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Wieso braucht es eine neue Steuer?

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  1. Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: lennartc 20.06.18 - 14:01

    Dass Unternehmen Gewinne in dem Land versteuern sollten, in dem sie sie generieren, halte ich durchaus für sinnvoll. Aber wieso braucht es dazu eine neue Steuer und nicht einfach eine Anpassung der bereits existierenden Steuergesetze?
    So erweckt es eher den Eindruck als wolle man mit dieser "Digitalsteuer" unbemerkt noch weitere Steuern einführen...

  2. Re: Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: b.mey 20.06.18 - 14:15

    Effektiv generieren die Unternehmen in Europa keinen oder nur sehr wenig Gewinn. Die Gewinne fließen intern über Tochtergesellschaften, Leasing und Dienstleistungsverträge untereinander vor allem in die Teile des Konzerns, die in Ländern liegen, in denen die Steuern auf Gewinne entsprechend niedrig ausfallen. Und das wird auch immer so bleiben in einem globalisierten Markt.

    Deshalb sind kreative Ansätze zum finden von alternativen Grundlagen zur Berechnung einer Steuer hier sinnvoll und richtig. Man darf nicht vergessen, dass diese Unternehmen durch ihre Refinanzierungsstrategie der Nutzerprofilorientierten Werbevermittlung effektiv keine zahlende Kundschaft in Form ihrer Nutzer hier haben, die aber dennoch unmittlaber zur Umsatz- und Gewinnsteigerung des Unternehmens durch Nutzung der Dienste und Bereitstellung der Daten beitragen. Das ist eine komplizierte Rahmensituation für auf Gewinn und Verlust ausgelegte Steuermodelle in einer digital vernetzten globalisierten Welt.

    Daher finde ich den Ansatz eine Alternative besteuerung für genau diese Geschäftsmodelle zu suchen und in der EU zu etablieren sinnvoll, richtig und fair. Unternehmen die ihren gesamten Gewinn bereits in der EU versteuern könnte man besonders in so einem Steuermodell berücksichtigen. So das es letztlich egal ist, ob nun Gewerbesteuer oder diese neue Steuer gezahlt wird, weil sie miteinander verrechnet werden können.

  3. Re: Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: blub19 20.06.18 - 14:16

    damit nicht die anderen Länder anfangen das direkt zu kopieren und die lokalen gewinne von VW, BMW und Mercedes lokal zu versteuern. Das soll schön in Deutschland (nicht) geschehen.

    Ja. Man kann den Firmen natürlich erlauben, das die so gezahlte Steuer von der Körperschaftssteuer abzusetzen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.06.18 14:18 durch blub19.

  4. Re: Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: b.mey 20.06.18 - 14:20

    Nur das deutsche Automobilkonzerne bereits in vielen Ländern Fabriken und Standorte aufgebaut haben und somit auch in diesen Ländern aktiv and er regionalen Wertschöpfung und Besteuerung teilnehmen und bei deren Verkäufen Umsatzsteuer unmittelbar fließt, da Privatkunden Geld für die Waren und Dienstleistungen zahlen.

    Europäische Dienstleistungen die nach dem gleichen Refinanzierungsschema ablaufen wie Facebook und Google (personifizierte Werbung für vermeintlich kostenlose Dienstleistungen) können ruhig auch in allen anderen Ländern nach einem vergleichbaren Modell versteuert werden, fände ich gut und nachvollziehbar.

  5. Re: Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: lennartc 20.06.18 - 14:40

    b.mey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Effektiv generieren die Unternehmen in Europa keinen oder nur sehr wenig
    > Gewinn. Die Gewinne fließen intern über Tochtergesellschaften, Leasing und
    > Dienstleistungsverträge untereinander vor allem in die Teile des Konzerns,
    > die in Ländern liegen, in denen die Steuern auf Gewinne entsprechend
    > niedrig ausfallen. Und das wird auch immer so bleiben in einem
    > globalisierten Markt.
    > [...]
    > Das ist eine komplizierte
    > Rahmensituation für auf Gewinn und Verlust ausgelegte Steuermodelle in
    > einer digital vernetzten globalisierten Welt.

    Dass es nicht ganz so einfach ist, habe ich mir schon gedacht. Allerdings ist es ja trotzdem relativ einfach ersichtlich, wie viel Gewinn ein Unternehmen im jeweiligen Land gemacht hat. Wenn dieser Gewinn jetzt künstlich durch irgendwelche Lizenzgebühren an Tochterunternehmen im Ausland geschmälert wird, soll man halt gesetzlich einführen, dass diese Gebühren dann im gleichen Land versteuert werden müssen, in dem die Muttergesellschaft ihren Gewinn damit vermindert hat.
    Also mir geht es tatsächlich nur um die Besteuerung der Gewinne. Einen nicht vorhandenen Geldfluss zu besteuern, wie es bei kostenlosen Angeboten, wie denen von Google, hier anscheinend angestrebt wird, finde ich falsch: Wenn A kein Geld an B zahlt, dann kann B auch dem Staat keine Steuern zu dieser Transaktion zahlen, sonst müsste B ja etwas bezahlen, was er gar nicht hat.
    Wenn B dann mithilfe der Daten von A einen Gewinn generiert, dann sollte dieser halt in dem Land versteuert werden, in dem A lebt.
    Aber dass Gewinne versteuert werden müssen, ist ja nichts neues und dazu braucht es doch auch keine neue Steuer. Man muss nur die bestehenden Gesetze so ändern, dass es eben keine Umgehungsmöglichkeiten mehr für große Konzerne gibt, denn genau das ist ja das unfaire: Kleine Unternehmen haben eine Niederlassung irgendwo in Deutschland und müssen dort ganz normal ihre Gewinne versteuern - große Unternehmen haben etliche Tochtergesellschaften in allen Ländern und eine davon in BeNeLux, die im Jahr Milliarden Lizenzgebühren von allen anderen einnimmt, die kaum versteuert werden müssen, während die anderen Gesellschaften auf dem Papier keinen Gewinn machen.

  6. Re: Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: knabba 20.06.18 - 14:57

    Weil es mit dem "europäischen" Geist oder der "europäischen" Solidarität nicht weit her ist. Jeder holt für sich das Beste raus und so gestalten Länder ihre Steuergesetze so, dass alle Gewinne der 500 Eu-Bürger bei ihnen für 0,x-1% versteuert werden.

    Durch die Einnahmen von dem Umsatz von 500 Millionen bleibt da einiges hängen. Dänemark deckt so einen signifikanten Teil ihrer Staatsausgaben. 1% von 500 Millionen ist eben mehr 25% von 6 Millionen Dänen.

  7. Re: Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: 0xDEADC0DE 20.06.18 - 15:45

    Ist es nicht ein wenig naiv Google, Facebook & Co als "kostenlos" zu betrachten?

    Sie generieren zwar nicht direkt mit ihren Angeboten (Suchmaschine, etc) Geld, sondern mit den Daten, die sie verkaufen und das in einer Größenordnung, die absurd ist. Ich darf an den Whatsapp-Kauf erinnern...

    Das ist eine Hintertür, die natürlich Steuern unterschlägt.

    Andererseits jammert Trump über die europäischen Export-Überschüsse, ignoriert aber das Geld, dass sie selbst mit digitalen Dienstleistungen erwirtschaften. Laut Exporten ist das sogar höher als das von Trump kritisierte Export-Geschäft der Europäer.

    Aber kommen wir zur Hintertür zurück: Wer schlau ist, verschenkt heutzutage Autos & Co., baut aber Systeme ein, die personenbezogene Daten erheben und für Werbezwecke an 3. weitergeben. Man verdient dann zwar am Fahrzeug selbst nichts, aber da es irgendwo immer blöde gibt, die meinen man müsse Werbung personalisieren, dann nimmt man unterm Strich sicher doch mehr ein.

    Schön ist übrigens auch, dass die Werbeindustrie die Ausgaben teilweise wieder reinholt, indem sie z. B. Produktpreise je nach Häufigkeit des Aufrufens, der Mondphase oder ob die Lombardi mal wieder Herzschmerz hat oder nicht, anpasst.

    Wir werden verarscht, von allen möglichen Seiten.

  8. Re: Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: b.mey 20.06.18 - 16:02

    Eine kleine Richtigstellung: Zumindest Google verkauft keine Daten an Dritte. Sie bieten Privatpersonen gebürenfreie (und praktische, daher beliebte) Dienste an, sofern diese Privatpersonen damit einverstanden sind, das die bei der Nutzung der Dienste entstehenden personenbezogenen Daten (i.d.R. Interessen) der Nutzer von Google weiterverarbeitet werden dürfen. Aus dieser Datenverarbeitung generiert dann Google weitere Dienstleistungen für Unternehmenskunden. Diese wiederum können Google weitreichende Parameter mitteilen, welche Zielgruppen ihre Werbung sehen soll, bzw. wen die Werbung interessieren könnte. Google ist daher permanent Herr der strukturierten (=profilisierten) personenbezogenen Daten, kein Dritter kann diese sehen, verarbeiten oder verändern. Google bietet daher nur Dienstleistungen an, keine Daten. Die häufig getätigte pauschale Aussage: Google verkauft die Daten weiter ist daher falsch oder zumindest so unpräziese, dasse sie Missverständnisse fördert.

    Bei Facebook ist das bzgl. der Werbeanzeigen genauso. Allerdings verkauft Facebook zusätzlich auch direkt Daten von ihren Nutzern, nämlich über die App und Addon Entwickler, welche die Plattform nutzen dürfen um eigene Software innerhalb von Facebook anzubieten. Dazu ist die Datensicherheit und die IT-Sicherheit bei Facebook bedeutend schlechter organisiert als bei Google. Daher gibt es auch immer mehr (Daten-)Skandale von Facebook aber bisher noch kein wirklicher von Google.

    Auf die Gefahr hin als Google Fanboy verschriehen zu werden: Google ist bzgl. fortschrittlicher IT Security mit am weitesten vorne. Ihre Konzepte zu AppSecurity sind weit fortgeschritten. Daher empfinde ich persönlich das Anvertrauen von ausgewählten persönlichen Daten an Google als weniger vertrauenswürdiger wie z.B. an Facebook. Dennoch empfinde ich das Prinzip der alternativlosen "Bezahlung" einer Dienstleistung durch weitergehende Datenverarbeitungserlaubnis als eher hässliches Geschäftsmodell. Ich nutze daher auch primär gSuite und zahle entsprechend dafür, dass meine Daten dort zwar durch die Technologie von Google geschützt werden, aber eben nicht weitergehend zur profilisierung verarbeitet werden.

  9. Re: Wieso braucht es eine neue Steuer?

    Autor: goto10 21.06.18 - 09:48

    lennartc schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So erweckt es eher den Eindruck als wolle man mit dieser "Digitalsteuer"
    > unbemerkt noch weitere Steuern einführen...

    Dann täuscht dich dein Eindruck nicht. ;-)

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