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Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

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  1. Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

    Autor: Slartie 14.11.17 - 15:51

    ...und die lautet: "Mal angenommen, der schlimmste denkbare versicherte Fall tritt ein - würde mich dieser finanziell ruinieren?".

    Ist die Antwort "ja", ist die Versicherung eine gute Idee, vorausgesetzt ich kann den Schadensfall nicht anderweitig verhindern oder seine Höhe senken. Ist sie "nein", dann fährt man besser damit, potenzielle Schäden selbst zu bezahlen.

    Da Versicherungen immer einen Profit erwirtschaften und zudem teuren Verwaltungsoverhead bezahlen müssen, muss der statistisch über alle Versicherungsnehmer gemittelte, pro Person anfallende Schaden deutlich unter dem Preis der Versicherung liegen. Es gibt keine Versicherung, bei der das nicht gilt. Man fährt daher rein von der Statistik und ohne Kenntnis über das Eintreten zukünftiger, zufälliger (Schadens-)Ereignisse immer besser, wenn man eine Wette darauf abschließt, dass einem nichts passieren wird (eine Versicherung abzuschließen ist hingegen gleichbedeutend damit, zu wetten, dass man einen Schadensfall erleiden wird).
    Will man einfach nur ein gutes Gefühl haben, dass man im Fall des Falles schnell und ohne in finanzielle Engpässe zu geraten einen Ersatz beschaffen kann, dann kann man auch einfach "selbst Versicherung spielen" und legt regelmäßig einen Betrag zur Seite, der zur Deckung möglicher Schadensfälle sofort und sicher zur Verfügung steht. Diese Taktik wird umso effektiver, je mehr potenzielle Schadensfälle man damit "absichert" (und je weniger Kleinstversicherungen man sich leistet - Fernseher, Waschmaschine, Kühlschrank, Handy, Computer, ... - fällt alles in diese Kategorie), und da man sich selbst keine Verwaltungsgebühren bezahlen oder Gewinne ausschütten muss, kann der fragliche Betrag deutlich niedriger ausfallen als die Gebühren der Versicherungen. Im Schadensfall erspart man sich auch die Beantragung einer Leistung, man erspart sich aufwendige Dokumentation des Schadens (gerade bei Hausratversicherungen kostet das oft mehr Aufwand, als der gesamte Hausrat überhaupt wert ist) und man erspart sich jegliche Streitereien, ob ein Fall jetzt gedeckt oder nicht gedeckt ist - die eigene Versicherung zahlt immer ;-)

    Der einzige Fall, in dem diese Taktik nicht funktioniert, ist der eingangs erwähnte Schadensfall, der den finanziellen Ruin zur Folge hat: man kann schlicht keine hinreichenden Mittel zur Absicherung dieses Falles aufbauen, egal wie lange und wie viel Geld man zur Seite legt. Einzig und allein in diesem Fall lohnt es sich, seinen Bedarf nach Absicherung mit anderen Menschen zusammenzuführen, also gemeinsam Beträge zur Seite zu legen, die insgesamt Summen ergeben, mit denen die fraglichen Schadensfälle bezahlt werden können. Dafür ist es dann auch gerechtfertigt, dass die Organisation, die dieses Vorhaben plant, durchführt und verwaltet, die anfallenden Kosten von allen Teilnehmern bezahlen lässt. Einzig und allein in diesem Fall lohnt sich also eine klassische Versicherungspolice.

    Zurück zum Thema "Smartphone-Versicherung": bringt mich der Schaden an meinem Smartphone in den Bereich des finanziellen Ruins? Diese Frage wird praktisch jeder mit "nein" beantworten. Für die wenigen Menschen, bei denen die Antwort "ja" lautet, gilt: sich von vorneherein ein günstigeres Modell zu leisten ist die richtige Antwort (siehe eingangs: "...vorausgesetzt ich kann den Schadensfall nicht anderweitig verhindern oder seine Höhe senken"), nicht der Abschluss einer Versicherung.

  2. Re: Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

    Autor: Dalai-Lama 14.11.17 - 17:48

    So ist es.
    Eine Smartphone Versicherung lohnt sich nie, außer für das Versicherungsunternehmen!

  3. Re: Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

    Autor: picaschaf 14.11.17 - 17:57

    +1

  4. Re: Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

    Autor: sofries 14.11.17 - 20:13

    Sehr gut erklärt. Dem ist nur noch hinzuzufügen, dass Versicherungen für so kleinere Anschaffungen wie einfache Haushaltsgeräte, Elektronik und Smartphones nur eine weitere Form des „upsellings“ sind, um die niedrigen Margen in diesen Kategorien zu erhöhen. Teilweise verdienen Händler mehr an der Provision durch die Versicherung als am eigentlichen Produkt, da hier ein starker Preiskampf herrscht und wenig Spielraum für eine Gewinnmarge besteht.

  5. Re: Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

    Autor: AllDayPiano 14.11.17 - 20:31

    Sorry, aber das ist vollkommener Bullshit!

    Solche Versicherungen decken Gefahren des täglichen Lebens ab - ein defektes Handy bringt zwar niemanden in den Ruin, aber wenn man z.B. kein Heizöl kaufen kann, weil die Reparatur so teuer ist, dann birgt das durchaus gewisses Spannungspotential.

    Denk mal darüber nach!

    Mif freundlichen Grüßen

    Peter Donneberger
    Public Relations and Social Media Support
    Allianz SE
    Abzockerstraße 34
    12543 Ruin

  6. Re: Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

    Autor: AllDayPiano 14.11.17 - 20:36

    Siehe Mediamarkt. Was die einem versuchen, diese verkackte Versicherung aufzuschwätzen... übel!

    Beispiel: Man kauft einen Fernseher, 600 Euro. Die Versicherung zahlt im ersten Jahr 100%, dann 80%, dann 60, dann 40. Tritt im fünften Jahr also ein Schadensfall ein, so übernimmt die Versicherung nur 40% des Neuwertes - also 240 Euro. Für 240 Euro bekommt man aber keinen Fernseher. Allerdings sind die 240 Euro der Aufpreis zwischen einem billigen, und einem besseren Gerät, wobei die TVs im Allgemeinen recht gut geworden sind - egal ob billig, oder teurer.

    So oder so muss man im Schadenfall locker 400-600 Euro löhnen - was man auch sicher tut, da man ja sonst keinen Fernseher mehr hätte.

    Höchstens also würden die 240 Euro reichen, um den besseren Fernseher zu kaufen, die 400-600 Euro muss man jedoch trotzdem auf den Tisch legen.

    Ist man knapp bei Kasse, und ist auf die 240 Euro wirklich so angewiesen, so reicht es vermutlich nichtmal für das Preiswert-Gerät.

    Und genau das ist der Kasus Knaxus! Man sichert keine Gefahr ab - denn die Gefähr ist, dass ich trotzdem noch jede menge für ein neues Gerät auf den Tisch legen darf. Lediglich die Wahl zwischen ganz billig, und weniger billig wird durch die Versicherung etwas in abgemildert.

  7. Re: Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

    Autor: |=H 15.11.17 - 07:52

    Das kommt auf den Betrachtungswinkel an. Wenn man die einzelne Person betrachtet kann man das eben nicht so einfach pauschalisieren.

  8. Re: Es gibt eine simple Grundregel für die Frage "brauche ich Versicherung XYZ?"...

    Autor: TrudleR 15.11.17 - 08:07

    Slartie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...und die lautet: "Mal angenommen, der schlimmste denkbare versicherte
    > Fall tritt ein - würde mich dieser finanziell ruinieren?".
    >
    > Ist die Antwort "ja", ist die Versicherung eine gute Idee, vorausgesetzt
    > ich kann den Schadensfall nicht anderweitig verhindern oder seine Höhe
    > senken. Ist sie "nein", dann fährt man besser damit, potenzielle Schäden
    > selbst zu bezahlen.
    >
    > Da Versicherungen immer einen Profit erwirtschaften und zudem teuren
    > Verwaltungsoverhead bezahlen müssen, muss der statistisch über alle
    > Versicherungsnehmer gemittelte, pro Person anfallende Schaden deutlich
    > unter dem Preis der Versicherung liegen. Es gibt keine Versicherung, bei
    > der das nicht gilt. Man fährt daher rein von der Statistik und ohne
    > Kenntnis über das Eintreten zukünftiger, zufälliger (Schadens-)Ereignisse
    > immer besser, wenn man eine Wette darauf abschließt, dass einem nichts
    > passieren wird (eine Versicherung abzuschließen ist hingegen
    > gleichbedeutend damit, zu wetten, dass man einen Schadensfall erleiden
    > wird).
    > Will man einfach nur ein gutes Gefühl haben, dass man im Fall des Falles
    > schnell und ohne in finanzielle Engpässe zu geraten einen Ersatz beschaffen
    > kann, dann kann man auch einfach "selbst Versicherung spielen" und legt
    > regelmäßig einen Betrag zur Seite, der zur Deckung möglicher Schadensfälle
    > sofort und sicher zur Verfügung steht. Diese Taktik wird umso effektiver,
    > je mehr potenzielle Schadensfälle man damit "absichert" (und je weniger
    > Kleinstversicherungen man sich leistet - Fernseher, Waschmaschine,
    > Kühlschrank, Handy, Computer, ... - fällt alles in diese Kategorie), und da
    > man sich selbst keine Verwaltungsgebühren bezahlen oder Gewinne ausschütten
    > muss, kann der fragliche Betrag deutlich niedriger ausfallen als die
    > Gebühren der Versicherungen. Im Schadensfall erspart man sich auch die
    > Beantragung einer Leistung, man erspart sich aufwendige Dokumentation des
    > Schadens (gerade bei Hausratversicherungen kostet das oft mehr Aufwand, als
    > der gesamte Hausrat überhaupt wert ist) und man erspart sich jegliche
    > Streitereien, ob ein Fall jetzt gedeckt oder nicht gedeckt ist - die eigene
    > Versicherung zahlt immer ;-)
    >
    > Der einzige Fall, in dem diese Taktik nicht funktioniert, ist der eingangs
    > erwähnte Schadensfall, der den finanziellen Ruin zur Folge hat: man kann
    > schlicht keine hinreichenden Mittel zur Absicherung dieses Falles aufbauen,
    > egal wie lange und wie viel Geld man zur Seite legt. Einzig und allein in
    > diesem Fall lohnt es sich, seinen Bedarf nach Absicherung mit anderen
    > Menschen zusammenzuführen, also gemeinsam Beträge zur Seite zu legen, die
    > insgesamt Summen ergeben, mit denen die fraglichen Schadensfälle bezahlt
    > werden können. Dafür ist es dann auch gerechtfertigt, dass die
    > Organisation, die dieses Vorhaben plant, durchführt und verwaltet, die
    > anfallenden Kosten von allen Teilnehmern bezahlen lässt. Einzig und allein
    > in diesem Fall lohnt sich also eine klassische Versicherungspolice.
    >
    > Zurück zum Thema "Smartphone-Versicherung": bringt mich der Schaden an
    > meinem Smartphone in den Bereich des finanziellen Ruins? Diese Frage wird
    > praktisch jeder mit "nein" beantworten. Für die wenigen Menschen, bei denen
    > die Antwort "ja" lautet, gilt: sich von vorneherein ein günstigeres Modell
    > zu leisten ist die richtige Antwort (siehe eingangs: "...vorausgesetzt ich
    > kann den Schadensfall nicht anderweitig verhindern oder seine Höhe
    > senken"), nicht der Abschluss einer Versicherung.

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