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Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

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  1. Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: Hanmac 05.01.21 - 14:05

    Wenn jede Schule ihren eigenen Jabber Server hätte dann gäbe es auch nicht solche Überlastungen

  2. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: Korbeyn 05.01.21 - 14:42

    Genau. Und wer macht das, und warum muss das jede Schule für sich machen? Und mit Jabber ist es dann getan, oder wie muss man sich das vorstellen?

  3. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: Oktavian 05.01.21 - 15:18

    > Wenn jede Schule ihren eigenen Jabber Server hätte dann gäbe es auch nicht
    > solche Überlastungen

    Wenn man nur einen Hammer kennt, wird jedes Problem zum Nagel.

  4. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: kayozz 05.01.21 - 16:48

    Hanmac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn jede Schule ihren eigenen Jabber Server hätte dann gäbe es auch nicht
    > solche Überlastungen

    Als das mit Corona anfing war der erste Ansatz der Schule unserer Tochter Nextcloud.

    Fand ich eine gute Idee, Dateiablage, Chat, Aufgaben, Videokonferenzen mit Backend (damals noch in der Enterprise-Version, mittlerweile in der Open Source) etc.

    Leider schlecht umgesetzt

    * Interne Konten für die Schüler (Passwort vergessen, per E-Mail zusenden geht nicht)
    * Ständige Abbrüche wegen mangelnder Performance
    * Fehlendes Berechtigungskonzept (Aufgaben wurden durch den ersten Schüler verschoben oder direkt bearbeitet, so hatten die anderen die Lösung schon)
    * Lehrer haben das nur zum Teil genutzt und lieber Aufgaben per Mail verschickt

    Das Problem ist

    * Schule mangelt es an Kompetenz, Hardware, Anbindung
    * Schule will sich aber nicht helfen lassen (gäbe genug Eltern, die das vernünftig aufsetzen könnten)
    * Fehlende Schulung
    * Lehrer die selber Vorpreschen und aktiv mit einem neuen System arbeiten werden von anderen Lehrern, die darauf warten geschult zu werden und auf eine Anweisung, wie man das nutzen soll warten, werden, böse angeguckt.

    Mittlerweile ist Teams im Einsatz wird aber genau so wenig genutzt. Eigentlich schade.

    Lange Rede kurzer Sinn: Da hilft auch kein Jabber.

  5. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: Oktavian 05.01.21 - 19:57

    > Als das mit Corona anfing war der erste Ansatz der Schule unserer Tochter
    > Nextcloud.

    Und hier ist schon jedem klar, das kann nicht gehen, selbst wenn alles nach Plan geht. Der Plan ist halt Kacke.

    > * Schule mangelt es an Kompetenz, Hardware, Anbindung

    Woher sollen sie es auch haben? Sie sollen Kinder unterrichten, keine IT-Infrastruktur konzeptionieren, aufbauen, betreiben. Sie haben weder das Material noch das Potential noch das Wissen.

    > * Schule will sich aber nicht helfen lassen (gäbe genug Eltern, die das
    > vernünftig aufsetzen könnten)

    Nein, gäbe es nicht. Es gäbe ein paar Eltern, die initial etwas hinbasteln würden. Das notwendige Material haben sie natürlich auch nicht. Dann verlieren sie nach zwei Wochen die Lust, die nächsten wollen es aber wieder ganz anders. Niemand leitet es langfristig, keiner hat nen Plan. Und schon gar nicht hat jemand Lust, das Ergebnis über Wochen und Monate zu betreiben und zu supporten. Mal aufbauen und basteln ist ja okay, aber das hilft nichts, wenn es dann verrottet.

    > * Fehlende Schulung

    Wofür auch, es ist ja was selbstgebasteltes. Wer soll das auch noch schulen? Wer soll ich ein zielgruppengerechten Schulungskonzept ausdenken, Schulungen ausarbeiten und halten? Ach ja, und nebenbei noch Kinder unterrichten.

    > * Lehrer die selber Vorpreschen und aktiv mit einem neuen System arbeiten
    > werden von anderen Lehrern, die darauf warten geschult zu werden und auf
    > eine Anweisung, wie man das nutzen soll warten, werden, böse angeguckt.

    Natürlich, kann ich auch verstehen. Denn sowas artet meist (wie bei euch auch) in Aktionismus aus, der nichts bringt und eher hindert. Und man bekommt, wenn man es dann benutzt, auch noch den Ärger der Eltern und der Aufsichtsbehörden ab. Gern genommen ist dann als Vorwand der Datenschutz.

    > Mittlerweile ist Teams im Einsatz wird aber genau so wenig genutzt.
    > Eigentlich schade.

    Bei meinen Kindern ist es Google Classroom. Es wird erstaunlich gut angenommen und funktioniert weitgehend unauffällig.

  6. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: DrBernd 05.01.21 - 22:51

    Hanmac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn jede Schule ihren eigenen Jabber Server hätte dann gäbe es auch nicht
    > solche Überlastungen

    Administrierst du das und stellst die Leitung? An beidem fehlt es Schulen in der Regel. Da hilft heiße Luft auch nicht viel.

  7. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: 486dx4-160 05.01.21 - 23:38

    Hanmac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn jede Schule ihren eigenen Jabber Server hätte dann gäbe es auch nicht
    > solche Überlastungen


    Jabber ist super für für Chats, Videotelefonie, Gruppen und Dateien hin- und herschieben, aber Moodle ist was anderes.

    Und: Man kann man auch Jabber-Server mangelhaft konfigurieren/absichern. Man kriegt alles kaputt wenn man will oder im Kultusministerium sitzt.

  8. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: robinx999 06.01.21 - 07:58

    Klar die verschlafene IT bekommt man nicht mal eben schnell wieder Fit. Klar man kann Dinge wie Nextcloud, Big Blue Button und auch E-Mail Konten für die Schüler recht Problemlos an ein LDAP Server anbinden (von mir aus auch ein Active Directory), so dass die Schüler einen Zentralen Zugang haben und dieser auch im Zweifelsfall leicht global für alles zurückgesetzt werden kann, so etwas sollte man aber natürlich planen und so etwas hätte es schon länger geben müssen.
    Ob das jetzt aber jede Schule selber machen muss ist sicherlich eine Frage, da wir ja insbesondere zu Wenige Leute haben die dies Managen können und wo sollen die Server stehen direkt in der Schule? Wenn ja wie ist die angebunden in irgendeinem Rechenzentrum? Hier könnten evtl. die Stadtverwaltungen helfen diese Betreiben ja oft schon Server für die Städte / Kreise und auch noch etwas für die Schulen einrichten ist aber halt alles eine Frage der Kosten / Kapazitäten und Zeitaufwand

  9. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: Pyromaniac 06.01.21 - 08:08

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Als das mit Corona anfing war der erste Ansatz der Schule unserer
    > Tochter
    > > Nextcloud.
    >
    > Und hier ist schon jedem klar, das kann nicht gehen, selbst wenn alles nach
    > Plan geht. Der Plan ist halt Kacke.
    >
    Kannst du das bitte etwas genauer erläutern warum das "halt Kacke" ist? Das sind nämlich Aussagen, die so garkeinen Sinn ergeben.

    "Schaut mal wie schlau ich bin, ich kritisiere einen Plan _NACHDEM_ dieser schief gelaufen ist, aber kann nicht mal JETZT die Argumente liefern, so klukk bin ich."

  10. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: garthako 06.01.21 - 11:11

    Pyromaniac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Als das mit Corona anfing war der erste Ansatz der Schule unserer
    > > Tochter
    > > > Nextcloud.
    > >
    > > Und hier ist schon jedem klar, das kann nicht gehen, selbst wenn alles
    > nach
    > > Plan geht. Der Plan ist halt Kacke.
    > >
    > Kannst du das bitte etwas genauer erläutern warum das "halt Kacke" ist?
    > Das sind nämlich Aussagen, die so garkeinen Sinn ergeben.
    >
    > "Schaut mal wie schlau ich bin, ich kritisiere einen Plan _NACHDEM_ dieser
    > schief gelaufen ist, aber kann nicht mal JETZT die Argumente liefern, so
    > klukk bin ich."

    Kann er nicht, weil er höchstwahrscheinlich nie selbst eine betrieben hat bzw. auf seinem raspberry oder 3 Euro VPS.

  11. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: Oktavian 06.01.21 - 11:42

    > "Schaut mal wie schlau ich bin, ich kritisiere einen Plan _NACHDEM_ dieser
    > schief gelaufen ist, aber kann nicht mal JETZT die Argumente liefern, so
    > klukk bin ich."

    Na gut, fangen wir mal an. Du hast vollkommen Recht, Pläne kritisiert man nicht nach ihrem Ergebnis sondern nach ihrem Vorgehen. Man untersucht den Wissensstand zum Zeitpunkt der Plangestaltung, also was man damals wusste bzw. hätte wissen können und müssen, und schaut dann, ob der Plan damit zielführend ist. Auch schaut man sich an, ob man hätte erkennen können und müssen, ob der eigene Wissensstand überhaupt ausreichend ist, einen Plan seriös erstellen zu können.

    Hier im speziellen Fall war der Plan also "Wir nehmen Nextcloud, installieren das selbst, betreiben das irgendwie, machen das im Keller der Schule auf nem eigenen Server".

    Nextcloud mag für den Usecase okay sein oder auch nicht, das wissen wir nicht. Gehen wir aber einfach mal davon aus, die Schule hat Alternativen evaluiert und ist auf Nextcloud gekommen. Die Software passt perfekt, kann ja sein. Sie entzieht sich ja auch jeder seriösen Kritik, da sie ja Open Source ist.

    Wir können davon ausgehen, in der Schule gibt es keine Person, die sich professionell mit Serverbetrieb oder dem Betrieb kritischer Anwendungen auskennt. In der Schule gibt es im wesentlichen Lehrer, einen Rektor (also einen Ex-Lehrer), einen Hausmeister und eine Sekretärin. Da endet auch schon so langsam das Personalangebot. Und spätestens an der Stelle weiß man, es wird nicht funktionieren. Schulen sind nicht in der Lage, diese Software zu installieren, zu konfigurieren, ein adäquates Betriebskonzept zu erstellen und dieses auch langfristig durchzuhalten. Sie sind nicht in der Lage, die Anweder in dieser Anwendung zu schulen, zu supporten, Fehlern nachzugehen, auf besondere Bedürfnisse einzugehen. Schulen sind keine sinnvollen Betreiber von Anwendungen.

    Wir können weiter davon ausgehen, in der Schule gibt es kein adäquates Rechenzentrum (schon gar nicht mit zwei getrennten Rechnersälen). Es gibt irgendwo im Keller einen Raum, den man zum Datenraum erklärt hat, indem man ein Schild drangehängt hat. Die vorhandene Infrastruktur ist okay, um die paar Rechner der Lehrer, der Verwaltung und ggf. des Informatik-Raums zu versorgen. Sie ist völlig ungeeignet, um darauf IT-Betrieb für mehrere hundert bis über tausend Schüler remote zu machen, die alle zeitgleich und dauerhaft auf diese Dienste zugreifen wollen.

    Wir können weiter davon ausgehen, die Schule ist nicht adäquat ans Internet angebunden. Wir wollen jetzt nicht von dem Trauerspiel ausgehen, dass sich an vielen Schulen darstellt, die gerade mal einen DSL-Anschluss haben, sondern sagen mal, die hat Glasfaser mit 1 GBit/s. Das ist im Normalbetrieb klasse. Wenn jetzt aber 1000 Schüler zeitgleich auf Dienste in der Schule zugreifen, Dateien hoch- und runterladen, parallel Videokonferenz machen, etc., dann ist selbst diese Leitung am Anschlag. Und dabei bleibt noch unberücksichtigt, dass der Switch dahinter aus der Grabbelkiste des Physik-Lehrers stammte und nur Fast-Ethernet kann.

    Alles in allem kann man sagen, der Plan, mit eigenen Kräften ohne fremde Hilfe mit den Mitteln einer Schule und aus dem Räumlichkeiten einer Schule IT-Services anbieten zu wollen, ist Kacke.

    Darauf kann man durch simples Vergleichen auch leicht selbst kommen. Wenn es so simpel ist, einen solchen Dienst sinnstiftend anzubieten (mit vorhandenem Material, mit vorhandenem Netzwerk, in der Freizeit von ein paar Lehrern), warum gibt es dann Firmen, die nicht wenig Geld dafür verlangen, wenn sie das für einen machen, und warum gibt es andere Firmen, die bereit sind, das Geld dafür zu zahlen?

  12. Re: Jede Schule ein Jabber Server, Pro Klasse ein Raum

    Autor: Oktavian 06.01.21 - 11:50

    > Kann er nicht, weil er höchstwahrscheinlich nie selbst eine betrieben hat

    Ich betreibe keine Software, ich bin kein Admin. Auf einem kleinen Server für mich und meine Familie würde ich mir das sogar zutrauen, stört ja auch nur mich, wenn es nicht funktioniert. Und dabei habe ich schon einen ziemlich soliden IT-Hintergrund.

    Aber ich mache Pläne, das ist mein Beruf. Ich werde dafür bezahlt, vorher nachzudenken, Szenarien durchzuspielen und Pläne zu machen, die funktionieren.

    Wenn ich also vorher darüber nachdenke, ob es sinnvoll ist, wenn ein paar Lehrer meinen, Admin zu spielen, Server zu installieren, Dienste bereitzustellen und zu supporten, Netzlast zu managen, dann komme ich zu dem Ergebnis: Nein, das ist nicht sinnvoll. Wenn es so leicht wäre, dass das ein Lehrer einfach so nebenbei kann, warum bezahlen wir dann Admins in den Firmen? Warum kaufen Firmen für viel Geld solche Systeme als Dienstleistung bei diversen Anbietern ein und lassen das nicht einen Lehrer so nebenbei machen?

    Wenn Administration komplexer Software so simpel ist, dass Lehrer das neben ihrer Lehrtätigkeit, vor der ich großen Respekt habe, noch nebenbei können, warum jammern die Admins hier im Forum dann immer, man würde ihre Arbeit, vor der ich auch großen Respekt habe, nicht ernst nehmen?

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