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Sinnloses Brückenabreißen
Autor: fanreisender 01.05.22 - 13:43
Es wird eine Zeit nach dem Krieg geben. Der ganze Bereich rund um die Forschung wäre eine Ansatzpunkt zu normalen Beziehungen zurück zu kehren. Natürlich hat der große Diktator auch hier ganze Gehirnwäsche geleistet/leisten lassen. Allerdings sehen Wissenschafter/Ingenieure/Konstrukteure berufsbedingt die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln.
Mit dieser Personengruppe könnte man vermutlich am ehesten wieder reden.
Jetzt wird es halt leider langsam unmöglich. Alternativen müssen her, sie werden auch kommen. und sind die dann erst einmal etabliert, gibt es keinerlei Leidensdruck, eine Zusmamenarbeit zu reaktivieren. -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: Lapje 01.05.22 - 13:53
fanreisender schrieb:
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> Es wird eine Zeit nach dem Krieg geben. Der ganze Bereich rund um die
> Forschung wäre eine Ansatzpunkt zu normalen Beziehungen zurück zu kehren.
Mal davon abgesehen, dass ich diese in den nächsten 10 Jahren in weiten Teilen nicht sehe. Auf der anderen Seite hat sich Russland ja genügend Zeit gelassen die Entscheidung zurückzunehmen - in einem Jahr wird die Frist verlängert usw... -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: notuf 01.05.22 - 15:18
Ne, das ist ein wenig politisches Blabla da die ISS ohnehin EOL ist.
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Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: sg-1 01.05.22 - 17:16
fanreisender schrieb:
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> Es wird eine Zeit nach dem Krieg geben. Der ganze Bereich rund um die
> Forschung wäre eine Ansatzpunkt zu normalen Beziehungen zurück zu kehren.
> Natürlich hat der große Diktator auch hier ganze Gehirnwäsche
> geleistet/leisten lassen. Allerdings sehen
> Wissenschafter/Ingenieure/Konstrukteure berufsbedingt die Welt aus
> verschiedenen Blickwinkeln.
> Mit dieser Personengruppe könnte man vermutlich am ehesten wieder reden.
>
> Jetzt wird es halt leider langsam unmöglich. Alternativen müssen her, sie
> werden auch kommen. und sind die dann erst einmal etabliert, gibt es
> keinerlei Leidensdruck, eine Zusmamenarbeit zu reaktivieren.
In einer Zeit nach dem Krieg wird Russland 100Jahre lang Kuba sein. Es steckt jetzt schon in der Vergangenheit fest und denkt weiterhin in Aufteilungen des kalten Krieges...Dabei hatte man genug Zeit zu lernen und die Welt voran zu bringen. Verlorene Jahre für Russlands Bevölkerung und verlorene Jahre für die Welt. Wer jetzt denkt, Russland könne alles alleine, der hat nichts verstanden. Russland ist in so vielen Dingen auf Importe abhängig, von denen es nun komplett abgeschnitten ist (allein Flugzeugersatzteile sind nicht mehr zugänglich und werden riesige Probleme verursachen)
Völlig sinnlos, was die russische Regierung da gerade macht. -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: Jager 01.05.22 - 17:19
> Völlig sinnlos, was die russische Regierung da gerade macht.
Russland will vor allem nicht akzeptieren dass die Ukraine eigenes Öl an die EU liefern kann. Das wäre für uns womöglich auch gut gewesen. Stattdessen will Putin dass wir weiterhin von seinem Öl abhängig sind. Ja, es gibt Alternativen, aber die sind mit erheblichen Mehrkosten verbunden, die wir derzeit nur ansatzweise sehen. -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: ayngush 01.05.22 - 17:38
Mit dem System Putin wird niemand in der westlichen Union mehr zum Status Quo zurück kehren. Dazu wurde viel zu viel vernichtet.
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Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: Lapje 01.05.22 - 17:43
Jager schrieb:
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> > Völlig sinnlos, was die russische Regierung da gerade macht.
>
> Russland will vor allem nicht akzeptieren dass die Ukraine eigenes Öl an
> die EU liefern kann. Das wäre für uns womöglich auch gut gewesen.
> Stattdessen will Putin dass wir weiterhin von seinem Öl abhängig sind. Ja,
> es gibt Alternativen, aber die sind mit erheblichen Mehrkosten verbunden,
> die wir derzeit nur ansatzweise sehen.
Das ist nicht ganz richtig. Natürlich wird es eine Zeit dauern, bis die Transportwege bereitet sind, dann wird es aber auch hier normal. Das Problem für Russland wird sein, sein Öl und Gas dann ebenso loszuwerden. Die Transportwege nach China und Indien sind auch nicht für die Menge vorhanden - aktuell kann nur ein Bruchteil der Lieferungen nach Europa nach China oder Indien gelangen, und das ebenfalls nur zu einen Bruchteil des Preises, den wir für die gleiche Menge gezahlt hätten.
Fachleute haben mal nachgeschaut und rausgefunden, dass z.B. das Öl in die beiden Länder mit dem Schiff nicht 2-3 Wochen wie bei uns, sondern Monate benötigen würde - zudem können die Schiffe nicht direkt an die Verladestationen rann, da die Gewässer nicht tief genug sind - also umladen auf kleinere Schiffe. Nur während wir bei neuen Lieferanten irgendwann zu einem "normalen" Preis kommen werden, wird Russland nicht mehr solch einen zahlungskräftigen Kunden wie uns erleben. Indien drückt die Preise jetzt schon massiv.
Putolf hat das Blatt einfach überreizt und sieht, dass Russland die Welt braucht - die Welt aber nicht Russland. Das die Sanktionen wirken hat sich letztens auch an einer Aussage Medwedes gezeigt: Er hat darauf "hingewiesen", dass ddie Europäer sich klar sein sollen, dass sie sich mit den ganzen Flüchtlingen auch die Kriminalität ins Land holen würden. Die wissen genau, das die Kacke bei denen erheblich am Dampfen ist. Und solch eine Aussage von eienr Clique, die zuletzt noch Russen aufgerungen haben, in Europa so viel Schaden wie möglich anzurichten. -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: Lapje 01.05.22 - 17:45
ayngush schrieb:
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> Mit dem System Putin wird niemand in der westlichen Union mehr zum Status
> Quo zurück kehren. Dazu wurde viel zu viel vernichtet.
Zu welchem jetzt genau? -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: Niaxa 01.05.22 - 17:50
Es war jetzt nicht die Erkenntnis, das hier Beziehungen zerstört wurden. Sondern die Erkenntnis, das man dachte, gut Beziehungen zu Russland zu haben und in irgendeiner Weise Einfluss nehmen zu können auf sie. Und Russland hat in geteigt, dass jegliche Ausenpolitik der letzten Jahre für den Arsch war und unsere Ansichten, dort weder vertreten sind, noch irgend einen Horst interessiert. Und das ist das katastrophale an der Sache… das man das jetzt erst merkt.
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Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: Lapje 01.05.22 - 18:06
Niaxa schrieb:
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> Es war jetzt nicht die Erkenntnis, das hier Beziehungen zerstört wurden.
> Sondern die Erkenntnis, das man dachte, gut Beziehungen zu Russland zu
> haben und in irgendeiner Weise Einfluss nehmen zu können auf sie. Und
> Russland hat in geteigt, dass jegliche Ausenpolitik der letzten Jahre für
> den Arsch war und unsere Ansichten, dort weder vertreten sind, noch irgend
> einen Horst interessiert. Und das ist das katastrophale an der Sache…
> das man das jetzt erst merkt.
Das Problem besteht hier aber eher für Russland - vor allem weil sie es entweder nicht sehen oder nicht wahrhaben wollen. Russland ist auf den Verkauf seiner Rohstoffe abhängig, wenn die aber keiner mehr oder nicht zu den bisherigen Preisen abnimmt hat die Regierung ganz schnell ein Problem. Aktuell können sie den Fall der Wirtschaft durch Geldreinpumpen noch verlangsamen, aber auch das Geld geht mal aus. Wenn dann von den Rohstoffen weniger oder vielleicht sogar kaum noch was kommt, gehen da schnell die Lichter aus. -
Sanctions next level
Autor: Crass Spektakel 02.05.22 - 02:36
Lapje schrieb:
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> Das Problem besteht hier aber eher für Russland - vor allem weil sie es
> entweder nicht sehen oder nicht wahrhaben wollen. Russland ist auf den
> Verkauf seiner Rohstoffe abhängig, wenn die aber keiner mehr oder nicht zu
> den bisherigen Preisen abnimmt hat die Regierung ganz schnell ein Problem.
Nun, ein wenig können die asiatischen Länder das schon kompensieren. Aber die werden weniger zahlen, weniger abnehmen und der Transport kommt teurer. Aber selbst die asiatischen Nachbarn werden vorsichtig sein sich von Putin abhängig zu machen nachdem selbst gute Freunde wie Deutschland über Nacht verprellt wurden.
Und selbst wenn sich Putin als Rohstoffschlampe bei China Liebkind macht... Sanctions next level, wer mit Rußland Handel treibt macht sich nach westlichem Recht strafbar. Geht nicht? Doch geht. Macht die USA mit Kuba und Teheran seit Jahrzehnten. Wenn der gesamte Westen das macht und alle Firmen die mit Rußland Handel treiben mit schweren Strafen rechnen müssen wird der Rußlandhandel in der Region zu Schmuggel und Graumarkt mutieren welches Rußland noch viel mehr Geld kosten wird.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.05.22 02:37 durch Crass Spektakel. -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: jacki 02.05.22 - 03:47
Naja der Krieg wird schon irgendwann vorbei sein.
Allerdings, selbst wenn Russland sich zurückzieht, die Krim zurückgibt und sich für alles entschuldigt, hat auf absehbare Zeit keiner so richtig Bock auf Kooperation.
Man hat ja jetzt gesehen dass noch so wichtige Zusammenarbeit und Verflechtungen auch nicht davor schützen dass sie ein Krieg anfangen. Der hat jetzt schon Staaten, der Wirtschaft und mehreren hundert Millionen Haushalten viel Geld gekostet. Die haben echt gar keine Lust mehr auf soo einen Partner, der die Gemeinschaftsprojekte dann zerstört und auch noch mit Atomwaffen droht..
Und wenn der Krieg nicht komplett pro Ukraine ausgeht, gibt es erst recht keine Basis auf der man was mit Russland zusammen machen kann. -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: robinx999 02.05.22 - 07:30
sg-1 schrieb:
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> fanreisender schrieb:
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> > Es wird eine Zeit nach dem Krieg geben. Der ganze Bereich rund um die
> > Forschung wäre eine Ansatzpunkt zu normalen Beziehungen zurück zu
> kehren.
> > Natürlich hat der große Diktator auch hier ganze Gehirnwäsche
> > geleistet/leisten lassen. Allerdings sehen
> > Wissenschafter/Ingenieure/Konstrukteure berufsbedingt die Welt aus
> > verschiedenen Blickwinkeln.
> > Mit dieser Personengruppe könnte man vermutlich am ehesten wieder reden.
> >
> > Jetzt wird es halt leider langsam unmöglich. Alternativen müssen her,
> sie
> > werden auch kommen. und sind die dann erst einmal etabliert, gibt es
> > keinerlei Leidensdruck, eine Zusmamenarbeit zu reaktivieren.
>
> In einer Zeit nach dem Krieg wird Russland 100Jahre lang Kuba sein.
100 Jahre finde ich übertrieben, da muss man mal auf die deutsche Geschichte schauen, wie lange hat es gedauert von dem Überfall auf Polen bis Deutschland eine funktionierende Wirtschaft hatte und die deutschen weitestgehend im Ausland respektiert wurden bzw. Beitritt bei der NATO / EU. Das Verhältnis EU / Russland könnte sich theoretisch in wenigen Jahrzenten normalisieren. -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: Datalog 02.05.22 - 08:03
robinx999 schrieb:
> 100 Jahre finde ich übertrieben, da muss man mal auf die deutsche
> Geschichte schauen, wie lange hat es gedauert von dem Überfall auf Polen
> bis Deutschland eine funktionierende Wirtschaft hatte und die deutschen
> weitestgehend im Ausland respektiert wurden bzw. Beitritt bei der NATO /
> EU. Das Verhältnis EU / Russland könnte sich theoretisch in wenigen
> Jahrzenten normalisieren.
Ja, möglich. Damit der Vergleich aber funktioniert, müssten auch noch einige andere Punkte erfüllt sein. Es müsste zum Beispiel...
- die russische Wirtschaft und das Militär komplett auf den Boden gebombt werden,
- die russische Regierung vollständig ausgetauscht und die Hauptverantwortlichen hingerichtet werden,
- große Teile Russlands als Reparationen abgetreten werden,
- und vor allem ein Umdenken in der russischen Bevölkerung einsetzen mit der Erkenntnis, dass der Angriffskrieg auf die Ukraine ein Verbrechen war.
Nur, wie wahrscheinlich ist das? Ich fürchte dagegen, wir werden und noch Jahrzehnte mit Putin und seinen Nachfolgern herumschlagen müssen. -
Re: Sinnloses Brückenabreißen
Autor: robinx999 03.05.22 - 07:07
Datalog schrieb:
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> robinx999 schrieb:
> > 100 Jahre finde ich übertrieben, da muss man mal auf die deutsche
> > Geschichte schauen, wie lange hat es gedauert von dem Überfall auf Polen
> > bis Deutschland eine funktionierende Wirtschaft hatte und die deutschen
> > weitestgehend im Ausland respektiert wurden bzw. Beitritt bei der NATO /
> > EU. Das Verhältnis EU / Russland könnte sich theoretisch in wenigen
> > Jahrzenten normalisieren.
>
> Ja, möglich. Damit der Vergleich aber funktioniert, müssten auch noch
> einige andere Punkte erfüllt sein. Es müsste zum Beispiel...
>
> - die russische Wirtschaft und das Militär komplett auf den Boden gebombt
> werden,
> - die russische Regierung vollständig ausgetauscht und die
> Hauptverantwortlichen hingerichtet werden,
> - große Teile Russlands als Reparationen abgetreten werden,
> - und vor allem ein Umdenken in der russischen Bevölkerung einsetzen mit
> der Erkenntnis, dass der Angriffskrieg auf die Ukraine ein Verbrechen war.
>
> Nur, wie wahrscheinlich ist das? Ich fürchte dagegen, wir werden und noch
> Jahrzehnte mit Putin und seinen Nachfolgern herumschlagen müssen.
Die Wirtschaft wird gerade durch Sanktionen belegt und liegt schon faktisch am Boden. Die Gesundheit Putins ist ja öfters mal ein Punkt der durchaus diskutiert wird. Wie die Bevölkerung wirklich denkt ist schwer einzuschätzen in einem Land indem es drakonische Strafen gibt für Abweichler, in Deutschland wurde auch bis zu Letzt gejubelt Stichwort "Wollte Ihr den totalen Krieg"
Beim Thema Reparationen sagen ja jetzt schon einige das die eingefrorenen Gelder an die Ukraine gehen sollen. Wenn der Krieg vorbei ist könnte es ja durchaus auch sein das der Gas / Öl Handel voll aufgenommen wird dafür aber 25% des Verkaufserlöses direkt an die Ukraine gehen oder ähnliches.
Also ich denke so etwas könnte in wenigen Jahrzehnten passieren vor allem wenn die Wirtschaft kollabieren sollte und die schlauen Köpfe im Land dieses schon weitestgehend verlassen haben



