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Baukasten Krimis

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  1. Baukasten Krimis

    Autor: gultimore 11.12.14 - 09:57

    Viele Romane und Krimies entspringen doch heutzutage einem Baukasten. Wieso soll das der Computer schlechter können.

    Einfach einen Satz verschiedener Parameter zufällig erstellen lassen und drum herum die Geschichte generieren.

    Täter:{Gärtner, Zimmermädchen, Oma, Postbote, Bundeskanzlerin, ...}
    Mögliche Verdächtige: {Cousin, Hausbote, Hund, Vater, Bundespräsident, ...}
    Wendungen:{Täter früh zeigen, dann unkenntlich machen; Familientragödie; Vater ist nicht Vater; Metoriteneinschlag; Bundespräsident intregiert gegen Bundeskanzlerin; ... }

    Nehme x Täter, y Verdächte und z Wendungen. Generiere Text mit schicken Phrasen. ("In ihrem runden Gesicht konnte man eine Träne aus ihrem großen kugeligen Augen kullern sehen,...")

    Das sowas leicht möglich ist, wurde schon mehr als einmal gezeigt. Beliebtes Beispiel sind veröffentlichungen von Nonsense-Artikel in der Wissenschaft:
    http://www.zeit.de/wissen/2014-02/wissenschaftsverlage-zufallsgenerierte-fachartikel



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.12.14 09:59 durch gultimore.

  2. Re: Baukasten Krimis

    Autor: Hanmac 11.12.14 - 10:58

    XD jetzt hätte ich interesse an einem BaukastenKrimi ;P

    wenn man das genug Konfigurierbar machen kann, und dann kann man damit bestimmt alle Folgen von Conan (gemeint ist der Anime) abbilden xD

  3. Re: Baukasten Krimis

    Autor: Schattenwerk 11.12.14 - 11:31

    Täter: Gärtner
    Mögliche Verdächtige: Hund
    Wendungen: Bundespräsident intrigiert gegen Bundeskanzlerin

    Würde mich nun schon interessieren ;)

  4. Re: Baukasten Krimis

    Autor: bplhkp 11.12.14 - 11:31

    gultimore schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das sowas leicht möglich ist, wurde schon mehr als einmal gezeigt.
    > Beliebtes Beispiel sind veröffentlichungen von Nonsense-Artikel in der
    > Wissenschaft:

    Das funktioniert hier aus drei Gründen:
    - wissenschaftliche Artikel sind völlig emotionsfrei mit Standardphrasen geschrieben
    - das Zeugs ist teilweise so abstrakt und dann noch schwer verständlich, verschwurbelt geschrieben, dass das der Inhalt von vielen eh nicht verstanden wird
    - der Stallgeruch zählt. Der Name MIT (oder viele andere) auf der Teilnehmerliste einer zweit- oder drittklassigen Konferenz führt dann sehr schnell zur Annahme des Papers

    Der erste Grund ist meiner Meinung nach das KO für Krimis. Hier zählt dann doch eine Prise Humor oder Emotion. Sowas würde ich eher in der Hochliteratur versuchen.Schreiben wird dann noch James Joyce (oder was auch immer) drauf und die ganzen Pseudointellektuellen werden das feiern und in den Nonsense noch irgendwas reininterpretieren wollen (so wie das Hape Kerkeling mit Hurz in der Musik schon gezeigt hat)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.12.14 11:34 durch bplhkp.

  5. Re: Baukasten Krimis

    Autor: gultimore 11.12.14 - 11:52

    Homur und Witze vom Computer generieren zu lassen ist aber auch kein neues Gebiet. Auch Emotionen sind abbildbar. D.h. im vorraus definieren, was alles sehr Emotoinbehaftet ist (Seitensprung, Familienmitglieb stirb, Freund verrät ein, ...) und eine Software wird da was zusammen basteln können.

    Ich sage nicht, dass sowas einfach wäre, ich glaube nur mit einer genügend großen Datenbank kann man schon recht viel abbilden und auch Krimis erstellen lassen, die authentisch wirken.

  6. Re: Baukasten Krimis

    Autor: gultimore 11.12.14 - 12:04

    Naja, dies ist doch ein Standard-Tatort:

    Vater stößt Tochter im Zorn den Balkon runter. Zeugen haben den Hund und nicht den Vater gesehen, weshalb alle denken, der wars. Nebenbei kommt raus, dass die Tochter die Praktikanten vom Sekretär des Bundespräsidenten war und Hauptkommisar Tschiller ermittelt schießend im Schloss Bellevue. Zum Schluss kommt raus, dass diese Intrigie eigentlich nichts mit dem Mord zu tun hatte.

    UPS: Habe irgendwie gelesen, dass der Vater der Täter war. Naja, Vater durch Gärtner ersetzen und Tochter durch Hausdame. Anstatt Zorn kann es eifersucht sein, weil die Hausdame den Gärtner nicht mehr als Affäre haben will. die Hausdame arbeitet dann für den Bundespräsidenten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.12.14 12:07 durch gultimore.

  7. Re: Baukasten Krimis

    Autor: artem 11.12.14 - 13:40

    10/10

    Würde ich mir ansehen.

  8. Re: Baukasten Krimis

    Autor: Komischer_Phreak 11.12.14 - 23:17

    gultimore schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Viele Romane und Krimies entspringen doch heutzutage einem Baukasten. Wieso
    > soll das der Computer schlechter können.
    >
    > Einfach einen Satz verschiedener Parameter zufällig erstellen lassen und
    > drum herum die Geschichte generieren.
    >
    > Täter:{Gärtner, Zimmermädchen, Oma, Postbote, Bundeskanzlerin, ...}
    > Mögliche Verdächtige: {Cousin, Hausbote, Hund, Vater, Bundespräsident,
    > ...}
    > Wendungen:{Täter früh zeigen, dann unkenntlich machen; Familientragödie;
    > Vater ist nicht Vater; Metoriteneinschlag; Bundespräsident intregiert gegen
    > Bundeskanzlerin; ... }
    >
    > Nehme x Täter, y Verdächte und z Wendungen. Generiere Text mit schicken
    > Phrasen. ("In ihrem runden Gesicht konnte man eine Träne aus ihrem großen
    > kugeligen Augen kullern sehen,...")
    >
    > Das sowas leicht möglich ist, wurde schon mehr als einmal gezeigt.
    > Beliebtes Beispiel sind veröffentlichungen von Nonsense-Artikel in der
    > Wissenschaft:
    > www.zeit.de

    So einfach ist das nicht. Woher kennt der Rechnern den die Bedeutung eines Wortes und weiß, das, wie im Text erwähnt, Teller stapelbar sind oder nicht? Wie bringst Du ihm bei, zwischen den Zeilen zu reden? Woher weiß der Rechner, was in welchem Kontext welche Bedeutung hat? Wie kann er einen tieferen Sinn integrieren?

    Das grundlegende Problem ist, das für einen solchen Text der Rechner ein Verständnis für Text entwickeln müsste. Und das ist in der von Dir geforderten Form nur mittels Intelligenz, mithin also einem menschlichen Hirn machbar. Ich habe selbst vor Jahren etwas entwickelt, das Sprache analysieren und Bedeutung herausfiltern kann (nicht zu verwechseln mit so peinlichen Systemen wie Siri - das ist einfach nur schlecht). Sprache besteht zu 99 % aus sinnlosen Füllwörtern und Quatsch. Kommunikation wäre sehr viel effizienter möglich. Unglücklicherweise sind diese Füllwörter und der Quatsch das, was den Reiz eines Romans ausmacht. Aus eben diesem Grund werden klassische Computersysteme und klassische Textgenerierungssysteme nie einen Roman schreiben. Das wird in der Post-Blue-Brain-Ära vielleicht eines Tages möglich sein. Aber heute ist es das noch nicht.

  9. Re: Baukasten Krimis

    Autor: Anonymer Nutzer 12.12.14 - 09:45

    > Ich habe selbst vor Jahren etwas entwickelt, das Sprache
    > analysieren und Bedeutung herausfiltern kann (nicht zu verwechseln mit so
    > peinlichen Systemen wie Siri - das ist einfach nur schlecht).


    Wollen wir wetten das du niemals auch nur annähernd sowas entwickelt hast?

  10. Re: Baukasten Krimis

    Autor: nicoledos 12.12.14 - 20:46

    Da kommen wir in den Bereich Semantik. Ein stark umforschtes Gebiet. Den grundlegenden Handliungsstrang und passenden Text dazu generieren ist relativ einfach. Sehe die Schwierigkeit für einen vollständigen Roman eher in den Nebenhandlungen, in denen mal weitere Informationen zur Haupthandlung versteckt sind, in die Irre führen oder die Charaktere näher erklären.

    Kurze Krimis für die Fernstehzeitung magen gehen, ganze Bücher eher nicht.

  11. Re: Baukasten Krimis

    Autor: Proust 14.12.14 - 08:36

    bplhkp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > gultimore schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das sowas leicht möglich ist, wurde schon mehr als einmal gezeigt.
    > > Beliebtes Beispiel sind veröffentlichungen von Nonsense-Artikel in der
    > > Wissenschaft:
    >
    > Das funktioniert hier aus drei Gründen:
    > - wissenschaftliche Artikel sind völlig emotionsfrei mit Standardphrasen
    > geschrieben
    > - das Zeugs ist teilweise so abstrakt und dann noch schwer verständlich,
    > verschwurbelt geschrieben, dass das der Inhalt von vielen eh nicht
    > verstanden wird
    > - der Stallgeruch zählt. Der Name MIT (oder viele andere) auf der
    > Teilnehmerliste einer zweit- oder drittklassigen Konferenz führt dann sehr
    > schnell zur Annahme des Papers
    >
    > Der erste Grund ist meiner Meinung nach das KO für Krimis. Hier zählt dann
    > doch eine Prise Humor oder Emotion. Sowas würde ich eher in der
    > Hochliteratur versuchen.Schreiben wird dann noch James Joyce (oder was auch
    > immer) drauf und die ganzen Pseudointellektuellen werden das feiern und in
    > den Nonsense noch irgendwas reininterpretieren wollen (so wie das Hape
    > Kerkeling mit Hurz in der Musik schon gezeigt hat)

    Nur weil Du große Kunst nicht erkennst -- mangels Talent und Begabung -- heißt das ja nicht, daß es keine gibt. Joyce als Scharlatan zu bezeichnen, nur weil einem die Sprachbegabung abgeht, ist schon ein starkes Stück. Hans Wollschläger, der sprachlich hoch-, ja überbegabt war, hat Joyce geschätzt und kongenial übersetzt. Nur wer ein Faible für Wörter und Sprache hat, kann hier Wert erkennen. Ich würde mir ja auch nicht anmaßen, die Quantenmechanik für Humbug zu erklären, nur weil ich die mathematischen Formeln nicht verstehe. Aber der primitive Techniker, der kann das und schämt sich nicht einmal. Und Hochliteratur wird solch eine Maschine kaum schreiben können, weil diese nicht leiden kann. Leid war immer Voraussetzung für hohe Kunst, ohne gibt es sie nicht, ganz zu schweigen davon, daß eine solche Maschine nur so gut ist, wie die Entwickler, die sie erfunden haben. Und da die meisten MINTler sprachliche Luschen sind, ist es eher unwahrscheinlich, daß da mehr als Gebrauchstexte herauskommen. Ist ja nicht meine Schuld, daß du sprachlich eine Lusche bist, vielleicht hast Du andere Qualitäten, mir aber zu sagen, ich wäre ein Pseudointellektueller, weil ich Joyce schätze, ist schon ein starkes Stück und ich wundere mich, daß golem.de soetwas stehen lässt. Und _wenn_ sie Hochliteratur schreiben _kann_, dann kann sie sowieso alles, absolut alles. Welche Existenzberechtigung ein Mensch dann noch hat, ist mir schleierhaft. Zumal mit zunehmender Technik die Menschen immer blöder und Genies unmöglich werden. Mit Wollschläger starb einer der letzten Großen, sprachmagisch wirkt jetzt nur noch Strauß, wenn auch politisch korrekt.

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