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  5. › Safe Harbor: Datenschützer drohen mit…

Grundsätzliche Frage

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  1. Grundsätzliche Frage

    Autor: DLichti 14.10.15 - 16:51

    Das EuGH-Urteil ist ja schön und gut, aber was genau bedeutet das jetzt praktisch?

    Das Internet ist ein (nahezu) weltumspannendes Netz ohne Grenzen. Wenn also irgendjemand im Internet einen Dienst anbietet, dann kann man den auch aus der EU nutzen. Dafür werden selbstverständlich Daten übertragen, möglicherweise auch persönliche Daten. Müsste man jetzt von jedem Blogger mit einer persönlichen Webseite fordern, dass er eine Kopie davon auf einem Server in der EU im Einklang mit europäischen Datenschutzregelungen betreibt? Wohl kaum.

    Was ändert sich, wenn diese Person ein Startup gründet um mit der Idee Geld zu verdienen? Man wird doch auch nicht von jedem Startup weltweit fordern, dass es einen zusätzlichen Server in der EU betreibt und alle Zugriffe aus der EU auf den primären Server dorthin umleitet.

    Und was ändert sich, wenn dieses Startup erfolgreich wird? Gibt es einen bestimmten Schwellwert für den Umsatz oder die Nutzerzahl, aber der dieses Urteil wirksam wird?

    Oder ist es der Standort der Server? Aber was hindert das erfolgreiche Unternehmen daran, die Rechenzentren in der EU einfach als Teil eines dummen CDN zu deklarieren? Dort würden dann keine Daten verarbeitet oder gar exportiert, sondern nur importiert und weiterverteilt.

    Oder geht es um die Standorte der Filialen? Aber die könnten ja einfach als Filialen eines Tochterunternehmens deklariert werden, das mit dem eigentlichen Datengeschäft nichts zu tun hat.

  2. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: Jasmin26 14.10.15 - 16:59

    es geht nicht ums Internet speziel, sondern um deutsche/europäische Firmen die Personbezogene Daten nicht in Drittländer speichern und verarbeiten dürfen die nicht den Datenschutzstandart der EU garantieren können ! eigentlich ganz simpel

  3. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: bofhl 14.10.15 - 17:10

    Jasmin26 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > es geht nicht ums Internet speziel, sondern um deutsche/europäische Firmen
    > die Personbezogene Daten nicht in Drittländer speichern und verarbeiten
    > dürfen die nicht den Datenschutzstandart der EU garantieren können !
    > eigentlich ganz simpel

    Anders gesagt: es ist Firmen verboten Daten von Europäern im Internet bei allen nicht-rein-europ. Server-Farmen zu speichern. Damit fallen schon mal gut 99,99999% aller im Internet verfügbaren Systeme weg - kurz gesagt alle großen Anbieter in dem Bereich.
    Praktisch gesehen ist damit für alle Europäer das 'Speichern' im Internet tot - und damit auch fast Email-Anbieter. (fast alle sind entweder reine US-Firmen oder Töchter von US-Firmen oder Töchter von Nicht-Europ. Firmen)

    Gleiches gilt übrigens auch für das immer beliebter werdende Fernsehen per Internet wie Amazone Prime oder Netflix, denn da werden auch Kundendaten in den USA auf deren Servern gespeichert!

  4. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: DLichti 14.10.15 - 17:25

    > es geht nicht ums Internet speziel, sondern um deutsche/europäische Firmen
    > die Personbezogene Daten nicht in Drittländer speichern und verarbeiten
    > dürfen die nicht den Datenschutzstandart der EU garantieren können !
    > eigentlich ganz simpel
    Hört sich schlüssig an. Allerdings wären damit Unternehmen wie Facebook, Google, Amazon, Apple, Microsoft, ... erstmal fein raus. Für die meisten großen europäischen Unternehmen ändert sich wahrscheinlich auch nicht viel, weil die ihre eigenen Rechenzentren hier betreiben. Pech hätten dann die mittleren und kleinen Unternehmen, die einen Server irgendwo mieten und dabei nicht darauf achten, dass irgendwo vielleicht außerhalb der EU liegt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.10.15 17:26 durch DLichti.

  5. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: baltasaronmeth 14.10.15 - 17:27

    Das ist schon beinahe lustig. Bis vor kurzem haben US Inhalteanbieter in der EU noch gar nichts angeboten, jetzt sind die sich endlich mit ihren heimischen Rechteverwurstern einig, machen EU-Ableger auf (zu Zeiten des gültigen Abkommens) und müssen jetzt hophop eine regionsspezifische Infrastruktur auf die Beine stellen.

    Das ist auch eine Art, sich gegen Kulturinvasion zu wehren.

  6. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: baltasaronmeth 14.10.15 - 17:28

    War da bei Facebook nicht immer das Theater, dass EU-Behörden nicht auf die Daten zugreifen können, weil die in den USA gelagert werden und man hier nur ein Portal unterhält?

  7. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: CharlieB 14.10.15 - 17:58

    baltasaronmeth schrieb:
    > Das ist auch eine Art, sich gegen Kulturinvasion zu wehren.

    Die Kulturinvasion hast du doch schon lange. Schau dir den US-Müll an, der im sogenannten Privatfernsehen gezeigt wird, schau die die Produkte an, die du kaufen kannst - alles ist längst US-amerikanischher Mainstream. Twitter, Google, Fratzebuch, McDonalds, BurgerKing etc - alles US-amerikanisch. Die großen Lebensmittelkonzerne und Brauereiunternehmen - alles US-amerikanisch.
    Und wenn dann noch die TTIP etc Verträge endlich verabschiedet sind, ist das EUGH-Urteil das Papier nicht mehr wert, auf dem es steht.

  8. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: robinx999 14.10.15 - 18:04

    DLichti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > es geht nicht ums Internet speziel, sondern um deutsche/europäische
    > Firmen
    > > die Personbezogene Daten nicht in Drittländer speichern und verarbeiten
    > > dürfen die nicht den Datenschutzstandart der EU garantieren können !
    > > eigentlich ganz simpel
    > Hört sich schlüssig an. Allerdings wären damit Unternehmen wie Facebook,
    > Google, Amazon, Apple, Microsoft, ... erstmal fein raus.
    Da wäre ich mir nicht so sicher. Bei Amazon steht im Impressum ja eine Firma in Luxemburg, bei Facebook gibt es eine Adresse in Irland. Also es sind somit keine Reinen US Unternehmen mehr.
    Noch dazu würde selbst wenn sie als US Firmen nicht für die Europäische Rechtsprechung haftbar wären doch ihr Geschäftsmodell insgesamt bedroht. Wenn z.B.: eine Deutsche Firma evtl. Haftbar wäre für Facebook Like Buttons, Persönliche Daten in US Cloud Diensten. Oder ein Deutscher PC Händler Haftbar wäre wenn Windows Daten zu US Servern sendet. u.s.w.

  9. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: Jasmin26 14.10.15 - 18:21

    es spielt keine Rolle wo die Firma in Europa sitzt, sondern wo diese Tochter, ( MS,Google,facebook,u.s.w ) die Daten speichert ! zulässig ist dann NICHT Speicherung in nicht EU-Datenschutzkonformen drittländer !
    us-töchter müssen sich ja in irgend ein europäisches handelsrigiester Eintrag, mit diesem Eintrag unterliegen sie dem europäischen Rechtssystem !

  10. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: robinx999 14.10.15 - 18:24

    Ja mir ging es ja darum das es somit keine reinen US Firmen sind, da sie ja einen Europäischen Sitz haben. Bei reinen US Firmen wären Gerichte in der EU durchaus Machtlos, wobei man da evtl. trotzdem noch Geldflüsse Unterbinden könnte und es wäre sehr schwer Dienste in der EU anzubieten.

  11. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: Jasmin26 14.10.15 - 20:02

    selbst reine us-firmen können bei "Geschäfte" in europa vor einem europäischen/nationalem Gericht verklagt werden, die Frage ist dann wie man so ein verfahren/Urteil durchsetzt ....

  12. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: Linuxschaden 14.10.15 - 21:08

    DLichti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Müsste man jetzt von jedem Blogger mit einer persönlichen Webseite fordern,
    > dass er eine Kopie davon auf einem Server in der EU im Einklang mit
    > europäischen Datenschutzregelungen
    > betreibt?

    Eigentlich schon, und eigentlich sogar noch weiter.
    In der Theorie dürften Firmen wie Microsoft nicht mal Server in Büros/Rechenzentren, die sich physikalisch in der EU befinden, aufstellen und dort lassen. Die Gestapo der Amis glaubt nämlich, für die Bekämpfung asoz^Wterroristischer Elemente müssen sämtliche Firmen mit Sitz in den U.S.A. den Behörden Zugriff auf ihre Datenbanken geben. Wenigstens ist das alles noch gesetzlich geregelt ... </Sarkasmus>

    Und hier ergibt das Abschießen von Abkommen wie SH absolut Sinn. Wenn der Partner faschistische Strukturen aufbaut, die so absolut gar nichts mit der mehrheitlich (höhö!) in der EU vertretenen Einstellung zum Thema Datenschutz zu tun hat, dann sagt man dem Partner mit den faschistischen Strukturen, dass er sich mal gepflegt was ... na, ihr wisst schon, was er machen kann.

    Dabei weiß ich nicht einmal, was besser ist.
    Der Gedanke, dass der blöde EuGH noch so einen Funken Unabhängigkeit besitzt und all den transatlantisch-eingestellten Politikern so richtig schön den Stinkefinger zeigt - oder der Glaube der meisten Menschen, dass die erwähnten transatlantisch-eingestellten Politiker nicht umgehend einen Weg finden werden, eine weitere Fleischfalte in den Gedärmen der US-amerikanischen Wirtschaft zu finden. Das Verhalten der Amis steht hier nicht zur Konkurrenz, das ist einfach nur preislos ("Aber, aber ... wir lieben euch doch!").

    > Was ändert sich, wenn diese Person ein Startup gründet um mit der Idee Geld
    > zu verdienen? Man wird doch auch nicht von jedem Startup weltweit fordern,
    > dass es einen zusätzlichen Server in der EU betreibt und alle Zugriffe aus
    > der EU auf den primären Server dorthin umleitet.

    Eigentlich genügt nicht mal das. Eigentlich müsste das Land, in dem die Firma ihren Sitz hat, ebenfalls garantieren, dass die Daten halt sicher sind. Sprich, dass die Exekutionsbehörden nicht bei den Firmen vorstellig werden und den Zugriff auf die Daten verlangen dürfen. Microsoft hat da grad einen netten Streit am Hals, mal so gesagt. Falls sie verlieren ... nun, dann dürfte man künftig nicht mal Daten auf EU-Servern hosten. Weil die Faschos ja immer noch Zugriff darauf erhalten können.

    Ist auch schon witzig, Snowden ist 2013 passiert, aber erst jetzt dämmert so einigen (damit ist nicht der TE gemeint), welche Daten so eigentlich ohne Kontrolle an den großen Bruder geliefert werden. Glücklicherweise liebt uns der große Bruder ja ...

  13. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: DLichti 14.10.15 - 23:05

    > Eigentlich genügt nicht mal das. Eigentlich müsste das Land, in dem die
    > Firma ihren Sitz hat, ebenfalls garantieren, dass die Daten halt sicher
    > sind.
    Womit wir dann aber an dem Punkt wären, an dem wir anderen Ländern unsere Gesetze aufzwingen würden, eine Art Legislativkolonialismus. Wenn wir verlangen, dass auf Servern in den USA für europäische Nutzer europäisches Recht angewendet wird, müssten wir dann nicht auch hinnehmen, dass auf europäischen Servern beispielsweise für iranische Nutzer iranisches Recht angewandt wird? Ich glaube nicht, dass wir uns das wünschen. Abgesehen davon wäre es für die meisten Anbieter ohne große Rechtsabteilung schlicht unmöglich, alle verschiedenen Rechtslagen aus aller Welt zu überblicken. Konsequenterweise müssten wir dann im Internet Mauern bauen. Dann ist mir die Freiheit, weltweit Dienst nutzen zu können doch lieber, selbst wenn sie mit dem Risiko verbunden ist, dass ich im Ausland nicht mehr durch europäisches Recht geschützt bin.

    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass manche Politiker meinen, das Internet sei wie eine große analoge Bibliothek wo die Kundendaten in einem Karteikästchen einsortiert sind. Dann ist es natürlich absolut sinnvoll zu fordern, dass dieses Karteikästchen nicht irgendwohin verfrachtet wird. Aber das Internet ist keine analoge Bibliothek, und wenn ich einen Dienst auf einem amerikanischen Server nutze, dann gibt es erstmal keine Daten auf einem europäischen Server, die in die USA übermittelt werden könnten; die Daten sind von vorneherein in den USA gewesen, auch wenn die Seite Inhalt in deutscher Sprache für deutsche Nutzer über deutsche Themen enthält.

    Das Urteil ist sicherlich gut und hat viele wachgerüttelt. Aber ich sehe nicht so wirklich, welchen nennenswerten praktischen Effekt es beispielsweise auf die Datensammelei von Facebook und Google haben soll. Der Prozess war ja nur deshalb möglich, weil Facebook ein Tochterunternehmen mit Sitz in Irland hat, welches offiziell für die europäischen Nutzer zuständig ist. Technisch gibt es dafür keine Notwendigkeit. Was hindert sie also daran, die komplette Datenverarbeitung zurück in die amerikanische Muttergesellschaft zu verlagern? Facebook Ireland wäre dann genauso zuständig für EU-Rechtsverletzungen wie Facebook Germany: Gar nicht.

  14. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: Linuxschaden 15.10.15 - 01:45

    DLichti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Eigentlich genügt nicht mal das. Eigentlich müsste das Land, in dem die
    > > Firma ihren Sitz hat, ebenfalls garantieren, dass die Daten halt sicher
    > > sind.
    > Womit wir dann aber an dem Punkt wären, an dem wir anderen Ländern unsere
    > Gesetze aufzwingen würden, eine Art Legislativkolonialismus.

    Uhm ... da vergisst du aber gerade was - nämlich, dass Unternehmen != Staaten sind (noch). Wenn Firmen hier Niederlassungen haben, haben die sich an Gesetze zu halten. Und wenn sie das nicht tun und dann halt einfach sagen: "Ja dann könnt ihr uns mal!", dann sollte es jedem Bürger freistehen, weiterhin das Angebot der Firma zu nutzen (dann halt ungeschützt) oder zu sagen: "Beruht auf Gegenseitigkeit, und noch ein schönes Leben!".

    > Wenn wir verlangen, dass auf Servern in den USA für europäische
    > Nutzer europäisches Recht angewendet wird, müssten wir dann nicht auc
    > hinnehmen, dass auf europäischen Servern beispielsweise für iranische Nutzer
    > iranisches Recht angewandt wird? Ich glaube nicht, dass wir uns das wünschen.

    Siehe obigen Absatz.
    Wenn wir deutsche Unternehmen mit Niederlassungen im Iran haben, haben die sich an iranische Gesetze zu halten. Klare Kloßbrühe. Wenn das iranische Gesetz besagt, dass persönliche Daten von Iranern nicht außer Landes gebracht werden dürfen, dann ist das Gesetz. Wenn wir's nicht tun wollen, machen wir die Niederlassung einfach dicht und sagen: "Wenn ihr weiter hier draufwollt, seit ihr nicht mehr durch eurer Gesetz geschützt - ihr seit gewarnt.".
    Wenn iranisches Gesetz verlangt, dass auf jeder Webseite ein Link zu einer elektronischen Version des Koran eingefügt wird, ist es das Gleiche. Entweder wir haben keine Niederlassung da und können die bärtigen Wirrköpfe auslachen (nicht, dass nur gerade DEREN Religion abstrus ist), oder wir haben sie da, dann müssen wir entweder den Link drauf packen (auch auf "deutschen" Versionen, wenn das Gesetz das verlangt), oder wir packen unsere Sachen und verschwinden.

    Google hat bereits gezeigt, wie das funktioniert, in China. Anstatt sich jeden Scheiß zensieren zu lassen, haben die den virtuellen Stinkefinger der chinesischen Regierung gezeigt und sind abgehauen. Natürlich kriegt Google dann aber doch den Hals nicht voll, und jetzt wollen sie die Erlaubnis bekommen, wenigstens eine "spezielle App" rausbringen zu dürfen, in der dann bestimmte Sachen vorzensiert werden. Meines Erachtens nicht gerade konsequent - denn nachdem Google weggezogen ist, hat die Regierung halt die Zensur selbst durchdrücken müssen. (Und die depperten Chinesen zahlen Steuern, um sich zensieren zu lassen. Auch wieder so was, was ich nicht verstehe - aber ich schweife ab ...) Da hat Google dann nichts mehr mit zu tun.

    > Abgesehen davon wäre es für die meisten Anbieter ohne große Rechtsabteilung
    > schlicht unmöglich, alle verschiedenen Rechtslagen aus aller Welt zu überblicken.

    Noch mal: nur da, wo du halt Niederlassungen hast. Darum geht es (zumindest mir) gerade. Hassu keine, hassu keine lokale Rechtsabteilung, die sich mit dem Scheiß beschäftigen darf, hassu auch keine Probleme. Hassu eine, hassu eine lokale Rechtsabteilung, weil deine Firma sonst haftbar gemacht werden kann - ja gut, kann sie auch so, aber ohne Exekutivmacht im Staate XYZ kann man Gesetze halt sehr viel weniger gut durchdrücken. Gleiches gilt ohne TTIP ... :)

    > Konsequenterweise müssten wir dann im Internet Mauern bauen. Dann ist mir
    > die Freiheit, weltweit Dienst nutzen zu können doch lieber, selbst wenn sie
    > mit dem Risiko verbunden ist, dass ich im Ausland nicht mehr durch
    > europäisches Recht geschützt bin.

    Das kannst du dann ja für dich selbst entscheiden. Ich zumindest hätte gerne einen Opt-Out. Zu manchen Seiten WILL ich auch gar nichts übertragen. Und es kotzt mich an, dass ich diese Seiten dann selbstständig in der Hosts-Datei blocken muss. Weil ICH es machen muss, obwohl ich doch eigentlich vom Gesetz geschützt bin. Wieso muss ich sagen, welche Seiten ich NICHT benutzen will, obwohl das Gesetz doch sagt, dass die ANDEREN keine Daten raustragen dürfen?

    > Das Urteil ist sicherlich gut und hat viele wachgerüttelt. Aber ich sehe
    > nicht so wirklich, welchen nennenswerten praktischen Effekt es
    > beispielsweise auf die Datensammelei von Facebook und Google haben soll.
    > Der Prozess war ja nur deshalb möglich, weil Facebook ein
    > Tochterunternehmen mit Sitz in Irland hat, welches offiziell für die
    > europäischen Nutzer zuständig ist. Technisch gibt es dafür keine
    > Notwendigkeit. Was hindert sie also daran, die komplette Datenverarbeitung
    > zurück in die amerikanische Muttergesellschaft zu verlagern? Facebook
    > Ireland wäre dann genauso zuständig für EU-Rechtsverletzungen wie Facebook
    > Germany: Gar nicht.

    Geht doch nicht mal um die Datenverarbeitung hier.
    Safe Harbor wurde ja nicht gekippt, weil die plötzlich gemerkt haben, dass es keinen in Irland interessiert, wenn da Daten rausgetragen werden. Sondern weil es praktisch nicht möglich ist, den "adäquaten Schutz" von persönlichen Daten zu gewährleisten. Safe Harbor wurde von Politikern ins Leben gerufen - ob das in böswilliger Absicht geschah, oder ob sich einfach nur keinen Plan hatten, wie die Gesetzeslage aussah, lasse ich jeden sich selbst beantworten - und wurde von Richtern plattgemacht.

    Und wenn du eine Niederlassung in der EU hast, dein Sitz in den U.S.A. ist, und du mit persönlichen Daten von EU-Bürgern arbeitest, dann ist die Firma als Entität davon betroffen.
    Jetzt bin ich kein Jurist, kann also nur darüber spekulieren, ob man die Niederlassung in eine eigene Firma umwandeln könnte, deren Aufgabenbereich dann halt was komplett anderes ist. Von wegen "Uns geht der Scheiß des Mutterkonzerns nichts an, wir machen hier nur Buchhaltung.". Wenn das geht, wäre das ja ein Ausweg für die Konzerne. Wenn nicht, dann müssen sie entweder adäquaten Schutz anbieten (was sie nicht können, zumindest nicht garantieren in dieser Blase, in der MS sich gerade befindet), oder die Niederlassung streichen und der EU sagen, dass sie ihren Scheiß alleine machen können.

  15. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: robinx999 15.10.15 - 07:42

    Die nicht Durchsetzbarkeit ist ja gerade das Problem.
    Sieht man doch auch bei extrem vielen Sites mit nicht Lizensierten Streams / Torrents etc. die sind ja auch oft in Ländern wo sie nicht greifbar sind.
    Und wenn die Seiten in den USA sind und keine Vertretung im Ausland haben dürfte es extrem schwer sein da irgendetwas zu machen. Klar man könnte es mit Haftbefehlen versuchen und Leute auf Reisen Festnehmen, man könnte auch die Geldflüsse aus der EU Stoppen bzw. EU Firmen Geschäfte mit solchen Firmen verbieten, aber ob das wirklich klappt ist natürlich die nächste Frage.

  16. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: DLichti 15.10.15 - 08:19

    > Uhm ... da vergisst du aber gerade was - nämlich, dass Unternehmen !=
    > Staaten sind (noch). Wenn Firmen hier Niederlassungen haben, haben die sich
    > an Gesetze zu halten. Und wenn sie das nicht tun und dann halt einfach
    > sagen: "Ja dann könnt ihr uns mal!", dann sollte es jedem Bürger
    > freistehen, weiterhin das Angebot der Firma zu nutzen (dann halt
    > ungeschützt) oder zu sagen: "Beruht auf Gegenseitigkeit, und noch ein
    > schönes Leben!".
    Ja, und genau deswegen fürchte ich, dass dieses Urteil gerade im Fall der meisten großen Datenschutzsündern keine Wirkung zeigen wird. Oder wie viele Nutzer meinst du haben vor der Registrierung bei Facebook im Impressum überprüft, dass die eine Filiale in Europa haben?

    > Und es kotzt mich an, dass ich diese Seiten dann selbstständig in der
    > Hosts-Datei blocken muss. Weil ICH es machen muss, obwohl ich doch
    > eigentlich vom Gesetz geschützt bin. Wieso muss ich sagen, welche Seiten
    > ich NICHT benutzen will, obwohl das Gesetz doch sagt, dass die ANDEREN
    > keine Daten raustragen dürfen?
    Nun, der Like-Knopf auf einer Seite ist ja erstmal nur eine Aufforderung an deinen Browser, Daten an Facebook zu übertragen. Das heißt, es sind nicht die anderen, die Daten übertragen, sondern dein Browser. Und für deinen Browser bist du selbst verantwortlich.

    > Jetzt bin ich kein Jurist, kann also nur darüber spekulieren, ob man die
    > Niederlassung in eine eigene Firma umwandeln könnte, deren Aufgabenbereich
    > dann halt was komplett anderes ist. Von wegen "Uns geht der Scheiß des
    > Mutterkonzerns nichts an, wir machen hier nur Buchhaltung.". Wenn das geht,
    > wäre das ja ein Ausweg für die Konzerne.
    Facebook Germany macht das bereits und verweist auf Facebook Ireland. Und wenn man Facebook Ireland jetzt auflöst, dann verweisen sie halt auf Facebook Inc.

  17. Re: Grundsätzliche Frage

    Autor: robinx999 15.10.15 - 08:51

    > > Und es kotzt mich an, dass ich diese Seiten dann selbstständig in der
    > > Hosts-Datei blocken muss. Weil ICH es machen muss, obwohl ich doch
    > > eigentlich vom Gesetz geschützt bin. Wieso muss ich sagen, welche Seiten
    > > ich NICHT benutzen will, obwohl das Gesetz doch sagt, dass die ANDEREN
    > > keine Daten raustragen dürfen?
    > Nun, der Like-Knopf auf einer Seite ist ja erstmal nur eine Aufforderung an
    > deinen Browser, Daten an Facebook zu übertragen. Das heißt, es sind nicht
    > die anderen, die Daten übertragen, sondern dein Browser. Und für deinen
    > Browser bist du selbst verantwortlich.
    >
    Nein da dürfte erst mal der Webseiten Betreiber verantwortlich sein, wenn man eine Website mit .de Endung aufruft dann hat man eigentlich nicht damit zu rechnen das Daten in die USA übertragen werden. Und zugestimmt hat man dem noch lange nicht.

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