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Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

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  1. Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Phonehoppy 25.01.21 - 12:05

    ...das ganze halte ich für Überregulierung. Gibt es wirklich momentan Bedarf an solchen Gesetzen, gerade, wo viele Geräte immer mehr drahtlos geladen werden?
    In der Praxis gibt es doch auf der Seite des Ladegerätes de facto sowieso nur noch 2 Anschlüsse: USB-A und USB-C. Und solche Unterschiede wird es auch in Zukunft noch geben müssen, denn es muss möglich sein, von einem alten Standard auf einen neueren umzustellen. Wenn das per Gesetz verboten würde, wäre jegliche Innovation dahin.

    Und was ohnehin unsinnig wäre, ist eine Vereinheitlichung der Buchsen auf der Geräteseite. Die Geräte und deren Innovationsgrad sind einfach zu unterschiedlich, als dass man hier einen einzigen Anschluss vorschreiben könnte. Und man muss ja sowieso ein Kabel mitnehmen, das kann ja dann auf der anderen Seite USB-A oder USB-C haben und pass dadurch auch überall. Nie im Leben würde ich an meinem iPhone anstatt des einfachen und stabilen Lightning-Connectors einen fummeligen und wackeligen Micro-USB haben wollen. OK wäre momentan USB-C für alle, aber was, wenn die Geräte noch kompakter und dünner werden, die Entwicklung voranschreitet und bald etwas neues, besseres kommt? Wieviele Jahre muss man dann zwangsweise noch einen USB-C verbauen, bis man dann auf den fiktiven neueren, vernünftigeren Standard umstellen darf?

    So einfach und vernünftig sich solche Vorhaben erstmal anhören - in der Praxis gäbe es doch wohl große Probleme und Nachteile, das umzusetzen, und ohne Ausnahmen ginge es auch nicht. Wozu also das Ganze?

    Also mir als Kunde brächte eine derartige gesetzliche Regelung nicht das geringste...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.01.21 12:09 durch Phonehoppy.

  2. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: sherly 25.01.21 - 12:18

    Mir schon. Lightning ist einer der Nachteile von Apple-Geräten

  3. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Max Level 25.01.21 - 12:28

    > Gibt es wirklich momentan
    > Bedarf an solchen Gesetzen, gerade, wo viele Geräte immer mehr drahtlos
    > geladen werden?

    "Immer mehr" sind längst nicht "alle", zumal Drahtlos eher langsamer geht. Reine drahtlose Ladung wäre ja ggf gar nicht betroffen, aber *wenn* ein Kabel dran ist, dann halt USB-C (oder was auch immer).

    > Und was ohnehin unsinnig wäre, ist eine Vereinheitlichung der Buchsen auf
    > der Geräteseite. Die Geräte und deren Innovationsgrad sind einfach zu
    > unterschiedlich, als dass man hier einen einzigen Anschluss vorschreiben
    > könnte.

    Praktischerweise hat die Industrie ja gerade deswegen USB-C erfunden, um all die Unzulänglichkeiten bisheriger Anschlüsse auszumerzen. Der ist verdrehsicher, stromfest und mechanisch besser als die davor, und klein auch noch.

    > Wozu also das Ganze?
    >
    > Also mir als Kunde brächte eine derartige gesetzliche Regelung nicht das
    > geringste...

    Mir schon, ich finde das super. Heute suche ich das Kabel zum Gerät und dann noch das Ladegerät zum Kabel. Im schlimmsten Fall ist das noch so ein proprietärer Rantz, der nur dazu dient, dass ich keine günstige Standardhardware verwenden kann.
    Bei den USB-C-Geräten brauche ich nur "das" Ladegeräte und "das" Kabel. Ich finde das total super, dass ich so ein Mehrfach-Ladegerät mit fünf Kabeln dran, und ich kann den eReader, das Handy, das Tablet und die Taschenlampe einfach an irgendeins davon einstecken, wie einen Stecker in eine beliebige Steckdose. Das ist geradezu phantastisch :)

  4. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Phonehoppy 25.01.21 - 12:39

    Max Level schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Praktischerweise hat die Industrie ja gerade deswegen USB-C erfunden, um
    > all die Unzulänglichkeiten bisheriger Anschlüsse auszumerzen. Der ist
    > verdrehsicher, stromfest und mechanisch besser als die davor, und klein
    > auch noch.

    USB-C ist natürlich besser als Micro-USB, aber von der Handhabung und Kompaktheit her liegt Lightning auf jeden Fall noch davor. Aber gehen wir einfach davon aus, dass USB-C heute das Sinnvollste ist: Was ist in 5 Jahren? Was ist, wenn ein superflaches Smartphone oder Wearable rauskommt, für das USB-C einfach zu dick ist? Und muss nun jede Smartwatch und jeder MP3-Player USB-C haben? Was ist mit Geräten, die ansonsten überhaupt keinen Kabelanschluss brauchen? Wie lange dauert es, bis die Industrie sich auf einen neuen Standard einigen darf, um dem technischen Fortschritt gerecht zu werden? Die Produktzyklen sind kurz, und damit müssen auch die Zeiträume, in denen ein Standard gilt, sinnvollerweise recht kurz sein. Aber was bringt dann noch ein genormter Stecker, wenn es immer parallel einen "aktuellen", einen "älteren" und einen "veralteten" Standard parallel gibt? Also ich halte die Sache nach wie vor für nicht durchdacht.

  5. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: gadthrawn 25.01.21 - 12:41

    >In der Praxis gibt es doch auf der Seite des Ladegerätes de facto sowieso nur noch 2 Anschlüsse: USB-A und USB-C.

    Hm.. viele Notebooks haben Rundstecker oder rechteckige Stecker. Auch wenn USB-C ausreichen würde.

    So ne Alexa hat nen Rundstecker.

    Was es alles bei Smartwatches gibt ist dir entgangen?

    Selbst so nen einfacher Virobi (Vileda Wischroboter) hat irgend eine Rundklinke.

    Spielzeug für Kinder oft ebenso.

    Bei Smartphones und Tablets stimme ich dir halb zu. Sieht zwar oft nach USB-C aus - ist es aber oft nicht und irgend eine eigene Schnelladetechnik. Mit nem B-Max USB-C bei dem ein Quickcharge Verhalten nachgebaut ist schmurgelst du dir ein Lenovo mit LoadBalancing.

  6. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: gadthrawn 25.01.21 - 12:44

    Phonehoppy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > USB-C ist natürlich besser als Micro-USB, aber von der Handhabung und
    > Kompaktheit her liegt Lightning auf jeden Fall noch davor. Aber gehen wir
    > einfach davon aus, dass USB-C heute das Sinnvollste ist: Was ist in 5
    > Jahren? Was ist, wenn ein superflaches Smartphone oder Wearable rauskommt,
    > für das USB-C einfach zu dick ist?

    Schau mal an eine beliebige Wand mit Steckdose. Das Ding ist genormt. Jetzt stell dir mal vor, da wäre jede Steckdose anders, nur weil andere Geräte drankommen. Bei denen sich der Stecker flacher verstauen liese...

  7. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: bl 25.01.21 - 12:44

    Phonehoppy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...das ganze halte ich für Überregulierung. Gibt es wirklich momentan
    > Bedarf an solchen Gesetzen, gerade, wo viele Geräte immer mehr drahtlos
    > geladen werden?
    > In der Praxis gibt es doch auf der Seite des Ladegerätes de facto sowieso
    > nur noch 2 Anschlüsse: USB-A und USB-C. Und solche Unterschiede wird es
    > auch in Zukunft noch geben müssen, denn es muss möglich sein, von einem
    > alten Standard auf einen neueren umzustellen. Wenn das per Gesetz verboten
    > würde, wäre jegliche Innovation dahin.
    >
    > Und was ohnehin unsinnig wäre, ist eine Vereinheitlichung der Buchsen auf
    > der Geräteseite. Die Geräte und deren Innovationsgrad sind einfach zu
    > unterschiedlich, als dass man hier einen einzigen Anschluss vorschreiben
    > könnte. Und man muss ja sowieso ein Kabel mitnehmen, das kann ja dann auf
    > der anderen Seite USB-A oder USB-C haben und pass dadurch auch überall. Nie
    > im Leben würde ich an meinem iPhone anstatt des einfachen und stabilen
    > Lightning-Connectors einen fummeligen und wackeligen Micro-USB haben
    > wollen. OK wäre momentan USB-C für alle, aber was, wenn die Geräte noch
    > kompakter und dünner werden, die Entwicklung voranschreitet und bald etwas
    > neues, besseres kommt? Wieviele Jahre muss man dann zwangsweise noch einen
    > USB-C verbauen, bis man dann auf den fiktiven neueren, vernünftigeren
    > Standard umstellen darf?
    >
    > So einfach und vernünftig sich solche Vorhaben erstmal anhören - in der
    > Praxis gäbe es doch wohl große Probleme und Nachteile, das umzusetzen, und
    > ohne Ausnahmen ginge es auch nicht. Wozu also das Ganze?
    >
    > Also mir als Kunde brächte eine derartige gesetzliche Regelung nicht das
    > geringste...

    Im ganzen Land haben wir Steckdosen, in die die landesüblichen Stecker reinpassen. Welch Überregulierung...

  8. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: most 25.01.21 - 12:44

    Max Level schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist geradezu phantastisch :)

    Bei mir gibt es nur noch USB-C, anders könnte ich den Hardwarezoo von Maus, Tastatur, Wireless PC-Headset, BT-True-Wireless, Tablet, Handy und Notebook nicht sinnvoll betreiben.

    Einzig mein E-Reader hat noch Micro USB, da gab es einfach keine USB-C Alternative und verzichten wäre auch keine Option.

    Ob man dafür ein Gesetz braucht? Hätte mir ein paar Euro Aufpreis erspart (z.B. bei der 100¤ Maus ggf. 40¤). Ich komme auch ohne so ein Gesetz ganz gut aus.

  9. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: mibbio 25.01.21 - 12:50

    Max Level schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei den USB-C-Geräten brauche ich nur "das" Ladegeräte und "das" Kabel. Ich
    > finde das total super, dass ich so ein Mehrfach-Ladegerät mit fünf Kabeln
    > dran, und ich kann den eReader, das Handy, das Tablet und die Taschenlampe
    > einfach an irgendeins davon einstecken, wie einen Stecker in eine beliebige
    > Steckdose. Das ist geradezu phantastisch :)

    Und dadurch kann man dann auch mit jedem Gerät die Ladeanschlüsse in Fahrzeugen des ÖPNV nutzen, die es ja schon teilweise in Form von USB-A Buchsen gibt. Dann erübrigt sich eventuell auch die Notwendigkeit eine Netzteils, wenn man sein Gerät einfach auf dem Arbeitsweg oder Heimweg in Bus oder Bahn laden kann.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.01.21 12:51 durch mibbio.

  10. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: EifX 25.01.21 - 12:50

    Ich erinnere mich noch gut an das Ladekabelwirrwar vor 2009. Der Versuch hat ja viele Hersteller ja erst dazu bewegt, USB (in welchem Formfaktor auch immer) als Ladebuchse zu verwenden. Vorher hatte jedes Gerät seinen eigenen Stecker und jede Marke seine eigene Steckerlinie (hach ja, war der Stecker von Sony Ericsson damals ein Fluch).

    Von daher danke an die Regulierung bzw dem Versuch von damals. Die macht es jetzt auch leichter ein Update daraus zu basteln.

  11. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Michl1303 25.01.21 - 13:05

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Schau mal an eine beliebige Wand mit Steckdose. Das Ding ist genormt. Jetzt
    > stell dir mal vor, da wäre jede Steckdose anders, nur weil andere Geräte
    > drankommen. Bei denen sich der Stecker flacher verstauen liese...


    Das ist ja die andere Seite... auf der (wenn abnehmbar) Kabelseite habe ich dann wieder verschiedene Varianten. Kaltgeräte, Euro, Kleeblatt. Ich muss für 3 Verschiedene Geräte auch 3 verschiedene Kabel am Schreibtisch haben für jedes Netzteil eins...

  12. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Max Level 25.01.21 - 13:14

    > Bei mir gibt es nur noch USB-C, anders könnte ich den Hardwarezoo von Maus,
    > Tastatur, Wireless PC-Headset, BT-True-Wireless, Tablet, Handy und Notebook
    > nicht sinnvoll betreiben.

    Bei mir schleichen sich die anderen Anschlüsse auch allmählich aus.

    > Ob man dafür ein Gesetz braucht? Hätte mir ein paar Euro Aufpreis erspart
    > (z.B. bei der 100¤ Maus ggf. 40¤). Ich komme auch ohne so ein Gesetz ganz
    > gut aus.

    Klar kommt man aus, aber sinnvoll finde ich´s in Summe dann schon. Weil es ja skaliert, das heißt, sehr viele Leute sparen das Geld, für sehr viele Leute wird es einfacher und für die Umwelt besser isses wohl auch.

  13. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Max Level 25.01.21 - 13:16

    > Das ist ja die andere Seite... auf der (wenn abnehmbar) Kabelseite habe ich
    > dann wieder verschiedene Varianten. Kaltgeräte, Euro, Kleeblatt. Ich muss
    > für 3 Verschiedene Geräte auch 3 verschiedene Kabel am Schreibtisch haben
    > für jedes Netzteil eins...

    Der Unterschied ist, dass die ja quasi ortsfest verdrahtet sind. Man steckt das einmal zusammen und dann nie wieder, insbesondere tauscht man nicht alle Nase lang das Gerät, was da am Kabel hängt. Und das Gerät trägt man auch nicht dauernd mit sich herum und will das jeden tag woanders anschließen.

  14. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: toj 25.01.21 - 13:20

    gadthrawn schrieb:
    > Schau mal an eine beliebige Wand mit Steckdose. Das Ding ist genormt. Jetzt
    > stell dir mal vor, da wäre jede Steckdose anders, nur weil andere Geräte
    > drankommen.
    Der Unterschied ist, dass der Strom aus der Steckdose sich seit langer Zeit nicht mehr weiterentwickelt hat. USB dagegen dient nicht nur der Stromversorgung, sondern auch der Datenübertragung. Beides hat sich enorm weiterentwickelt. Vor 15 Jahren hatte man noch 480 MBit/s. Vor 10 Jahren waren es 5 Gbit/s. Heute sind wir bei 40 Gbit/s angekommen. Genauso die Stromversorgung. Vor 15 Jahren waren es 2.5W, vor 10 Jahren waren es 4.5W, und heute haben wir 100W.
    Wenn der USB Standard sich irgendwann ähnlich schnell weiterentwickelt wie der Strom aus der Steckdose, werde ich auch grosser Befürworter eines Standard sein. Aber soweit sind wir noch nicht, und es kann durchaus noch ein paar Jahrzehnte dauern.

  15. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Max Level 25.01.21 - 13:25

    > Aber gehen wir
    > einfach davon aus, dass USB-C heute das Sinnvollste ist: Was ist in 5
    > Jahren? Was ist, wenn ein superflaches Smartphone oder Wearable rauskommt,
    > für das USB-C einfach zu dick ist?

    Legitimer Einwand, aber das wäre dann halt einfach so. Dann geht halt auch mal was nicht, dann kann das eine Gerät halt nicht gefertigt werden. Leicht polemisch könnte man sagen, das ist eine ähnliche Frage wie "Wieso Geschwindigkeitsbegrenzung? Was ist, wenn es in fünf Jahren mal jemand eilig hat? Der kommt dann ja womöglich zu spät ins Meeting!"
    Falls das aber wirklich ein echtes Problem werden sollte, kann sich die Industrie bestimmt auf einen neuen Standard einigen. Wichtig ist bloß, dass es einen gibt.

    > Und muss nun jede Smartwatch und jeder
    > MP3-Player USB-C haben? Was ist mit Geräten, die ansonsten überhaupt keinen
    > Kabelanschluss brauchen?

    Wenn man die kabellos laden kann, brauchen sie doch auch keinen USB-Anschluss? Aber Ü*wenn* sie einen Anschluss haben, dann doch bitte alle denselben.

    > Die Produktzyklen sind kurz, und damit müssen auch die
    > Zeiträume, in denen ein Standard gilt, sinnvollerweise recht kurz sein.

    Das hat aber nichts mit Innovationen zu tun, das ist sehr häufig nur psychologische Obsoleszenz. Klar, jedes Jahr gibts ein neues iPhone und ein neues Galaxy sonstwas, aber nichts an denen spräche bisher gegen einen einheitlichen Anschluss. USB-C zB passt lässig in jedes der Geräte, und das wäre schonmal ein Zeitraum von 12 Jahren. Wir reden hier über Geräte, die schon aus Gründen der Usability und Robustheit nicht mehr sehr viel kleiner oder flacher werden können.

  16. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: toj 25.01.21 - 13:27

    bl schrieb:
    > Im ganzen Land haben wir Steckdosen, in die die landesüblichen Stecker
    > reinpassen. Welch Überregulierung...

    Ja, aber erst seitdem die Technik sich nicht mehr weiterentwickelt.
    Fun Fact: die ersten Steckdosen gab es in den 1880er Jahren. Die sahen noch wie Lampenfassungen aus. Geerdete Stecker gab es ab 1915, fast 30 Jahre später. Bis zum ersten Schuko-Stecker heutiger Bauweise, 1925, hat es rund 40 Jahre gedauert. Standardisiert wurden sie dann in den 1950er Jahren.
    Es ist also bei weitem nicht so, dass die Steckdose immer reguliert wurde. Erst, nachdem es 25 Jahre keine Innovation mehr gab.

  17. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Max Level 25.01.21 - 13:40

    > Vor 15 Jahren hatte man noch 480 MBit/s. Vor 10 Jahren
    > waren es 5 Gbit/s. Heute sind wir bei 40 Gbit/s angekommen.

    Theoretisch. Praktisch brauchst du schon für 5Gbit eine SSD mit mindestens SATA-III. Wenn man da noch drüber will, muss man schon ziemliche Stunts hinlegen, und nichtmal in dicken Gaming-PCs bringt das noch so recht was. Heißt: Wenn man ne Schnittstelle mit 40Gbit hat, reicht die in der Praxis für die hier angesprochenen Geräte für Jahrzehnte. Lange genug, um das zu standardisieren.

    > Genauso die
    > Stromversorgung. Vor 15 Jahren waren es 2.5W, vor 10 Jahren waren es 4.5W,
    > und heute haben wir 100W.

    Und auch das dürfte für die betrachteten Geräte wie Smartphones, Tragables und so weiter für lange Zeit bei Weitem reichen. Standards sind doch nicht für die Unendlichkeit gemacht.

    > Wenn der USB Standard sich irgendwann ähnlich schnell weiterentwickelt wie
    > der Strom aus der Steckdose, werde ich auch grosser Befürworter eines
    > Standard sein. Aber soweit sind wir noch nicht, und es kann durchaus noch
    > ein paar Jahrzehnte dauern.

    Der Standard nicht, aber die Praxis. Früher ging damit fast nichts, und man war froh um jedes bisschen Verbesserung. Heute geht mit dem Standard quasi alles, und wenn nicht, liegt´s an anderen Komponenten, sodaß man "Innovationen" gar nicht merkt oder braucht. Die Möglichkeiten haben sich einfach viel schneller entwickelt als die Anwendungen.

  18. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Max Level 25.01.21 - 13:49

    > Geerdete Stecker gab es ab 1915, fast 30 Jahre
    > später. Bis zum ersten Schuko-Stecker heutiger Bauweise, 1925, hat es rund
    > 40 Jahre gedauert. Standardisiert wurden sie dann in den 1950er Jahren.
    > Es ist also bei weitem nicht so, dass die Steckdose immer reguliert wurde.
    > Erst, nachdem es 25 Jahre keine Innovation mehr gab.

    Letzteres ist nicht der Grund. Man darf nicht vergessen, dass es 1915 noch gar keine Konsumgesellschaft gab, die annähernd mit "heute" vergleichbar wäre, insofern gab´s auch die Anforderungen nicht. Die DIN ist 1917 gegründet worden.
    Und das siehst du sogar in deiner Beschreibung! "In den 50ern" ist genau der Zeitraum des Wirtschaftswunders, wo es überhaupt, erstmalig, hierzulande industrielle Massenproduktion und -Verfügbarkeit von Konsumgütern gab. Es war schlicht in den 30ern etc kein Thema, dass der Mensch überhaupt "Kunde" ist, der sich aussuchen will, welches der abertausenden elektrischen Geräte er haben will. Wenn überhaupt, hatten die Leute ne Göbbelsschnautze.

    Der Punkt ist: Industrielle Massenproduktion macht Standards unabdingbar. Selbst für die Unternehmen ist das sehr von Vorteil, aber jedes Unternehmen *alleine* kann den Standard nicht setzen, ohne sich einen Nachteil zu verschaffen. Durch staatliche Vorschrift können aber alle wieder gleich gestellt werden.

  19. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: Phonehoppy 25.01.21 - 15:06

    bl schrieb:

    > Im ganzen Land haben wir Steckdosen, in die die landesüblichen Stecker
    > reinpassen. Welch Überregulierung...

    Da sehe ich keine Parallele dazu, eine geräteseitige Buchse am Smartphone vorschreiben zu wollen. Bzw. ist es ja auch bei den elektrischen Geräten so, dass nur der wandseitige Anschluss genormt ist, der geräteseitige aber nicht. Schau Dir nur mal die Orgien von zig Steckernetzteilen an, die heute verkauft werden. Ich finde, gegen das Steckernetzteilunwesen sollte viel strikter vorgegangen werden, das ist nämlich etwas, was wirklich störend ist. Manchmal haben sogar Monitore und Drucker einen Kleinspannungseingang - nur kann man niemals beide zusammen nebeneinander einstecken, weil das Steckernetzteil vom einen die Steckdose vom anderen blockiert.

  20. Re: Ich bin ja kein Neoliberaler, aber...

    Autor: elidor 25.01.21 - 15:29

    Max Level schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Vor 15 Jahren hatte man noch 480 MBit/s. Vor 10 Jahren
    > > waren es 5 Gbit/s. Heute sind wir bei 40 Gbit/s angekommen.
    >
    > Theoretisch. Praktisch brauchst du schon für 5Gbit eine SSD mit mindestens
    > SATA-III. Wenn man da noch drüber will, muss man schon ziemliche Stunts
    > hinlegen, und nichtmal in dicken Gaming-PCs bringt das noch so recht was.
    > Heißt: Wenn man ne Schnittstelle mit 40Gbit hat, reicht die in der Praxis
    > für die hier angesprochenen Geräte für Jahrzehnte. Lange genug, um das zu
    > standardisieren.
    Ich glaube du solltest nicht nur auf deine eigene Nutzung von Anschlüssen gucken, denn eine externe Grafikkarte per TB3 am Laptop kannst du mit 5Gbit/s vergessen.
    Selbst wenn wir beim Anwendungsfall Smartphones bleiben könnte man sagen, dass mit der steigenden Leistungsfähigkeit der Dinger es immer realistischer wird, dass diese auch über eine Dockingstation mit einem externen Bildschirm, Maus und Tastatur betrieben werden können um produktiver zu arbeiten und gleichzeitig nur ein einziges Gerät für alle Aufgaben zu nutzen.
    Ein 4k Monitor ist schon Heute fast Standard ebenso wie 60Hz im Büroalltag. Wie willst du das über 5Gbit/s betreiben? Selbst wenn du dann noch keine externe Festplatte an den USB-Hub im Bildschirm anschließt? ;)
    >
    > > Genauso die
    > > Stromversorgung. Vor 15 Jahren waren es 2.5W, vor 10 Jahren waren es
    > 4.5W,
    > > und heute haben wir 100W.
    >
    > Und auch das dürfte für die betrachteten Geräte wie Smartphones, Tragables
    > und so weiter für lange Zeit bei Weitem reichen. Standards sind doch nicht
    > für die Unendlichkeit gemacht.
    Vor 10 Jahren hättest du das über die 5W Ladeleistung ebenfalls sagen können. Heute möchte ich ein aktuelles Tablet nicht mehr mit 5W aufladen. Wie sieht das in 10 Jahren aus? Kann sein, dass die Geräte jetzt auf einem Level bleiben, aber woher willst du das wissen?
    >
    > > Wenn der USB Standard sich irgendwann ähnlich schnell weiterentwickelt
    > wie
    > > der Strom aus der Steckdose, werde ich auch grosser Befürworter eines
    > > Standard sein. Aber soweit sind wir noch nicht, und es kann durchaus
    > noch
    > > ein paar Jahrzehnte dauern.
    >
    > Der Standard nicht, aber die Praxis. Früher ging damit fast nichts, und man
    > war froh um jedes bisschen Verbesserung. Heute geht mit dem Standard quasi
    > alles, und wenn nicht, liegt´s an anderen Komponenten, sodaß man
    > "Innovationen" gar nicht merkt oder braucht. Die Möglichkeiten haben sich
    > einfach viel schneller entwickelt als die Anwendungen.

    Vor 15 Jahren hätte man den gleichen Satz sagen können, allerdings USB-A und einen Seriellen Port meinen. Es werden neue Anwendungsfälle entstehen, die wir uns heute einfach noch nicht vorstellen können. Ich gebe zu, dass man vor 15 Jahren nicht auf jeden Anschluss zugunsten von USB-A verzichten konnte, heute geht das mit USB-C sehr wohl, aber was ist, wenn die Übertragungsgeschwindigkeit nicht mehr aussreicht und der USB-C Stecker nicht ausreichend geschirmt werden kann?

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