1. Foren
  2. Kommentare
  3. Internet
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Smarter wohnen: Nur eine bezahlbare…

Das Problem heißt Urbanisierung

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Das Problem heißt Urbanisierung

    Autor: Hypfer 10.09.19 - 13:35

    Nur will das noch immer niemand wahrhaben

  2. Re: Das Problem heißt Urbanisierung

    Autor: LordSiesta 10.09.19 - 14:09

    Das andere Problem ist, dass sich diese Urbanisierung auf einige wenige Städte konzentriert. Die High-Tech-Branche findet ja gefühlt nur in München statt, die Start-Up-Szene in Berlin und dazwischen fällt mir auch nach längerem Überlegen nichts ein (außer Einzelbeispiele wie EGroupware in Kaiserslautern und Mymuesli in Passau).

  3. Re: Das Problem heißt Urbanisierung

    Autor: Anonymer Nutzer 10.09.19 - 14:11

    LordSiesta schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das andere Problem ist, dass sich diese Urbanisierung auf einige wenige
    > Städte konzentriert. Die High-Tech-Branche findet ja gefühlt nur in München
    > statt, die Start-Up-Szene in Berlin und dazwischen fällt mir auch nach
    > längerem Überlegen nichts ein (außer Einzelbeispiele wie EGroupware in
    > Kaiserslautern und Mymuesli in Passau).

    Was hat Urbanisierung mit High-Tech zu tun?

  4. Re: Das Problem heißt Urbanisierung

    Autor: ikhaya 10.09.19 - 14:15

    Reden wir hier eventuell von Gentrifizierung?

  5. Re: Das Problem heißt Urbanisierung

    Autor: Tiberius Kirk 10.09.19 - 14:38

    Mein Reden seit Anno Dutt: statt immer mehr zu verdichten und in der Innenstadt immer weiter in die Höhe zu bauen, gilt es, wie bei vielen Städten, die natürlich wachsen, auch in die Breite zu wachsen. In Berlin scheint dies besonders schwierig, weil damit ein Wechsel des Bundeslandes einhergeht, das zudem von politischer Konkurrenz regiert wird, zudem vielfach noch sich die Mentalität leicht unterscheidet und mit Neiddebatten begleitet wird. Dabei führt langfristig kein Weg daran vorbei, die verschiedenen Bedarfe entweder zu decken oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

    Zu den Bedarfen gehören neben Wohnraum für ständige Einwohner auch Hotels, Hostels und Ferienwohnungen; diese einfach zu verbieten, spielt nur einen Bedarf gegen einen anderen aus -zudem mit Verlusten für die gesamte Wirtschaft.
    Zu den Bedarfen gehört weiterhin ein lebenswertes Umfeld. Berlin galt einmal als die grünste Großstadt Europas (tatsächlich grün, nicht politisch grün), was es zu Mauerzeiten überhaupt nur erträglich machte, in diesem Käfig zu leben. Wenn man dies aufgibt, nur um möglichst vielen Leuten das Schlafen in der Stadt zu ermöglichen und dafür die Stadt immer weiter zubetoniert und in die Höhe baut, nimmt man den Menschen buchstäblich die Luft zum Leben. Immer mehr Grund und Boden in der Stadt als Bauland auszuweisen, wird das Problem nicht lösen, sondern mittelfristig sogar noch verschärfen und neue Probleme schaffen, die man dann nicht mehr lösen können wird.

    Stattdessen muss man den Menschen ermöglichen, dort zu leben, wo Platz dafür ist, also auch etwas weiter draußen. Voraussetzung dafür ist eine vollständige und leistungsfähige Infrastruktur. Diese besteht auch, aber nicht nur in schnellen, zuverlässigen und einfachen Schienenwegen, sondern unverzichtbar auch in Kommunikationswegen. Letztere hätten das Potenzial, den Bedarf an Mobilität, unter der Mensch und Umwelt gleichermaßen leiden, dramatisch zu reduzieren. Wohl kaum ein Mensch fährt gern mit dem Auto in oder durch die Großstadt, sondern nur, weil es keinen anderen gangbaren Weg gibt. Es muss also die Möglichkeit gegeben werden, auch ohne großen und weiten Verkehr arbeiten und leben zu können. Wen will man schon in die Vororte oder in die Provinz locken, wenn er zum nächsten Supermarkt 15km, zum nächsten Arzt 30km und zum nächsten Krankenhaus 100km braucht, die sich praktisch nur mit dem eigenen Auto bewerkstelligen lassen? Wenn er sich entweder eine Stunde in den Stau stellen muss, um zur Arbeit zu fahren, statt sich an den heimischen Schreibtisch zu setzen und online zu arbeiten? Wenn er, wenn er auf das Auto verzichten will oder muss, mit öffentlichen Verkehrsmitteln entweder gar nicht oder in zwei Stunden gerade mal 20km weit kommt? Oder wenn er von der Arbeitsagentur zu zwei Stunden Arbeitsweg (mit dem Auto) gezwungen wird?

    Da liegen die Ursachen, die man angehen muss. Das Herumdoktern an den Innenstädten, gewaltsame Eingriffe in die Wohnungwirtschaft, immer weiteres Ausquetschen der Verkehrswege und gesellschaftspatende Umverteilungen von Räumen und Werten sind doch nur planloses Gefummel an Symptomen. Das mag vielleicht bei der nächsten Wahl helfen, löst aber langfristig keine Probleme -im Gegenteil. Richtig wäre stattdessen, in die Breite zu gehen, massiv sozialen Wohnungsbau landeseigener Wohnungsbauunternehmen und von Genossenschaften v.a. außerhalb der Stadtzentren zu fördern, Infrastrukturanbieter zum gezielten Ausbau zu verpflichten (statt ihnen immer weiterer und höhere Lizenzgebühren aus dem Rippen zu leiern), Zumutbarkeitsregeln zu lockern, der Wirtschaft verlässliche Perspektiven zu geben (statt in immer kürzeren Abständen populistische Auflagen, Einschränkungen und Umverteilungen auszurufen).

    Als ich seinerzeit mein Studium begann, hingen in der Uni Plakate aus, auf denen ein Auto die Fahrspuren schräg kreuzte. Unterschrift darauf:
    >>Du kannst nicht mit Tempo wettmachen, was Dir an Richtung fehlt.<<
    Das gilt auch und erst recht auch bei diesem Thema.

    Gruß
    Tiberius

  6. Re: Das Problem heißt Urbanisierung

    Autor: LordSiesta 10.09.19 - 23:07

    ikhaya schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Reden wir hier eventuell von Gentrifizierung?

    Nein, das sollte eine Anspielung auf »Laptop & Lederhosen« sein; eine Stadt erarbeitet sich ein Image, Unternehmen kommen deswegen her und die ziehen wiederum Leute an, die dort arbeiten wollen und ehe man sich's versieht, platzt die Stadt aus allen Nähten.

  7. Re: Das Problem heißt Urbanisierung

    Autor: brunobrotspecht 11.09.19 - 02:01

    Danke für eure Beiträge. Auf den Punkt würde ich sagen. Mir ist Berlin jetzt schon teilweise viel zu voll ganz egal ob im Park, im Verkehr oder auf dem Wohnungsmarkt. Das immer weiter verdichtet wird ist für mich eine absolute Alptraumvorstellung. Würde auch gerne an den Rand ziehen, aber das ist da, wo es eine gute Verbindung gibt, fast genauso teuer.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.19 02:02 durch brunobrotspecht.

  8. Re: Das Problem heißt Urbanisierung

    Autor: chefin 11.09.19 - 07:49

    Die Landflucht ist auf völlig falschen Vorstellungen aufgebaut. Die Menschen sehen den Arzt 15km entfernt, aber vergessen das ich schneller bei diesem Arzt bin, als die Menschen in de Großstadt deren Arzt 2km weg seine Praxis hat.

    ich wohne in einer Region in der die nächsten größeren Städte 50 bzw 65km weg sind. Und das sind nur vieleicht Großstädte, haben gerade mal knapp über 150.000 Einwohner. Unser Dorf ist der Mittelpunkt von 15 Dörfern. Keiner dieser 15 Dörfer benötigt mehr als 15 Minuten um an alles was benötigt wird ranzukommen. Supermärkte(Mehrzahl, da 3 st existieren), Bäckereien, Metzgereien, Jeder Ort hat entweder seinen kleinen Shop(Tante Emma kommt back) oder Verkaufswagen die täglich durchkommen. Ja, man muss da Abstriche machen, da man nicht 24/7 alles bekommt.

    Aber rechnet man sich das durch, Miete plus Fahrzeugkosten kommt man billiger weg, als mit den Großstadtmieten. Den ein Auto haben auch Großstädter. Äusserst wenige sind ohne und ohne finanziellen Druck wird man spätestens als Familie mit Kinder nicht mehr ohne Auto auskommen. Singles können mit Öffentlichen noch ihr Leben managen. Aber keine Familie mehr, auch nicht in Großstädten. Das liegt dran, das ein Auto pro Fahrt abgerechnet wird, Bus oder Bahn hingegen pro Person. Sobald die Personenzahl steigt gewinnt das Auto.

    Die Landflucht hatte vor langem ihren Anfang, die potentiellen Auswirkungen wurden vor 100 Jahren schon vorher gesagt. Vieleicht sollten die Menschen mal lernen umzudenken, statt jetzt irgendwelche staatlichen Förderungen zu verlangen, die von den Landbewohner mitfinanziert werden müssen. Ich habe jedenfalls kein Interesse dran, das mitzufinanzieren. Sonst müsste ich meinerseits fordern, das die Stadtbewohner ihre Vorteile die wir auf dem Land so nicht haben für uns querfinanzieren. Statt hoher Mieten dann hohe Steuern...gewonnen ist nichts.

    Wenns in der der Stadt keine Wohnungen gibt, dann raus aufs Land. Firmen wandern den Arbeitnehmern hinterher, glaubs mir. Wir haben hier viele große Weltunternehmen, die genau das ausnutzen, das auf dem Land alles billiger ist. Mieten, Flächenkosten, Löhne. Wir leben nicht besser, wir sind nicht reicher, aber es bleibt mehr über, am ende des Monats.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Referent (w/m/d) im Bereich IT-Sicherheit
    Hochschule der Medien (HdM), Stuttgart-Vaihingen
  2. Software Test Engineer Buchhaltungssoftware (m/w/d)
    Haufe Group, Freiburg im Breisgau
  3. Leiter*in der Gruppe IT-Service Center
    Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Eschborn
  4. Referent für Projektmanagement mit Fokus Terminplanung und Projektsteuerung (m/w/d)
    TenneT TSO GmbH, Bayreuth

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Dorfromantik für 7,19€, Cartel Tycoon für 18,99€ plus jeweils One Finger Death Punch 2...
  2. 4,99€
  3. 21,99
  4. 59,99€ (PC), 69,99€ (PS4, PS5, Xbox One/Series X)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Ratchet & Clank Rift Apart im Test: Der fast perfekte Sommer-Shooter
Ratchet & Clank Rift Apart im Test
Der fast perfekte Sommer-Shooter

Gute Laune mit großkalibrigen Waffen: Das nur für PS5 erhältliche Ratchet & Clank - Rift Apart schickt uns in knallige Feuergefechte.
Von Peter Steinlechner

  1. Ratchet & Clank "Auf der PS4 würde man zwei Minuten lang Ladebalken sehen"
  2. Ratchet & Clank Rift Apart Detailreichtum trifft Dimensionssprünge

Indiegames-Entwicklung: Was dieser Saftladen besser macht als andere
Indiegames-Entwicklung
Was dieser Saftladen besser macht als andere

Der Saftladen in Berlin ist als Gemeinschaftsbüro für Spieleentwickler erfolgreich, während vergleichbare Angebote scheitern.
Ein Bericht von Daniel Ziegener

  1. #gamedevpaidme Spieleentwickler legen ihre Gehälter offen
  2. Gaming US-Spielebranche zahlt rund 121.000 US-Dollar Gehalt

Probleme mit Agilität in Konzernen: Agil sein muss man auch wollen
Probleme mit Agilität in Konzernen
Agil sein muss man auch wollen

Ansätze wie das Spotify-Modell sollen großen Firmen helfen, agil zu werden. Wer aber erwartet, dass man es überstülpen kann und dann ist alles gut, der irrt sich.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel