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Weltverbesserer...
Autor: paradigmshift 12.01.13 - 13:16
Und das sage ich ganz im positivem Sinne. Schade das Menschen wie Swartz nicht das sagen haben. Ich will seinen Einbruch ins MIT nicht glorifizieren, dennoch geschah sein Handeln nicht aus eigennützigen Motiven, sondern aus dem Glauben an eine bessere Welt und freies Wissen. Bin gespannt was für ein Echo sein Tod in den nicht IT-affinen Medien haben wird.
/rest in peace -
Re: Weltverbesserer...
Autor: pholem 12.01.13 - 14:14
Wenn jemand mit viel Arbeit und Geld eine wissenschaftliche Arbeit anfertigt dann ist es sein Eigentum und er kann entscheiden, was damit gemacht wird.
Es ist natürlich einfach zu argumentieren, dass eine freie Zugänglichkeit für die Menschheit was Gutes ist, aber was ist als nächstes dran? Dein Nachbar fährt kaum mit seinem Auto, es ist besser wenn du es dir einfach nehmen darfst und damit rumfahren, weil du täglich zur Arbeit musst?
Um das zu verhindern ist Eigentum als Freiheitsrecht in den internationalen Menschenrechten festgelegt. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: Notoricus 12.01.13 - 14:14
In den nicht IT-affinen Medien vermutlich garkeins...
Mich würden eher die Hintergründe seines Suizids interessieren. Ich glaube es ist garnicht allzu lange her da hat sich ein anderer junger Gründer einer bekannteren Internetplattform das Leben genommen, allerdings komme ich grade beim besten Willen nicht darauf wer es war oder zu welcher Plattform er gehörte... -
Re: Weltverbesserer...
Autor: Anonymouse 12.01.13 - 14:14
> In JSTOR sind digitalisierte akademische Fachzeitschriften gespeichert,
> der Zugriff ist kostenpflichtig.
Ganz so frei nun doch nicht. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: Anonymouse 12.01.13 - 14:15
Daran musste ich auch sofort denken. Mir fällt aber auch nicht mehr ein, wer genau das war...
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Re: Weltverbesserer...
Autor: dasfuxx 12.01.13 - 14:19
Der Diaspora Entwickler?
http://de.wikipedia.org/wiki/Ilya_Zhitomirskiy -
Re: Weltverbesserer...
Autor: kevla 12.01.13 - 14:21
pholem schrieb:
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> Wenn jemand mit viel Arbeit und Geld eine wissenschaftliche Arbeit
> anfertigt dann ist es sein Eigentum und er kann entscheiden, was damit
> gemacht wird.
> Es ist natürlich einfach zu argumentieren, dass eine freie Zugänglichkeit
> für die Menschheit was Gutes ist, aber was ist als nächstes dran? Dein
> Nachbar fährt kaum mit seinem Auto, es ist besser wenn du es dir einfach
> nehmen darfst und damit rumfahren, weil du täglich zur Arbeit musst?
> Um das zu verhindern ist Eigentum als Freiheitsrecht in den internationalen
> Menschenrechten festgelegt.
wow. den zugriff auf wissen mit materiellen gegenständen zu vergleichen... ist ja fast das selbe -
Re: Weltverbesserer...
Autor: sav 12.01.13 - 14:24
Du glaubst gar nicht wie Aufwendig es sein kann das Wissen zu erlangen und in einem Buch, Paper etc. zusammen zu tragen. Da ist ein Pulli von H&M schneller gestrickt und trotzdem klaut man diesen nicht einfach, nur weil man der Meinung ist das jeder auf der Welt freien Zugang zu H&M Kleidung haben sollte.
Jaja, Vergleich hinkt, bla blub.. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: iBarf 12.01.13 - 14:25
+1
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Re: Weltverbesserer...
Autor: pholem 12.01.13 - 14:29
kevla schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> pholem schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Wenn jemand mit viel Arbeit und Geld eine wissenschaftliche Arbeit
> > anfertigt dann ist es sein Eigentum und er kann entscheiden, was damit
> > gemacht wird.
> > Es ist natürlich einfach zu argumentieren, dass eine freie
> Zugänglichkeit
> > für die Menschheit was Gutes ist, aber was ist als nächstes dran? Dein
> > Nachbar fährt kaum mit seinem Auto, es ist besser wenn du es dir einfach
> > nehmen darfst und damit rumfahren, weil du täglich zur Arbeit musst?
> > Um das zu verhindern ist Eigentum als Freiheitsrecht in den
> internationalen
> > Menschenrechten festgelegt.
>
> wow. den zugriff auf wissen mit materiellen gegenständen zu vergleichen...
> ist ja fast das selbe
Ich vergleiche nicht, ich frage: "Was ist als nächstes?"
Und das was sav sagt. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: divStar 12.01.13 - 14:48
Wenn von Regierungen Forschungen und -projekte unterstützt werden und Bildung (zumindest hierzulande) quasi nur die Studiengebühren kostet (JA - ich weiß, dass es mehr ist - aber es ist immer noch weniger als das was die Regierung dafür ausgibt), sollte man erwarten das jegliches dadurch erlangtes Wissen auch an die Geldgeber (das Volk) zurückgegeben wird.
Ich finde es ziemlich dummdreist wenn man z.B. im Zuge der ganzen CERN-Geschichten Teleportation oder so etwas entdecken würde - und sich das ganze dann patentiert, denn eigentlich gehört es dann dem Volk weil ohne dessen Gelder die Wissenschaftler nicht dort wären wo sie jetzt sind. Das heißt nicht, dass die daraus resultierenden Produkte frei sein müssen - aber zum Beispiel die daraus abgeleiteten physikalischen Regel und Gesetze bzw. Theorien. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: felixat 12.01.13 - 14:58
Leider is das nicht der fall. wir verdienen nix an einer publikation. Wenn ein paper publiziert wird gehen die rechte ueblicherweise an den verlag. Sogar das veroeffentlichen auf der eigenen homepage ist irgendwo zwischen verboten und rechtlicher graubereich. Das paper als "open access" zur verfuegung zu stellen ist moeglich, allerdings zahlt dann der _author_ dafuer. (Ich glaub das letzte was ich gesehen habe waren so 2000USD um ein paper bei springer frei verfuegbar zu machen). http://en.wikipedia.org/wiki/Open_access
Viele wissenschaftler wuerden gerne open access publizieren, allerdings sind wir da von den konferenzen/journals abhaengig. Auf eine hochrangige publikation zu verzichten nur weil open access nicht verfuegbar/zu teuer ist, kann man sich beruflich einfach nicht leisten, und die sind traditionell einfach bei namhaften verlagen. Andererseits sind wir selbst auch davon abhaengig zugriff auf papers anderer leute zu haben und muessen dafuer zahlen. entweder ueber persoenliche mitgliedschaften, oder der arbeitgeber zahlt unsummen an die verlage um zugriff zu bekommen. Und das obwohl wir die veroeffentlichungen und peer reviews meist selbst organisieren und durchfuehren. Zumindest in den computerwissenschaften wirst du nicht leicht jemanden finden der gegen die kostenlose veroeffentlichung is und es geht auch immer mehr in richtung open access. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: Der schwarze Ritter 12.01.13 - 15:13
Nö, Wissen, das mit öffentlichen Geldern geschaffen wurde, hat der Öffentlichkeit auch frei zur Verfügung zu stehen. Ohne Diskussion.
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Re: Weltverbesserer...
Autor: Paritz 12.01.13 - 15:16
> Wenn jemand mit viel Arbeit und Geld eine wissenschaftliche Arbeit
> anfertigt dann ist es sein Eigentum und er kann entscheiden, was damit
> gemacht wird.
Es sind halt in der Regel deren drei, die mitmischen. Der Finanzier (in der Regel der Steuerzahler), der wissenschaftliche Arbeiter und der Distributor, sprich der Verlag. Trotz aller bekannten Kritik ist auch Letzteres durchaus eine Leistung, die man dann einschätzen kann, wenn man einmal versucht, die Verlagsarbeit in die eigenen Hände zu nehmen.
Wer entscheidet jetzt final? Die hier an anderer Stelle genannte Möglichkeit des open access gegen Gebühr erscheint mir gar nicht so schlecht. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: Deadline 12.01.13 - 15:26
pholem schrieb:
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> Wenn jemand mit viel Arbeit und Geld eine wissenschaftliche Arbeit
> anfertigt dann ist es sein Eigentum und er kann entscheiden, was damit
> gemacht wird.
> Es ist natürlich einfach zu argumentieren, dass eine freie Zugänglichkeit
> für die Menschheit was Gutes ist, aber was ist als nächstes dran? Dein
> Nachbar fährt kaum mit seinem Auto, es ist besser wenn du es dir einfach
> nehmen darfst und damit rumfahren, weil du täglich zur Arbeit musst?
> Um das zu verhindern ist Eigentum als Freiheitsrecht in den internationalen
> Menschenrechten festgelegt.
"Wenn zwei Knaben, jeder einen Apfel, haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken."
Vergleich hinkt nicht nur, sondern ist gänzlich unpassend. Sicher steht eine Menge Arbeit hinter dem Wissen, das veröffentlicht wird in solchen Werken, aber ist das eine Rechtfertigung dafür, dass jeder den solchen Wissen interessiert dafür Unsummen ausgeben muss, die zu größten Teilen sowieso an die Verlage gehen?
Es heißt ja nicht, dass frei zugängliches Wissen unvergütet für den Autor sein muss, aber man kann erste Schritte tun und intelligente neue Veröffentlichungsmöglichkeiten prüfen und ausprobieren. Oder eventuell den Staat Initiative ergreifen lassen. Nur so als Denkanstoß.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." -
Re: Weltverbesserer...
Autor: Anonymouse 12.01.13 - 15:29
Ja, genau.
Ich hatte die ganze Zeit Spore im Kopf. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: Anonymer Nutzer 12.01.13 - 15:55
felixat schrieb:
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> Leider is das nicht der fall. wir verdienen nix an einer publikation.
> Wenn ein paper publiziert wird gehen die rechte ueblicherweise an den
> verlag. Sogar das veroeffentlichen auf der eigenen homepage ist irgendwo
> zwischen verboten und rechtlicher graubereich. Das paper als "open access"
> zur verfuegung zu stellen ist moeglich, allerdings zahlt dann der _author_
> dafuer. (Ich glaub das letzte was ich gesehen habe waren so 2000USD um ein
> paper bei springer frei verfuegbar zu machen). en.wikipedia.org
>
> Viele wissenschaftler wuerden gerne open access publizieren, allerdings
> sind wir da von den konferenzen/journals abhaengig. Auf eine hochrangige
> publikation zu verzichten nur weil open access nicht verfuegbar/zu teuer
> ist, kann man sich beruflich einfach nicht leisten, und die sind
> traditionell einfach bei namhaften verlagen. Andererseits sind wir selbst
> auch davon abhaengig zugriff auf papers anderer leute zu haben und muessen
> dafuer zahlen. entweder ueber persoenliche mitgliedschaften, oder der
> arbeitgeber zahlt unsummen an die verlage um zugriff zu bekommen. Und das
> obwohl wir die veroeffentlichungen und peer reviews meist selbst
> organisieren und durchfuehren. Zumindest in den computerwissenschaften
> wirst du nicht leicht jemanden finden der gegen die kostenlose
> veroeffentlichung is und es geht auch immer mehr in richtung open access.
genau so ist es. wie könnt ihr das im weiteren verlauf der diskussion ignorieren?
ich habe jedenfalls noch keinen cent für eine publikation gesehen. aber darum geht es auch nicht in der wissenschaft, die finanziert sich anders. freie publikationen würden keinerlei nachteile liefern, für niemanden, außer natürlich für die verlage. -
Re: Weltverbesserer...
Autor: developer 12.01.13 - 16:00
Anonymouse schrieb:
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> Daran musste ich auch sofort denken. Mir fällt aber auch nicht mehr ein,
> wer genau das war...
Hm ja, krasserweise angeblich beide Selbstmord.
Scheint ein deprimierendes Business zu sein mit diesen sozialen Netzwerken.
Whatever you do, do it with: 5 + (sqrt(1-x^2(y-abs(x))^2))cos(30((1-x^2-(y-abs(x))^2))), x is from -1 to 1, y is from -1 to 1.5, z is from -100 to 4.5 -
Re: Weltverbesserer...
Autor: Anonymer Nutzer 12.01.13 - 17:50
Sind wir doch mal froh das Wissenschaftler wie Isaac Newton oder Robert Koch das mit dem "Gibst du mir Geld, sonst bleibste dumm" nicht so ernst genommen haben.
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Re: Weltverbesserer...
Autor: Emulex 12.01.13 - 20:12
kevla schrieb:
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> wow. den zugriff auf wissen mit materiellen gegenständen zu vergleichen...
> ist ja fast das selbe
Der Mensch braucht Ansporn um Leistung zu bringen.
Nimm der Wissenschaft ihr wirtschaftliches Potential und sie wird ihre Leistung drastisch verringern.



