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Denken tut weh!

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  1. Denken tut weh!

    Autor: Nr.1 14.08.12 - 11:44

    Jaaaaa! Ein neues, tolles Modewort! Ich lechze geradezu nach diesen wundervollen Buchstabengebilden, die die Runde machen, bedenkenlos aufgenommen und weiter getragen werden.

    Von nun an gibt es in der Onlinewelt keine allgemeine Empörung mehr, keinen Sturm der Entrüstung, keinen Aufruhr, keine Protestwelle. Es wird shitgestormt, genau wie man bereits twittert, addet, downloaded (oder downgeloaded hat) oder jemanden likt.

    Die allgemeine Denkfäule greift um sich und Begriffe durchwuchern die Muttersprache, die oft grausam verbogen von nun an den Alltag bilden. Gibt es sinnige , deutsche Begriffe dazu? Egal! Wir worden uns das Leben schön!

  2. Re: Denken tut weh!

    Autor: a user 14.08.12 - 12:41

    bei allem verständnis für deine intention, aber was hat das mit deinem titel zu tun? nur weil jemand (nach deiner auffasung) die sprache verunglimpft bedeutet das nicht, dass er zu faul zum denken ist oder gar dessen nur eingeschränkt fähig ist.

  3. Re: Denken tut weh!

    Autor: Nr.1 14.08.12 - 13:01

    a user schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > bei allem verständnis für deine intention, aber was hat das mit deinem
    > titel zu tun? nur weil jemand (nach deiner auffasung) die sprache
    > verunglimpft bedeutet das nicht, dass er zu faul zum denken ist oder gar
    > dessen nur eingeschränkt fähig ist.

    Genau das meine ich aber. Es ist nur meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.

    Für mich steht fest, dass ein allgemeiner Verfall der Sprache stattfindet. Ich rede nicht von allen englischen Begriffen, die jemals dauerhaft die deutsche Sprache durchdrungen haben. Die meisten dieser Worte sind längst fest integriert. Schlimm wird es dann, wenn man ohne einen Moment nachzudenken englische Worte verwendet, die entweder leicht durch deutsche Begriffe zu ersetzen sind oder sogar damit beginnt, diese fremden Worte in die deutsche Sprache gewaltsam hineinzudrücken.

    Wer also freiwillig Dinge von sich gibt, wie beispielsweise: "Ich hab mal den Clip vom Shitstorm upgeloaded. Likt ihn bitte!", der ist für mich nicht mehr Herr seiner Synapsen.

  4. Re: Denken tut weh!

    Autor: a user 14.08.12 - 14:40

    Nr.1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > a user schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > bei allem verständnis für deine intention, aber was hat das mit deinem
    > > titel zu tun? nur weil jemand (nach deiner auffasung) die sprache
    > > verunglimpft bedeutet das nicht, dass er zu faul zum denken ist oder gar
    > > dessen nur eingeschränkt fähig ist.
    >
    > Genau das meine ich aber. Es ist nur meine Meinung, nicht mehr und nicht
    > weniger.
    >
    > ....
    > Wer also freiwillig Dinge von sich gibt, wie beispielsweise: "Ich hab mal
    > den Clip vom Shitstorm upgeloaded. Likt ihn bitte!", der ist für mich nicht
    > mehr Herr seiner Synapsen.

    Eine gewagte These und vor allem eine, ohne jede Begründung. Mich stört nicht deine (nicht) wertschätzung der veränerung der sprache. mich stören alelrdings die schlüsse, die du bzgl. der geistigen fähigkeiten für eine große allgemeinheit ziehst, vor allem ohne jede begründung oder plausibilität. eine solche verquerte logik find ich wesentlich aussagekräftiger in bezug auf deine vorwürfe ;)

    so etwas finde ich weit aus beängstigender als die "verunglimpfung" einer sprache, insbesondere da sprachen durch solche verunglimpfungen sich schon immer überhaupt erst entwickelt haben.

    EDIT: zur verdeutlichung:
    du redest von einer aktion (hier das sprechen bzw. verunglimpfen) und schließt von dort auf die geistigen fähigkeiten der personen, die so handeln. das tust du ohne auch nur mit einem wort bezug auf gründe für diese aktion zu nehmen.

    insofern sind deine schlußfolgerungen völlig zusammenhangslos. in dem licht ist dein titel doch totale ironie ;)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.08.12 14:43 durch a user.

  5. Re: Denken tut weh!

    Autor: SIDESTRE4M 14.08.12 - 15:02

    Ich stimme Nr.1 zum Teil zu. Es sind meistens Leute, die es sich entweder einfach machen, oder generell nicht die Ambition haben, eine Sprache korrekt oder akkurat auszuüben. Ist nicht gerade ein Indikator für Intelligenz, aber auch nicht immer ein Beweis für Dummheit. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

    ---

    Allerdings ertappe ich mich auch selbst beim Chatten dabei, mich oft englischer Wörter zu bedienen und mir passiert es auch häufig, da ich viel auf englisch lese, dass mir zuerst englische Wörter oder Phrasen einfallen in bestimmten Situationen. Man denkt dann partiell schon englisch. So geht es mir zumindest.

    Hab mir beholfen, indem ich entweder ganze englische Sätze oder ganze deutsche Sätze schreibe und mich bemühe, auch die richtigen deutschen (aber dann im Gegenzug auch die richtigen englischen) Ausdrücke für etwas zu finden.

  6. Re: Denken tut weh!

    Autor: Himmerlarschundzwirn 14.08.12 - 15:11

    Kann man eine Sprache "ausüben"?

  7. Re: Denken tut weh!

    Autor: SIDESTRE4M 14.08.12 - 15:53

    Himmerlarschundzwirn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kann man eine Sprache "ausüben"?


    Laut Duden:

    (eine Tätigkeit regelmäßig oder längere Zeit) [berufsmäßig] ausführen
    Beispiele:
    ein Gewerbe, Handwerk, einen Beruf ausüben
    eine Kunst ausüben
    eine Praxis ausüben (praktizieren)

    Ist jetzt ein wenig Haarspalterei, aber angenommen ich wäre Dolmetscher oder Poet... xD Im Zweifelsfall berufe ich mich auf Punkt 3. ;P

  8. Re: Denken tut weh!

    Autor: Himmerlarschundzwirn 14.08.12 - 16:25

    Selbst wenn du Dolmetscher wärst, würdest du aber nur den Beruf ausüben. Das heißt noch nicht, dass man Sprache ausüben kann ;-) Die Wörter passen einfach nicht zusammen.

  9. Re: Denken tut weh!

    Autor: SIDESTRE4M 14.08.12 - 21:44

    Ok, hast mich überredet. Solltest du den Text von mir durch Zufall nochmal lesen, ersetze bitte dieses Wort im Geiste durch eines, welches dir passender erscheint. Zum Beispiel "anzuwenden". ;-)

  10. Re: Denken tut weh!

    Autor: Oopser 14.08.12 - 22:18

    Wie so oft, verteidigt man eine Sache einfacher gegen ihre Feinde als gegen ihre 'Verteidiger'. Dies gilt ganz besonders für die Sprache.

    Da ist zum Beispiel die Sprache der Metaphorik. Wenn mir ein Stein vom Herzen fällt, ist die Welt in Ordnung, weil diese Metapher ziemlich alt ist. Wenn jemand Sprache ausübt - eine schöne Metapher - ist er (sie) in den Senkel zu stellen von Bewahrern des Wahren Ausdrucks. Zwischen 1933 und 1945 hatten Bewahrer des Wahren <wasauchimmer> ihr Himmelreich auf Erden.

    Wenn Menschen feststellen, dass es etwas Neues gibt, wollen sie dem ganz schnell einen prägnanten Namen geben. Das war schon vor 200 Jahren so, aber heute geht's schneller wg. Internet. Macht jemand einen Vorschlag und der Ausdruck wird akzeptiert, war's das.

    Manchmal ist der Begriff dann englisch, z.B. 'Shitstorm'. Manchmal ist der Begriff dann deutsch, z.B. Weltschmerz. Manchmal ist der Begriff dann französisch, z.B. touché. Manchmal ...

    Und ohne jede Ausnahme gibt es Leute, die nicht gefragt wurden, ob sie damit einverstanden sind. Gottseidank gibt es für diese Leute heute zahllose Foren, wo sie ihren Weltschmerz loslassen können, etwa in Form eines Shitstorms, darauf wartend, dass jemand ihren Beitrag mit Touché adelt.

    Na schön. Läbbe geht weiter, wie ein Fußballtrainer feststellte.

  11. Re: Denken tut weh!

    Autor: SIDESTRE4M 14.08.12 - 23:00

    Schöner Text.

    Mir stellt sich gerade die Frage, ob sich Facebook langsam als "Stimme des Volkes" etabliert.

    Wo sonst kann eine Menschenmasse so konzentriert Gehör finden? Aber bevor mir jemand Worte in den Mund legt... ich sehe das nicht unbedingt positiv. Es gibt nach meiner Erfahrung auch viele Leute, die einfach nur irgendwas irgendwo loswerden wollen, die lassen sich auch gerne mal mitreißen. Stimmen der Vernunft gehen da gerne mal unter, ebenso wie die nötige Netiquette. Trauriger ist, dass diese wohl zugunsten der Aufmerksamkeit ignoriert werden muss.

    "Liebes ARD-Team, ich möchte die Gelegenheit nutzen um Sie darauf aufmerksam zu machen, dass ihre Reporter für meinen Geschmack etwas übereifrig agieren, was das Kommentieren während der Events der Olympiade betrifft."

    Oder:

    "Ey ihr sp#'@en könnt ihr nihct mal die fr#'@se haltn.ihr labat zu viehl !!!!"

    Was wird wohl mehr Gehör finden? xD

  12. Re: Denken tut weh!

    Autor: Oopser 15.08.12 - 00:27

    Solange jede(r) Facebookie sich nur als seine/ihre eigene Stimme versteht, mag die Summe 'Stimme des Volkes' genannt werden. Erst wenn eine(r), mit Verweis auf die Follower, sich selbst als diese omnidesaströse - sorry, ominöse Stimme versteht, wird es gefährlich.

    Sich Luft machen zu können, und dann noch Feedback dafür zu kriegen, ist das Zweitgrößte überhaupt. So gesehen verhindert Facebook - und Golem auch - Kurzschlussattentäter, medial besser als Amokläufer bekannt. In dieser Hinsicht ist es nicht so wichtig, welche Form gewählt wird, und ob die Großbuchstaben vorne sitzen.

    Die Frage, wer mehr Gehör finden wird, ist einfach zu beantworten: Wer die höhere Trefferquote in seinem Text hat, d.h. wer mehr Leute dazu kriegt, beim Lesen zu nicken und zu denken, Genau so! Das ist ungefähr so planbar wie das Schreiben eines Songs, der ein Hit wird. Oder Film. Oder Buch. Eine Fäkalie im Satz verhindert das nicht (zwingend). Befördert es auch nicht (zwingend).

    Vor knapp hundert Jahren fragte einer, "Sag mal, verehrtes Publikum: bist du wirklich so dumm?" Der wollte noch Qualität.

    Mit Blick auf die Trefferquote wäre vielleicht folgender Kompromiss erfolgreich:

    "Liebes ARD-Team, ich wünsche mir einen Moderator, der zur rechten Zeit mit dem Sch...gelaber aufhört und einfach mal chillt. Bitte merkt Euch das, Ihr A....geigen. Danke, Euer f...ed-over Kunde."

    Man könnte ja auch einfach abschalten, und so verpassen zugunsten der eigenen Konsequenz. Wie Denken tut das weh, aber nur am Anfang. Schlimm ist allerdings der damit erlittene Verlust an Event-to-be-bitched-about, z.dt. Ereignissen, über die man sich jetzt endlos beschweren kann.

    Sofern einem noch einer zuhört ...

  13. Re: Denken tut weh!

    Autor: SIDESTRE4M 15.08.12 - 02:38

    Hm, erinnert sich noch einer an die Übertragung der Loveparade auf Viva wo dauernd dieser Fleischmann eingeblendet wurde und was dazu gelabert hat? Weiß nicht mehr welches Jahr das war (irgendwann Anfang 2000), und wer auf diese geniale Idee gekommen ist und weiß Gott hatte ich nichts gegen Fleischmann, aber... naja. Ist ein ähnliches Szenario.

    Hieß es nicht auch irgendwo, Facebook müsse sich selbst neu erfinden? xD

    Ich bin gespannt, wann die ersten Politiker in dem Umfang geshitstormt (kann man das jetzt so nennen? xD) werden. Das sollte man beim nächsten machen, der mal wieder die PKW-Maut erwähnt.

  14. Touché! ;)

    Autor: Trollfeeder 15.08.12 - 07:31

    Es ist immer die Angst um die eigene Sprache, dabei ist die transition von Begriffen aus anderen Sprachen uralt. Meine Oma hat z.B. immer Trottoir für den Bürgersteig gesagt oder Staket für den Gartenzaun.

    --------------------------------------------------------------------------------
    Meine Erziehung mag nicht vollständig sein. Dennoch betrachte ich sie als abgeschlossen.
    ----------------------------------------

  15. Re: Touché! ;)

    Autor: Himmerlarschundzwirn 15.08.12 - 07:59

    Daran ist doch auch gar nichts auszusetzen. Hier stören sich mMn die wenigsten daran, dass ein englischer Begriff einen deutschen ersetzt. Es geht darum, dass dieser Begriff aus dem Bereich der Fäkallinguistik kommt. Man muss sich einen "Shitstorm" nur mal bildlich vorstellen, da wird einem übel!

  16. Re: Touché! ;)

    Autor: Oopser 15.08.12 - 15:35

    Wieviele "Scheißjobs" haben mit der Verarbeitung von Fäkalien zu tun?

    Ein Begriff sollte aus seiner eigenen Sprachkultur heraus beurteilt werden. Im Englischen ist "f***" ein absolut gängiger Begriff in Kontexten, die vom Sex sehr weit entfernt sind. 'Shit' ist nicht so weit verbreitet und nicht so flexibel, aber 'shitfaced' meint besoffen. (Man darf vermuten, der Begriff stammt aus einer Zeit, in der jemand, der auf der Straße auf die Schnauze fiel, diese anschließend mit Fäkalien verschmiert hatte.)

    Begriffe sind immer Pakete. Man muss das ganze Paket akzeptieren, d.h. das Wort, die Sprache, und die Sprachkultur dahinter. Der Versuch, nur einen Teil davon zu übersetzen bzw. zu transferieren, führt zu verzerrten Ergebnissen. Nicht, dass das nicht permanent versucht würde, vorzugsweise von Vertretern der Branchen, die heiße Luft ohne Einsatz von Geräten aus dem Baumarkt produzieren.

  17. Re: Touché! ;)

    Autor: Himmerlarschundzwirn 15.08.12 - 15:41

    Da gehe ich sogar mit. Aber wenn ich den Begriff / das Paket aus einer anderen Sprache / Kultur in meine importiere, es dabei aber widerlich wird, weil dieses Paket in meiner Sprache eine völlig ekelhafte Assoziation auslöst, kann ich es dann nicht einfach bleiben lassen?

  18. Re: Touché! ;)

    Autor: Oopser 15.08.12 - 15:57

    Es gibt zwei Antworten auf diese Frage.

    1. Du versuchst immer noch, die zum Begriff gehörende Sprachkultur durch Deine eigene (deutsche) zu ersetzen. Das verzerrt, und Deine Reaktion ist der beste Beweis.

    2. Natürlich bist Du nicht gezwungen, diese Art von Schizophrasie mitzumachen, und natürlich kannst Du jeden schlecht assoziierten Begriff ablehnen. Dann musst Du aber auch in Kauf nehmen, dass die Mehrheit, der das egal ist bzw. die solche Konflikte gar nicht wahrnimmt, eine andere Sprache spricht als Du oder dich nicht versteht.

    Das passiert regelmäßig auch im Deutschen. "Geil" hat heute eine völlig andere Bedeutung als vor 20-30 Jahren. Wer an der alten Bedeutung festgehalten hat, kommt mit modernen Kommunikationsbeiträgen nicht mehr klar.

    Unzulässig ist nur, selbst nicht mitzuspielen und die anzublaffen, die es tun: Man darf die eigenen Wertmaßstäbe eben nur auf solche Leute anwenden, die dieselben Maßstäbe verwenden. (Dieser Konflikt ist allerdings schon sehr alt.)

  19. Re: Touché! ;)

    Autor: Himmerlarschundzwirn 15.08.12 - 15:59

    Ich geb dir mal Recht. Einerseits, weil da viel Wahres drinsteckt und andererseits, weil ich jetzt Feierabend hab ;-)

  20. [ + + ]

    Autor: fratze123 15.08.12 - 16:19

    so sieht es aus.

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