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Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

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  1. Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: brotiger 28.06.19 - 08:16

    Die Stadtwerke bauen das ganze Netz auf und übergeben es dann komplett schlüsselfertig an ein Privatunternehmen, statt es selbst zu betreiben oder zumindest Open Acces zu machen. Ist in meiner Heimatstadt hier auch passiert. Dort war der Profiteur die Telekom, welche nun viel zu wenig Leistung für viel zu hohe Preise liefert, da sie das Monopol auf Glasfaser hat. In Folge sind viele bei VDSL geblieben, welches absurderweise ja auch von der Telekom betrieben wird.

    Warum muss in Deutschland eigentlich IMMER ein Privatunternehmen eingeschaltet werden, obwohl es gar keinen Sinn ergibt? Ist bei der Maut z.B. auch so.

  2. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: pr0user 28.06.19 - 08:56

    Das wird mit ziemlicher Sicherheit daran liegen, dass die Stadtwerke dort keine eigene Abteilung oder Tochterfirma haben, welche als Telekommunikationsanbeiter aktiv sind. Es darf einfach nicht jeder ein Telekommunikationsnetz, welches im öffentlichem Grund liegt betreiben. Dafür braucht es Lizenzen von der Bundesnetzagentur. Das ist ein bürokratischer Aufwand bzw. weitere Kosten für die Stadtwerke das Netz auch zu betreiben. Wenn es noch keine Abteilung dafür in den Stadtwerken gibt, muss auch noch das KnowHow aufgebaut werden.

    Deswegen gibt es viele Unternehmen, die zwar die Infrastruktur aufbauen aber dann die Infrastruktur verpachten. Das machen z.B. auch viele Genossenschaften oder Wohnungswirtschaften. Sie lassen Glasfaser zwischen den Liegenschaften verlegen, die Infra gehört ihnen zwar auch, wollen aber nicht den ganzen Stress, der mit dem Betrieb einher geht: Anbindungen, Konfiguration, Betrieb, G10-Ausleitungen usw. usf.

    Es ergibt also nur für DICH keinen Sinn, weil du es halt nicht besser wusstest.

  3. Ähm FTTH und VDSL kosten das selbe...

    Autor: Pecker 28.06.19 - 09:27

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Stadtwerke bauen das ganze Netz auf und übergeben es dann komplett
    > schlüsselfertig an ein Privatunternehmen, statt es selbst zu betreiben oder
    > zumindest Open Acces zu machen. Ist in meiner Heimatstadt hier auch
    > passiert. Dort war der Profiteur die Telekom, welche nun viel zu wenig
    > Leistung für viel zu hohe Preise liefert, da sie das Monopol auf Glasfaser
    > hat. In Folge sind viele bei VDSL geblieben, welches absurderweise ja auch
    > von der Telekom betrieben wird.

    Absurd ist daran nur, dass wenn Glasfaser ausgebaut wird, es wirklich möglich ist, sich dem zu verweigern. Das führt nämlich genau dazu, dass parallel ein Kupfer- und ein Glasfasernetz betrieben werden muss, was zu höhren Betriebskosten aber nicht sofort zu mehr Einnahmen führt. Das geht nur, wenn man die Preise erhöht und zwar sowohl für Kupfer als auch für Glasfaser.

    Und VDSL und Glasfaer kosten bei der Telekom exakt das gleiche! Weswegen die Leute dann dennoch bei VDSL bleiben? Weils reicht und funktioniert.

    > Warum muss in Deutschland eigentlich IMMER ein Privatunternehmen
    > eingeschaltet werden, obwohl es gar keinen Sinn ergibt? Ist bei der Maut
    > z.B. auch so.

    Wenn der Staat nicht so oft versagen würde, wäre ich sogar deiner Meinung. Allerdings versagen sie halt auch bei der Auswahl der privaten Unternehmer. Man muss ja immer den "billigsten" nehmen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.06.19 09:28 durch Pecker.

  4. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: bliblibum 28.06.19 - 11:51

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Stadtwerke bauen das ganze Netz auf und übergeben es dann komplett
    > schlüsselfertig an ... Telekom betrieben wird.
    Grünau! Da sollte doch zumindest eine EU-weite Ausschreibung erfolgt sein. Gibt es dazu nicht eine EU-Verordnung oder ein adäquates Gesetz?

    > Warum muss in Deutschland eigentlich IMMER ein Privatunternehmen
    > eingeschaltet werden, obwohl es gar keinen Sinn ergibt? Ist bei der Maut
    > z.B. auch so.
    Tja, warum? Weil das eben so ist, im herrschenden Wirtschaftssystem. Nur für den Fall, dass Du es bis dato noch nicht gemerkt haben solltest: Willkommen in der Marktwirtschaft, denn da, wo es was zu verdienen gibt, da schlägt der gewinnorientierte (negativ besetzt: profitorientierte oder auch gern maßlos gierige genannte) Kapitalist gnadenlos zu. Ihm ist dafür jedes Mittel recht, soweit es seine eigene Moral, so sie vorhanden ist, erlaubt, oder Gesetze und verbindliche Regeln das nicht regulieren, sprich einschränken.
    Sollte dies aber restriktiv der Fall sein, machen die sich Ihre Gesetze selbst oder streben in die Machtpositionen in der Gesellschaft, die ihnen die Möglichkeiten dazu eröffnen. Ein allzu bekanntes und plakatives Bsp. ist der amtierende Ami-Präsident, Donald TRUMPeltier.

  5. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: Prokopfverbrauch 28.06.19 - 12:28

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Stadtwerke bauen das ganze Netz auf und übergeben es dann komplett
    > schlüsselfertig an ein Privatunternehmen, statt es selbst zu betreiben oder
    > zumindest Open Acces zu machen. Ist in meiner Heimatstadt hier auch
    > passiert. Dort war der Profiteur die Telekom, welche nun viel zu wenig
    > Leistung für viel zu hohe Preise liefert, da sie das Monopol auf Glasfaser
    > hat. In Folge sind viele bei VDSL geblieben, welches absurderweise ja auch
    > von der Telekom betrieben wird.

    > Warum muss in Deutschland eigentlich IMMER ein Privatunternehmen
    > eingeschaltet werden, obwohl es gar keinen Sinn ergibt? Ist bei der Maut
    > z.B. auch so.

    Das sind grundsätzliche, rechtliche und förderrechtliche Voraussetzungen. Es muss Ausschreibungen geben und es muss einen privatwirtschaftlichen Netzbetreiber geben der durch eine Ausschreibung ermittelt wird. Und es gewinnt idR der Betreiber der auch die höchsten Nutzungsentgelte zahlt. Theoretisch hätte auch die Stadt Heidelberg "bauen" können, und die Stadtwerke hätten sich in Form einer GmbH o.Ä. beworben.

    Man darf das nicht einfach selbst betreiben, erst recht nicht als Kommune.

    Und der Open Access ist mit der Förderung grundsätzlich Pflicht. Es gibt in der Ausschreibung definierte Open Access Produkte.

  6. Re: Ähm FTTH und VDSL kosten das selbe...

    Autor: Faksimile 28.06.19 - 16:57

    Pecker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > brotiger schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Stadtwerke bauen das ganze Netz auf und übergeben es dann komplett
    > > schlüsselfertig an ein Privatunternehmen, statt es selbst zu betreiben
    > oder
    > > zumindest Open Acces zu machen. Ist in meiner Heimatstadt hier auch
    > > passiert. Dort war der Profiteur die Telekom, welche nun viel zu wenig
    > > Leistung für viel zu hohe Preise liefert, da sie das Monopol auf
    > Glasfaser
    > > hat. In Folge sind viele bei VDSL geblieben, welches absurderweise ja
    > auch
    > > von der Telekom betrieben wird.
    >
    > Absurd ist daran nur, dass wenn Glasfaser ausgebaut wird, es wirklich
    > möglich ist, sich dem zu verweigern. Das führt nämlich genau dazu, dass
    > parallel ein Kupfer- und ein Glasfasernetz betrieben werden muss, was zu
    > höhren Betriebskosten aber nicht sofort zu mehr Einnahmen führt. Das geht
    > nur, wenn man die Preise erhöht und zwar sowohl für Kupfer als auch für
    > Glasfaser.
    >
    > Und VDSL und Glasfaer kosten bei der Telekom exakt das gleiche! Weswegen
    > die Leute dann dennoch bei VDSL bleiben? Weils reicht und funktioniert.
    >
    > > Warum muss in Deutschland eigentlich IMMER ein Privatunternehmen
    > > eingeschaltet werden, obwohl es gar keinen Sinn ergibt? Ist bei der Maut
    > > z.B. auch so.
    >
    > Wenn der Staat nicht so oft versagen würde, wäre ich sogar deiner Meinung.
    > Allerdings versagen sie halt auch bei der Auswahl der privaten Unternehmer.
    > Man muss ja immer den "billigsten" nehmen.

    Das ist so nicht ganz korrekt.
    Der wirtschaftlich beste Anbieter bekommt den Zuschlag.
    Jetzt wird es kompliziert:
    Das Vergaberecht geht davon aus, dass durch die Vorgaben der Ausschreibung die Angebote vergleichbar sind, wenn nicht sogar weitestgehend inhaltlich übereinstimmen. Dann ist der Anbieter mit dem niedrigsten Preis der wirtschaftlichste.
    Und darin liegt die Krux. Denn das Vergaberecht erlaubt vielfach nicht eine derart detaillierte und bis in die kleinste Kleinigkeit definierte Ausschreibung so dass dann im Angebot doch Unterschiede aus verwendeten Materialien und ggf, Ausführungen enstehen die dann im Nachgang auch zu den Preisdifferenzen führen können. Und dann kann eben der preislich niedrigste Anbieter den Zuschalg erhalten, der aber über die gesamte Kalkulation und Laufzeit der Verwendung betrachtet doch nicht der wirtschaftlichste ist.

  7. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: Faksimile 28.06.19 - 17:00

    bliblibum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > brotiger schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Stadtwerke bauen das ganze Netz auf und übergeben es dann komplett
    > > schlüsselfertig an ... Telekom betrieben wird.
    > Grünau! Da sollte doch zumindest eine EU-weite Ausschreibung erfolgt sein.
    > Gibt es dazu nicht eine EU-Verordnung oder ein adäquates Gesetz?
    >
    VOL => Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen

    > > Warum muss in Deutschland eigentlich IMMER ein Privatunternehmen
    > > eingeschaltet werden, obwohl es gar keinen Sinn ergibt? Ist bei der Maut
    > > z.B. auch so.
    > Tja, warum? Weil das eben so ist, im herrschenden Wirtschaftssystem. Nur
    > für den Fall, dass Du es bis dato noch nicht gemerkt haben solltest:
    > Willkommen in der Marktwirtschaft, denn da, wo es was zu verdienen gibt, da
    > schlägt der gewinnorientierte (negativ besetzt: profitorientierte oder auch
    > gern maßlos gierige genannte) Kapitalist gnadenlos zu. Ihm ist dafür jedes
    > Mittel recht, soweit es seine eigene Moral, so sie vorhanden ist, erlaubt,
    > oder Gesetze und verbindliche Regeln das nicht regulieren, sprich
    > einschränken.
    > Sollte dies aber restriktiv der Fall sein, machen die sich Ihre Gesetze
    > selbst oder streben in die Machtpositionen in der Gesellschaft, die ihnen
    > die Möglichkeiten dazu eröffnen. Ein allzu bekanntes und plakatives Bsp.
    > ist der amtierende Ami-Präsident, Donald TRUMPeltier.

  8. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: brotiger 28.06.19 - 18:57

    pr0user schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Es ergibt also nur für DICH keinen Sinn, weil du es halt nicht besser
    > wusstest.

    Es ergibt keinen Sinn, weil der Betrieb des Glasfasernetzes vom Anbieten der Telekommunikationsdienstleistung getrennt ist. Die Kommune kann mit minimalem Aufwand das Netz betreiben und verschiedene Telekommunikationsanbieter darüber ihre Dienste anbieten Das nennt man Open Access, und das ist bei vielen Kommunen - allerdings außerhalb Deutschlands - auch gängige Praxis. In Schweden ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben. Nur in Deutschland betreibt man mal wieder ungeschminkte, unnötige Industriesubvention mit all ihren Nachteilen.

    Aber du wusstest es vermutlich halt nicht besser.

    (Mannheim hat übrigens 300.000 Einwohner, die Stadtwerke haben weit über 6.000 Mitarbeiter. Tele Columbus versorgt mit gerade mal 1.200 Mitarbeitern 1,7 Millionen Kunden in ganz Deutschland. Zu unterstellen, dass die Stadtwerke die paar Mitarbeiter für einen reinen Open-Access-Betrieb nicht hinbekommen würden, ist schon gewagt.)

  9. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: brotiger 28.06.19 - 19:00

    Prokopfverbrauch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > brotiger schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----

    > Und der Open Access ist mit der Förderung grundsätzlich Pflicht. Es gibt in
    > der Ausschreibung definierte Open Access Produkte.

    Wo ist in diesem Fall der Open Access?

  10. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: pr0user 28.06.19 - 19:33

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > pr0user schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Es ergibt also nur für DICH keinen Sinn, weil du es halt nicht besser
    > > wusstest.
    >
    > Es ergibt keinen Sinn, weil der Betrieb des Glasfasernetzes vom Anbieten
    > der Telekommunikationsdienstleistung getrennt ist.

    Natürlich ergibt dies für vernünftige Leute keinen Sinn, aber auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt halt leider doch.

    > Die Kommune kann mit minimalem Aufwand das Netz betreiben und verschiedene
    > Telekommunikationsanbieter darüber ihre Dienste anbieten

    Definiere bitte "minimalen Aufwand". Minimaler Aufwand ist oft billig (nicht günstig) und kann dann später in echte Probleme ausarten. Bitte denk daran, dass ich mit "oft" keine absolute Aussage treffe. Es gibt immer positive Ausnahmen.

    > Das nennt man
    > Open Access, und das ist bei vielen Kommunen - allerdings außerhalb
    > Deutschlands - auch gängige Praxis. In Schweden ist es sogar gesetzlich
    > vorgeschrieben.

    Na Wunderbar! Jetzt kommt wieder ein Beispiel aus dem Ausland, welches halt überhaupt nichts mit den deutschen Gegebenheiten zu tun hat.

    > Nur in Deutschland betreibt man mal wieder ungeschminkte,
    > unnötige Industriesubvention mit all ihren Nachteilen.
    >
    > Aber du wusstest es vermutlich halt nicht besser.

    Ich weiss es zumindest aus der deutschen Telcobranche, wo ich bereits über 15 Jahre arbeite und Du? Ist schon klar, wir sind alle unfähig ;) und der Jungspund kann überhaupt nicht verstehen, warum dass alles so kompliziert (zumindest in DE) sein muss.

    >
    > (Mannheim hat übrigens 300.000 Einwohner, die Stadtwerke haben weit über
    > 6.000 Mitarbeiter. Tele Columbus versorgt mit gerade mal 1.200 Mitarbeitern
    > 1,7 Millionen Kunden in ganz Deutschland. Zu unterstellen, dass die
    > Stadtwerke die paar Mitarbeiter für einen reinen Open-Access-Betrieb nicht
    > hinbekommen würden, ist schon gewagt.)

    Ich habe doch nicht unterstellt, dass die Stadtwerke dies nicht hinbekommen würden! Ich deutete lediglich darauf hin, dass es einen entsprechenden Mehraufwand für die Stadtwerke bedeuten kann so eine Abteilung auf die Beine zu stellen, sofern sie noch nicht vorhanden ist. Dann wird die Infrastruktur an den Betreiber verpachtet.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.06.19 19:35 durch pr0user.

  11. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: Prokopfverbrauch 28.06.19 - 20:10

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Prokopfverbrauch schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > brotiger schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    >
    > > Und der Open Access ist mit der Förderung grundsätzlich Pflicht. Es gibt
    > in
    > > der Ausschreibung definierte Open Access Produkte.
    >
    > Wo ist in diesem Fall der Open Access?

    Wenn die die Telekom auf Pyur/Tele C. zugeht, dann muss diese zu vorher bereits feststehenden, definierten Preisen Vorleistungen anbieten. Je nachdem kann das reiner Bitstream aber auch die gesamte Faser bis zum Kunden sein.

  12. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: brotiger 28.06.19 - 22:40

    pr0user schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > brotiger schrieb:
    > --------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > pr0user schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------

    > Ich weiss es zumindest aus der deutschen Telcobranche, wo ich bereits über
    > 15 Jahre arbeite und Du? Ist schon klar, wir sind alle unfähig ;) und der
    > Jungspund kann überhaupt nicht verstehen, warum dass alles so kompliziert
    > (zumindest in DE) sein muss.

    Nachdem du dein Ad Hominem nicht zu lassen können scheinst: ich bin seit 2001 in der deutschen Telco-Branche, vielen Dank.

    "Es ist in Deutschland so weil es in Deutschland halt immer schon so war" ist kein nützlicher Beitrag zur Frage in diesem Thread, denn die Frage war ja explizit "warum ist das immer noch so". Dass die Leute in unseren Verwaltungen durchgehend zu dumm sind, das Vergaberecht richtig auszunutzen (es muss NICHT der Billigste genommen werden) und öffentliche Infrastruktur im Sinne der Bürger zu betreiben, ist hinlänglich bekannt. Und wenn das keiner anprangert, wirds auch in zehn Jahren noch so sein.

    Der Vergleich mit Schweden ist übrigens völlig zutreffend. Seit 15 Jahren fragen sich nun mittlerweile alle, was die da oben so viel besser machen. Seit zehn Jahren schreiben die Schweden die relevanten Punkte in ihre Breitbandstrategie: koordinierte Tiefbauarbeiten statt wiederholtes Baggern im Abstand von Wochen, fairer Zugang zu Leerrohren und Kabelschächten, vereinfachte Genehmigungsverfahren, zwangsweiser Open Access mit gleichen Konditionen für alle, Kommunen betreiben Netze häufig selbst. In Deutschland könnten wir das auch alles auch tun, werfen aber lieber einfach so lange Subventionen auf Privatunternehmen bis irgendwas kleben bleibt. Dabei wäre die Gründung enrsprechender Netzabteilungen bei vielen Stadtwerken alleine schon eine Maßnahme zur Qualifizierung und Erhaltung von Arbeitsplätzen.

    Das gleiche Schema sorgt ja auch in anderen Bereichen für Probleme. Statt einfach National Roaming zu fordern sollen Kommunen den Mobilfunkbetreibern Standorte für Sendemasten schenken oder gleich die Masten bauen. Oder die kommende PKW-Maut, warum braucht man denn bitte gleich ZWEI Privatunternehmen um ein paar Aufkleber zu drucken und ein bisschen Geld einzutreiben? Wenn eines wirklich knallhart bewiesen ist, dann dass Privatunternehmen eben nicht besser wirtschaften können als der Staat...

  13. Re: Ähm FTTH und VDSL kosten das selbe...

    Autor: spezi 29.06.19 - 09:47

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das ist so nicht ganz korrekt.
    > Der wirtschaftlich beste Anbieter bekommt den Zuschlag.
    > Jetzt wird es kompliziert:
    > Das Vergaberecht geht davon aus, dass durch die Vorgaben der Ausschreibung
    > die Angebote vergleichbar sind, wenn nicht sogar weitestgehend inhaltlich
    > übereinstimmen. Dann ist der Anbieter mit dem niedrigsten Preis der
    > wirtschaftlichste.

    Das Vergaberecht erlaubt explizit die Berücksichtigung anderer Kriterien als Preis(=Anschaffungskosten) und (Gesamt-)Kosten:

    "(1) Der Zuschlag wird auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt. Grundlage dafür ist eine Bewertung des öffentlichen Auftraggebers, ob und inwieweit das Angebot die vorgegebenen Zuschlagskriterien erfüllt. Das wirtschaftlichste Angebot bestimmt sich nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu dessen Ermittlung können neben dem Preis oder den Kosten auch qualitative, umweltbezogene oder soziale Aspekte berücksichtigt werden."
    https://dejure.org/gesetze/GWB/127.html

    Etwas ausführlicher erklärt kannst Du das z.B. hier nachlesen.

    > Und dann kann eben der preislich niedrigste
    > Anbieter den Zuschalg erhalten, der aber über die gesamte Kalkulation und
    > Laufzeit der Verwendung betrachtet doch nicht der wirtschaftlichste ist.

    Gerade die Betrachtung der Gesamtkosten oder Lebenszykluskosten ist eine der Alternativen zur reinen Betrachtung der Anschaffungskosten (=Preis). Oder eben die Betrachtung des Preis-Leistungsverhältnisses, für dessen Definition man eine Bewertungsmatrix angibt.

    Hier findest Du ein Beispiel für eine konkrete Bewertungsmatrix aus einer Breitbandausschreibung:
    Wertungsvorgehen

    In diesem Fall geht der Preis (=Wirtschaftlichkeitslücke) nur mit 35% in die Entscheidung ein. Mit 30% fast ebenso relevant sind technische Kriterien. Der Rest verteilt isch auf Endkundenpreis für einen 100 Mbit/s-Anschluss, Servicekonzept, Zeitpunkt der geplanten Inbetriebnahme...

  14. Re: Wieder mal so eine bodenlose Frechheit

    Autor: pr0user 29.06.19 - 10:33

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Es ist in Deutschland so weil es in Deutschland halt immer schon so war"
    > ist kein nützlicher Beitrag zur Frage in diesem Thread, denn die Frage war
    > ja explizit "warum ist das immer noch so". Dass die Leute in unseren
    > Verwaltungen durchgehend zu dumm sind, das Vergaberecht richtig auszunutzen
    > (es muss NICHT der Billigste genommen werden) und öffentliche Infrastruktur
    > im Sinne der Bürger zu betreiben, ist hinlänglich bekannt. Und wenn das
    > keiner anprangert, wirds auch in zehn Jahren noch so sein.

    Ok, ich verstehe deine Intervention nun besser. Wenn es darum geht, dass die Situation in DE im Vergleich z.B. zu Schweden nicht optimal läuft, hast du natürlich recht!

    Mein Punkte sollten erklären warum es halt Jetzt und Hier in DE, wie in diesem Artikel soweit gekommen ist, dass die Infrastruktur weiterverpachtet wird.

  15. Re: Ähm FTTH und VDSL kosten das selbe...

    Autor: Faksimile 29.06.19 - 15:27

    spezi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Faksimile schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Das ist so nicht ganz korrekt.
    > > Der wirtschaftlich beste Anbieter bekommt den Zuschlag.
    > > Jetzt wird es kompliziert:
    > > Das Vergaberecht geht davon aus, dass durch die Vorgaben der
    > Ausschreibung
    > > die Angebote vergleichbar sind, wenn nicht sogar weitestgehend
    > inhaltlich
    > > übereinstimmen. Dann ist der Anbieter mit dem niedrigsten Preis der
    > > wirtschaftlichste.
    >
    > Das Vergaberecht erlaubt explizit die Berücksichtigung anderer Kriterien
    > als Preis(=Anschaffungskosten) und (Gesamt-)Kosten:
    >
    > "(1) Der Zuschlag wird auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt. Grundlage
    > dafür ist eine Bewertung des öffentlichen Auftraggebers, ob und inwieweit
    > das Angebot die vorgegebenen Zuschlagskriterien erfüllt. Das
    > wirtschaftlichste Angebot bestimmt sich nach dem besten
    > Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu dessen Ermittlung können neben dem Preis
    > oder den Kosten auch qualitative, umweltbezogene oder soziale Aspekte
    > berücksichtigt werden."
    > dejure.org
    >
    Bekannt. Typischerweise eben auch den Nachweis der Zahlung nicht unter Mindestlohn sowie der korrekten Abführung von Sozialabgaben und Steuern und Entsorgung ... und ... und.
    Daher sind diese Positionen, soweit sie entsprechend nachgewiesen wurden, quasi überalll gleich.
    Interessant ist es vielfach jedoch, wie schon erwähnt, in der Materialauswahl. Denn dort kann der Anbieter, eben weil vielfach die Ausschreibungen aus Wettbewerbsgründen nicht so definiert werden können wie es an sich vom Ausschreibenden gewünscht wäre, Produkte verwenden, die zwar preislich interessanter sind aber ggf. im Nachgang zu Problemen führen können.

    > Etwas ausführlicher erklärt kannst Du das z.B. hier nachlesen.
    >
    > > Und dann kann eben der preislich niedrigste
    > > Anbieter den Zuschlag erhalten, der aber über die gesamte Kalkulation und
    > > Laufzeit der Verwendung betrachtet doch nicht der wirtschaftlichste ist.
    >
    > Gerade die Betrachtung der Gesamtkosten oder Lebenszykluskosten ist eine
    > der Alternativen zur reinen Betrachtung der Anschaffungskosten (=Preis).
    Wäre immer das sinnvollste. Leider kann man das nicht bei jeder Ausschreibung gemäß VOL.
    Denn vielfach sind die Folgekosten durch Instandsetzung nach Ablauf der Gewährleistung nicht abschätzbar. Und das kann eben auch auf qualitative Unterschiede zurückzuführen sein, die man aber aufgrund der Einschränkungen in der Definition der Ausschreibung nicht abfangen kann.
    > Oder eben die Betrachtung des Preis-Leistungsverhältnisses, für dessen
    > Definition man eine Bewertungsmatrix angibt.
    >
    > Hier findest Du ein Beispiel für eine konkrete Bewertungsmatrix aus einer
    > Breitbandausschreibung:
    > Wertungsvorgehen
    >
    > In diesem Fall geht der Preis (=Wirtschaftlichkeitslücke) nur mit 35% in
    > die Entscheidung ein. Mit 30% fast ebenso relevant sind technische
    > Kriterien. Der Rest verteilt isch auf Endkundenpreis für einen 100
    > Mbit/s-Anschluss, Servicekonzept, Zeitpunkt der geplanten Inbetriebnahme...

  16. Re: Ähm FTTH und VDSL kosten das selbe...

    Autor: spezi 29.06.19 - 16:21

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Bekannt.

    Du hast geschrieben: Das Vergaberecht geht davon aus, dass durch die Vorgaben der Ausschreibung die Angebote vergleichbar sind, wenn nicht sogar weitestgehend inhaltlich übereinstimmen. Dann ist der Anbieter mit dem niedrigsten Preis der wirtschaftlichste.

    Wenn Dir bekannt ist, dass neben dem Preis noch eine ganze Reihe von anderen Kriterien in die Bewertung mit eingehen können, dann macht Deine vorherige Aussage keinen Sinn. Eben weil man weitere Kriterien definieren kann.

    Als Beispiele führst Du jetzt Dinge auf, die im Wesentlichen auf "wir halten uns an die Gesetze" hinauslaufen. Ja, man kann schon davon ausgehen, dass alle Anbieter von sich behaupten, dass sie ihre Steuern bezahlen. Da wird es kaum einen Unterschied geben. Aber es gibt eben auch weitere Aspekte, wie man an dem konkreten realen Beispiel von mir sieht. Aspekte bei denen es auch durchaus Unterschiede geben kann. Ob man nach Ende der Ausschreibung immer noch der Meinung ist, dass man seine Auswahlkriterien optimal gewählt (und gewichtet) hat, ist natürlich eine andere Sache...

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