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Sehr enttäuschend
Autor: tritratrulala 19.07.21 - 18:52
Die Ariane 6 ist bereits wenig revolutionär und bietet wenig Besonderes. Sie ist spät dran und teurer als geplant. Und jetzt liefert sie auch gar nicht die versprochene Performance. Das ist wirklich sehr enttäuschend!
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Re: Sehr enttäuschend
Autor: FlashBFE 20.07.21 - 09:26
Ich finde, da muss man aber irgendwie realistisch bleiben. Die Ariane ist ein Kooperationsprojekt vieler Staaten mit riesigem Verwaltungsaufwand. Sowas dauert lange und kostet viel, auch wenn vielleicht am Ende ein Spitzentriebwerk herausspringt. Das war vor einem Jahrzehnt in der Raumfahrt auch noch normal; die Ariane 5 war ja mal ein sehr beliebter Satellitentransporter und die Ariane 6 sollte ursprünglich die gleichen Aufgaben billiger und flexibler machen.
Jetzt die selben alten Strukturen gegen neu gegründete flexible Privatunternehmen mit flachen Hierarchien messen zu wollen, kann so nicht funktionieren. Innerhalb der USA mit NASA und "Old Space" gegen die Neulinge ist es ja das gleiche, siehe SLS.
Ich finde es gut, dass Europa trotzdem weiterentwickelt. Selbst wenn man nur militärische Starts und interplanetare Forschungsmissionen damit macht, bleibt es dauerhaft teuer, aber die schlauen Köpfe und das Geld bleiben am Ende in Europa, was mehr wert ist. Das kann man quasi wie eine Subvention für den Hochtechnologiesektor ansehen und das ist selten verkehrt. Unsere Firma z.B. hat normalerweise nichts mit Raumfahrt zu tun, baut aber immer wieder mal härter typgeprüfte Vakuumversionen unserer Sensoren für europäische Satelliten. Damit ist kein großer Gewinn zu machen, aber Reputation und Wissen bringt das der Firma natürlich trotzdem. -
Re: Sehr enttäuschend
Autor: JuBo 20.07.21 - 10:46
FlashBFE schrieb:
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> Ich finde, da muss man aber irgendwie realistisch bleiben. Die Ariane ist
> ein Kooperationsprojekt vieler Staaten mit riesigem Verwaltungsaufwand.
> Sowas dauert lange und kostet viel, auch wenn vielleicht am Ende ein
> Spitzentriebwerk herausspringt. Das war vor einem Jahrzehnt in der
> Raumfahrt auch noch normal; die Ariane 5 war ja mal ein sehr beliebter
> Satellitentransporter und die Ariane 6 sollte ursprünglich die gleichen
> Aufgaben billiger und flexibler machen.
>
> Jetzt die selben alten Strukturen gegen neu gegründete flexible
> Privatunternehmen mit flachen Hierarchien messen zu wollen, kann so nicht
> funktionieren. Innerhalb der USA mit NASA und "Old Space" gegen die
> Neulinge ist es ja das gleiche, siehe SLS.
>
> Ich finde es gut, dass Europa trotzdem weiterentwickelt. Selbst wenn man
> nur militärische Starts und interplanetare Forschungsmissionen damit macht,
> bleibt es dauerhaft teuer, aber die schlauen Köpfe und das Geld bleiben am
> Ende in Europa, was mehr wert ist. Das kann man quasi wie eine Subvention
> für den Hochtechnologiesektor ansehen und das ist selten verkehrt. Unsere
> Firma z.B. hat normalerweise nichts mit Raumfahrt zu tun, baut aber immer
> wieder mal härter typgeprüfte Vakuumversionen unserer Sensoren für
> europäische Satelliten. Damit ist kein großer Gewinn zu machen, aber
> Reputation und Wissen bringt das der Firma natürlich trotzdem.
Ich bezweifle stark, dass man mit Totgeburten und nur mit Geld Spitzenwisseschaftler halten kann.
Denke bei Ariane bleiben die unflexiblen Beamten""Papiertiger" und VitaminB-Stellen aus der politischen Entourage, wie das eigentlich jetzt schon ist. Paar gute Absolventen, welche sich erstmal einen Überblick über die Branche verschaffen wollen wird es geben, aber diese haben keine Entscheidungsgewalt und nach ein paar Optimierungsvorschlägen/neuen Ideen, welche im Bürokratiedschungel verschwinden, sind die guten Leute ganz schnell weg. -
Re: Sehr enttäuschend
Autor: pandameister 20.07.21 - 11:09
FlashBFE schrieb:
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> Ich finde, da muss man aber irgendwie realistisch bleiben. Die Ariane ist
> ein Kooperationsprojekt vieler Staaten mit riesigem Verwaltungsaufwand.
Die Falcon 9 **landet** seit sechs Jahren und du willst mir erzählen, dass die nächste, gerade einmal angekündigte Totgeburt nicht so schlimm sei, weil es ja nur Steuergeld ist? Ist das ein wichtiger Beitrag für Europa, gemeinschaftlich Geld zu verbrennen oder wie? -
Re: Sehr enttäuschend
Autor: RanDalic 20.07.21 - 11:24
JuBo schrieb:
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> FlashBFE schrieb:
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> > Ich finde, da muss man aber irgendwie realistisch bleiben. Die Ariane
> ist
> > ein Kooperationsprojekt vieler Staaten mit riesigem Verwaltungsaufwand.
> > Sowas dauert lange und kostet viel, auch wenn vielleicht am Ende ein
> > Spitzentriebwerk herausspringt. Das war vor einem Jahrzehnt in der
> > Raumfahrt auch noch normal; die Ariane 5 war ja mal ein sehr beliebter
> > Satellitentransporter und die Ariane 6 sollte ursprünglich die gleichen
> > Aufgaben billiger und flexibler machen.
> >
> > Jetzt die selben alten Strukturen gegen neu gegründete flexible
> > Privatunternehmen mit flachen Hierarchien messen zu wollen, kann so
> nicht
> > funktionieren. Innerhalb der USA mit NASA und "Old Space" gegen die
> > Neulinge ist es ja das gleiche, siehe SLS.
> >
> > Ich finde es gut, dass Europa trotzdem weiterentwickelt. Selbst wenn man
> > nur militärische Starts und interplanetare Forschungsmissionen damit
> macht,
> > bleibt es dauerhaft teuer, aber die schlauen Köpfe und das Geld bleiben
> am
> > Ende in Europa, was mehr wert ist. Das kann man quasi wie eine
> Subvention
> > für den Hochtechnologiesektor ansehen und das ist selten verkehrt.
> Unsere
> > Firma z.B. hat normalerweise nichts mit Raumfahrt zu tun, baut aber
> immer
> > wieder mal härter typgeprüfte Vakuumversionen unserer Sensoren für
> > europäische Satelliten. Damit ist kein großer Gewinn zu machen, aber
> > Reputation und Wissen bringt das der Firma natürlich trotzdem.
> Ich bezweifle stark, dass man mit Totgeburten und nur mit Geld
> Spitzenwisseschaftler halten kann.
> Denke bei Ariane bleiben die unflexiblen Beamten""Papiertiger" und
> VitaminB-Stellen aus der politischen Entourage, wie das eigentlich jetzt
> schon ist. Paar gute Absolventen, welche sich erstmal einen Überblick über
> die Branche verschaffen wollen wird es geben, aber diese haben keine
> Entscheidungsgewalt und nach ein paar Optimierungsvorschlägen/neuen Ideen,
> welche im Bürokratiedschungel verschwinden, sind die guten Leute ganz
> schnell weg.
Die guten Absolventen haben aber keine andere Möglichkeit als bei Ariane oder in Europa zu bleiben weil bei SpaceX und co. aus Gründen der nationalen Sicherheit nur amerikanische Staatsbürger arbeiten dürfen. -
Re: Sehr enttäuschend
Autor: JuBo 20.07.21 - 11:30
das macht die Sache um so schlimmer - aber das muss neu sein bei SpaceX - wahrscheinlich nach der Vergabe der Staatsaufträge als Auflage - vorher war das Team eigentlich international
1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.07.21 11:31 durch JuBo. -
Re: Sehr enttäuschend
Autor: RanDalic 20.07.21 - 11:40
JuBo schrieb:
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> das macht die Sache um so schlimmer - aber das muss neu sein bei SpaceX -
> wahrscheinlich nach der Vergabe der Staatsaufträge als Auflage - vorher war
> das Team eigentlich international
Das liegt am sogenannten ITAR. Nach Auffassung der US-Regierung ist Raketentechnik ein Rüstungsgut und unterliegt deshalb extremen Export und Personalauflagen. Tatsächlich dürfen auch Green Card holders (nicht nur Staatsbürger, kleiner Fehler vorhin) in ITAR Branchen arbeiten. Aber so eine Green Card muss man erstmal bekommen. Das gilt übrigens für die gesamte US Raketenindustrie.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.07.21 11:41 durch RanDalic. -
Re: Sehr enttäuschend
Autor: JuBo 20.07.21 - 11:44
Danke für die Info. Aber eine green card für einen Spitzenforscher dürfte keine große Hürde sein. Zumal SpaceX ja kaum Russen und Chinesen beschäftigen kann. Bleiben nur Europäer und Inder



