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Kontrollverlust im Internet

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  1. Kontrollverlust im Internet

    Autor: Amüsierter Leser 07.06.11 - 13:29

    Facebook versucht das Internet zu übernehmen. Firmen geben als Homepage nicht mehr www vor ihrer Adresse an, sondern facebook.com/firmenname.

    Gelegentlich heißt es 'Schreib mich unter Facebook an.'

    Man muss Kontrollverlust nicht erlernen, man wird dazu genötigt. Entsprechendes gilt für die iCloud oder vergleichbare Cloud-Dienste. Warum sollte ein Jugendlicher nicht zu Facebook gehen, wenn alle dort sind und alles dort besprochen wird?

    Jede Cloud, die ich nicht auf meinem privaten Rechner installieren und kontrollieren kann, ist für mich nicht akzeptabel.

    Ich habe keine Daten außerhalb eines Computers, den ich notfalls physikalisch mit einer Axt bearbeiten kann. Ich bin übrigens Softwareentwickler und Diplom-Informatiker. Ich weiß was schief gehen kann und wie wahrscheinlich es ist, dass es schief geht. Sony liefert Kreditkarten und Passwörter, Flickr lieferte nackte Tatsachen. Auch das sind Formen von "Clouds".

    Die Idee der Cloud gefällt mir. Aber sie ist nur dann akzeptabel, wenn die Daten auf einem vertrauenswürdigen Server stehen (z.B. bei mir).

    Wir müssen nicht lernen mit dem Kontrollverlust umzugehen. Wir müssen lernen restriktivere Systeme zu bedienen. Was ich nicht explizit erlaube ist verboten. Und das widerspricht Facebook vollkommen.
    Facebook lädt die Menschen ein. Die Menschen müssen lernen, dass sie für alles, was sie konsumieren auch bezahlen. Bei Facebook zahlt man mit seiner Privatsphäre, um effektiv zum Konsum verführt zu werden.
    Geschenkt bekommt man nichts, egal wie groß "kostenlos" geschrieben wird. Das müssen wir lernen. Und die Lektion brauchen wir auch nur einmal zu lernen, die lässt sich nämlich auch außerhalb von Facebook hervorragend anwenden.

  2. Re: Kontrollverlust im Internet

    Autor: Ho Lee Shitt 07.06.11 - 13:47

    ...amen!

  3. Re: Kontrollverlust im Internet

    Autor: hans_wurst 07.06.11 - 14:07

    sehe ich genauso, ich finde es traurig dass viele menschen nicht begreifen, dass im internet die gleichen regeln & weißheiten gelten wie im wahren leben...

    ich finde es lächerlich warum immer facebook in die mangel genommen und sogar für solche dämliche aktionen verantwortlich gemacht werden soll. facebook stellt nur die plattform zur verfügung, das was die menschen daraus machen ist denen ihr eigenes problem. ich finde übrigens die analogie facebook <-> automobil welche im artikel benutzt wurde total unpassend. facebook ist ein kommunikationsmedium, mit dem jeder selbst bestimmen kann wieviel er von sich preisgibt, ein automobil ist ein fortbewegungsmittel bei dem man unweigerlich gas geben muss um vorwärts zu kommen, deshalb sind dabei auch die "bremsen" obligatorisch. wohingegen selektive informations-sichtbarkeit (privatsphäre) nur ein nicht obligatorisches "feature" ist. wenn mir das bei facebook nicht gefällt, dann kann ich mir doch auch einen anderen (besseren) social network anbieter suchen!?

    ich werde auch mindestens einmal in der woche von leuten gefragt ob ich einen facebook account habe, dann antworte ich mit nein (ich habe tatsächlich keinen :D). wenn danach die frage nach meiner e-mail adresse kommt, werden e-mail adressen ausgetauscht und wenn nicht, kanns nicht so wichtig gewesen sein -> social network zeitverschwendung.

    my 2 cents

  4. Re: Kontrollverlust im Internet

    Autor: Amüsierter Leser 07.06.11 - 14:43

    hans_wurst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > ich finde es lächerlich warum immer facebook in die mangel genommen und
    > sogar für solche dämliche aktionen verantwortlich gemacht werden soll.

    Weil Facebook ein Medium geschaffen hat, dass sich hervorragend dafür
    eignet, solche dämlichen Aktionen versehentlich in Gang zu setzen.

    Facebook mobilisiert Menschen. Und viele Menschen lassen sich leichter
    mobilisieren als zum Denken animieren.

    > facebook stellt nur die plattform zur verfügung, das was die menschen
    > daraus machen ist denen ihr eigenes problem.

    Ein falscher Klick hat Thessas Geburtstag zu einen katastrophalen Tag
    werden lassen.

    Wenn Dir die Analogie zum Auto nicht gefällt, dann halte ich die Analogie zur
    Schusswaffe passender. Ist der Abzug gedrückt, hat man keine Kontrolle mehr
    darüber, was mit der Kugel passiert.
    Solange man im Schützenverein ist, macht's vielleicht Spaß. In der Öffentlichkeit
    kann es Menschen verletzen, z.B. Thessas Nachbarn, Eltern, die Steuerzahler
    usw.

    Es trifft Menschen, die den Abzug nicht gedrückt haben. Unschuldige.

    > facebook ist ein kommunikationsmedium, mit dem jeder selbst
    > bestimmen kann wieviel er von sich preisgibt

    Wenn Facebook zu der einen Kommunikationsplattform wird, dann muss man
    überlegen, was man sagt, da gab es ja auch noch den Fall des 13jährigen Schülers,
    der anmerkte, dass nach Osamas Tod auch Obama sich vorsehen muss.
    Der Junge bekam dann Besuch in seiner Schule und wurde erstmal verhört, woher
    er diese Information hat.

    Facebook ist nicht nur eine Kommunikationsplattform.

    > ein automobil ist ein
    > fortbewegungsmittel bei dem man unweigerlich gas geben muss um vorwärts zu
    > kommen, deshalb sind dabei auch die "bremsen" obligatorisch. wohingegen
    > selektive informations-sichtbarkeit (privatsphäre) nur ein nicht
    > obligatorisches "feature" ist. wenn mir das bei facebook nicht gefällt,

    Jeder Klick bei Facebook ist eine Weitergabe persönlicher Daten.
    Ach, Du interessierst Dich für "Vorname Namename", hier bestehen offenbar ver-
    bindungen. Du möchtest der Gruppe "Interesse" beitreten. Aha...

    > dann kann ich mir doch auch einen anderen (besseren) social network
    > anbieter suchen!?

    Nutzt aber nix, wenn alle anderen Deppen bei Facebook sind.

    > ich werde auch mindestens einmal in der woche von leuten gefragt ob ich
    > einen facebook account habe, dann antworte ich mit nein (ich habe
    > tatsächlich keinen :D). wenn danach die frage nach meiner e-mail adresse
    > kommt, werden e-mail adressen ausgetauscht und wenn nicht, kanns nicht so
    > wichtig gewesen sein -> social network zeitverschwendung.

    Ich betrachte Facebook auch als eine Verwaltungswerkzeug kollektiver Langeweile.
    Fakt ist aber auch, dass man zu manchen Gruppen allerdings den Kontakt halten
    möchte, auch wenn die Gruppe unbedingt in Facebook repräsentiert sein will.

    Ich benutze meinen Facebook-Account nicht mehr, weil ich andere Kanäle zur
    Verfügung habe. Aber die ganzen Kiddies kennen kaum noch etwas anderes.
    Da braucht man eine Mail-Adresse, um sich bei Facebook anzumelden.

  5. Re: Kontrollverlust im Internet

    Autor: Rapmaster 3000 07.06.11 - 15:09

    Amüsierter Leser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich benutze meinen Facebook-Account nicht mehr, weil ich andere Kanäle
    > zur
    > Verfügung habe. Aber die ganzen Kiddies kennen kaum noch etwas anderes.


    Und wieder einer der nicht verstanden hat, warum FB eigentlich so erfolgreich ist.
    Es geht um Kommunikation und da wollen die Leute einfach nicht 30 Kanäle haben, die sie auch alle brauchen, um alle zu erreichen. Die Leute wollen am besten eben EINEN Kanal, mit dem man alles machen kann.

    Du fändest es bestimmt auch nicht praktisch, wenn jedes Telefonnetz ein eigenes Gerät bräuchte und man nicht mit wem aus Netz A mit Telefon C reden könnte und wenn man mit wem aus Netz B reden will wieder das Telefon wechseln müsste und alles mit jedem inkompatibel ist. ;)

  6. Re: Kontrollverlust im Internet

    Autor: Muhaha 07.06.11 - 15:38

    Rapmaster 3000 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Leute wollen
    > am besten eben EINEN Kanal, mit dem man alles machen kann.

    Manche wollen das. Andere nicht. Wiederum andere sind nur bei Facebook, weil man ihnen aus privaten oder geschäftlichen Gründen gesagt hat, sie sollen sich einen FB-Account zulegen. Nutzen tun sie ihn aber kaum. Dann gibt es wiederum Leute, die nur bei Facebook sind, um mit einem Fake-Account "rumzuspannern". Wieder aus beruflichen oder privaten Gründen.

    Warum jemand bei Facebook einen Account anlegt, kann also sehr viele Gründe haben. Und da es nicht DEN einen Grund gibt, kann es ebenso gut passieren, dass Facebook in zehn Jahren das ist, was heute Myspace gworden ist. Zwar noch irgendwie da, aber für die Mehrheit der Menschen bedeutungslos, weil dann irgendein neuer Shice angesagt ist. Und vor Myspace gab es andere Social Networks und Communities, die einst auch mal TOTAl angesagt waren, inklusive geplantem oder gar durchgeführten Börsengang, von denen heute nur noch Internet-Archäologen den Namen wissen.

    Ja, Menschen kommunizieren sehr gerne miteinander. Wir sind eine gemeinschaftliche Spezies, wir können nicht lange ohne einander sein. Aber wieso das alles jetzt ausschliesslich nur noch über Facebook laufen soll, diese Frage konnte mir bislang noch niemand überzeugend beantworten :)

  7. Re: Kontrollverlust im Internet

    Autor: informatikus 07.06.11 - 15:43

    ich persönlich finde nichts verwerfliches am System "Facebook"... Wer seine persönlichen Daten zu freizügig preisgibt hat's nicht besser verdient als dass seine Daten weiterverkauft werden.

    Offene E-Mails sind mindestens genauso gesprächig wie die Kommunikation auf einer solchen Plattform.

    Just turn on your brain...

  8. Re: Kontrollverlust im Internet

    Autor: Lachser 07.06.11 - 18:43

    ich sehe das etwas anders.
    einerseits könnte man meinen, jeder sei selber schuld, wenn er seine persönlichen daten zur verfügung stellt.
    das ist auch richtig, denn hier hat jeder die kontrolle über seine daten.

    aber facebook geht noch viel weiter, und da sehe ich die problematik. es ermöglicht den leuten, informationen über andere personen zu veröffentlichen, welche die betroffene person vielleicht gar nicht veröffentlicht haben möchte. und da ist dann keine kontrolle mehr vorhanden.

    das beginnt dabei, dass auf die pinnwand geschrieben wird. es werden fotos hochgeladen und andere personen markiert.
    man kann zwar die markierungen wieder entfernen, aber dafür braucht es eine explizite, zeitverzögerte handlung.
    um es mit den wortem vom threaderöffner auszudrücken: hier gilt "erlaubt ist, was nicht verboten ist" statt "es ist verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist" --> es wäre korrekter, wenn die zur markierung vorgeschlagene person dafür sein OK geben müsste!

    und es geht ja bekanntlich sogar noch weiter. man kann seine e-mailadresse und passwort angeben, damit facebook das adressbuch nach registrierten personen durchsuchen kann.
    wenn du also mit person XY im realen leben befreundet bist, bei dieser person im adressbuch stehst, diese person die oben genannte funktion nutzt, dann kennt facebook erstens deine E-Mail adresse und zweitens die tatsache, dass du die person XY kennst. und das obwohl du einen kilometer weiten bogen um facebook herum machst.

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