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Technologie und Klimawandel

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  1. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: JeanLucPicard 17.06.20 - 16:47

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir ist lebhaft eine Diskussion zwischen Lindner (FDP) und Baerbock (Grüne)
    > in Erinnerung geblieben, in der Baerbock darauf gepocht hat, dass nur
    > Verzicht und Einschränkungen den Klimawandel wirklich bekämpfen können,
    > während Lindner erklärte, dass der technologische Fortschritt unsere beste
    > Option sei. Und mit jedem dieser Artikel stelle ich fest, dass Lindner
    > Recht hatte.

    Du willst sicher sagen, dass Du glauben möchtest, dass der (A)FDP Lindner Recht hat. Bewiesen ist mit diesem Artikel noch lange nix.

    Es ist auch lustig wie alle sich diesem schwarz-weiß Denken anschließen. Es kann nur Option A oder Option B sein - aber auch keinen Fall irgendwas dazwischen...

  2. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: lestard 17.06.20 - 19:11

    Ich glaube damit macht man es sich zu einfach.
    Nehmen wir mal folgende Hyphothese an: "Mit hinreichend moderner Technik lässt sich der gleiche Lebensstandard wie heute in Deutschland für alle Menschen auf der Welt realisieren und das bei vertretbarer/nachhaltiger Nutzung der Umwelt".
    Zunächst müsste man diese Hypothese isoliert bewerten. Ich persönlich finde das schwer vorstellbar aber will es auch nicht komplett ausschließen.
    Aber selbst wenn die Hyphothese stimmt, reicht das ja noch nicht. Die Frage ist ja, wie der Weg dahin aussieht? Wie viel Zeit haben wir denn um diese ganzen notwendigen technischen Durchbrüche zu schaffen um irgendwann mal Ressourcen-Neutral zu sein? Bis wir dort angekommen sind verbrauchen wir ständig mehr Ressourcen als eigentlich zur Verfügung stehen und machen das Klima und die Umwelt kaputt. Die Zeit haben wir nach aktuellem wissenschaftlichen Stand nicht mehr. Wir können nicht 50 Jahre forschen um dann mal Ressourcen-Neutral zu sein, wenn unser CO2-Budget schon in 5 Jahren aufgebraucht ist.
    Dafür ist der technische Fortschritt einfach um Größenordnungen zu langsam und vor allem viel zu spät.

  3. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: melaw 17.06.20 - 19:46

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > slax schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Also zwischen "ich habe kein privates Auto" und "ich fahre privat kein
    > > Auto" ist ein eklatanten Unterschied.
    >
    > Naja, am Ende egal, da bemüht sich immerhin einer was zu tun, anstatt
    > schlau von "Technologien" zu reden, um halt möglichst NICHTS tun zu
    > müssen...


    Das hat jetzt aber den Klang von "Waldbrand auspinkeln".

  4. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: Yggdrasill 17.06.20 - 20:15

    Technologie wird uns nur bedingt retten und nur helfen, wenn sie nicht noch weitere Emissionen bedeutet. Jedwedes Gerät, von dem uns eingeredet wird, dass es Emissionen spare ist da pure Augenwischerei.

    Wenn wir da beispielsweise über Carbon Capture Technologie reden, also Geräte, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre holen und die als einzige eine Negativemission bewirken könnten, dann müssen wir uns klar machen, dass wir eine bedeutende Fläche unseres Planeten damit zubauen müssten, dass diese überhaupt funktionieren. Es hilft dabei nichts, nur ein paar Geräte in einer Stadt aufzustellen - man müsste jedes Häuserdach, jede verfügbare Fläche damit zukleistern.

    Und dann hätten wir dann immer noch das Problem, dass wir diese Flächen nicht für Freizeit, Anbau von Essen, usw benutzen könnten. Diese Technologie wird auch Katastrophensommer wie die in den letzten Jahren nicht verhindern.

    Eine dauerhafte Lösung und auch wichtig für lokale Klimabedingungen wären Wälder, die wir aber leider in Europa schon stark reduziert haben und die in Brasilien und anderen Ländern auch fleißig abgeholzt werden. Die sind zusammen mit den Ozeanen, die wir btw auch fleißig kaputt machen, wichtig, den Klimawandel abzufedern.

    Wenn Lindner also davon redet, dass neu Technologie uns weiterhilft, dann verschiebt er das aktuelle Problem auf eine Lösung, die evtl gar nicht gefunden wird. Er stiehlt sich damit auch ziemlich praktisch aus seiner und unserer aller Verantwortung,dieses Problem JETZT anzugehen.

    Yggis Kosmos: Dokus zur Astronomie, zum Sonnensystem und zur Kosmologie!

  5. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: FutureEnergy 17.06.20 - 20:26

    melaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > theFiend schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > slax schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > >
    > > > Also zwischen "ich habe kein privates Auto" und "ich fahre privat kein
    > > > Auto" ist ein eklatanten Unterschied.
    > >
    > > Naja, am Ende egal, da bemüht sich immerhin einer was zu tun, anstatt
    > > schlau von "Technologien" zu reden, um halt möglichst NICHTS tun zu
    > > müssen...
    >
    > Das hat jetzt aber den Klang von "Waldbrand auspinkeln".

    Ja, so ist es ja auch. Nur müssten alle mitpinkeln. Da das aber nicht passiert, ist der "Wald" bald weg und wir merken zu spät, dass wir deutlich über unsere Verhältnisse gelebt haben.

    Mal eine Analogie: Klimawandel ist wie COVID-19! Nur sind beim Klimawandel schon fast alle infiziert, aber die "Krankheit" bricht erst 10 Jahre später aus. Dafür trifft sie dann alle, weil dann alle infiziert. Man kann nur hoffen, dass die Mortalität unter 20% liegt...

  6. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: Invertiert 17.06.20 - 20:30

    +1

  7. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: theFiend 17.06.20 - 20:53

    melaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das hat jetzt aber den Klang von "Waldbrand auspinkeln".

    Du meinst im Gegensatz zu dem Klang von Alchemie (Technik)? Da pinel ich lieber den Wald aus, das ist Wahrscheinlicher und hat lokal wenigstens einen gesicherten Effekt. Wir haben mit glück noch 20 Jahre in denen wir effektiv gegen den Klimawandel vorgehen können. Die Wahrscheinlichkeit das in dieser Zeitspanne die revolutionäre Technolgie erfunden UND zur Marktreife UND zur Anwendung gebracht wird, ist in etwa so hoch wie die Wahrscheinlicheit menschliche Fäkalien in Gold zu verwandeln...

  8. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: Ach 17.06.20 - 21:11

    Das kann irgendwie leider nicht sein, wenn die Grünen sich für eine Abgabebefreiung für den eigenen Solarstrom vom Dach, für eine einfache Nachbarschaftsstromregelung, für die Zurücknahme der gescheiterten Ausschreiberegelung, für die Wiedereinführung einer einfachen Einspeisevergütung, sowie für eine an arme Haushalte rückvergütete CO2 Steuer einsetzen. Der Lindner lüpft in diesen Beziehungen lieber gleich mal seinen mittleren Finger, um den Wünschen seines wohlhabenden Klientels in keinem Fall etwas ungewolltes in den Weg zu stellen.

  9. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: csab3266 17.06.20 - 21:41

    Bei 125 Millionen Tonnen Lithium in Deutschland sind das dann aber nicht 12,5 Millionen E-Autos. Da wären in jedem E-Auto 10 Tonnen Lithium. Tatsächlich würde die Menge für ~ 6 Milliarden E-Autos reichen.

  10. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: twothe 17.06.20 - 22:10

    Das Problem mit dem Verzicht ist die Auswirkung die das hat.

    Nehmen wir mal an alle Deutschen verzichten ab morgen auf das Flugzeug und fahren nur noch mit der Bahn. Die Auswirkung die das auf das Gesamt-CO2 hat ist frühestens irgendwo hinter der 5. Kommastelle sichtbar.

    Erfindet Deutschland aber stattdessen einen Treibstoff oder Motor für Flugzeuge der CO2-neutral arbeitet und bringt diesen zur Marktreife, dann können wir das in die Welt exportieren, und der gesamte CO2-Ausstoß würde massive sinken.

    Und darum interessiert es keinen wenn der Deutsche einen Veggy-Day einlegt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.20 22:12 durch twothe.

  11. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: theFiend 17.06.20 - 22:40

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Nehmen wir mal an alle Deutschen verzichten ab morgen auf das Flugzeug und
    > fahren nur noch mit der Bahn. Die Auswirkung die das auf das Gesamt-CO2 hat
    > ist frühestens irgendwo hinter der 5. Kommastelle sichtbar.

    Der Witz ist, das viele, wie Du, unterschätzen was in dem Zusammenhang die 5. Kommastelle für eine Auswirkung hat...

    > Erfindet Deutschland aber stattdessen einen Treibstoff oder Motor für
    > Flugzeuge der CO2-neutral arbeitet und bringt diesen zur Marktreife, dann
    > können wir das in die Welt exportieren, und der gesamte CO2-Ausstoß würde
    > massive sinken.

    Es gibt, historisch gesehen, kein mir bekanntes Beispiel einer Technologie die innerhalb von 20 Jahren von der Erfindung bis zur MarkDURCHSETZUNG gelangt ist. Und damit ist eigentlich erstmal schon alles zu dem Technologieargument gesagt... es bedeutet eigentlich: "... ist mir egal, irgendwann erfindet schon wer was, aber ich hab kein Bock auf Konsequenzen"

    Aber sagen wir mal jemand erfände wirklich deinen CO neutralen Kraftsofft... was meinst Du wie der sich dan durchsetzt? Indem man das alte Produkt verbietet oder verteuert... also genau mit den Methoden die Du (und andere) den Grünen ja immer vorwerfen...

    Oder ist dein Wunderkraftstff direkt nach der Erfindung auch noch billiger herzustellen als Öl/Kerosin? Wow...

    > Und darum interessiert es keinen wenn der Deutsche einen Veggy-Day einlegt.

    Ja, das ist halt wie mit der Erfindung irgendeiner ominösen Technik die von heute auf morgen alles heile macht ;)

  12. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: Trockenobst 18.06.20 - 00:09

    nuclear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist kein totaler Verzicht notwendig, aber jeder der nichts tut, obwohl
    > der von der Gefahr weiß, handelt verantwortungslos.

    Etwas systemische Krise in Europa - und die Milliarden fließen.

    Wir wissen, wir können CO2 aus der Atmosphäre ziehen. Momentan ist es aber ineffizient und wir bräuchten 10.000 dieser Anlagen. Lass jedes Jahr in den USA durch Hitzewellen bei 55 Grad 500.000 dahin raffen, das Geld gibt es morgen. In 5 Jahren stehen die meisten Anlagen und den ersten Effekt sieht man zwei Jahre später.

    Beim Blick in die Vergangenheit der Menschheit sieht man, dass die richtige Dinge nicht passieren wenn man mit der Trommel durch die Fussgängerzone läuft und jeden direkt ins Gesicht trommelt, wie Kacke er ist. Ich kenne kein Beispiel wo das funktioniert hat.

  13. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: peace 18.06.20 - 09:20

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und mit jedem dieser Artikel stelle ich fest, dass Lindner Recht hatte.

    Schon mal vom Rebound-Effekt gehört?
    Jede Einsparung durch neue Technologie wird durch ihren überkomepsierten Einsatz wieder aufgefressen.
    Beispiele:
    verbrauchsärmere Motoren durch SUV zunichte gemacht
    sparsamere CPUs/GPUs durch mehr Rechenpower zunichte gemacht
    bessere Akkus (Smartphone/Tablet) durch mehr Leistung/höhere Displayhelligkeit zunichte gemacht
    usw.

  14. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: wernerderchamp1 18.06.20 - 09:34

    Yggdrasill schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Technologie wird uns nur bedingt retten und nur helfen, wenn sie nicht noch
    > weitere Emissionen bedeutet. Jedwedes Gerät, von dem uns eingeredet wird,
    > dass es Emissionen spare ist da pure Augenwischerei.

    Damit sie uns rettet, müssen wir sie aber auch nutzen und nicht auf die nächste, noch bessere Technologie warten, die noch überhaupt nicht greifbar ist.

    > Wenn wir da beispielsweise über Carbon Capture Technologie reden, also
    > Geräte, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre holen und die als einzige eine
    > Negativemission bewirken könnten, dann müssen wir uns klar machen, dass wir
    > eine bedeutende Fläche unseres Planeten damit zubauen müssten, dass diese
    > überhaupt funktionieren. Es hilft dabei nichts, nur ein paar Geräte in
    > einer Stadt aufzustellen - man müsste jedes Häuserdach, jede verfügbare
    > Fläche damit zukleistern.

    Carbon Capture als Negativemmision macht erst dann Sinn, wenn wir (fast) keine fossilen Brennstoffe zur Energiegewinnung mehr verbrennen. Das heißt, das wir erst Stromerzeugung, Verkehr und Wärme auf sauberen Quellen aufbauen. Das resliche CO2, was dann noch entsteht (z.B. durch Oldtimer, Chemieprozesse), das können wir dann wieder aufsaugen.

    > Und dann hätten wir dann immer noch das Problem, dass wir diese Flächen
    > nicht für Freizeit, Anbau von Essen, usw benutzen könnten. Diese
    > Technologie wird auch Katastrophensommer wie die in den letzten Jahren
    > nicht verhindern.
    >
    > Eine dauerhafte Lösung und auch wichtig für lokale Klimabedingungen wären
    > Wälder, die wir aber leider in Europa schon stark reduziert haben und die
    > in Brasilien und anderen Ländern auch fleißig abgeholzt werden. Die sind
    > zusammen mit den Ozeanen, die wir btw auch fleißig kaputt machen, wichtig,
    > den Klimawandel abzufedern.

    Was aber nur dann hilft, wenn das Holz nicht verbrannt wird. Entweder man lässt den Wald bestehen, oder man verbaut das Holz. Und auch das bringt nur mittelfristig etwas, solange wir noch immer Kohlenstoffe aus der Erde ausgraben um sie zu verbrennen

    > Wenn Lindner also davon redet, dass neu Technologie uns weiterhilft, dann
    > verschiebt er das aktuelle Problem auf eine Lösung, die evtl gar nicht
    > gefunden wird. Er stiehlt sich damit auch ziemlich praktisch aus seiner und
    > unserer aller Verantwortung,dieses Problem JETZT anzugehen.

    Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir wissen seit 40 Jahren was kommt. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr!


    peace schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > twothe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und mit jedem dieser Artikel stelle ich fest, dass Lindner Recht hatte.
    >
    > Schon mal vom Rebound-Effekt gehört?
    > Jede Einsparung durch neue Technologie wird durch ihren überkomepsierten
    > Einsatz wieder aufgefressen.
    > Beispiele:
    > verbrauchsärmere Motoren durch SUV zunichte gemacht
    > sparsamere CPUs/GPUs durch mehr Rechenpower zunichte gemacht
    > bessere Akkus (Smartphone/Tablet) durch mehr Leistung/höhere
    > Displayhelligkeit zunichte gemacht
    > usw.

    Gerade bei Motoren ist das fatal, denn die Leistung braucht man sehr selten.
    Bei Prozessoren&Co., gehts mmn. gar nicht um die Energieeinsparung, das ist eher nur ein Nebeneffekt, wenn man die Transistoren kleiner macht (und ansonsten wäre die entstehende Hitze sowiso zu hoch)

  15. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: misfit 18.06.20 - 10:14

    Ich weiß nicht. Ich glaube die Antwort liegt irgendwo dazwischen.

    In meinen Augen wird jede Effizienzsteigerung / technologische Weiterentwicklung immer wieder zu Nichte gemacht.
    Bei PKW´s ist es so das die Modelle größer und schwerer werden und mit allem möglichen Schnickschnack zugemüllt werden.
    Bei CPU´s bringt die Verkleinerung der Strukturgröße die meisten Effizienzgewinne. Aber CPU´s sind heute nicht sparsamer als vor 20 Jahren. Eher im Gegenteil. Das liegt halt daran das auch viel mehr Rechenpower benötigt wird, weil wir uns ja z.B. Video´s nicht mehr in SD sondern 4K ansehen wollen usw.
    Bei TV´s das gleiche. Die werden halt immer größer.

    Deswegen tut sich bei der Treibhausgas-Emission im Vergleich zu 1990 wenig und die Zeiel für 2020 können nicht erreicht werden.

  16. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: /mecki78 18.06.20 - 14:18

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Stimmt, man sieht wie das Bundesland mit dem größten Mittelstand und diesen
    > bösen Oberschichtautos unter grüner Regierung zugrunde geht

    Winfried Kretschmann ist für die Mehrheit der Parteianhänger ein Anti-Grüner und betreibt eine komplett andere Politik, als die, die der Bundesvorstand oder die anderen Landesverbände anstreben. Einfaches Beispiel: Während sich Mehrheit der Grünen für Fahrverbote in Städten stark macht und das auch Teil deren Programm ist, lehnt Kretschmann diese strikt ab. Du machst hier den Fehler, von der Politik und den Ansichten eines einzigen Parteimitglieds auf eine ganze Partei zu schließen. Währen die Grünen was das angeht nicht so friedliebend, hätten die Kretschmann schon lange aus der Partei geworfen. Und wenn Kretschmann aufhört, dann wird es ganz sicher keine Grüne Regierung mehr in BW geben.

    >> Die FDP... mal so mal so
    >
    > Joa, das beschreibt sie ganz gut, als größte Opportunistenpartei.

    Wie gesagt, sie ist eine Realopartei. Sie richtet ihr Parteiprogramm nicht nach utopischen Träumereien aus, sondern nach dem, was aktuell realistisch umsetzbar wäre. Und das variiert natürlich von Zeit zu Zeit und von Problem zu Problem und daher ist deren Programm sozusagen ständig im Fluss. Das finde ich aber gar nicht schlecht, weil inwiefern ist es besser stur an unrealistischen Konzepten festzuhalten, die nicht einmal mehr auf die aktuelle Weltsituation passen? Wie soll das bitte zu besseren Ergebnissen führen?

    /Mecki

  17. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: /mecki78 18.06.20 - 14:50

    wernerderchamp1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ich immer nur auf "Innovationen" baue, passiert aber nix.

    Warum? Ist doch gerade was passiert. Siehe Artikel.

    Und auch davor ist schon viel passiert, siehe Energiemix der letzten 30 Jahre:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Energiemix#/media/Datei:Energiemix_Deutschland.svg

    Hier sieht man, dass schon Ende der 90er gehandelt wurde. Es ist halt nur nicht schnell genug gegangen, aber das kann eben daran liegen, dass man nicht oder falsch gefördert hat.

    > Das Problem
    > Klimawandel ist uns seit über 40 Jahren bekannt.

    Nur gab es bis vor wenigen Jahren keinen Grund groß aktiv zu werden, also ist halt niemand groß aktiv geworden. Dass man sich für das Alter finanziell absichern muss, das fällt ja auch vielen erst kurz vor der Rente ein. So sind Menschen halt.

    > Stattdessen sind die Autos in den
    > letzten 10 Jahren aber lediglich größer, stärker und schneller geworden.

    Stimmt nicht, sie sind auch nachweisbar sparsamer geworden. Das sich das in der CO2 Bilanz nicht sehen lässt, liegt daran, dass die Summe der Autos zugenommen hat und viele von kleineren auf größere Modelle umgestiegen sind. Aber vergleichst du so ein größeres Modell von heute mit einem vor 10 Jahren, dann braucht das heutige objektiv belegbar weniger Sprit als noch vor 10 Jahren bei gleicher Fahrweise und Entfernung. Hätten die Anzahl der Autos nicht zugenommen und wäre jeder bei seiner Klasse geblieben, dann würde der Verkehr heute weniger CO2 brauchen als noch vor 10 Jahren. Und hätte es keine Verbesserung beim Verbrauch gegeben, dann wären die Werte explodiert, was aber auch nicht der Fall ist, sie haben nur leicht zugenommen und damit deutlich weniger als aufgrund der Steigerung bei Anzahl und Klassen zu erwarten gewesen wäre.

    > Wenn wir hier mal wieder etwas Downscaling betreiben
    > würden,

    Du denkst in die völlig falsche Richtung. Die Lösung für das Verkehrsproblem ist weniger Verkehr und nicht sparsamere Autos. Egal wie sparsam du ein Auto machst, überhaupt nicht mit einem Auto zu fahren wird immer mehr einsparen. Es gilt also heraus zu finden, warum Menschen überhaupt mit dem Auto fahren und dann zu überlegen, was man tun kann, damit sie das in Zukunft nicht mehr tun müssen.

    Wenn man schnell und günstig von A nach B ohne ein Auto kommt, dann werden viele das auch ohne Auto machen. Wenn es hingegen unmöglich ist von A nach B ohne Auto zu kommen oder Aufwand, Zeit und Kosten dafür inakzeptabel sind, dann werden Menschen mit dem Auto fahren.

    Und wenn es für mich erst gar keinen Grund gibt nach B zu müssen, dann werde ich mich auch nicht nach B begeben, egal mit welchem Verkehrsmittel. Beispiel: Recht auf Home Office. Viele Pendler würden dann zu Hause bleiben und nichts spart mehr CO2 ein als das.

    > Und mit der Verbotssache, viele Gesetze sind ja im Prinzip Verbote.

    Die meisten Gesetze sind Vorschriften, keine Verbote. Sie sagen was passieren muss oder wie es passieren muss, nicht was nicht passieren darf.

    > Wie willst du sonst eine Wirkung erreichen?

    Siehe oben. Statt Menschen verbieten mit dem Auto zu fahren, Menschen eine brauchbare Alternative bieten, damit sie das gar nicht erst müssen, weil dann werden sie freiwillig ihr Verhalten ändern und nicht weil ich sie dazu nötige. Statt Menschen dadurch von etwas abzuhalten, das man es künstlich verteuert bis es sich keiner mehr leisten kann, Menschen vom Zwang dieser Sache befreien, weil dann entfällt oft die Notwendigkeit.

    Als ich in einer Großstadt gelebt habe, habe ich nicht mal ein Auto besäßen, weil alleine für die Fixkosten (Kaupreis auf Laufzeit umgelegt, Steuer, Versicherung und Wartung) konnte ich das ganze Jahr ÖPVN fahren und dann war da immer noch genug Geld um hin und wieder mal mit der Bahn eine Fernreise zu machen oder mir 3-4x pro Jahr ein Auto für ein paar Tage zu mieten, wenn man halt doch mal eines braucht (z.B. um was zu transportieren). Wie gesagt, nur für die Fixkosten, das sind noch gar keine Spritkosten berücksichtigt.

    Aber da wo ich jetzt lebe brauche ich ein Auto, weil ohne Auto ist man da aufgeschmissen. Und wer ein Auto braucht, dem nützt auch ein bisschen ÖPVN nicht, weil ÖPVN + Auto ist immer teurer als nur Auto, wer also eh ein Auto hat, der hat keinen Grund das ab und an mal stehen zu lassen, weil das rentiert sich nicht. Es rentiert sich nur gar kein Auto zu haben und da müssen wir hin. Gar kein Autos muss der Normalfall werden für einen Großteil der Menschen, die heute eines haben oder haben müssen. Nur spreche ich hier nicht von Verzicht! Niemand soll hier auf etwas verzichten müssen oder schlechter leben als bisher! Das ist der große Unterschied zu der Denkweise vieler Grüner. Ich will den Menschen Alternativen anbieten, die am Ende dann beinahe genauso gut sind und der Rest erledigt sich von selbst.

    Und das ist oft die Politik der FDP. Die sagen oft "Lasst uns das so festlegen und dann wird sich das Problem von alleine regeln." Wird es das wirklich? Ich weiß es nicht, man hat ja so gut wie noch nie so einen Vorschlag der FDP jemals umgesetzt und am Ende geschaut, ob das nicht sogar stimmt und sich damit wirklich ein Problem von alleine löst. Man gibt den Lösungsvorschlägen der FDP grundsätzlich keine Chance, was es natürlich unmöglich macht die Qualität dieser Vorschläge objektiv beurteilen zu können. Und mir gefällt auch vieles nicht, was die vorschlagen, aber das ist meine persönliche Meinung, wenn das am Ende wirklich funktioniert, dann muss sich meine Meinung hinter den Tatsachen einordnen, denn auch wenn mir eine Lösung nicht gefällt, eine Lösung die funktioniert ist besser als jeglicher Lösungsvorschlag mit offenen Ergebnis, oder?

    /Mecki

  18. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: jkow 18.06.20 - 14:52

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lindner erklärte, dass der technologische Fortschritt unsere beste
    > Option sei.

    Hoffnung auf eine unbekannte künftige Technologie lässt sich auch einfacher formulieren: Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.

    Baerbock wird wohl kaum gesagt haben, das künftige Technologie nicht helfen kann. Aber so lange sie nicht da ist und man nicht sicher weiß, ob sie kommt, muss man mit dem Arbeiten was man hat. Und Verzicht ist ein immer verfügbares Instrument.

  19. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: /mecki78 18.06.20 - 14:59

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das kann irgendwie leider nicht sein, wenn die Grünen sich für eine
    > Abgabebefreiung für den eigenen Solarstrom vom Dach,

    Den ich mir die nächsten 50 Jahre nicht leisten kann, weil woher soll das Geld dafür kommen? Ich zahle bereits Schulden für ein Haus ab und in 50 Jahren bin ich dann tot. Schönes Beispiel für unsinnige Politik, von der wieder mal nur die Oberschicht mit genug Geldreserven profitiert, die halt mal schnell 20-30'000 aus dem Ärmel schütteln kann.

    > für die Wiedereinführung einer einfachen
    > Einspeisevergütung,

    Die es nicht braucht und die nur wieder zu einer unsinnigen Mehrbelastung führt und damit die Energiewende ausbremst. Den Strompreis reguliert der Markt von alleine und Kohlestrom wäre schon lange weg vom Fenster, hätten wir die Atomkraftwerke einfach nur auslaufen lassen, statt zwangsabzuschalten (die wären sowieso alle bis 2040 dann vom Netz gegangen). Und wenn es keine Neuzulassungen für Kohle und Atomkraftwerke mehr gegeben hätte, hätte zwangsweise alles Geld in Ökostromprojekte fließen müssen und dann müsste auch niemand eine Solaranlage auf sein Dach bauen, weil dann würden Stromanbieter deine Dachfläche anmieten, um dort eine Anlage bauen zu dürfen und dann brauchst du keine Einspeisevergütung, weil dann bekommst du direkt eine feste, immer gleich hohe und zig Jahre gesicherte Dachmiete ohne einen Cent zu investieren.

    Also sehr schöne Bespiele für grüne Unfug-Politik, die du da gepostet hast.

    /Mecki

  20. Re: Technologie und Klimawandel

    Autor: nightmar17 18.06.20 - 17:09

    FerdiGro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Na hier sind ja wieder Leute unterwegs.
    >
    > Versucht doch mal statt Verzicht das Wort Gewohnheit zu verwenden.
    >
    > Dann wird einem vieles klarer...

    Also können wir den Klimawandel nur mit Gewohnheit besiegen?
    Perfekt, dann brauche ich ja nichts weiter ändern, als meine Gewohnheit beizubehalten.
    Danke dafür. Ich gebe das so in der Familie weiter.

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