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  5. › Natrium-Ionen-Akkus: Ausnahmsweise…

[gelöscht]

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  1. [gelöscht]

    Autor: [gelöscht] 17.06.20 - 15:24

    [gelöscht]



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.20 15:25 durch burzum.

  2. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 17.06.20 - 15:48

    Hier besteht ein qualitativer Unterschied zu dem, was üblicherweise als Durchbruch bezeichnet wird. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich in 5 Jahren als Autor bei Golem mit Absicht noch nichts anderes als Durchbruch bezeichnet.

    Das hier sind komplette Akkus, nicht nur einzelne Komponenten. Die Leistungsdaten haben keine Sterchen, die sind einfach so. Es gibt eine ganze Reihe von unabhängigen Forschern, die ähnliche Ergebnisse haben, nicht nur irgendeine Publikation, bei der man abwarten muss, wo der Haken ist. Es wird nirgendwo zu viel versprochen, niemand behauptet, Lithium-Akkus übertreffen zu können. Die Materialien sind durchweg praktikabel und leicht herzustellen, keine exotischen Verbindungen die nur mit viel Aufwand in kleinen Mengen für den Versuch erzeugt wurden.

    Das sind die üblichen Red Flags, die sonst praktisch immer auftauchen, wenn von Durchbrüchen die Rede ist. Das ist hier einfach nicht der Fall. Es ist solide Arbeit, die in den letzten 12 Monaten einfach die letzten Schritte gemacht hat. Ein paar hundert Ladezyklen mehr, teilweise auch ein paar Tausend, 6,5kg pro kWh statt 10-11 kg pro kWh. Die Technik hat einfach in einem kontinuierlichen Prozess einen Punkt erreicht, ab der sie brauchbar ist und ernst nehmen muss.

    Außerdem gibt es schon Firmen wie Faradion und Tiamat, die solche Akkus in kleinen Mengen herstellen - nur, dass die noch auf 2-3 Jahre älteren Versionen der Technik aufbauten, die deutlich weniger Kapazität und nur 200-300 Ladezyklen hatte. Und Faradion hat auch schon angekündigt, in Indien ab nächstem Jahr eine Fabrik mit 1GWh Produktionskapazität aufzubauen, mit 160 Wh/kg (6,25 kg/kWh) was in Anbetracht der Entwicklung auf dem Feld auch glaubwürdig ist.

    https://www.pv-magazine-india.com/2020/04/23/uk-based-faradion-mulling-sodium-ion-battery-manufacturing-in-india/

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/

  3. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: HeroFeat 17.06.20 - 16:07

    Ich bin bei Akku Artikeln immer skeptisch. Es wird zwar viel versprochen, aber meistens kommt da nicht viel bei raus. Aber Frank Wunderlich-Pfeiffer hat bisher bei mir immer einen guten Eindruck als Autor hinterlassen. Und ich würde ihm jetzt erstmal vertrauen, das es hier dank solider Forschungsarbeit tatsächlich einen Fortschritt gab.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt.

  4. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: Ach 17.06.20 - 16:20

    Ich sehe in dem Akku weniger den Ersatz mobiler, als den Ersatz aller, außer der recycleten stationären Batterien, sowie den idealen Speicher für die komplette Fährschifffahrt, womit alle Lithiumkapazitäten für die anspruchsvollen mobile Anwendungen frei würden.

    Jedem Bürger seine eigenen 100Kwh Batterie, und das Speicherproblem der Energiewende wäre über ein verteiltes speichern so gut wie erledigt. Selbst ausgedehnteste Dunkelflauten ließen sich auf diese Weise überbrücken. Das wiederum würde den kostbaren grünen Wasserstoff vorm sinnlosen "verheizen" in der Stromerzeugung bewahren und für die Produktion und chemische Produktion reservieren. Perfekt!

  5. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: Sharra 18.06.20 - 03:32

    Dann würde ich empfehlen, die Brille zu putzen, wenn du da keinen Durchbruch siehst.
    Das sind fertige Akkus. Sie funktionieren. Keine Konzepte, die im Labor mal funktionieren, mal durchbrennen.

    Ja, sie kommen nicht ganz an die Energiedichte der Li-Ionen-Variante ran. Ja sie sind schwerer, bei gleicher Baugröße. Das spielt vielleicht in deinem Mäusekino (aka Smartphone) eine Rolle, aber nicht beim lokalen Energiespeicher deiner Photovoltaikanlage.

    Natrium-Akkus bieten die Möglichkeit, günstigere Großspeicher zu bauen, ohne jegliche exotische Materialien. Man muss nicht die Atacama-Wüste mit Milliarden Kubikliter Wasser flutzen, um ein paar Gramm Lithium aus dem Boden zu schwemmen.
    Man muss nicht Kinder in Gruben schicken, um Kobalt abzubauen.

    Für all die Anwendungen, wo es auf ein paar Gramm oder Kubikzentimeter mehr Volumen überhaupt nicht ankommt, dafür ist Natrium jetzt DER Ersatz.

    Und mit ein wenig Weiterentwicklung (die bei Li-Ionen genauso gemacht wurde), finden wir die Dinger bald in Elektroautos etc. Auf 1 oder 2 Kilo mehr kommt es nicht an.

  6. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: ConstantinPrime 18.06.20 - 08:18

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann würde ich empfehlen, die Brille zu putzen, wenn du da keinen
    > Durchbruch siehst.
    > Das sind fertige Akkus. Sie funktionieren. Keine Konzepte, die im Labor mal
    > funktionieren, mal durchbrennen.
    >
    > Ja, sie kommen nicht ganz an die Energiedichte der Li-Ionen-Variante ran.
    > Ja sie sind schwerer, bei gleicher Baugröße. Das spielt vielleicht in
    > deinem Mäusekino (aka Smartphone) eine Rolle, aber nicht beim lokalen
    > Energiespeicher deiner Photovoltaikanlage.
    >
    > Natrium-Akkus bieten die Möglichkeit, günstigere Großspeicher zu bauen,
    > ohne jegliche exotische Materialien. Man muss nicht die Atacama-Wüste mit
    > Milliarden Kubikliter Wasser flutzen, um ein paar Gramm Lithium aus dem
    > Boden zu schwemmen.
    > Man muss nicht Kinder in Gruben schicken, um Kobalt abzubauen.
    >
    > Für all die Anwendungen, wo es auf ein paar Gramm oder Kubikzentimeter mehr
    > Volumen überhaupt nicht ankommt, dafür ist Natrium jetzt DER Ersatz.
    >
    > Und mit ein wenig Weiterentwicklung (die bei Li-Ionen genauso gemacht
    > wurde), finden wir die Dinger bald in Elektroautos etc. Auf 1 oder 2 Kilo
    > mehr kommt es nicht an.

    +1

  7. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: Dwalinn 18.06.20 - 09:19

    Also mit 100 kWh pro Person könnte das durchaus klappen aber auch nur beim Strom. Wasserstoff um im Winter zu heizen (bzw. die Abwärme bei der Stromerzeugung zu nutzen) könnte durchaus eine Alternative sein.

  8. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: tovi 18.06.20 - 10:10

    Wenn die Akkus funktionieren, und das auch auf längere Zeit/Ladezyklen
    dann ist das eine tolle Sache und könnte für die Energiewende ein zentraler Baustein werden.

    Den Klimawandel mit eingerechnet brauchen wir bald weniger Energie zum Heizen im Winter.
    So wie die Menschheit das Problem aktuell angeht - nämlich gar nicht - könnte es auch sein, das wir bald ohne Heizung auskommen.

  9. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: Dwalinn 18.06.20 - 10:54

    Dafür mit Klimaanlage im Sommer :)

  10. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: MikeMan 18.06.20 - 11:38

    Dass hier so viele skeptisch sind, obwohl es ein sehr gut recherchierter Artikel von Frank Wunderlich-Pfeiffer ist, hängt meiner Meinung nach mit der sonstigen Kultur bei Golem.de zusammen, vage Konzepte in den Überschriften der Artikeln zu vermeintlich bestehenden Produkten zu erklären ("XY baut, macht, bietet an, ..." statt "XY plant, hat Ide, ...").

    Meiner Ansicht nach rächt sich das hier leider. Die besagten Artikel wären mit weniger versprechenden Überschriften nicht uninteressanter, aber schinbar glauben Golem.de oder manche seiner Autoren, nur so würden sie die Artikel unters Volk bringen.

  11. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: Ach 18.06.20 - 13:20

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also mit 100 kWh pro Person könnte das durchaus klappen aber auch nur beim
    > Strom. Wasserstoff um im Winter zu heizen (bzw. die Abwärme bei der
    > Stromerzeugung zu nutzen) könnte durchaus eine Alternative sein.

    Kommt wohl auf den Strombedarf der Wärmepumpe an. Hab den jetzt leider nicht im Kopf, aber du könntest schon damit recht haben, dass 100KWh zu knapp für wären.

  12. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: chefin 18.06.20 - 14:18

    burzum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Durchbruch existiert auf dem Papier und in den Laboren, so wie bei
    > einer gefühlten Millionen vorheriger "Durchbrüche" auch. Ich will nicht die
    > wissenschaftliche Leistung schlecht reden, aber als Durchbruch am Markt
    > sehe ich da noch lange nichts.
    >
    > Als Durchbruch sehe ich es erst wenn ein konkurrenzfähiges Produkt im Laden
    > steht, das ich bestellen und übermorgen in den Händen halten kann, das dann
    > auch besser ist als andere Technologien.
    >
    > Wie bei allen "Durchbrüchen" zuvor vermute ich, das wir auch hier die
    > nächsten Jahre nichts mehr und im dümmsten Fall nie wieder von hören
    > werden. Zumindest außerhalb von wissenschaftlichen Fachpublikationen.

    Durchbruch ist nicht das wass du drunter verstehst, sondern was die Wissenschaftler drunter verstehen. Damit kennzeichnet man den Artikel, der eine neue Technologie vorstellt.

    Nun ist die Arbeit der Wissenschaftler getan, nun sind die Ingenieure gefragt, daraus ein Produkt zu machen und die BWLer ob es kostenmässig hinhaut.

    Das führt dann zu dem was du meinst, zur Verfügbarkeit. Wenn man aber einfach hergeht und von sich behauptet das Durchbruch das ist was man dafür selbst definiert, ist irgendwie klar, das die meisten Artikel unverständlich werden.

    Beispiel: So um 1600 wurde die Elektrizität wisssenschaftlich entdeckt. Es war ein Durchbruch bei der Aufklärung von verschiedenen Phänomenen. Verfügbar war diese Elektrizität aber frühestens mitte des 18 Jh. als man Kondensatoren und Batterien angefangen hat zu bauen. So mitte des 19 Jh. dann auch im Alltag von Nutzen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrizit%C3%A4t

    Der Durchbruch in der Forschung fand also gut 200 Jahre vor der Nutzbarmachung statt. So ist es nunmal allgemeinüblich definiert. Davon sollte man möglichst nicht abweichen, wenn man verstehen will um was es geht.

  13. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: John2k 18.06.20 - 23:35

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dafür mit Klimaanlage im Sommer :)

    Im Winter genauso.
    Warmwasseraufbereitung durch eien Zentraltherme wäre also nicht mehr zwingend notwendig.
    Zur Unterstützung einfach elektrische Fußbodenheizung untern Teppich/Laminat/Fliesen legen. Kosten nicht die Welt und machen so vieles überflüssig.
    Nur noch Kaltwasserleitung im Haus. Durchlauferhitzer an den Abnahmestellen möglich. Durchlauferhitzer sind eigentlich wartungsfrei und langlebig. Kein Schornstein notwendig etc...

    Strom ist das Optimum für Warmwasseraufbereitung, da sehr einfach überall hinzulegen. Vielleicht machen diese Akkus es möglich.
    Ist zudem auch viel einfacher und günstiger bei der Installatation.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.06.20 23:37 durch John2k.

  14. Re: Ich sehe keinen realen Durchbruch

    Autor: John2k 18.06.20 - 23:43

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dwalinn schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Also mit 100 kWh pro Person könnte das durchaus klappen aber auch nur
    > beim
    > > Strom. Wasserstoff um im Winter zu heizen (bzw. die Abwärme bei der
    > > Stromerzeugung zu nutzen) könnte durchaus eine Alternative sein.
    >
    > Kommt wohl auf den Strombedarf der Wärmepumpe an. Hab den jetzt leider
    > nicht im Kopf, aber du könntest schon damit recht haben, dass 100KWh zu
    > knapp für wären.

    Die wäre nicht mal unbedingt notwendig. Man könnte mit dem Strom direkt bei Bedraft heizen. Vermutlich braucht man aber fast 80kwh pro Tag für eine angenehme Wärme eines 20 Jahre alten Hauses. Sofern Solarzelle groß genug ist und Überschusstrom in den Akku kann, sollte es günstig gehen.

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