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Aktien von Na-Zellen?

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  1. Aktien von Na-Zellen?

    Autor: GangnamStyle 31.01.22 - 11:58

    Ich kann die Bewunderung über Na-Zellen des Autors nicht verstehen, außer er hat paar Aktien davon erworben. Li-Preise waren schon mal deutlich drüber und trotzdem sind die Zellenhersteller nicht pleite gegangen. Nein, einige Zellenhersteller verdienen schon Geld und das gar nicht schlecht. Abgesehen davon, wenn Li-Preise hoch gehen, werden auch mehr Li-Quellen erschlossen werden. Langfristig stabilisiert sich der Preis dann wieder.
    Bitte nicht vergessen: Lithium ist nur bis zu 3% in der Lithiumionenbatterie enthalten. Gravimetrisch wird also nicht viel Lithium benötigt. Man sollte eher auf Kobalt und Nickel achten. Aber auch da sinkt der Anteil zumindest bei Kobalt. Moderne Batterien bestehen aus sog. 811-Zellen (also 80% Nickel, 10% Kobalt und 10% Mangan). Zellen mit noch weniger Kobalt sind schon in der Entwicklung.

    Wie Prof. Cui Yi sagt auch in seinen Vorträgen, dass Lithiumzellen noch weit den Markt beherrschen wird. Er muss es wissen, der Stanford-Prof. hat eines der meist zitierten Papers zum Thema Lithiumionenzellen. Einige seiner Vorträge sind auch auf Youtube zu sehen.

  2. Re: Aktien von Na-Zellen?

    Autor: mxcd 31.01.22 - 14:38

    Na Zellen haben sehr viele Vorteile und diese werden auch Wirkung haben. Ja, sie sind schwerer, größer und weniger langlebig als liIon Batterien.
    Aber sie kosten in der Herstellung nur ca die Hälfte, sie funktionieren hervorragend auch bei niedrigen Temperaturen und sie lassen sich viel schneller aufladen.
    Es gibt also so oder so einen Markt für diese Technik.

    Golem hat vielleicht nicht die Power, Aktienmärkte zu bewegen.
    Catl schon.

  3. Re: Aktien von Na-Zellen?

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 31.01.22 - 15:59

    GangnamStyle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Li-Preise waren schon mal deutlich drüber

    Die aktuellen Preise sind doppelt so hoch wie beim letzten Allzeitrekord Ende 2017/Anfang2018. Damals waren die Preise nicht nur niedriger, sondern das Ende der Versorgungsknappheit innerhalb von Monaten absehbar, so dass die Preise der Lieferverträge niemals so stark anstiegen wie aktuell. Darüber hinaus lagen die Kosten für Akkus damals noch bei über $200/kWh.

    Die Lithiumkarbonatpreise entsprachen damals etwa $20/kWh in der Spitze und machten somit einen viel geringeren Anteil der Akkupreise aus - etwa 10 Prozent.

    Anfang 2021 lagen die Akkupreise von BYD hingegen bei $64/kWh. Wovon das Lithiumkarbonat mit knapp $5/kWh etwa 7 Prozent ausmachte. Die Akkuherstellung ohne Lithium kostete also etwa $60/kW. Die Lieferpreise sind aber inzwischen auf $20/kWh gestiegen, womit die Akkus $80/kWh kosten. Mit den aktuellen Börsenpreisen lägen die Kosten sogar über $100/kWh. Das sind völlig andere Verhältnisse als in einen kurzfristigen Krise, bei der das Lithium laut Börsenpreis im Höchstfall 10% der Akkukosten ausgemacht hat.

    > Abgesehen davon, wenn Li-Preise hoch gehen, werden auch mehr Li-Quellen
    > erschlossen werden.

    Das dauert selbst im optimistischsten Fall 5 Jahre, typisch sind eher 10 Jahre. Bergbau muss langfristig geplant werden.

    > Bitte nicht vergessen: Lithium ist nur bis zu 3% in der Lithiumionenbatterie enthalten.

    Wenn es 30% vom Preis ausmacht, dann ist der geringe Gewichtsanteil letztlich egal. Umgekehrt bedeutet es, dass das 3x so schwere Natrium nur 10% des Gewichts ausmacht und deswegen nur einen sehr kleinen Nachteil darstellt - verbunden mit einer Reihe von Vorteilen (höhere Temperaturfestigkeit, höhere Leistung, schnellere Ladefähigkeit, Verzicht auf Kupfer und damit die Möglichkeit zur sicheren vollständigen Entladung etc. - niedrige Kosten und Rohstoffsicherheit kommen noch hinzu)

    Gravimetrisch wird also nicht viel Lithium
    > benötigt. Man sollte eher auf Kobalt und Nickel achten. Aber auch da sinkt
    > der Anteil zumindest bei Kobalt. Moderne Batterien bestehen aus sog.
    > 811-Zellen (also 80% Nickel, 10% Kobalt und 10% Mangan). Zellen mit noch
    > weniger Kobalt sind schon in der Entwicklung.
    >
    > Wie Prof. Cui Yi sagt auch in seinen Vorträgen, dass Lithiumzellen noch
    > weit den Markt beherrschen wird. Er muss es wissen, der Stanford-Prof. hat
    > eines der meist zitierten Papers zum Thema Lithiumionenzellen. Einige
    > seiner Vorträge sind auch auf Youtube zu sehen.

    Yi Cui ist mir in seinen Vorträgen mehrfach damit aufgefallen, dass er die Notwendigkeit maximaler Energiedichte überall in den Vordergrund stellt. Wie etwa 2018 hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=ZnkJMC_RLdc
    Und 2020 dort:
    https://www.youtube.com/watch?v=dSCIMDsd_4A

    Sehr detailliert wird dabei die Siliziumnanodraht-Technologie der Firma Amprius beschrieben, andere Techniken aber sehr viel oberflächlicher. Er behauptet, dass Akkus ohne solche Techologien über eine Stunde brauchen um auf 80% geladen zu werden, was falsch ist. Die Firma Amprius wurde von ihm selbst gegründet. Er weißt zwar auf Knappheit von Nickel und Kobalt hin, nennt aber nirgendwo LFP als die offensichtliche Alternative, die heute in China Mehrzahl der Akkuzellen darstellen und nach Aussagen der größten Autohersteller wegen der relativen Nickelknappheit für den Massenmarkt unverzichtbar ist.

    Dafür propagiert er aber den Bau von Nickel-Wasserstoff-Zellen als Netzspeicher. Auch dort nennt er Energiedichte als entscheidendes Kriterium, was kaum nachvollziehbar ist. Ebensowenig nachvollziehbar ist die Wahl von Nickelhydroxid als Kathodenmaterial. Die Akkus benötigen wegen der geringen Zellspannung 2-3x so viel Nickel wie NMC-Akkus.

    Die Nickel-Wasserstoff-Akkus werden von EnerVenue entwickelt und vermarktet. Eine Firma in deren Vorstand er sitzt und den Posten des Cheftechnologieberaters besetzt.

    P.S.: Ich sitze in keinem Vorstand irgendeines Unternehmens und besitze auch keinerlei Aktien.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.01.22 16:03 durch Frank Wunderlich-Pfeiffer.

  4. Re: Aktien von Na-Zellen?

    Autor: mxcd 01.02.22 - 13:33

    Danke - hilfreiche Ergänzungen - ein Artikel über die Reallebensdauer von Na-Ionen Lösungen würde mich interesssieren.

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