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Gesundheitswesen?

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  1. Gesundheitswesen?

    Autor: SJ 08.10.14 - 08:43

    Wieso soll das Gesundheitswesen ruckelfrei laufen müssen? Ich kann mir das bei Spitälern irgendwie nicht so nachvollziehen wieso Internetzugang dort ruckelfrei laufen muss...

    --
    Wer all meine Fehler findet und die richtig zusammensetzt, erhält die geheime Formel wie man Eisen in Gold umwandeln kann.

  2. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: plutoniumsulfat 08.10.14 - 08:46

    SJ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso soll das Gesundheitswesen ruckelfrei laufen müssen? Ich kann mir das
    > bei Spitälern irgendwie nicht so nachvollziehen wieso Internetzugang dort
    > ruckelfrei laufen muss...

    Wenn der Defi ein Update braucht...ist wie bei Windows, nämlich immer im Workflow ;)

  3. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: Icestorm 08.10.14 - 10:25

    SJ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso soll das Gesundheitswesen ruckelfrei laufen müssen? Ich kann mir das
    > bei Spitälern irgendwie nicht so nachvollziehen wieso Internetzugang dort
    > ruckelfrei laufen muss...

    Weils dann gleich viel wichtiger und dringender klingt. Schließlich könnten ja Menschen sterben! Und erst die Kinder!

  4. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: Korashen 08.10.14 - 10:36

    Ich vermute mal, dass mit Gesundheitswesen, die OP-Robotter gemeint sind.
    Der Arzt sitzt in den USA und steuert über einen PC einen Robotter in Deutschland, welcher mir dann im Bauch oder so rumfummelt.

    Tja, zu blöd, dass diese aber über ISDN Leitungen laufen und ein einführen von "Qualitätsklassen" innerhalb der deutschen Grenzen auch nichts mit der Verbindung in die USA zu tun haben.
    ABER: Das einfache und dumme Volk weiß das ja nicht, also bringt man es halt als fundamentloses Argument vor.

    "Ich bin für die Einführung der Qualitätsklassen, da wir dadurch die Invasion von Außerirdischen verhindern können! Ohne wäre das nicht möglich und sie würden uns versklaven."

  5. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: daSiFox 08.10.14 - 10:54

    Mittlerweile sind Krankenhäuser auch mit anderen Firmen vernetzt. Z. B. weil Sie sich die Infrastruktur für IT-Equipment nicht leisten können/wollen (Cloud-Services) oder weil Sie sowieso mit vielen anderen Krankenhäusern einen stetigen Wissensaustausch haben.

    Ein anderer Einsatzzweck ist die Analyse von Daten. Auch hierfür ist es nützlich, wenn viele Krankenhäuser mit dem selben System einer Firma verbunden sind, da so die Analyse aussagekräftiger ist. Somit macht es auch keinen Sinn, das intern zu machen.
    Und ja.. da kommen sehr schnell mal ein paar GB zusammen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 08.10.14 10:56 durch daSiFox.

  6. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: Eve666 08.10.14 - 11:03

    Bei fehlender Bandbreite helfen aber auch Qualitätsklassen kein bisschen. Viele Krankenhäuser sind immernoch mit weniger als 5mbit/s angebunden das werden auch mit Qualitätsklassen keine 100mbit/s draus.

    Unsere ahnugslosen Politiker werden hier offensichtlich sehr erfolgreich für dumm verkauft.

  7. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: ridoxx 08.10.14 - 11:35

    Wenn man keine Ahnung hat dann würde ich hier einigen raten sich erstmal zu informieren oder generell zu schweigen!
    Ich arbeite bei einem namhaften Unternehmen im IT Support für Krankenhäuser und Praxen für ganz Europa. Täglich bin ich auf mehreren Dutzend Systemen drauf um dort jegliche IT Probleme zu lösen die so anfallen. Das reicht von simpler Volumenreinigung, über Probleme mit Datenbankverbindung oder Langzeitarchivanbindungen, bis hin zur Installation von Updatepacketen von der Größe mehrerer GB.
    Hier wird frohen Mutes gewitzelt dass gute Internetverbindung für das Gesundheitswesen unwichtig sei - falsch! Wie bereits geschrieben bin ich öfters auf Systemen außerhalb Deutschlands drauf. Wenn dem Arzt einer Notfallklinik der Schuh drückt weil er gerade keine CT/MR Untersuchung einer gerade verunglückten Person fahren kann weil die Internetverbindung so elends langsam ist, sodass das Lösen des Problems durch uns unter Umständen Stunden dauern kann (Verbindungsabbrüche etc.) dann wünscht man sich doch eine bessere Leitung. Und dass deutsche Kliniken gefühlt an ein Holzmodem angeschlossen waren, war keine Seltenheit.
    Ich bin nicht für die "Qualitätsklassen" die von den Telekommunikationsunternehmen vorgeschlagen werden. Jedoch wollte ich mal mit dem Mist aufräumen der hier so geschrieben wird, dass eine schnelle Internetverbindung für das Gesundheitswesen ja "Schwachsinn" sei...
    Ich kann nur den Kopf schütteln!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.10.14 11:38 durch ridoxx.

  8. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: pythoneer 08.10.14 - 11:54

    Ich finde deine Argumente einleuchtend, jedoch finde ich, dass das Problem woanders liegt. Wer komplizierte Technik im Hause hat, vom dem Leben abhängen können, dann sollte man auch einen Techniker im Haus oder zumindest schnell erreichbar zur Verfügung haben. Es kann immer mal Probleme mit der Verbindung geben, ob auf deiner oder ihrer Seite und wenn die Behebung so lebensnotwendig ist sollte man sich darauf auch nicht verlassen. Das Problem liegt hier eher in den Einsparungspotentialen die sich auftun, wenn du von egal wo in Kliniken in ganz Europa rumhantieren kannst, als wenn sie da Leute vor Ort haben müssten.

    Wie du ja schon geschrieben hast liegt das Problem ja auch eher an dem generellen Anschluss mit dem die Kliniken ausgestattet sind. Anstatt also mit Qualitätsklassen rumzuhantieren, sollte man einfach die Kliniken besser anbinden und hier könnte die Bundesregierung auf Länderebene vielleicht sogar was bewirken. Denn ich hätte nichts gegen einen Breitbandausbau mit Qualitätsklasse, die vorsieht, dass Kliniken frühzeitig mit guten Breitbandanschlüssen ausgestattet werden und Vorrang gegenüber privatem Ausbau haben. Das würde sicherlich mehr Sinn machen als eine wackelige 2k Leitung mit Qualitätsklasse A1.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.10.14 11:56 durch pythoneer.

  9. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: ridoxx 08.10.14 - 12:13

    Ja du hast Recht, das Kliniken meist sparen möchten. In Deutschland ist es ja Gott sei Dank so dass sehr viele einen eigenen IT Administrator haben und meist noch einen Spezialisten für unser Produkt (in vielen europäischen Ländern wird sogar daran gespart). Meist ist es jedoch so dass die beiden dermaßen überlastet sind oder sich schlicht drücken (hab es auch mal live "vor Ort" gesehen wie ein IT Admin lieber Kaffee trinkt anstatt Problemen nachzugehen) dass die Ärzte direkt zu uns kommen. In 80-90% der Fälle (für Deutschland, geschätzt) können wir schnell helfen. Manchmal aber eben auch nicht, und wenn dann noch die Internetverbindung einem in die Suppe spuckt - dann hat man Blutdruck weil man einfach weiß dass auf der anderen Seite der Leitung Menschenleben davon abhängen können.
    Die Idee von dir dass das Gesundheitswesen beim Ausbau bevorzugt werden würde fände ich persönlich gut. Leider ist es aber auch oft so dass Krankenhäuser sparen müssen, und auf den ersten Blick (das gebe ich zu), scheint hier die Internetverbindung eine willkommene Position zu sein.
    Ich weiß leider nicht wie die Konditionen für eine Breitbandanbindung für ein durchschnittliches städtisches Krankenhaus sind. Jedoch wie bereits geschrieben - bei einigen in Deutschland scheint 56k noch das Maß aller Dinge zu sein, deshalb schließe ich mal darauf dass hier gespart wird.

  10. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: pythoneer 08.10.14 - 12:27

    Da sprichst du einen guten Punkt an. So wie generell das Personal in Kliniken durch Einsparungen überlastet sind ( Klinikarzt ist alles andere als ein Traumberuf, ähnlich geht es den Mitgliedern in der Verwaltung und von den Schwestern will ich gar nicht reden ) geht es auch den IT Dienstleistern in dem Umfeld.

    Krankenhäuser müssen meiner Meinung nach nicht wirtschaftlich sein. Sowas muss sich eine Gesellschaft leisten können und dann muss man sich auch nicht wegen Todesfällen ärgern wegen der schlechten Internetleitung. Qualitätsklassen machen dafür gar keinen Sinn, aber da sind wir uns ja einig. Wenn wir uns über 56k unterhalten müssen ( ich kenn mich da wirklich nicht aus, danke für deinen Einblick ) dann sollten Qualitätsklassen gar nicht in die Diskussion geworfen werden. Wenn aber kaum noch einer in die gesetzlichen Kassen einzahlt muss man sich deswegen nicht wundern, dann geht es wohl nicht anders als dass Menschenleben von 56k Leitungen bedroht werden.

  11. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: ridoxx 08.10.14 - 12:39

    +1

  12. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: plutoniumsulfat 08.10.14 - 12:43

    hab ich auch gerade überlegt. Da spart man doch relativ gesehen eigentlich so gut wie nichts, oder?

    Unsere Businessleitung UM 128/10 kostet glaube ich keine 200 Euro.

  13. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: TheAerouge 08.10.14 - 14:53

    ridoxx schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hier wird frohen Mutes gewitzelt dass gute Internetverbindung für das
    > Gesundheitswesen unwichtig sei - falsch! Wie bereits geschrieben bin ich
    > öfters auf Systemen außerhalb Deutschlands drauf. Wenn dem Arzt einer
    > Notfallklinik der Schuh drückt weil er gerade keine CT/MR Untersuchung
    > einer gerade verunglückten Person fahren kann weil die Internetverbindung
    > so elends langsam ist, sodass das Lösen des Problems durch uns unter
    > Umständen Stunden dauern kann (Verbindungsabbrüche etc.) dann wünscht man
    > sich doch eine bessere Leitung. Und dass deutsche Kliniken gefühlt an ein
    > Holzmodem angeschlossen waren, war keine Seltenheit.

    Ich glaube auch, das das "Gewitzel" weniger darüber gemacht wurde, dass Krankenhäuser schnelles Internet haben sollten. Ich glaube da sind sich alle einig. Ich glaube die meisten der Anwesenden hier würden sogar unterschreiben, dass JEDER schnelles Internet haben sollte.

    Der Witz hier ist, dass die Industrie behauptet, dass nur die Aufhebung der Netzneutralität (und nichts anderes wäre die Einführung von Qualitätsklassen), Krankenhäusern schnelles Internet ermöglichen würde, während in Wahrheit einfach der Posten "Internetanbindung" in den meisten Kliniken weniger Budget erhält als Bürobedarf.

    Vor allem kann man davon ausgehen, das die Netzbetreiber an das "Qualitätsinternet" auch ein entsprechendes Preisschild schreiben würden, so dass sich de-fakto die Internetverfügbarkeit/-geschwindigkeit in (öffentlichen) Krankenhäusern noch verschlechtern würde, da man hier dann das Budget-Segment bucht ("Hey noch WENIGER Ausgaben für dieses nervige Neuzeitgedöns!").



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.10.14 14:55 durch TheAerouge.

  14. Re: Gesundheitswesen?

    Autor: ridoxx 08.10.14 - 15:17

    Nun über Worte lässt sich nicht immer die Tonlage einer Meinung ablesen, deshalb kann es wohl auch sein dass die Witze in der Art gemeint wurden wie du es darstellst - räume ich ein.
    Jedoch muss ich dir widersprechen dass es jeder auch wirklich gut meinte. Ich habe hier in den letzten Monaten schon die eine oder andere Diskussion hinsichtlich der Internetgeschwindigkeit usw. mitgelesen, und ich war sehr verwundert wie hier stellenweise, ohne ersichtliche Ironie oder Sarkasmus welcher es entschuldigen würde, darüber philosophiert wurde dass 16k DSL doch jedem vollkommen ausreiche, und dass Breitbandgeschwindigkeiten darüber nur Fileshareren und illegalen Downloadern etwas nützen - worauf ich mir nur an den Kopf fassen konnte.
    Aber ja - traurig ist es schon dass gerade an den Stellen und in den Einrichtungen wo solche essentiell wichtige Infrastruktur wie ein leistungsstarker Breitbandanschluss die Arbeit und Sicherheit verbessern würde, gerade an dieser gespart wird.

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