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  1. Re: Video-Überwachung und VDS

    Autor: Anonymer Nutzer 27.07.16 - 00:44

    Arestris schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Eher nicht.

    > Ich erkläre einem 4-jährigen in unter 2 Minuten wie man die VDS
    > zu 100% ins leere laufen lässt. Aufwand? - Fast null!

    Erklär mal, bitte.

  2. Re: einverstanden

    Autor: DrWatson 27.07.16 - 00:50

    cicero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wehrhaftigkeit kann jedenfalls in der Situation,
    > in der wir uns jetzt befinden, erst mal nicht schaden.

    Das Problem hat man dann, wenn man Werhaftigkeit mit Selbstverletzung verwechselt.
    Sozusagen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

    Man sollte erstmal wieder einen klaren Kopf bekommen und nicht im Affekt handeln.
    Meist sind wohlbedachte Entscheidungen besser als Kurzschlüsse.

  3. Re: einverstanden

    Autor: Anonymer Nutzer 27.07.16 - 01:13

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > cicero schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wehrhaftigkeit kann jedenfalls in der Situation,
    > > in der wir uns jetzt befinden, erst mal nicht schaden.
    >
    > Das Problem hat man dann, wenn man Werhaftigkeit mit Selbstverletzung
    > verwechselt.
    > Sozusagen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

    Habe ich versucht diesen Gedanken nachzuvollziehen,
    ist mir in diesem Zusammenhang jedoch nicht gelungen.

    >
    > Man sollte erstmal wieder einen klaren Kopf bekommen und nicht im Affekt
    > handeln.
    > Meist sind wohlbedachte Entscheidungen besser als Kurzschlüsse.

    Generell stimme ich Dir da zu.

    Einen klaren Kopf habe ich derzeit schon
    (kein Alkohol intus oder so) und Angst habe ich auch keine.
    Unter dem Einfluß von Angst würde ich anders agieren.

    Wie gesagt, ich nutze weiter alle Verkehrsmittel.
    Außer es kommt eine konkrete Ansage von KATWARN
    (und zumindest bei mir kommen die Warnungen immer dann
    wenn es schon fast rum ist).

    Ich fühle mich schon ziemlich rational und überlegt.

    Obwohl:
    Komplett rational gibt es nicht.
    Nicht bei Dir, nicht bei mir. Ist uns verwehrt.

  4. ROL

    Autor: Anonymer Nutzer 27.07.16 - 01:18

    stiGGG schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ROFL

    ROF war in München letzten Freitag auch recht aktuell.

    Insofern hast Du schon in Schwarze getroffen.

    Na ja, vielleicht nicht so ganz:
    Das "F" war in München letzten Freitag nicht mit bei der Partie.

    Schade drum. Gab halt keinen Anlass.

    :-((

  5. Re: einverstanden

    Autor: DrWatson 27.07.16 - 01:43

    cicero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das Problem hat man dann, wenn man Werhaftigkeit mit Selbstverletzung
    > > verwechselt.
    > > Sozusagen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
    >
    > Habe ich versucht diesen Gedanken nachzuvollziehen,
    > ist mir in diesem Zusammenhang jedoch nicht gelungen.

    Wenn ein Terrorist aus Hass gegen westliche Werte, und dazu gehört ja auch die Demokratie, einen Anschlag verübt, ist die Schwächung demokratischer Grundrechte als Reaktion darauf, nicht gerade ein Zeichen von wehrhaftigkeit, sondern ein Akt der Selbstverletzung und ein Zurückweichen vor dem Terror.

    > Einen klaren Kopf habe ich derzeit schon
    > (kein Alkohol intus oder so) und Angst habe ich auch keine.
    > Unter dem Einfluß von Angst würde ich anders agieren.
    >
    > Wie gesagt, ich nutze weiter alle Verkehrsmittel.
    > Außer es kommt eine konkrete Ansage von KATWARN
    > (und zumindest bei mir kommen die Warnungen immer dann
    > wenn es schon fast rum ist).

    Es würde mich auch stark wundern, wenn es eine App gäbe, die schon vor einem Terroranschlag warnen würde.

    Aber trotzdem können sich einige Poltiker nicht verkneifen nach einem Terroranschlag zu sagen: "Die Terrorgefahr ist jetzt besonders hoch"

    Was ja offensichtlich quatsch ist, weil solche Aussage immer nur nach.

    Ich würde eher davon ausgehen, das die Wahrscheinlichkeit eines Terroranschlags immer etwa gleichhoch ist, solange man nicht genaueres weiß.

    > Obwohl:
    > Komplett rational gibt es nicht.
    > Nicht bei Dir, nicht bei mir. Ist uns verwehrt.

    Es ist aber, finde ich, ein erstrebenswertes Ziel rational zu handeln und dabei hilf es zu wissen, wann Menschen irrational handeln. Ein typisches Muster ist es, dass seltene Ereignisse überbewertet werden und häufige Ereignisse unterbewertet.

    Ein gutes Beispiel sind Autounfälle vs. Flugzeugabstürze, Naturkatastrophen vs. Krankheiten, man spielt Lotto aber geht nicht zur Krebsvorsorge.

  6. Re: einverstanden

    Autor: Des_Moines 27.07.16 - 04:07

    Mingfu schrieb:

    > Im Grundsatz ist dieses Argument schwer von der Hand zu weisen. Und
    > üblicherweise denken wir durchaus so, wenn es beispielsweise um ferner
    > gelegene Katastrophen geht. Da hält sich die Betroffenheit in sehr engen
    > Grenzen, weil einen das dort nicht stören muss.

    Es geht hier aber nicht um "ferner gelegene Katastrophen" (eigenartige Bezeichnung), sondern real existierende Sicherheitsprobleme in DIESEM Land. Für dich kann man nur hoffen, das du oder deine Angehörigen nicht selbst mal Opfer von so etwas werden und sich deine Betroffenheit weiter in engen Grenzen halten kann, solange es nur andere betrifft.

    > Das ist aber bei nahezu jedem Menschen so, wenn er stirbt. Das kann nun
    > nicht den Unterschied erklären, warum die Gesellschaft in diesem Fall
    > derart überreagiert, während sie eine Vielzahl von anderen Todesumständen
    > weitgehend kalt lässt.

    Welche Überreaktion? Anschläge DIESER Art gab es zuvor in Deutschland nicht (ich meine nicht München sondern all der andere Scheiss der in der letzen Zeit passiert ist). Und andere Todesumstände lassen auch niemanden kalt...wie kommst du darauf? Was glaubst du wieviele Menschen Angst vor Krebs etc haben? Gibt doch mittlerweile in nahezu jeder Familie mindestens einen Fall. Und X Artikel/Berichte dazu. Und Dokus. Und einfach alles, wo man was drüber erfahren kann. Du forderst von Betroffenen eine Sachlichkeit, in der du dich sicher selbst auch nicht üben würdest, wärest du selbst persönlich involviert. So "funktionieren" Menschen nunmal nicht.

    > Aber präventiv wurde eine ganze Großstadt lahmgelegt, so dass sich die
    > Panik verselbstständigte und die Spekulationen ins Kraut schossen. Ich bin
    > mir nicht sicher, ob dieser alarmistische Ansatz wirklich die geeignetste
    > Lösung ist.

    Präventiv? Das geschah unmittelbar NACH dem Amoklauf und war Teil der Ermittlungsarbeit. Die zudem in der Form sinnvoll war, du hättest vielleicht den Verlauf des Abends und die sich ändernde Informationslage im Laufe dessen verfolgen sollen.

    > Das sind immer die allerbesten, die, da sie selbst in Deutschland
    > angekommen sind und sich eingerichtet haben, nun meinen, dass jetzt auch
    > gut ist und die Schotten ruhig geschlossen werden können, da sie ihre
    > Schäfchen im Trockenen haben.

    Wieso angekommen? Ich bin hier geboren. Ich finde eher, die "Besten" sind die, die erst dann die Augen aufmachen, wenn sie mal selbst betroffen sind. Ups passiert wohl doch nicht immer nur "den Anderen" ganz weit weg.

  7. Re: einverstanden

    Autor: Niaxa 27.07.16 - 07:51

    So grausam das klingen mag, aber auch dort können wir ihnen ans Leder. Leider müsste man hierfür vom "Wir führen nur noch Krieg gegen einzelne Personen" Standpunkt weg. Solche Gebiete müssen von alles Seiten durchsucht und auseinander genommen werden bis au den letzten Stein. Einen Einzelpersonenkrieg gegen Feiglinge zu führen geht eben nicht. Zudem sterben hier genauso Zivilisten wie bei einer effektiven Offensive.

    Man muss einfach härtere Maßnahmen ergreifen, oder sich damit abfinden, das fast jeden Tag die Zeitungen mit Terror voll sind.

  8. Re: einverstanden

    Autor: Mingfu 27.07.16 - 08:43

    Des_Moines schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es geht hier aber nicht um "ferner gelegene Katastrophen" (eigenartige
    > Bezeichnung), sondern real existierende Sicherheitsprobleme in DIESEM Land.

    Ach so, willkürliche Abgrenzungen der Welt machen also den Unterschied. Für jemanden in Köln wäre zwar beispielsweise Paris näher als München, aber mit München steckt er natürlich gemeinsam in einem Nationalstaat, so dass er da nun wirklich mal alarmiert sein müsste.

    > Für dich kann man nur hoffen, das du oder deine Angehörigen nicht selbst
    > mal Opfer von so etwas werden

    Du brauchst hier nicht extra Hoffnungen heucheln! Es müsste und würde dich nämlich gar nicht interessieren. Du kannst noch nicht einmal wissen, ob ich überhaupt in Deutschland wohne. Insoweit ist diese ganze Betroffenheit in sozialen Medien auch überhaupt nichts wert, weil die überwältigende Mehrheit überhaupt niemanden davon kennt.

    > Welche Überreaktion? Anschläge DIESER Art gab es zuvor in Deutschland nicht
    > (ich meine nicht München sondern all der andere Scheiss der in der letzen
    > Zeit passiert ist). Und andere Todesumstände lassen auch niemanden
    > kalt...wie kommst du darauf? Was glaubst du wieviele Menschen Angst vor
    > Krebs etc haben? Gibt doch mittlerweile in nahezu jeder Familie mindestens
    > einen Fall. Und X Artikel/Berichte dazu. Und Dokus. Und einfach alles, wo
    > man was drüber erfahren kann.

    Das ist doch ein super Beispiel! Wird bei Krebs ein derartiges Theater gemacht? Sind die Kommentarspalten voll mit lauter hetzerischen Beiträgen, wenn irgendwo jemand an Krebs gestorben ist? Verfallen Politiker in Aktionismus? Nein, überhaupt nicht. Krebs gilt als ganz normales Krankheitsrisiko, gegen welches man vielleicht gewisse vorbeugende Maßnahmen empfiehlt, mit dem man aber zu leben gelernt hat. Und das, obwohl die Todeszahlen die von Terrorismus oder Amokläufen um Größenordnungen übersteigen.

    > Präventiv? Das geschah unmittelbar NACH dem Amoklauf und war Teil der
    > Ermittlungsarbeit. Die zudem in der Form sinnvoll war, du hättest
    > vielleicht den Verlauf des Abends und die sich ändernde Informationslage im
    > Laufe dessen verfolgen sollen.

    Das ist eine Art selbsterfüllende Prophezeiung gewesen. Denn ein Großteil der Meldungen zu nichtexistierenden weiteren Angriffen dürfte dadurch provoziert gewesen sein, dass man die gesamte Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt hat. Damit signalisiert man nämlich gleichzeitig, dass überall Gefahr droht und das verselbstständigt sich durch die dadurch entstehende Panik enorm schnell. Es wurden nicht unwesentliche Polizeikräfte allein dadurch gebunden, dass man im gesamten Stadtgebiet so hervorgerufene Fehlalarme abklären musste. Am eigentlichen Tatort lief die Polizeiarbeit dagegen offenbar chaotisch, so dass man bis heute nicht weiß, wo der Täter über zwei Stunden lang war und was er da gemacht hat.

    > Wieso angekommen? Ich bin hier geboren. Ich finde eher, die "Besten" sind
    > die, die erst dann die Augen aufmachen, wenn sie mal selbst betroffen sind.
    > Ups passiert wohl doch nicht immer nur "den Anderen" ganz weit weg.

    Meinen Hass bekommen Terroristen nicht. Das ist die einzig sinnvolle Reaktion in derartigen Fällen, weil alles andere genau die Kalkulation von Terroristen ist. Wer sich auf deren Spielregeln einlässt, hat schon verloren. Nebenbei ist es deutlich wahrscheinlicher, durch Unfälle oder grundsätzlich vermeidbare Krankheiten getroffen zu werden. Ich sehe aber niemanden, der da ähnlich aktionistisch ein Verbot von Kraftfahrzeugen oder äußerst strenge Reglementierung von Antibiotika zur Vermeidung multiresistenter Keime fordert.

  9. Re: einverstanden

    Autor: FreiGeistler 27.07.16 - 11:50

    > Das kann nun nicht den Unterschied erklären, warum die Gesellschaft in diesem Fall derart überreagiert, während sie eine Vielzahl von anderen Todesumständen weitgehend kalt lässt.
    Gefahren die vermeintlich unkontrollierbar sind, wirken gleich viel bedrohlicher. Während alltägliche Gefahren lapaillisiert werden.
    Ist ein psychologisches Ding.

  10. Re: einverstanden

    Autor: DrWatson 27.07.16 - 11:56

    FreiGeistler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das kann nun nicht den Unterschied erklären, warum die Gesellschaft in
    > diesem Fall derart überreagiert, während sie eine Vielzahl von anderen
    > Todesumständen weitgehend kalt lässt.
    > Gefahren die vermeintlich unkontrollierbar sind, wirken gleich viel
    > bedrohlicher. Während alltägliche Gefahren lapaillisiert werden.
    > Ist ein psychologisches Ding.

    Das ist auch eine Form der selektiven Wahrnehmung: Seltene Ereignisse werden überschätzt, häufige Ereignisse unterschätzt.

  11. Re: einverstanden

    Autor: Anonymer Nutzer 27.07.16 - 13:32

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > cicero schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > In der Tat wäre das ironisch.
    > >
    > > Sarkastisch hingegen wäre es,
    > > wenn der eine oder andere
    > > aus Gründen der nicht mehr vorhandenen biologischen Integrität
    > > gar nicht mehr die Möglichkeit hat zur Wahl zu gehen
    > > oder sich aktiv politisch zu beteiligen.
    >
    > Inwiefern?

    Na ja,
    wer z.B. keinen funktionierenden Blutkreislauf mehr hat,
    weil sich das Blut per böswillig zugefügter Wunde verabschiedet hat,
    dem fällt es schwer sich demokratisch zu betätigen.

    Und ähnliches.

    >
    >
    > > Zum einen sind Terroristen nicht die einzigen Bösewichte
    > > die uns ans Leder wollen.
    >
    > Sondern?

    Das dürfte doch recht offensichtlich sein:
    Schwere Kriminalität, Menschenhandel, organisiertes Verbrechen usw.

    >
    > > Zum anderen gibt es Terroristen, die sich nicht in die Luft sprengen.
    > > Also die Art von Terroristen, die Terror-Anschläge planen, Schulungen
    > > geben, auskundschaften, Logistik bereit stellen, sich um Finanzen
    > kümmern.
    >
    > Gibt es denn Belege, dass die VDS dort überhaupt etwas bringt?

    Die gibt es, ich kann diese aber nicht vorlegen.


    >
    > > Auch wenn man es nie wird verhindern können,
    > > dass ein Doofmann-Terrorist ungeheuren menschlichen Schaden anrichtet:
    > > Die Terror-Intelligentia, die danach feiert, die kann man abernten.
    >
    > Nicht wenn sie in Syrien oder im Irak sitzen.

    Keiner agiert im Luft-leeren Raum. Und "vor Ort" sind auch immer Leute.

  12. Re: einverstanden

    Autor: DrWatson 27.07.16 - 14:18

    cicero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Na ja,
    > wer z.B. keinen funktionierenden Blutkreislauf mehr hat,
    > weil sich das Blut per böswillig zugefügter Wunde verabschiedet hat,
    > dem fällt es schwer sich demokratisch zu betätigen.

    Bei unböswilligen Wunden hingegen überhaupt kein Problem.

    > > Sondern?
    >
    > Das dürfte doch recht offensichtlich sein:
    > Schwere Kriminalität, Menschenhandel, organisiertes Verbrechen usw.

    Dann schau dir doch die entsprechenden Studien zu dem Thema an: Es gibt keinen messbaren Nutzen einer VDS.

    > > Gibt es denn Belege, dass die VDS dort überhaupt etwas bringt?
    >
    > Die gibt es, ich kann diese aber nicht vorlegen.

    Also nicht. Warum diskutieren wir hier eigentlich noch?

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