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Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

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  1. Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: /mecki78 05.02.18 - 13:25

    Es gibt sinnvolle Technik. Sinnvolle Technik, das ist Technik, die unser Leben merklich verbessert oder vereinfacht. Wenn ich z.B. über mein SmartPhone, egal wo ich gerade bin, mit dreimal tippen ein Taxi rufen kann, das ist sinnvoll. Ich muss keine Nummern von Taxizentralen kennen, ich muss dafür nicht die Auskunft anrufen und ich muss nicht einmal wissen wo ich gerade bin, weil mein Standort wird ja gleich mit übermittelt. Und während ich warte kann ich sehen, wie lange es noch dauert, bis das Taxi in etwa da ist. Oder wenn ich in einer fremden Stadt bin und dringend eine Apotheke brauche, dann ist es sinnvoll, dass mir mein Handy alle Apotheken um mich herum anzeigen kann und mir sogar sagen kann, wie ich jetzt am besten dahin komme. Ich muss mich nicht irgendwie durchfragen, mich dreimal im Kreis schicken lassen oder ein Telefonbuch finden, um dann Mühevoll eine Apotheke in der Nähe zu finden. Dank SmartPhone ist es heute völlig stressfrei irgendwo zu sein, wo man noch nie war und wo man sich nicht auskennt. Das war vor 20 Jahren noch ganz anders! Die Welt ist ein viel einfacherer und gemütlicherer Ort geworden.

    Aber auch etwas, das nur in der virtuellen Welt existiert, ist sinnvoll. Das heute jeder Mensch eine E-Mail Adresse besitzen kann und die meisten auch einen besitzen, das finde ich auch sinnvoll, weil so kann ich jemand jederzeit eine E-Mail schreiben. Ich brauche dafür kein Briefpapier, keinen Umschlag, ich muss kein Porto bezahlen und der Brief kommt in Sekunden beim Empfänger an. Anders als beim telefonieren muss der aber nicht sofort "ran gehen" sondern kann die Mail dann lesen, wann er Zeit hat und dann beantworten, wann er Lust dazu hat. Wikipedia ist sinnvoll, weil ich eine immense Menge an Wissen jederzeit und überall abrufen kann, ohne gleich eine 50-bändige Buchserie mit mir herumschleppen zu müssen, die dazu ja ab den ersten Kauftag schon wieder veraltet ist, weil man sie nachträglich ja nicht aktualisieren kann.

    Und dann gibt es Technik, die dient der puren Unterhaltung. Fernsehen ist jetzt nicht unbedingt sinnvoll, aber manche Leute schlagen damit Zeit tot. Andere spielen lieber Videospiele. Man kann aber auch online Chatten, nicht aus einem bestimmten Grund heraus, einfach nur so zur Unterhaltung. Bevor man herum sitzt und vor lauter langer Weile Däumchen dreht, macht man halt lieber so etwas. Diese Technik ist also nicht direkt sinnvoll, sie verbessert nicht direkt unsere Art zu leben, aber sie ist insofern sinnvoll, da sie "langweile" vertreibt, denn langweile zu haben ist definitiv nicht sinnvoll. Hier besteht lediglich die Gefahr, dass uns diese Technik von sinnvolleren Arbeiten abhält. Wenn Kinder Computerspiele spielen statt Hausaufgaben zu machen, dann ist das bestimmt nicht sinnvoll. Bei dieses Technik muss man also ein bisschen aufpassen. Wenn sie gezielt und in Maßen einsetzt, dann spricht aber aus meiner Sicht nichts dagegen.

    Und zu guter Letzt gibt es noch unsinnige Technik, die eigentlich niemand braucht, die niemanden etwas nützt und die nur zum Selbstzweck existiert. Hier ist es oft so, dass uns die Werbung einreden will, wir brauchen diese Technik, einfach nur deswegen, da irgendwer das Zeug ja produziert und irgendwie damit Geld verdienen will. Eine neue Technik, deren einziger Zweck es ist Geld in die Kassen einer Firma zu spülen ist natürlich nicht wirklich sinnvoll für die Menschheit, außer eben für den Teil, der direkt daran verdient.

    Ich habe den Sinn von Facebook nie verstanden und ich verstehe ihn immer noch nicht. Was genau habe ich davon, persönliche Dinge über mich preis zu geben und diese mit der Welt zu teilen? Was habe ich davon solche Dinge von anderen Leuten erfahren zu können, die ich gar nicht oder kaum kenne und dessen Leben gar keinen Bezug zu meinen hat? Andere Menschen, mit denen ich auch offline Kontakt habe, von denen habe ich eine Telefonnummer, eine E-Mail Adresse oder sogar eine IM Adresse. Wenn ich also mit diesen Leuten in Kontakt treten will, dann kann ich das jederzeit tun, dazu brauch ich doch kein Facebook. Und was diese Leute sonst so in ihrem Leben tun, das interessiert mich ehrlich gesagt nicht, ich bin doch keiner von den Rentnern, der den ganzen Tag aus dem Fenster schaut, was die Nachbarn so treiben. Ich habe mein eigenes Leben, das ist viel wichtiger und interessanter als die Leben andere Leute. Wenn ich wissen will, wo jemand im Urlaub war und wie es denen dort gefallen hat, dann frag ich die Leute einfach.

    Ich sehe in Facebook keine sinnvolle Technik. Nichts das Facebook bietet bereichert mein Leben auf sinnvolle Art und Weise. Facebook ist bestenfalls Unterhaltung, aber eine sehr fragwürdige, das sie größtenteils auf Spannen und Exhibitionismus besteht. Wenn Leute auf Facebook posten, was sie heute zu Mittag hatten, am besten mit Foto, dann ist das nichts weiter als eine Form von Exhibitionismus (nein, Exhibitionismus ist nicht nur wenn man nackt Frauen im Park erschreckt). Und wen andere das verfolgen und auch noch kommentieren, dann ist das nur ein Spannen in die Privatsphäre andere Leute (nein, Spannen ist nicht nur wenn man Frauen durch ein Loch in der Umkleide beobachtet).

    Schaut man sich den Film "The Social Network" an, dann sieht man, die Grundidee hinter Facebook war schnell heraus finden zu können wir Single ist und wer nicht, damit Studenten wissen, an wen sie sich ranmachen können, am besten indem man sie gleich über die Plattform kontaktiert. Im Grunde ist Facebook also aus einer Art Parterbörse hervorgegangen. Als solche mag es vielleicht noch eine sinnvolle Technik gewesen sein, aber jetzt existiert es hauptsächlich um die Taschen der Betreiber zu füllen, denn egal was Facebook macht, am Ende geht es um Daten sammeln und Werbung ausspielen. Das gilt auch für alles das Google je gemacht hat oder noch machen wird, wobei ich bei YouTube durchaus einen Sinn erkenne kann (das kam aber ursprünglich auch nicht von Google, das haben die ja nur gekauft).

    Also wenn ich von "sozialen Medien" lese, dann stellt sich mir immer sofort die Sinnfrage. Und ich frage mich dann auch immer, wie "sozial" diese Medien wirklich sind. Bin ich asozial weil ich keine sozialen Medien nutze? Kommt mir persönlich nicht so vor. Mag sein, dass die Anzahl meiner Sozialkontakte dadurch kleiner ausfällt, aber ich finde nicht, dass diese deswegen zu kurz kommen. Meine Sozialkontakte sind halt greifbarer und ich habe keinen "500 Freunde", weil mein Definition von Freundschaft scheint da etwas anders zu sein und aus meiner Sicht kann ein Mensch nicht einmal 100 Freunde haben, das funktioniert nicht, denn Freundschaft will gepflegt werden und ist etwas anderes als "flüchtige Bekanntschaften". Daher die Frage, wie sozial sind diese Netze wirklich und wie viele Menschen mit Minderwertigskeitkomplexen tummeln sich dort und versuchen ihr schlechtes Selbstbild dort aufzubessern, indem sie damit angeben können, wie viele "Freunde" sie doch haben. Und spätestens bei "Fellowers" fällt mir echt gar nichts mehr dazu ein. Wer braucht so was und warum?

    BTW, ich weiß, dass hier einige sich wundern "Warum spricht der dauernd von Technik? Meint der nicht Technologie?" Nein. Technologie ist die Wissenschaft hinter der Technik, die Lehre der Technik, wenn man so will. Facebook ist keine Technologie, Facebook basiert auf Technologien. Technik ist die konkreten Umsetzung einer Technologie. Wie ein Verbrennungsmotor funktioniert, das ist Technologie, aber der Motor in meinem Auto, das ist Technik.

    /Mecki

  2. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: Powerhouse 05.02.18 - 13:42

    Ich finde so einfach kann man Facebook auch nicht abtun. Ich benutze es zwar selbst nicht mehr und finde viele neue Funktionen absolut schwachsinnig, aber ich kann die Idee dahinter schon sehen.
    Richtig konfiguriert kann man sich Facebook ja wie eine Postkarte vorstellen. Man teilt ein schönes Urlaubsbild und tritt somit mit mehreren Leuten, die einem nahe stehen, gleichzeitig in Kontakt.
    Daneben finde ich den Echtnamen-Zwang auch toll. Wenn ich eine Person irgendwo getroffen habe, aber keine Nummer/Email/Adresse ausgetauscht habe, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch diese Person über den Namen auf Facebook zu finden. Das würde zwar auch über ein Telefonbuch gehen, dort sind aber keine Bilder hinterlegt (und jetzt mal einen Matthias Müller aus Hamburg finden ;))

    In sofern sehe ich schon eine Daseinsberechtigung für soziale Medien, auch wenn ich Facebook selbst nicht nutze.

  3. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: MickeyKay 05.02.18 - 13:52

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe den Sinn von Facebook nie verstanden und ich verstehe ihn immer
    > noch nicht. Was genau habe ich davon, persönliche Dinge über mich preis zu
    > geben und diese mit der Welt zu teilen?
    Hast du es denn selber schon mal probiert? Es ging mir damals 2011 nämlich genauso. Ich habe den Sinn nicht verstanden. Nach der Anmeldung ergibt sich der Nutzen dann recht schnell.
    Aber es gibt natürlich verschiedene Möglichkeiten Facebook zu nutzen. Natürlich gibt es die ganzen Leute mit Minderwertigkeitskomplexen, die sich und der ganzen Welt beweisen müssen wie toll sie doch sind und damit Facebook zu ihrem Lebensinhalt machen. In den meisten Fällen wird aber nichts "mit der ganzen Welt" geteilt, sondern nur im Kreis der eigenen Freunde.
    Das ist dann nicht viel anders, als wenn man auf einer Party oder auf einem Firmenfeier im Restaurant Dinge von sich preisgibt. Warum tut man denn DAS?

    Aber oft ist Facebook schlicht ein aufgebohrter E-Mail-Ersatz um schnell mit seinem Bekannten und Freunden in Kontakt zu bleiben (Ich habe seit damals mit vielen Leuten wieder Kontakt (auch im RL), die ich seit meiner Schulzeit aus den Augen verloren habe und die in alle Winde zerstreut sind).

    Das "sozial" bezieht sich auf die Art und Weise, wie man kommuniziert. Wenn ich mal so etwas "unwichtiges" wie ein witziges Meme poste, dann tue ich das bei Facebook, weil es zu unwichtig ist, es den Freunden im RL zu erzählen. Viel blödsinniger Smalltalk ergibt sich damit von selbst.

    Fotos von einem Ausflug poste ich auch gerne, weil ich es nervig finde, Leute mit einem abendlichen "Dia-Vortrag" privat zu nerven. Wen es interessiert, kann es sich anschauen und ich erreiche automatisch alle, die ich kenne. Wen es nicht interessiert, schaut es sich nicht an.

    Auch kann man sich in themenorientierten Gruppen mit Gleichgesinnten austauschen (z.B. über ein Modellbauthema). Klar, es gibt zu allen Themen geeignte Foren im Netz, aber Facebook hat halt den Vorteil, dass man alles unter einem Dach hat.

    Dass Facebook in vielen Bereichen noch lernt und lernen muss, ist klar. Das war doch anfangs niemanden klar, wie sehr Facebook & Co. die Gesellschaft verändert.
    Und wenn Facebook an solchen Fragen arbeitet, akzeptiere ich das riesige Potential, dass es bietet.
    Es wird ja aktuell auch an einem "Facebook für Firmen" gearbeitet, welches z.B. ein Slack ersetzen kann.

    Alles in allem, empfinde ich Facebook deshalb nicht als unsinnige Technologie, sondern als Technologie mit wahnsinnig viel Potential.

  4. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: Anonymer Nutzer 05.02.18 - 14:07

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > einen langen, interessanten Text...

    Und ich war so fasziniert von dem Text, dass ich ihn komplett gelesen habe. Schön geschrieben und wirklich sinnvoll formuliert. Sofern Du erlaubst, würde ich deinen Text gerne in meinen Computerkursen verwenden. :o)

  5. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: /mecki78 05.02.18 - 14:47

    Powerhouse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Richtig konfiguriert kann man sich Facebook ja wie eine Postkarte
    > vorstellen. Man teilt ein schönes Urlaubsbild und tritt somit mit mehreren
    > Leuten, die einem nahe stehen, gleichzeitig in Kontakt.

    Wenn ich die Sache mit den Postkarten auf die digitale Welt übertragen will, dann nehmen ich das Foto und den Text und schicke es einfach den Leuten per E-Mail (was ich sogar in einen Rutsch machen könnte und auch so, dass die Leute nicht die Adressen der anderen Empfänger sehen, wobei sich die meisten sowieso untereinander kennen). Wenn ich die Mailbox von anderen nicht zumüllen will, dann kann ich das Bild bei einem Filehoster hochladen und den Leuten nur einen Sharing Link drauf schicken, ob sie den dann öffnen oder nicht, das kann dann jeder selber entscheiden.

    Was du hingegen oben beschreibst, das ist mehr so als wenn ich die Postkarte irgendwo an ein schwarzes Brett pinne, das hoffentlich so aufgehängt ist, dass nur die richtigen Leute dran vorbeikommen. Derartiges hat es in der Offline Welt vor Facebook eigentlich gar nicht gegeben. Schwarze Bretter gab es zwar schon, aber die waren halt "sehr öffentlich".

    Und das ganze ist nicht persönlich. Wenn ich jemand eine Postkarte schicke, dann weiß die Person, ich habe konkret im Urlaub an sie gedacht und mir extra die Mühe gemacht eine Postkarte zu schreiben und an diese Person zu senden, das ist eine Form der sehr persönlichen und auch direkten Kommunikation. Wenn ich das hingegen nur irgendwo hin pinne, wo es theoretisch irgendwer finden könnte, dann ist das so unpersönlich wie es nur geht und bestenfalls eine sehr indirekte Kommunikation. Niemand fühlt sich dabei direkt und persönlich angesprochen. Das ist nur ein weitere Schritt in Richtung "Weg von fester sozialer Bindung wie Freundschaft und hin zu seichter und oberflächlicher Beziehung wie Bekanntschaft". Du streust deine sozialen Beziehungen dadurch zwar umso weiter (wie gesagt, hunderte von Freunden), dafür verlieren sie aber auch immer mehr an Tiefe.

    > Wenn ich eine Person
    > irgendwo getroffen habe, aber keine Nummer/Email/Adresse ausgetauscht habe,

    Dann vielleicht auch deswegen, weil die Person das nicht wollte und total froh ist, dass du sie nicht gefragt hast. Und wenn du sie dann in Facebook anschreibst, sich nur denkt "Ach du scheiße, jetzt hat mich der Typ doch gefunden! Wie komm ich jetzt aus dieser Nummer wieder raus?" Das man in der offline Welt gezielt aktiv werden muss, wenn man einen Kontakt aufrecht erhalten will und eben nicht einfach mal so gefunden werden kann, das sehe ich ehrlich gesagt als ein "Feature", weil man sich so auch leicht vor unerwünschten Kontakt schützen kann. Wer sagt denn, dass Personen scharf drauf sind von alten Schulfreunden oder Ex-Freundinnen "gefunden" zu werden?

    Das man mich also findet, das wäre das aller erste was ich abdrehen würde und wenn wo man das nicht kann, diese Seite wäre sofort für mich gestorben. Wenn ich den Kontakt zu einer Person verloren haben, dann gab es Gründe dafür und so einen Kontakt dann wiederzubeleben ist nicht unbedingt immer ein gute Idee. Ich kenne da Fälle, wo sich beste Freundinnen 10 Jahre aus den Augen verloren haben und man sich dann online wieder gefunden hat. Ach war die Freude groß... so die ersten paar Monate. Danach ging das dann in eine eher unschöne Richtung. Klar, man kann ja den Kontakt auch einfach wieder einstellen; nur so einfach ist das eben gar nicht bei den ganzen Kontaktmöglichkeiten heute. Und durch den gescheiterten Versuch, eine alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen, geht dabei ein Stück das verloren, was man mal gehabt hat. War die Person bis vor diesen erneuten Kontakt einen positiv in Erinnerung, so hat der erneute Kontakt die positive Erinnerung teilweise zerstört. Menschliche Beziehungen kommen und gehen, auch das gehört dazu. Man lebt sich auch manchmal auseinander, entwickelt andere Interessen, andere Weltanschauungen. Kontakte gehen eigentlich nie grundlos verloren.

    > Das würde zwar auch über ein Telefonbuch gehen,

    Seit ich nicht mehr daheim wohne, habe ich jedem Telefonanbieter untersagt mich jemals in einem Telefonbuch zu listen. Ich will eigentlich grundsätzlich nur Anrufe von Personen und Firmen erhalten, denen ich explizit meine Nummer gegeben haben und ansonsten ist es mir ehrlich gesagt lieber, wenn niemand meine Telefonnummer kennt. Hilft nicht unbedingt Werbeanrufe zu vermeiden, weil hierzu muss nur die falsche Firma mal deine Telefonnummer bekommen, aber es hilft davor von Leuten kontaktiert zu werden, mit denen man eigentlich gar nicht sprechen möchte.

    /Mecki

  6. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: MrAnderson 05.02.18 - 14:48

    Interessante Analyse. Im Grundtenor stimme ich dir zu, wenn ich es teilweise auch etwas anders sehe.

    Ich hab seit Mitte der 1990er alles mitgemacht, was das Netz hervorgebracht hat. Newsgroups, Chat-Plattformen, MySpace, Twitter, Amazon, Ebay, ICQ, Paypal ... und wo ich sonst noch überall Account hatte. Nichts davon nutze ich mehr, weil es mir persönlich keinen Mehrwert bringt. Mein aktuelles Handy hat nicht mal mehr einen App-Store-Account. - Einzig geblieben ist Facebook (am PC). Warum?

    FB ist die einzige Plattform, auf der ich auf überregionaler oder auch interantionaler Ebene, themenspezifisch Gleichgesinnte finde, mit denen ich mich in moderierten, geschlossenen(!) Gruppen austauschen kann. Das ist für mich das Core-Feature von Facebook. Und das finde ich schon toll.

    Alles andere nervt auch mich. Daher habe ich mittlerweile so gut wie alles entliked und weitgehend alle "Freunde" die ich nicht persönlich kenne, rausgeworfen. Politik, Gesellschaft, Medien, etc gibt es in meinem FB nicht mehr. Start und direkt in die Gruppen und man bekommt von dem ganzen Werbe-, Hetz- und Dummfug-Müll nichts mehr mit. ... just my way :)

  7. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: gast22 05.02.18 - 14:59

    Ich finde den obigen Text von Mecki78 auch sehr interessant. Er wirft einige Fragen auf, die man gut mit anderen diskutieren kann. Sehr angenehm ist dabei die Sachlichkeit und die ruhige Art, seine Gedanken darzustellen.

    Ich persönlich sehe in keinem der sozialen Medien einen Sinn. Sie würden mir nur Lebenszeit rauben - und das in Größenordnungen.

    Für mich würde der einzige Sinn darin bestehen, dass Leute mit einer Idee, einem Song oder einem Angebot schnell Massen von Interessenten erreichen können. Da ich aber solcherlei Dinge nicht anbiete bzw. dies vorhabe ist es für mich einfach ein NoGo. Die Welt ist so groß, das Leben zeitlich begrenzt - vor allem durch die Arbeit geht schon viel Lebenszeit verloren. Gegen eine Zwischendurch-Sache hätte ich nichts. Aber dieses ständige Text-, Bild- und Videogeprassel gekoppelt mit dem Trieb zu antworten oder sich noch einen Text, ein Bild oder ein Video anzuschauen ist einfach nur dumm.

    Real Life ist deutlich intensiver!

  8. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: co 05.02.18 - 15:09

    Ich finde Facebook als Newsaggregator recht hilfreich. Man spart es sich, 10 Newsseiten besuchen zu müssen - ja, man bekommt nur einen Bruchteil mit, aber das reicht mir meistens.
    Irgendwelche Bilder vom Strand oder wer wo am Wochenende fort war, kann man filtern.

  9. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: der_wahre_hannes 05.02.18 - 15:23

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bevor man herum sitzt und vor lauter langer Weile Däumchen dreht, macht man halt
    > lieber so etwas. Diese Technik ist also nicht direkt sinnvoll, sie
    > verbessert nicht direkt unsere Art zu leben, aber sie ist insofern
    > sinnvoll, da sie "langweile" vertreibt, denn langweile zu haben ist
    > definitiv nicht sinnvoll.

    So pauschal kann man das nicht sagen. Langeweile fördert z.B. die Kreativität. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest ein paar Studien.
    Denn was passiert, wenn einem langweilig ist? Richtig, man versucht, seine Zeit irgendwie anders zu nutzen, als nur dumm an die Decke zu starren, ein kreativer Prozess entsteht. Und sei es einfach nur, dass man lernt, auf seiner Tischplatte die Melodie aus Jurrassic Park zu klopfen.

    Langeweile ist also nicht per sé einfach nur schlecht.

    > Ich habe den Sinn von Facebook nie verstanden und ich verstehe ihn immer
    > noch nicht.

    Den Sinn dahinter verstehe ich schon (sich mit allen möglichen Leuten aus allen Teilen der Welt zu verbinden kann schon sinnvoll sein), aber ich fand's immer so unglaublich unübersichtlich, dass ich mich damit nicht weiter beschäftigt habe. Wie genau ich jetzt meine "Timeline" lesen soll und wie ausgewählt wird, was nun drin landet und was nicht, war mir immer schon zu kompliziert. >_>

  10. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: MrAnderson 05.02.18 - 15:29

    Lebenszeit ... Das interessante ist, dass ja nicht nur die 10 oder 20 Sekunden für die Aufnahme der "Nachricht" gerechnet werden müssen, sondern dass das Gehirn sich ja wesentlich länger damit beschäftigt und einen ablenkt.

    Analog zu meinem Post unten muss ich aber anmerken: Kann man so einfach halt nicht sagen! Es ist doch immer eine Frage des Umgangs damit. Was diesen ständigen, nach Aufmerksamkeit schreienden News-Stream und den Exibitionismus betrifft, gebe ich allen Contras hier im Thread uneingeschränkt recht. Nutzt man solche (internationalen) Plattformen aber zum Austausch mit Gleichgesinnten haben sie imho halt durchaus ihre Berechtigung.

    Die Dinge haben sich leider in diese Richtung entwickelt. Kann sich noch jemand an OpenBC erinnern? Eine tolle Plattform, die mir damals bei der Gründung sehr geholfen hat. Noch heute habe ich Geschäftspartner aus dieser Zeit. Irgendwann hies es XING, dann kam der Stream, dann wurden die Gruppen versteckt, dann wurde es zur Recruiting-Plattform und zur gleiche unrelevanten Werbe- und Mistschleuder wie FB, Twitter und was es sonst heut noch alles gibt. Weg damit!

  11. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: thepatrix 05.02.18 - 15:36

    Ich finde auch vieles richtig was du schreibst. Man wird nicht wirklich sozial(er) wenn man FB benutzt. Es ist eine dumpfe Kommunikation durch eine Scheibe, durch die man nur die besten Bilder von sich zeigt.

    Wo ich dir aber überhaupt nicht zustimme ist das hier:

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und dann gibt es Technik, die dient der puren Unterhaltung. Fernsehen ist
    > jetzt nicht unbedingt sinnvoll, aber manche Leute schlagen damit Zeit tot.
    > Andere spielen lieber Videospiele. Man kann aber auch online Chatten, nicht
    > aus einem bestimmten Grund heraus, einfach nur so zur Unterhaltung. Bevor
    > man herum sitzt und vor lauter langer Weile Däumchen dreht, macht man halt
    > lieber so etwas. Diese Technik ist also nicht direkt sinnvoll, sie
    > verbessert nicht direkt unsere Art zu leben, aber sie ist insofern
    > sinnvoll, da sie "langweile" vertreibt, denn langweile zu haben ist
    > definitiv nicht sinnvoll. Hier besteht lediglich die Gefahr, dass uns diese
    > Technik von sinnvolleren Arbeiten abhält. Wenn Kinder Computerspiele
    > spielen statt Hausaufgaben zu machen, dann ist das bestimmt nicht sinnvoll.
    > Bei dieses Technik muss man also ein bisschen aufpassen. Wenn sie gezielt
    > und in Maßen einsetzt, dann spricht aber aus meiner Sicht nichts dagegen.

    Die Frage nach dem "sinnvoll" ist mir hier und auch allgemein in unserer Kultur viel zu viel nach der Gesellschaft gerichtet. Es ist nicht nur Arbeit sinnvoll, nicht nur etwas was Geld oder Nutzen bringt. Man sollte, das mal aus einer anderen Sichtweise sehen, aus der menschlichen. Zufriedenheit, Glücklichkeit und Freude. Das ist sinnvoll und das erfüllt dich. Arbeit macht das nicht unbedingt, sie sollte muss es aber nicht. Geld auch nicht (bewiesenermaßen) und Nutzen ist eh meistens nur für die anderen.
    Deswegen, definiere "sinnvoll" neu, dann geb ich dir recht. Nur dann passt dein Absatz leider nicht mehr :)

    Dazu passt ein Zitat: "Die aktuellen Zeiten, sind Zeiten eines immensen technologischen Fortschritts, jedoch nicht des menschlichen."

    Und bedenkt immer Menschlichkeit und Kreativität ist das einzige was uns am Ende (in weiter Zukunft) von der KI unterscheidet ;) Also lebt danach

  12. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: /mecki78 05.02.18 - 15:38

    MickeyKay schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hast du es denn selber schon mal probiert?

    Nicht Facebook, weil ich mich weigere diesen Vereine irgendwelche Daten von mir zu geben und das fängt schon beim Namen an. Man kann Facebook nicht einfach so probieren, da du nie wieder aus deren Datenbank raus kommst. Du kannst deinen Account stilllegen, das ist egal, dann werden die Daten nur versteckt, aber sie werden nicht gelöscht, weil das rein technisch nicht möglich ist (sonst entstehen kaputte Referenzen und in's Nichts zeigende Verweise in deren Datenbanken); bestenfalls könnte man echte Daten mit falschen überschreiben (den Text in einen Post durch lauter Leerzeichen ersetzen), aber die Metadaten (also z.B. der Post an sich) können nicht gelöscht werden. Facebook war damals aber auch noch nicht so weltbeherrschend, damals tummelten sich mehr Leute in Deutschland woanders herum.

    > Aber oft ist Facebook schlicht ein aufgebohrter E-Mail-Ersatz

    Ich brauche keinen E-Mail Ersatz. Es gibt keinen Grund E-Mail ersetzen zu müssen. Es funktioniert bestens, ich kann es auf jeden System, auf jeder Plattform einfach, überall und jederzeit nutzen.

    > um schnell mit seinem Bekannten und Freunden in Kontakt zu bleiben

    Leute, deren Kontakt nur dann am Leben bleibt, wenn wir ihn über eine Online-Plattform künstlich am Leben halten, das sind Leute, zu denen brauche ich keinen Kontakt, denn wenn ein Kontakt wichtig ist, dann bleibt der auch ohne so etwas am Leben. Hier wird doch versucht krampfhaft ein Sozialkontakt am Leben zu halten, der eigentlich sterben will und vielleicht auch einfach sterben sollte, weil manchmal soll es eben nicht sein.

    > (Ich habe seit
    > damals mit vielen Leuten wieder Kontakt (auch im RL), die ich seit meiner
    > Schulzeit aus den Augen verloren habe und die in alle Winde zerstreut
    > sind).

    Das letzte was ich wollen würde ist Kontakt zu Leuten aus der Schulzeit zu haben, dessen Kontakt ich verloren habe, denn zu den Leuten, zu denen ich Kontakt halten wollte, zu denen habe ich auch Kontakt gehalten und rate mal warum ich zu den anderen keinen gehalten habe? Und wenn dein Sozialleben so komplex ist, dass du es nur noch dank einer Managementseite sortiert bekommst, dann machst du vielleicht was falsch. Dann versuchst du vielleicht zu zu vielen Leuten zeitgleich Kontakt zu halten oder Kontakte zu krampfhaft am Leben zu halten, weil du dir einbildest du müsstest das tun oder du brauchst so viele Kontakte.

    > Wenn
    > ich mal so etwas "unwichtiges" wie ein witziges Meme poste, dann tue ich
    > das bei Facebook, weil es zu unwichtig ist, es den Freunden im RL zu
    > erzählen.

    Wenn es zu unwichtig ist, um es deinen Freunden in RL zu erzählen, warum musst du es dann überhaupt irgendwem irgendwo erzählen? Was entgeht dir im Leben, wenn du das nicht tust? Ich meine, warum musst du so was überhaupt posten? Weil du sonst nichts zu sagen hast, mit dem du deine oberflächlichen sozialen Kontakte am Leben halten könntest? Weil du sonst bei diesen Leuten in Vergessenheit gerätst? Wozu brauchst du diese oberflächlichen sozialen Kontakte?

    Sorry, klingt für mich ein bisschen nach Geltungsbedürfnis. Ist wie ein Kleinkind, das angepisst ist, wenn es Purzelbäume schlägt und keiner schaut zu. Oh, ich habe was lustiges im Netz gefunden, dass muss ich jetzt unbedingt posten, damit... damit was? Damit andere mir ganz viele Likes und tolle Kommentare hinterlassen können und ich mir auf die Schulter klopfen kann, was für ein witziger Typ ich doch bin. Dabei ist das ja nicht mein Witz, ich habe ja nur was von jemand anderen verbreitet und schmücke mich jetzt mit fremden Federn.

    > Fotos von einem Ausflug poste ich auch gerne,

    Ich verstehe zwar das Argument mit dem Dia Vortrag, aber warum musst du überhaupt Fotos von deinen Ausflug posten? Willst du damit den Leuten zeigen, wie toll und spannend doch dein Leben ist? Willst du angeben, wie oft du auf tolle Ausflüge fahren kannst, vielleicht auch wie viel Geld oder Freizeit du doch hast? Wenn ich Fotos mache, dann mache ich die primär für mich selber, um mich in ein paar Jahren daran erinnern zu können, ggf. mit den Personen, die dabei waren, wie Freundin, Eltern, usw. Ich mach keine Fotos um sie irgendwo online zu posten weil warum sollte ich das tun? Es geht eigentlich niemanden etwas an wohin ich fahre, wie oft, wie lange und mit wem, auch nicht meine aller, aller besten Freunde. Wenn es sie interessiert, wenn sie fragen, okay, dann erzähle ich das und wenn sie gerne Fotos sehen wollen, dann können sie auch gerne welche bekommen, aber warum sollte ich von mir aus diese Information mit irgendwem teilen? Damit andere mein Leben bewundern können mit Kommentaren und Likes? Damit sie bestätigen können, das mein Leben gut und normal ist? Am Ende schüre ich damit vielleicht sogar Neid oder Missgunst.

    > Auch kann man sich in themenorientierten Gruppen mit Gleichgesinnten
    > austauschen

    Dafür gibt es entsprechende Web-Seiten und Online Foren, dafür braucht man kein Facebook. Schau, was ist das denn hier, wo wir uns gerade unterhalten? Richtig, das ein Forum und zwar ein themenorientiertes, wo sich Leute mit IT Interessen tummeln.

    > aber Facebook hat halt den Vorteil, dass man alles
    > unter einem Dach hat.

    So kann man das auch nennen. Andere sagen "da vermischt sich dann alles zu einem bunten Salat". Und worin genau jetzt der Vorteil liegt, das hast du nicht erklärt. Der einzige, der hier einen Vorteil hat, das ist Facebook, die so direkt alle deinen Interessen und Hobbies kennen, um deine Daten noch besser kommerziell ausschlachten zu können. Für die ist das sicherlich ein Vorteil, ansonsten halte ich es für Vorteilhafter meine Daten breit zu streuen und überall nur so viel Daten zu hinterlassen, wie notwendig ist. Schau, ich bin schon über 10 Jahre hier bei Golem im Forum unterwegs, aber du weißt gar nichts über mich, außer das, was ich hier explizit und bewusst preisgegeben habe. Ich bin auch Mitglied in anderen Foren Seiten und was ich da preisgegeben habe, dass ist zum Teil das Gleiche wie hier, zum Teil habe ich dort aber auch Dinge erzählt, die ich hier nicht erzählt habe und umgekehrt. Wenn ich morgen Golem für immer verlasse, dann ich bin ich weg und du wirst mich nicht wieder finden. Wenn du morgen bei Facebook aus einer Gruppe austritst, bist du aber immer noch auf Facebook, du bist also nie wirklich weg und die Leute aus deiner ehemaligen Gruppen können dich nach wie vor finden.

    > Das
    > war doch anfangs niemanden klar, wie sehr Facebook & Co. die Gesellschaft
    > verändert.

    Du meinst wie Facebook dazu führt, dass man wenige, gute, dafür sehr innige Kontakte, gegen derart viele oberflächliche tauscht, das man ohne Seite wie Facebook den Überblick verliert und das man sie ständig mit MEME's und Ausflugsbilder füttern muss, damit man ja seinen hohen Ferundestatus halten kann? Das ist sicherlich eine Veränderung, ob es aber eine ist, die der Gesellschaft langfristig gut tut... Da gibt es Teenager, die haben 100+ Freunde auf Facebook und begehen am Ende Seblstmord, weil sie sich so schrecklich einsam fühlen, was irgendwie absurd ist. Daher meine Frage wie "sozial" diese Medien wirklich sind. Denn Facebook erfüllt mit Sicherheit soziale Bedürfnisse, die Frage ist nur, welche, sind das auch die richtigen und sind es vor allem die, die wir in der heutigen Zeit so dringend bräuchten?

    Die dann im Artikel genannte Kritik, die kommt dazu noch oben drauf. Facebook besteht ja nicht nur aus "Freunden". Und hier ist es so, dass Facebook entscheidet, wie deine soziale Interaktion aussieht. Irgendwer postet was und Facebook bestimmt, wer das zu Gesicht bekommt. Du siehst also nur die Ausflüge von Bekanntschaften, von denen Facebook der Meinung ist, das du sie sehen solltest. Damit bestimmt Facebook zu wem du einen engen sozialen Kontakt pflegst und zu wem eher nicht bzw. zu wem der Kontakt irgendwann ganz abbricht. Du gibt deine soziale Entscheidungskompetenz an dieses Netzwerk ab und sie entscheiden für dich. Ein Nebeneffekt ist die Filterblase, die eben dazu führt, dass du nur ließt, was du gerne lesen willst. Postet jemand deiner sozialen Kontakte etwas, von dem Facebook meint, das wird dir nicht gefallen, das passt nicht zu deinen Anschauungen oder Ideen, dann zeigt Facebook dir das nicht. Damit sind deine Beziehungen oft nur Scheinbeziehungen, denn egal wie gut du dich mit einer Person auf Facebook zu verstehen scheinst, würdest du mit der Person mal 6 Wochen zusammen einen Urlaub verbringen, dann würdest du diese Person vielleicht noch vor der Heimreise bei Facebook ent-freunden, weil diese Person ganz anders ist als ihr "Facebook Avatar", mit dem du sonst Kontakt hattest.

    Das fällt bei den Leuten, die du nur 3x im Jahr für jeweils max. ein paar Stunden offline triffst ggf. auch gar nicht weiter auf und somit denkst du, einen echten Freund vor dir zu haben, aber wie belastbar so eine Freundschaft ist, das zeigt sich dann oft erst in brenzligen Situationen und hier habe ich eher negative Erfahrungen gemacht, wo einen "online Freunde" auch ganz schnell fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Mein Opa hat immer gesagt "Wenn dich eine Schlange in den Arsch gebissen hat und du jemanden brauchst, der das Gift mit dem Mund aussaugt, dann wirst du sehen, wer deine wahren Freunde sind!"

    /Mecki



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.18 15:46 durch /mecki78.

  13. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: Schattenwerk 05.02.18 - 15:40

    tl;dr

    Sorry, wollte ich schon seit langem mal wieder schreiben :)

  14. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: ManuPhennic 05.02.18 - 19:03

    Erst mal: holy wall of text (didnt read)

    aber bei einer Sucht ist es doch so das es keinen „Sinn“ dahinter gibt.

    Ich öffne Instagram, 10 Sekunden nachdem ich es geschlossen habe. Denke mir danach selbst, warum? Ist wie damals ständig auf die Uhr zu gucken. Ich erwische mich immer das ich mich nicht in die Bahn setzen kann ohne mich zu beschäftigen. Also iPhone raus und FB, Insta, Snapchat, Twitter checken und von vorne



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.18 19:05 durch ManuPhennic.

  15. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: tearcatcher 05.02.18 - 23:30

    GOLEM ist auch ein soziales Netzwerk ;)

    und ihr suchtet es gerade extrem, wenn ich mir die Länge eurer Beiträge anschaue :D

    meine Güte! ... und ich dachte immer, ICH würde viel schreiben ^^
    (auch wenn dieser Beitrag ziemlich kurz ist ... ich kann auch anders)

  16. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: Umaru 06.02.18 - 01:41

    Als Außenseiter mit nur zwei eher smartphonefreien Freunden (es gibt welche, die haben auch ohne Facebook einen irrsinnig riesigen Bekanntenkreis von über 10 bis gar 20 Leuten!) bekommt man die Süchte der anderen noch viel heftiger mit - besonders den Reaktionszwang, den ich kritisch sehe.

    Die Leute sind etwa im Café und lassen sich ständig aus der gerade stattfindenden Kommunikation herausreißen durch Fremdeinwirkung von Kurznachrichten, bei denen offensichtlich Echtzeitbeantwortung gefragt ist. Ist das nicht stressig? Oder kann sich der Mensch an alles gewöhnen? Ich habe jedenfalls bei ein paar Gruppen fürs Studium nach einiger Zeit keinen Bock mehr habt, denen zu antworten. Aber Telefonieren oder Skypen wollten sie nicht.

    Ich jedenfalls schätze den "intimen" Kontakt, die richtige Aussprache - ohne Mitbewerber, die jederzeit übers Internet einfallen können. Ich glaube auch, dass man sich ohne Ablenkung mehr aufeinander einlassen sollte, auch wenn es gerade langweilig ist, daraus kann doch trotzdem noch was werden. Besonders in eher "altdeutschen" Kneipen ergeben sich noch gute Gespräche, auch wenn die Ausgangsbasis nicht viel vermuten lässt. Ein paar Leute sind das Smartphoneglotzen noch nicht gewohnt und stellen wirklich Kontakt her. Fast schon wohltuend.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.02.18 01:41 durch Umaru.

  17. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: der_wahre_hannes 06.02.18 - 08:18

    ManuPhennic schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich erwische mich immer das ich mich nicht in die Bahn setzen kann ohne mich zu
    > beschäftigen. Also iPhone raus und FB, Insta, Snapchat, Twitter checken und
    > von vorne

    Vielleicht mal ne Zeitschrift mitnehmen? Ich kenne das nämlich auch. Und man kann ja auch nicht immer in der Bahn vor sich hindösen... aber einfach mal was lesen (meinetwegen auch auf nem Kindle ;) ) kann einen schon wunderbar beschäftigen.

    Ganz schlimm ist es ja, wenn man eigentlich nen Film gucken will, aber trotzdem die ganze Zeit am Smartphone hängt... meist mache ich es jetzt so, dass ich das Handy gar nicht mehr mit ins Wohnzimmer nehme. Extra für's dumm rumsurfen nochmal aufstehen und das Handy holen ist mir dann doch zu blöd.

  18. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: /mecki78 06.02.18 - 11:37

    maverick1977 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sofern Du erlaubst,
    > würde ich deinen Text gerne in meinen Computerkursen verwenden. :o)

    Von mir aus darfst du dich nach belieben bedienen, wenn du irgendwas davon gebrauchen kannst.

    /Mecki

  19. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: /mecki78 06.02.18 - 11:48

    MrAnderson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > FB ist die einzige Plattform, auf der ich auf überregionaler oder auch
    > interantionaler Ebene, themenspezifisch Gleichgesinnte finde, mit denen ich
    > mich in moderierten, geschlossenen(!) Gruppen austauschen kann.

    Also in meinen Umfeld nutzen die Leute für so was eigentlich immer Whatsapp Gruppen. Ich kenne niemanden, der nicht in irgend einer Whatsapp Hobby- oder sogar Selbsthilfegruppe ist (Kochgruppe, Diätgruppe, Dekorationsgruppe, Hobbygärtnergruppe, usw.). Ich kann schon gar nicht mehr zählen wie oft ich Sätze gehört habe, die mit "Neulich hat jemand in der ... Gruppe geschrieben ..." angegangen sind 😉 Nicht das ich damit ein Problem hätte. Ist doch super, wenn Leute mit gleichen Interessen sich heute online austauschen können.

    Natürlich muss man diese Gruppen kennen, d.h. irgendwo müssen die gelistet sein und für sich werben und mag sein, dass das wiederum über Facebook geschieht. Ich persönlich habe aktuell keinen Bedarf an derartigen "Gruppenaktivitäten", da ich eigentlich nur zwei Hobbies habe (und schon für die bringe ich selten genug Zeit auf, leider) und für beide habe ich eine Webseite, die eigentlich sämtliche Aspekte und Bedürfnisse abdeckt (und sogar weit darüber hinaus; mit Forum, mit Live Chat, mit Dateiaustausch, mit News, usw.); damit bin ich eigentlich vollends zufrieden. Für noch mehr Aktivitäten dieser Art fehlt mir einfach die Zeit.

    /Mecki

  20. Re: Mir wollte sich der Sinn dahinter noch nie erschließen

    Autor: /mecki78 06.02.18 - 12:00

    der_wahre_hannes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So pauschal kann man das nicht sagen. Langeweile fördert z.B. die
    > Kreativität.

    Braucht man dafür aber nicht auch die passende Veranlagung? Kreativität mag zwar grundsätzlich etwas sein, das jeden Menschen zu Verfügung steht, aber anscheinend sind einige Menschen doch deutlich kreativer als andere. Mir persönlich war Langeweile als Kind z.B. eher fremd, da ich mich stundenlang mit mir selber beschäftigen konnte, selbst wenn ich nur einen Stift und einen Papierblock hatte. Aber andere bekommen in so einer Situation fast schon die Krise.

    > Den Sinn dahinter verstehe ich schon (sich mit allen möglichen Leuten aus
    > allen Teilen der Welt zu verbinden kann schon sinnvoll sein),

    Sich mit Menschen aus aller Welt zu verbinden, das ist doch eher ein Verdienst des Internets, vielleicht noch des WWW, und nicht ein verdienst von Facebook. Das haben wir frühen Internetnutzer ja auch schon lange vor Facebook gemacht und das wird es auch noch geben, wenn kein Mensch sich mehr erinnert was Facebook einmal war. Und wenn es um so was geht wie berufliche Vernetzung, dafür gibt es ja spezifische Seiten, wie z.B. LinkedIn. Hier ist der Vorteil, das man hier nicht professionellem mit familiären oder persönlichen vermischt, denn niemand postet auf LinkedIn Katzenbilder oder sein Mittagessen 😛

    /Mecki

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