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64 kbit/s sind ein Witz

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  1. 64 kbit/s sind ein Witz

    Autor: radneuerfinder 19.02.22 - 21:50

    Mathias Küfner schreibt:
    "Ab dem Orientierungswert von etwa 64 kbit/s geht man von einer Klangqualität aus, die UKW mehr als ebenbürtig ist"

    Das scheint also die Lebenslüge zu sein, die uns diesen schlechten Klang bei DAB+ beschert. Meine Ohren, die keineswegs Goldohren sind, sagen mir z. B. im 20 Jahre alten Auto, bei den 96 kbit/s von Bayern 2 etwas anderes.

    Kein Streamingdienst traut sich mit nur 64 kbit/s auf den Markt, sogar mit moderneren Codecs DAB+ nicht.

    Und ich bin keine Ausnahme, sondern es gibt seriöse Untersuchungen (PDF) zu DAB+, die das Gleiche sagen:
    - EBU SUBJECTIVE ASSESSMENT & OBJECTIVE MEASUREMENTS OF DAB+
    EBU BPN 094
    - Perceived Audio Quality of Realistic FM and DAB+ Radio Broadcasting Systems

    Sehe gerade die EBU Studie ist nicht mehr frei zugänglich. 2021 war sie es noch. Deshalb hier noch ein paar Angaben zum Inhalt von Christian Schubert:

    "Die EBU hat 2009 im Vorfeld der Einführung von DAB+ einen umangreichen Hörtest durchgeführt. Daran waren neben Norwegen (NRK) und Schweden (SR) sowie der BBC auch das deutsche IRT (damals noch mit Gerhard Stoll) und der Schweizer Rundfunk beteiligt. Es wurden zahlreiche Qualitätsstufen (Bitraten, Codec-Parametrisierungen) von DAB+ gegen mehrere Qualitätsstufen das „alten“ DAB-Systems und ein anonymisiert mitgeschlepptes Original gehört. Die zugehörige Publikation heißt „EBU Subjective Assessment and Objective measurements of DAB+“, sie ist unter der Nummer EBU – BPN 094 gelistet. Hier einige Ergebnisse:

    – Das (anonymisierte) Original wurde im Blindtest zu ca. 97% Audioqualität erkannt (Mittelwert über viele Audiobeispiele und Testhörer).

    – Das alte DAB – so wie es Anfang der 1990er Jahre für allgemeine Musikwellen vorgesehen war mit 192 kBit/s MPEG 1 Layer 2 (netto-Audio190 kBit/s) – kam auf 88% – und da hört man schon Limitierungen (lispelnde Sprecher, „matschiger“ Applaus). Für hochwertige programme galten (Aussage BBC) 256 kBit/s MPEG 1 Layer 2 als anzustreben – realisiert hat das auch die BBC nicht, nur BR Klassik lief einst mit satten 256 kBit/s.

    – DAB+ in der höchsten getesteten Qualitätsstufe (128 kBit/s LC-AAC, netto-Audio 113,3 kBit/s) kam nur noch auf 80%. Dabei hatte man nur 2 kBit/s Slidesow-Datenrate abgezweigt. Mit heutigen Slideshow-Datenraten wären für diese 80% Audioqualität schon 136 oder gar 144 kBit/s brutto nötig!

    – Die heute als „gehobene Qualität“ geltende Bitratenstufe 96 kBit/s HE-AAC kam nur noch auf 68% Audio-Qualität – dabei war damals im Test nur 1 kBit/s für die Slideshow abgezweigt worden (netto-Audio 85,9 kBit/s). Mit heutigen Slideshow-Datenraten wären für diese mageren 68% Audioqualität bereits 104 kBit/s brutto nötig, so wie es der DLF derzeit benutzt.

    – 64 kBit/s HE-AAC (netto-Audio damals 56,6 kBit/s, etwa mittig zwischen den heutigen Bitratenstufen 64 und 72 kBit/s bei umfangreicher Slideshow) erreichte nur noch 44% (!!!). Selbst ein ohne psychoakustische Datenreduktion einfach bei 10 kHz tiefpassgefiltertes („dumpfes“) Original wurde da bereits besser bewertet (ca. 48%).

    Der EBU waren diese Ergebnisse nicht angenehm und sie hätte die Studie, soweit mir von einem der damals maßgeblich Beteiligten mitgeteilt, gerne „in der Schublade verschwinden“ lassen. Gerhard Stoll vom IRT kämpfte dann für eine Publikation – dazu wurden die Hörtests wiederholt, diesmal mit akustischen „Laien“. Die bewerteten weitaus „gnädiger“: 64 kBit/s HE-AAC zu ca. 74%, 96 kBit/s HE-AAC zu ca. 87%, 128 kBit/s LC-AAC zu 90%, 192 kBit/s MPEG 1 Layer 2 zu ca. 92%. Basierend auf dieser Bewertung wurde dann DAB+ in der Praxis umgesetzt."

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