Aktuell läuft eine Klage gegen einen Autor. Es geht dabei darum, dass Netzaktivisten den Namen des Autors aufdecken wollen, der sich ganz offensichtlich massiv pro Judentum und pro Israel positioniert, und keine andere Meinung als diese erlaubt.

    Wikipedia hat einen Kern aus 80 "hauptehrenamtlichen" Autoren im Bereich politische Bildung. Was deren Arbeit für viele Lobbygruppen wert ist, kann man nur erahnen. Die Tatsache, dass so radikal gelöscht, korrigiert und kontrolliert gegen jegliche abweichende Meinung vorgeht, spricht definitiv NICHT für Wikipedia.

    In politischen Belangen würde ich definitiv die Finger von Wikipedia lassen. Es wird längst instrumentalisiert um die Meinungsbildung zu lenken. Nicht zwangsläufig, weil da eine ominöse Macht dahinter steht, sondern weil diese Richtung durch Wikimedia gerne gesehen wird, und ein paar wenige Spinner sich selbst verwirklichen können. Unabhängig geht ganz anders.

  6. Re: Ist Spenden noch angemessen?

    Autor: jones1024 27.02.19 - 16:03

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Aktuell läuft eine Klage gegen einen Autor. Es geht dabei darum, dass
    > Netzaktivisten den Namen des Autors aufdecken wollen, der sich ganz
    > offensichtlich massiv pro Judentum und pro Israel positioniert, und keine
    > andere Meinung als diese erlaubt.

    Ich glaube, ich muss mal etwas dazu sagen. Niemand (ich spreche jetzt von mir) hat etwas gegen den jüdenschen Glauben bzw. gegen das Judentum. Dies hat nichts, ich wiederhole, nichts mit der israelischen Politik zu tun. Deshalb finde ich es umso verwerflicher, wenn jemand (ob Jude oder nicht) das Judentum dazu nutzt, Isarael-kritische Stimmen zu diffamieren. Antisemitismus ist eine schlimme Sache und muss bekämpft werden. Wenn aber Antisemitismus als Stigma an politsch Andersdenkende verteilt wird, fördert das echten Antisemitismus.

  7. Re: Ist Spenden noch angemessen?

    Autor: AllDayPiano 28.02.19 - 08:35

    Bei dem Autor handelt es sich mutmaßlich um einen Konvertiten. Menschen, die zu einem Glauben konvertieren, neigen zu einer radikaleren Auslegung und Ausübung.

    Insgesamt *muss* eine Plattform wie Wikipedia frei von jeglicher politiver und konfessioneller Wertung sein. Es geht um die Vermittlung von Wissen.

    Ein Artikel darf durchaus auch kritisch sein, aber dann muss er in sich neutral, d.h. auch mit Darstellung der Gegenseite, sein und das Gesamtbild ausgewogen bleiben.

    Gerade beim Thema Israel gibt es zwei sehr differnzierte Grundmeinungen. Wer schlussendlich recht hat, weiß eigentlich niemand so richtig, was diesen Konflikt so schwer zu bewerten macht. Die Politik Großbrittaniens hat da sicherlich viel Öl ins Feuer gegossen, aber das ist mittlerweile auch schon jahrzehnte her.

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