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Gab es nicht sofort Alarm?
Autor: Datalog 18.01.24 - 12:42
Die Leiter mögen nicht die Verantwortung für die Fehler in der Software haben, aber sie sind offenbar für die korrekte Abrechnung verantwortlich, sonst wären sie ja nicht verurteilt worden.
Wenn es eine Diskrepanz zwischen dem Kontostand und der Buchhaltung gibt, dann muss dass doch im ersten Monat bereits auffallen, oder wann immer die Zahlen für die Steuer zusammengerechnet werden.
Und dann muss ich als Chef Alarm schlagen und die Ursache suchen lassen. Schon allein, um nicht am Ende selber schuld zu sein. Denn letztlich bekomme ich vor allem deshalb ein höheres Gehalt, weil ich im Zweifel für die Zahlen meinen Kopf hinhalten muss. -
Re: Gab es nicht sofort Alarm?
Autor: rolfanders 18.01.24 - 13:01
Vielleicht wussten die garnicht von dem Problem. Wenn erst die Zentrale irgendwas falsch geprüft hat, dann ist das in den Filialen evtl. garnicht aufgefallen.
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Re: Gab es nicht sofort Alarm?
Autor: Prypjat 18.01.24 - 13:06
Ohne zu wissen wie die Elektronische Abrechnung vor Ort funktioniert, sollten wir keine voreiligen Schlüsse ziehen.
Ich kenne ein paar Elektronische Postsysteme in Deutschland und für den Arbeiter vor Ort, auch wenn er der Boss ist, muss das noch lange nicht heißen das er in der Lage ist die auf den Geräten angezeigten Daten zu verstehen.
Dafür braucht man eine detaillierte Aufschlüsselung und wenn diese nun mal in der Zentrale landet, dann muss denen auffallen, dass etwas nicht stimmen kann. -
Re: Gab es nicht sofort Alarm?
Autor: HansMikesen 18.01.24 - 13:30
Ja, gab es und die Leute haben sich auch beschwert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Mail_Horizon-Skandal
Aber die Post hat geleugnet, dass die Software einen Fehler hat und so die Schuld auf die Filialbetreiber abgewälzt -
Re: Gab es nicht sofort Alarm?
Autor: baeckereifachverkaeufer 20.01.24 - 04:24
rolfanders schrieb:
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> Vielleicht wussten die garnicht von dem Problem. Wenn erst die Zentrale
> irgendwas falsch geprüft hat, dann ist das in den Filialen evtl. garnicht
> aufgefallen.
Fujitsu wusste schon November 1999 davon und zwar ganz genau. Kann man noch anhand der Support-Tickets sehen die im Inquiry fast Satz fuer Satz durchgegangen (letztes Fruehjahr und zuletzt die letzten zwei Wochen wurden die nochmal mit den Fujitsu-MItarbeiter durchgegangen, meistens 6 Stunden am Tag; fast jeden Tag).
In den Filialen (bei den Postleuten, die spaeter beschuldigt wurden) wusste man auch davon. Die muessten im Zweifelsfall ja den Betrag zum naechsten Zyklus wieder ausgleichen und sehen da vor ihren Augen, teilweise auch mit der Support-Hotline am Telefon, dass die Diskrepanz in der Endabrechung sich genau verdoppelt.
Teilweise gab es natuerlich auch von der Zentrale Korrekturen. 2010 zum Beispiel gab es 46.460 Korrekturen fuer Credit-Transaktions der 11.905 Postfilialen (£8,118,634) und 103.984 Korrekturen fuer Debit-Transactions (£19,454,770). Hierbei waren die Korrekturen groben Schaetzungen zur Folge selbst nochmal falsch und mussten nochmals korrigiert werden (die Bank Santander fand 23% der Korrekturen waren selbst falsch).



