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Die Kapazitäten fehlen

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  1. Die Kapazitäten fehlen

    Autor: firefligher 18.05.22 - 09:07

    Aus meiner Sicht, und die ist natürlich alles andere als fundiert, haben wir in Deutschland gar nicht die Kapazitäten im ÖPNV, um das Neun-Euro-Ticket auch in der Nicht-Urlaubssaison anzubieten. Insbesondere in den Speckgürteln um die Großstädte sind doch in den Hauptverkehrszeiten am Morgen bereits alle S-Bahnen am Limit, die Regionalzüge voll und Busse ebenfalls gut ausgelastet. Es wird also schon seine Gründe haben, weshalb man den Gültigkeitszeitraum für dieses vergünstigte Ticket ausgerechnet in die Jahrszeit gelegt hat, in der weniger Pendler unterwegs sind.

    Ich würde also sagen, es wäre erst einmal notwendig, den ÖPNV massiv auszubauen bevor man über dauerhaft billige Tickets nachdenkt.

    Außerdem halte ich, und das ist wieder eine völlig unfundierte Meinung, das Verramschen von Verkehrsleistung für aus der Zeit gefallen. Wenn sowieso jeder das Ticket hat, dann kann das IMHO sehr gut dazu führen, dass wir alle anfangen, noch mehr unnötige Fahrten zu tätigen als wir es sowieso schon tun (vgl. Anfänge des Schönes-Wochenende-Tickets). Das kostet alles Energie und die wird zum Großteil immer noch aus fossilen Energieträgern gewonnen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.22 09:12 durch firefligher.

  2. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: BlindSeer 18.05.22 - 09:27

    Um, die Busse und Bahnen fahren sowieso? Also auch wenn sie leer wären? Demnach wäre es also eher positiv, weil sie weniger Leerfahrten haben?

  3. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: firefligher 18.05.22 - 09:38

    Ja, aber mehr Nachfrage, insbesondere eine, die wie hier vermutlich sprunghaft ansteigt, führt ziemlich sicher bald zu längeren Zügen und höheren Takten.

    Natürlich kann man jetzt sagen, dass das ja immer noch besser ist als der Individualverkehr, aber eigentlich sollte der Zeitgeist meiner Meinung nach eher in Richtung Verkehrvermeidung gehen, da wir es nach aktuellem Stand (Bauchgefühl) in absehbarer Zeit nicht schaffen werden, unsere kompletten Energieträger auf erneuerbare Energien umzustellen und wir daher andere Wege finden müssen, um die Klimaveränderungen abzufedern. Und allgemein weniger Verkehr ist durchaus eine umsetzbare Möglichkeit, denn sie ist einerseits von der Politik steuerbar (z.B. durch Besteuerung) und anderseits auch vergleichsweise leicht umsetzbar (auch wenn diejenigen, die das beschließen, sich sicherlich unbeliebt machen).

    Natürlich ist der Verkehrssektor nur ein Baustein, aber auch nicht unwichtig.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.22 09:39 durch firefligher.

  4. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: Termuellinator 18.05.22 - 09:40

    firefligher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich würde also sagen, es wäre erst einmal notwendig, den ÖPNV massiv
    > auszubauen bevor man über dauerhaft billige Tickets nachdenkt.

    Also erstmal massig investieren um die Anzahl an Leerfarten erstmal noch deutlich zu erhoehen?
    OPNV muss attraktiver werden - der schnellste Weg dazu fuehrt ueber den Preis. Natuerlich ist auch das nicht optimal, wenn die Bahnen und Busse in den Stosszeiten dann ueberlastet sind - aber dann hat man auf jeden Fall ein Argument, um dort auszubauen.
    Die Alternative, nicht ausgelastete Strecken erstmal noch weiter auszubauen bevor man versucht, diese attraktiver zu machen finde ich definitiv unsinnig - auch wenn ein Ausbau schlussendlich natuerlich absolut angebracht und unvermeidlich ist!

  5. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: Termuellinator 18.05.22 - 09:42

    firefligher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > einerseits von der Politik steuerbar (z.B. durch Besteuerung) und
    > anderseits auch vergleichsweise leicht umsetzbar

    Naja, eine Verpflichtung an die AG, Homeoffice zu ermoeglichen wird ja seit Jahren vertroedelt. Dabei ist HO die einfachste und effektivste Methode, MASSIV Druck aus den Verkehrssystemen (sowohl Strasse als auch Schiene) zu nehmen...

  6. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: BlindSeer 18.05.22 - 09:45

    Ja, und ganz im Gegenteil werden nun alle nach und nach von ihren Chefs wieder sinnlos ins Büro geordert, einfach weil wegen is nicht.

  7. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: Doener 18.05.22 - 09:48

    Team Building...

  8. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: flasherle 18.05.22 - 09:48

    Aber auch nur auf der Straße lösst das ein paar Probleme. Dafür werden die Probleme in den Krankensektor verlagert. Sie Japan und ähnliches, wo es immer mehr und mehr Vereinsamungen gibt, und soziale völlig Isolierte.
    Nein Danke, in so einer Arbeitswelt möchte ich dann doch nicht leben, auch wenn dadurch der Verkehr angenehmer wird...

  9. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: firefligher 18.05.22 - 09:52

    What's wrong with your encoding? :D

    Also ich meinte mit meinem originallen Thread natürlich, dass man zunächst die Strecken ausbauen sollte, die sowieso schon überlastet sind. Ich komme aus Süddeutschland, nördlich von Stuttgart, und bin auch einmal für etwa drei Jahre nach Stuttgart ~60 km pro Richtung gependelt. Meine Erfahrungen waren, dass morgens die S-Bahnen knall voll sind, wirklich sehr kuschelig, aber auch das Maximum der Infrastruktur voll ausgereizt wird, sodass kleinste Störungen sofort zu massiven Verspätungen führen, die sich auf's komplette System auswirken und dann auch plötzlich Regionalzüge, Fernverkehr, Güterzüge, usw. betreffen, weil sich alle zwischen Ludwigsburg/Kornwestheim/Stuttgart-Zuffenhausen mehr oder weniger dieselben Gleise teilen und dann Züge teilweise drei Mal in 20 km das Streckengleis wechseln.

    Hier sollte man natürlich ausbauen. Ich glaube auch, dass ein Ausbau von z.B. der Bahnstrecke Landau - Pirmasens Nord nicht viel bringt und momentan verschwendet wäre, weil da einfach nicht die Nachfrage da ist.

    Also mein erster Argumentationsteil bezog sich eigentlich darauf, dass wenn man ein sehr günstiges Ticket dauerhaft einführt, dieses dazu führen könnte, dass in den Verkehrsmitteln der Speckgürtel die Nachfrage noch weiter steigt und es damit zu einer erheblichen Verschlechterung der Betriebsqualität kommt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.22 09:55 durch firefligher.

  10. Re: Die Kapazitäts planung fehlt

    Autor: Doener 18.05.22 - 09:54

    Angenommen, das 9-Euro-Ticket gäb es nur per App.
    Angenommen du wirst belohnt, wenn du ein fahrt, machst, die du vorher angekündigt hast.
    Dann würden viele Leute das machen.
    Die App könnte dir sagen, die Strecke ist zu der Zeit sehr ausgelastet, 20 Min. früher oder später, und du hast vermutlich einen Sitzplatz.

    Sowas könnte auch helfen, dynamisch auf die aktuelle Fahrgastsituation einzugehen. Nicht erst, wenn der Bahnsteig/Bushaltestelle überfüllt ist, mit Menschen oder die Zug/Bus/Straßenbahn die Türen nicht mehr zu bekommt.

  11. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: BlindSeer 18.05.22 - 09:56

    Es geht um das Recht, nicht die Pflicht. Wenn du gerne jeden Tag 1h pendelst: feel free.

  12. Re: Die Kapazitäts planung fehlt

    Autor: BlindSeer 18.05.22 - 09:57

    Geil! Bewegungsprofile. Endlich freiwillig alle Daten haben, weil gibt ja ein Bonbon dafür... *würg*

  13. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: Bluejanis 18.05.22 - 10:06

    firefligher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich würde also sagen, es wäre erst einmal notwendig, den ÖPNV massiv
    > auszubauen bevor man über dauerhaft billige Tickets nachdenkt.

    Dass ausgebaut werden muss, ist richtig. Jedoch sollte man darauf nicht warten.
    Beides muss gleichzeitig verbessert werden!

  14. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: Bluejanis 18.05.22 - 10:09

    Das führt aber oft zu Widerständen von den Angestellten.

    Und sonst sucht man halt. Es gibt ja nun doch mehr Firmen, die Home-Office anbieten.

  15. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: BlindSeer 18.05.22 - 10:14

    Gab ja Umfragen. 70 - 80% der Arbeiter die gerade HO machen würden es gerne beibehalten, oder weniger ins Büro gehen. Die gleiche Anzahl an Chefs würde die Leute am liebsten direkt wieder voll ins Büro holen, bzw. ihnen höchstens 1 bis 2 Tage zugestehen.

  16. Japan vereinsamt wegen Homeoffice?

    Autor: Extrawurst 18.05.22 - 10:16

    Also sorry, aber die Vereinsamung in Japan liegt sicher nicht am Homeoffice.

    Im übrigen ist Japan nicht unbedingt die Tech-Hochkultur, wie gerne suggeriert wird. Eigentlich geht es Japan in vielen Dingen recht ähnlich wie uns: Alte Strukturen, die schon vor 100 Jahren gut funktioniert haben, aber deswegen jetzt sehr Träge für neue Veränderungen sind. Es gibt auch *unfassbar viel* Papier-Bürokratie in Japan, die zu großen Teilen seit der Kaiserzeit unverändert ist.

    Es haben auch durchschnittlich weniger Menschen einen PC (und damit überhaupt die Möglichkeit für Homeoffice) zu Hause. Die Überalterung ist, nicht zuletzt wegen weit weniger Immigration, in Japan noch extremer als hier. Das ist auch einer der Gründe, warum sich so viele Japaner tot arbeiten... anders können viele ihre Familie und (die eigene) Altersvorsorge nicht mehr sichern.

    Diese Trends in der japanischen Arbeitswelt sind allesamt auch weitaus älter, als das vergleichsweise junge Phänomen der Heimarbeit.

  17. Re: Japan vereinsamt wegen Homeoffice?

    Autor: BlindSeer 18.05.22 - 10:17

    Deutschland hat die Bürokratie erfunden, Japan hat sie perfektioniert. ;) Gerade Japan ist voll von Traditionen.

  18. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: Bluejanis 18.05.22 - 10:18

    firefligher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich kann man jetzt sagen, dass das ja immer noch besser ist als der
    > Individualverkehr, aber eigentlich sollte der Zeitgeist meiner Meinung nach
    > eher in Richtung Verkehrvermeidung gehen, da wir es nach aktuellem Stand
    > (Bauchgefühl) in absehbarer Zeit nicht schaffen werden, unsere kompletten
    > Energieträger auf erneuerbare Energien umzustellen und wir daher andere
    > Wege finden müssen, um die Klimaveränderungen abzufedern. Und allgemein
    > weniger Verkehr ist durchaus eine umsetzbare Möglichkeit, denn sie ist
    > einerseits von der Politik steuerbar (z.B. durch Besteuerung) und
    > anderseits auch vergleichsweise leicht umsetzbar (auch wenn diejenigen, die
    > das beschließen, sich sicherlich unbeliebt machen).

    Wieso betrifft dies die Bahn? Die sind doch schon seit Jahren bei 100% Ökostrom.
    Das ist schon ein großer Vorteil zu anderen Verkehrsmitteln.

    Insofern denke ich nicht, dass Reisen per Bahn vermieden werden sollten.

  19. Re: Die KapazitÀten fehlen

    Autor: Termuellinator 18.05.22 - 10:30

    Ich wuerde nie eine Pflicht fuer AN gutheissen, zwingend im HO zu arbeiten. (Abseits von Situationen wie einer Pandemie natuerlich).
    Jeder, der aufgrund seiner Vorlieben oder seiner raeumlichen Gegebenheiten zuhause lieber ins Buero moechte sollte das auf jeden Fall tun koennen.
    Aber es gibt einfach quasi keine vernuenftigen Argumente, wieso es denen, die sich im HO wohler fuehlen verweigert werden sollte (solange die Leistung passt - die ist aber ja bei den meisten sogar eher gestiegen..)

  20. Re: Die Kapazitäten fehlen

    Autor: Termuellinator 18.05.22 - 10:33

    firefligher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > What's wrong with your encoding? :D

    Ja, gute Frage - kriegt Golem einfach nicht gebacken (bin ja nicht der Einzige - Golem aber die einzige Seite, wo das Problem auftritt...)

    > Also ich meinte mit meinem originallen Thread natürlich, dass man zunächst
    > die Strecken ausbauen sollte, die sowieso schon überlastet sind. Ich komme
    > aus Süddeutschland, nördlich von Stuttgart, und bin auch einmal für etwa
    > drei Jahre nach Stuttgart ~60 km pro Richtung gependelt. Meine Erfahrungen
    > waren, dass morgens die S-Bahnen knall voll sind, wirklich sehr kuschelig,
    > aber auch das Maximum der Infrastruktur voll ausgereizt wird, sodass
    > kleinste Störungen sofort zu massiven Verspätungen führen, die sich auf's
    > komplette System auswirken und dann auch plötzlich Regionalzüge,
    > Fernverkehr, Güterzüge, usw. betreffen, weil sich alle zwischen
    > Ludwigsburg/Kornwestheim/Stuttgart-Zuffenhausen mehr oder weniger dieselben
    > Gleise teilen und dann Züge teilweise drei Mal in 20 km das Streckengleis
    > wechseln.

    Der Kessel ist sowieso ein Fall fuer sich - aber da ist ja nicht nur der OPNV ueberlastet, sondern eben auch die Strasse, tendenziell sogar noch mehr. Zu Stosszeiten bist du als Rollstuhlfahrer ohne Arme schneller ueber den Pragsattel als als Autofahrer ;)

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