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Ray Kurzweil nervt

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  1. Ray Kurzweil nervt

    Autor: Gamma Ray Burst 10.12.14 - 11:46

    Ich kann diesen Blödsinn "der Computer wird die Intelligenz des Menschen übersteigen" nicht mehr hören.

    Er ist zwar immerhin der Forschungschef von Google, aber nur weil sie es geschafft haben ca 100 Rechner dazu zu bringen so etwas wie eine Katze zu erkennen (in 75% aller Faelle -> kleine Katzen kriegen das auch so hin). Also 100 Computer können manchmal automatisch eine Katze erkennen. Heißt das noch lange nicht, das Computer denken können.

    Vor allem nicht in der dafür völlig ungeeigneten von Neumann Architektur. Selbst die Gehirnsimulationen mit mehreren Milliarden Neuronen bilden ca 1% der Komplexitaet eines Gehirns ab. Mal ganz abgesehen von solchen Dingen wie zielgerichteter Kreativitaet.

    Ich glaube da findet eine Verwechselung zwischen der Verfeinerung von Steuer- und Regelkreisen und tatsächlichem Denken statt.

    Außerdem reduzieren die Forscher alles auf ein Korelationsproblem, dass ist nichts anderes als Induktion, biologisches Denken kann aber viel mehr. Zb meisterhaft aus unvollständigen Bruchstuecken eine Loesung zusammenbauen mit Annahmen, Thesen und Vermutungen. Soweit ich weiß ist selbst in der Mathematik nicht zweifelsfrei geklärt was eine These ist (ich kenne Thesen in der Mathematik nur als Startpunkt), und die These der Thesen also eine Metathese erscheint mir als zirkular Schluss doch sehr schwierig.

    Da fehlt es also an vielem vollständiges Hirnmodell, die passende Mathematik und die Hardware dazu. Klar es gibt neurosynaptic Chips, aber die bilden nur den Status Quo auf HW ab.

    2030 ist 16 Jahre entfernt, dass ist nicht so viel, zum Vergleich vor 16 Jahren war vieles was wir heute im Internet sehen schon erkennbar, in visions Papieren, Mustern etc. Es ist zwar nicht genauso gekommen wie damals gedacht, aber die Technologie hat sich in die Richtung entwickelt.

    Kurz gesagt: Die Robojoutnalisten werden Journalisten entlasten, aber nicht ersetzen. Heißt allerdings auch, dass die Redaktionsprozesse sich ändern werden.

  2. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: Trockenobst 10.12.14 - 13:54

    Gamma Ray Burst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann diesen Blödsinn "der Computer wird die Intelligenz des Menschen
    > übersteigen" nicht mehr hören.

    "640kb is enough for anyone" haben wir jetzt schon in allen Varianten gelesen.
    Keiner hat die Macht und den Wechsel in der Arbeit mit Google vorhergesehen.
    Das waren gerade mal 10 Jahre.

    > Also 100 Computer können manchmal automatisch eine Katze erkennen. Heißt
    > das noch lange nicht, das Computer denken können.

    Solange keine Waffengleicheit in der Komplexitätsverarbeitung und Geschwindigkeit herrscht, ja. 100 fingernagelgroße 1THz Cores bei 1W TDP/Stück und Quanten-Glasfaserkopplung, dann sprechen wir mal weiter.

    > der Komplexitaet eines Gehirns ab. Mal ganz abgesehen von solchen Dingen
    > wie zielgerichteter Kreativitaet.

    Du überbewertest Kreativität immens, und unterbewertest Evolution von vorhandenem. Das ist aber 90% der wirklichen Innovationsleistung. Ich sehe keine 6 Räder-Autos und keine pferdähnlichen Dinge auf der Straße krabbeln.

    Der neuronale Forscher wird dir gerne erzählen, dass deine Kreativität von dem begrenzt wird was du weißt und kennst. Du kannst Details nicht erfinden wenn dir das Fachgebiet nicht bekannt ist. Du kannst eine eigene Sprache "zusammenpuzzeln" aber sie wird etwa gegen ein gelebtes Chinesisch in der Komplexität weit weit zurückbleiben. Und das ist nur **ein** extremes Fachgebiet.

    Der Computer kennt diese Beschränkung nicht. Mit passenden Datenbanken und Verarbeitungsgeschwindigkeiten ist er so kreativ, frisch und wahnsinnig wie das gesamte Erfahrungswissen der Menschheit.

    > mit Annahmen, Thesen und Vermutungen.

    Das kann der Computer auch, nur schneller und besser. Solange wir nicht Waffengleicheit mit den Eigenschaften des menschlichen Gehirns schaffen spricht bestenfalls eine fehlgeleitete Arroganz - aber wahrscheinlich einfach nur die plumpe Angst.

    Die technologische Singularität ist nur ein wann, kein ob. Wir wissen nicht was passiert wenn wir systemisch-technische Gleichheit zwischen Hirn und Technik herstellen. Und ich meine damit nicht "ungefähr" sondern Wissenschaftlich exakte Gleichheit.

    Es gibt Leute die haben "simple" chemische Defizite in der Gehirnchemie. Die schaffen dann sowas einfaches wie Lesen nicht. Das Gehirn ist somit genauso eine Maschine die bei kleinstem Fehler nicht richtig funktioniert. Sie hatte nur mehr Zeit sich besser anzupassen und Fehler auszumerzen.

    Somit wäre ein echter Vergleich auch erst erlaubt wenn die Gleichheit hergestellt ist und die Maschine 100 Millionen Jahre Zeit hat sich zu optimieren ;D

    > Kurz gesagt: Die Robojoutnalisten werden Journalisten entlasten, aber nicht
    > ersetzen. Heißt allerdings auch, dass die Redaktionsprozesse sich ändern
    > werden.

    80% der trivialen Redaktionsmeldungen kann man durch ein neuronales Netz jagen und mit einer passenden Sprachengine selbst aufbereiten. So schwer ist das nicht. Das liest sich in einer Sprache nach einiger Zeit dann auch mehr als ausreichend. Da ist ein Unfall passiert und da ein Erdbeben. Das ist aber eigentlich auch nicht der Job eines Journalisten Trivialitäten aufzuschreiben. Da reichen ein, zwei Alternative Ansichten für Faktenjournalismus.

    Viel besser ist sowas aber etwa in der Medizin. Man schreibt seine Arbeiten auf und der Computer ergänzt an den geleisteten Tätigkeiten den Report, mit all den Meßergebnissen, Blutwerten etc. Erste Versuchsbeispiele laufen da erfolgreich. Das entlastet den Arzt immens von solchen fast sinnfreien Tätigkeiten, die man nur wegen den immer teureren Versicherungen überhaupt machen muss.

  3. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: Gamma Ray Burst 10.12.14 - 15:30

    Alles schoen, das ist aber alles nur richtig wenn die Eingangspraemisse korrekt ist.

    Ich stör mich vor allem an der Aussage 2030, es gibt kein Indiz das die Singularitaet erreichbar wäre. Dazu müsste man heute schon einen validen Prototypen haben den man nur skalieren muss.

    Der ist aber nicht da, sondern lediglich Korelationsansaetze zur Mustererkennung (die auf Theorien aus den 60/70ern Jahren beruhen), und der vaguen Vermutung das eventuell unter Umstaenden Quanten Computer das irgendwie richten werden.

    Dabei sind sich selbst Hirnforscher nicht so ganz einig wie das Gehirn wirklich funktioniert. Vor allem die Wechselwirkungen zwischen Proteinfaltung, Hormonsteuerung, chemischer Signalgebung, Gen Ausprägung und neuronaler Signalsteuerung sind bei weitem nicht verstanden.

    Da kann man sich nicht hinstellen und behaupten 2030 wird's soweit sein, und das von jemandem der für 2020 vorhergesagt hat, dass man ab da für immer Leben wird. Klar man braucht visionäre aber was er macht ist im Bereich des Phantastischen angesiedelt. Der theoretische Kern ist zu klein und zu dünn. Und dann zu hoffen das man nur genug CPU und Daten drauf werfen muss, ist mir zu wenig.

    Ich habe auch Visionen, nur versuche ich die berechenbar und nachvollziehbar zu machen.

  4. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: Anonymer Nutzer 10.12.14 - 15:39

    "Vor allem nicht in der dafür völlig ungeeigneten von Neumann Architektur."

    Was ist das für ein Argument? Die Architektur ist in der lage jede belibige andere ausreichend effizient zu emulieren.

  5. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: Trockenobst 10.12.14 - 16:24

    Gamma Ray Burst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bereich des Phantastischen angesiedelt. Der theoretische Kern ist zu klein
    > und zu dünn. Und dann zu hoffen das man nur genug CPU und Daten drauf
    > werfen muss, ist mir zu wenig.

    Mein Kollege macht Risikobewertung für Versicherungen. Seit der Cloud und verteilten Datenbanken geht das immens billiger und schneller. Als er das alles am laufen hatte, kamen die neuen künstlichen Intelligenzen die ziemlich komplexe Variablen/Szenarien durchspielen in weniger als *einem Jahr* zum Einsatz. Für die ist das die Realisierung von 30 Jahre Fantasie. Es war eben nie die Technik da. Dann ging es schnell.

    Auch spezfische Lösungen wie Map+Reduce hat Google erst machen können, als es finanziell möglich und sinnvoll war 100.000ende von Rechnern parallel zu betreiben. Die Lösung fand sich aber auch innerhalb von wenigen Jahren. "Am Gerät".

    Wenn es erstmal Gleichstand herrscht zum Gehirn, und das ist noch sehr viel Grundsatzarbeit, sind ganz neue Mechanismen möglich die wir uns gar nicht vorstellen können.

    Der Postkutscher denkt nicht an eine durch Dampf betriebene Eisenbahn, der Eisenbahner kann sich nicht vorstellen das ein Flugzeug schneller fliegt als der Schall. Ihre alten Ansichten und Bezugspunkte passen nicht in den neuen Rahmen.

  6. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: GGurke 10.12.14 - 17:11

    Gamma Ray Burst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > ...und tatsächlichem Denken ...
    >
    Müssen "sie", die Roboter, erst nach unserem Vorstellungsvermögen "tatsächlich" denken können, bevor sie nach unserem Sinn verrückt agieren und uns nach _ihrer_ digitalen Logik einfach eliminieren?

    Im Ernst:
    Man muss der vernetzten Technik gar kein bewusstes Handeln unterstellen. Es reicht doch, wenn wir uns total davon abhängig machen und es dann zu einem Unfall im größeren Rahmen kommt. So etwas wie das Jahr-2000-Problem in echt...

  7. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: Gamma Ray Burst 10.12.14 - 18:44

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gamma Ray Burst schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Bereich des Phantastischen angesiedelt. Der theoretische Kern ist zu
    > klein
    > > und zu dünn. Und dann zu hoffen das man nur genug CPU und Daten drauf
    > > werfen muss, ist mir zu wenig.
    >
    > Mein Kollege macht Risikobewertung für Versicherungen. Seit der Cloud und
    > verteilten Datenbanken geht das immens billiger und schneller.

    Das sind statistische Verfahren, hat nichts mit KI zu tun, macht BlackRock auch. Siehe auch Frauddetection mit Parstream. Das sind klar definierte und gut parallelisierbare Methoden die sich auch klar konzipieren lassen. Klassisches Numbercrunching.

    KI wäre wenn man irgendwelche Daten reinstopft und das System von sich aus die optimale Risikobewertung durchführt inklusive der optimalen Methodenentwicklung.


    Als er das
    > alles am laufen hatte, kamen die neuen künstlichen Intelligenzen die
    > ziemlich komplexe Variablen/Szenarien durchspielen in weniger als *einem
    > Jahr* zum Einsatz. Für die ist das die Realisierung von 30 Jahre Fantasie.

    Die sind nicht neu, die gibt es seit den 80ern, das sind vermutlich Bayesian Networks.

    > Es war eben nie die Technik da. Dann ging es schnell.
    >
    > Auch spezfische Lösungen wie Map+Reduce hat Google erst machen können, als
    > es finanziell möglich und sinnvoll war 100.000ende von Rechnern parallel zu
    > betreiben. Die Lösung fand sich aber auch innerhalb von wenigen Jahren. "Am
    > Gerät".

    Map+Reduce erlaubt es lediglich Korelationsanalysen zu machen, Mustererkennung ist aber was anderes, wird auch als Deep Learning bezeichnet. Google hat dazu auch mit den DWave Quatencomputern herumexperimentiert. Die Kritik daran war eher durchwachsen. War im Zusammenhang mit Google Glass.

    >
    > Wenn es erstmal Gleichstand herrscht zum Gehirn, und das ist noch sehr viel
    > Grundsatzarbeit, sind ganz neue Mechanismen möglich die wir uns gar nicht
    > vorstellen können.

    Eben Grundlagenforschung ist zu erledigen, die ist vielleicht 2030 soweit.

    > Der Postkutscher denkt nicht an eine durch Dampf betriebene Eisenbahn, der
    > Eisenbahner kann sich nicht vorstellen das ein Flugzeug schneller fliegt
    > als der Schall. Ihre alten Ansichten und Bezugspunkte passen nicht in den
    > neuen Rahmen.

    Ich kann mir einiges vorstellen was man damit anstellen könnte. Ich glaube auch es wäre ein Segen für alle. Nur glaube ich nicht das dieser Punkt 2030 erreicht sein wird, und das sich die Forschung auf dem richtigen Weg befindet. Dazu habe ich schon zuviele Durchhalteparolen gehört (ich hab selber mal daran geglaubt;-)). Mir gefällt der ganze Ansatz nicht. Nur damit es in ihr Wunschbild passt wird der freie Wille wegdiskutiert. Aber ohne freien Willen kann man auch getrost auf die Ethik verzichten, weil wenn wir alle seelenlose Maschinen sind, wozu brauchen wir das dann?

  8. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: Gamma Ray Burst 10.12.14 - 18:47

    attitudinized schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Vor allem nicht in der dafür völlig ungeeigneten von Neumann
    > Architektur."
    >
    > Was ist das für ein Argument? Die Architektur ist in der lage jede belibige
    > andere ausreichend effizient zu emulieren.

    Hast Du bei Neurosynaptic Chips oder Quantenrechnern noch eine von Neumann Architejtur? Wäre ein offenes emergentes System ein von Neumann System? Von Neumann hat ja selber neben der klassischen Architektur, auch eine Vision von autoreplikativen Systemen entworfen - quasi Von Neumann II - das ist doch etwas völlig anderes.

    Außerdem musst Du die klassische Architektur permanent in Frage stellen um überhaupt andere Ansaetze finden zu können.

  9. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: jungundsorglos 12.12.14 - 20:33

    > Solange keine Waffengleicheit in der Komplexitätsverarbeitung und
    > Geschwindigkeit herrscht, ja. 100 fingernagelgroße 1THz Cores bei 1W
    > TDP/Stück und Quanten-Glasfaserkopplung, dann sprechen wir mal weiter.
    Etwas verständlich zu erklären ist für KIs bisher unmöglich. Mit den aktuellen Modellen wird sich das auch nicht ändern, egal wie sehr die Rechenleistung steigt.
    Aufbereitete Daten in Text umzuwandeln ist keine Erklärung, sondern gleicht der Antwort auf eine präzise Frage.


    > Du überbewertest Kreativität immens, und unterbewertest Evolution von
    > vorhandenem. Das ist aber 90% der wirklichen Innovationsleistung. Ich sehe
    > keine 6 Räder-Autos und keine pferdähnlichen Dinge auf der Straße
    > krabbeln.
    Kreativität ist immens wichtig in Bereichen wie theoretische Physik oder Mathematik. Einfaches ausprobieren von kleinen Variationen hilft eben nicht. Der notwendige Durchbruch kommt normalerweise dadurch zustande dass man Gebiet auf ungewöhnliche Art kombiniert. Dafür müssen diese Gebiete erstmal als ähnlich erkannt werden und dann passend gemacht werden. Formal gesehen ist das nicht trivial.

    > Der neuronale Forscher wird dir gerne erzählen, dass deine Kreativität von
    > dem begrenzt wird was du weißt und kennst. Du kannst Details nicht erfinden
    > wenn dir das Fachgebiet nicht bekannt ist. Du kannst eine eigene Sprache
    > "zusammenpuzzeln" aber sie wird etwa gegen ein gelebtes Chinesisch in der
    > Komplexität weit weit zurückbleiben. Und das ist nur **ein** extremes
    > Fachgebiet.
    Es geht eben gerade nicht um Komplexität, sondern Einfachheit oder Eleganz bzw. praktische Einsetzbarkeit. Es geht auch nicht um Puzzeln (das ist Problemlösen), sondern Bastellösungen. Das Ordnen und Formalisieren kommt *nachher*.
    Formalismus und systematisches Vorgehen ist nur ein Weg, Evolution ist Basteln im Detail.

    > Der Computer kennt diese Beschränkung nicht. Mit passenden Datenbanken und
    > Verarbeitungsgeschwindigkeiten ist er so kreativ, frisch und wahnsinnig wie
    > das gesamte Erfahrungswissen der Menschheit.
    Unsinn. Kreativität bedeutet Schaffen. Wissen spielt eine Rolle weil man Basismaterial braucht, aber der wesentliche Aspekt ist umformen, verformen, Ähnlichkeiten erkennen (trotz deutlich anderer Darstellungen) etc.
    Selbst wenn man annimmt dass man alles nur durch ausprobieren erledigen möchte, wäre das von der Komplexität nicht handhabbar. Es gibt einige Probleme die mit klassischen Algorithmen nicht lösbar sind (Laufzeit, Komplexitätstheorie), z.b. finden einiger Beweise, die ein Mensch durch kreatives Kombinieren allerdings gelöst hat.

    Es geht auch nicht darum nur eine Lösung zu finden, sondern auch einen Lösungsweg der verständlich ist.

    > Die technologische Singularität ist nur ein wann, kein ob. Wir wissen nicht
    > was passiert wenn wir systemisch-technische Gleichheit zwischen Hirn und
    > Technik herstellen. Und ich meine damit nicht "ungefähr" sondern
    > Wissenschaftlich exakte Gleichheit.
    Das hat mit Wissenschaft überhaupt nichts zu tun. Ich empfehle hier einen Blick in die Wissenschaftstheorie und allgemeine Kontroversen der KI.
    Aber selbst rein technisch betrachtet ist das Unsinn. Jedes Gehirn ist anders, also muss man es strukturell nachbilden, sprich Details weglassen. Ob man relevante Details weggelassen hat ist schwer zu beurteilen, man kann immer nur die Ergebnisse in bestimmten Tests bewerten und hoffen dass sich das verallgemeinern lässt.
    Dann kommt noch hinzu dass es technisch nicht möglich ist das Gehirn bis ins atomare oder sogar tiefer zu scannen (fehlende Auflösung, fehlende Speicher und Rechenkapazität).
    (Wie gesagt ganz von den anderen Fragen oben abgesehen.)
    Das ist alles hoffnungslos optimistische Extrapolation theoretischer Gedanken.


    > Es gibt Leute die haben "simple" chemische Defizite in der Gehirnchemie.
    > Die schaffen dann sowas einfaches wie Lesen nicht. Das Gehirn ist somit
    > genauso eine Maschine die bei kleinstem Fehler nicht richtig funktioniert.
    > Sie hatte nur mehr Zeit sich besser anzupassen und Fehler auszumerzen.
    Jetzt kommt noch Sozialdarwinismus dazu, wunderbar.
    Der menschliche Körper ist durchaus sehr fehlertolerant. Er ist eben nicht bei einem kleinsten Fehler aus der Bahn geworfen. Das ist ja gerade ein großes Ziel der KI: Fehlertoleranz und Anpassungsfähigkeit. Dass durch wildes Durchprobieren aller Möglichkeiten zu erschlagen ist nicht vergleichbar.

    > Somit wäre ein echter Vergleich auch erst erlaubt wenn die Gleichheit
    > hergestellt ist und die Maschine 100 Millionen Jahre Zeit hat sich zu
    > optimieren ;D
    Was soll der Unsinn wieder? Warum sollte man sowas wollen? Was ist der Vorteil gegenüber der natürlichen Evolution? Entweder man führt das intelligent und strukturiert, und dafür braucht man Verständnis und keine black box (das Ergebnis von Evolution), oder man spart sich die Arbeit ganz.

    > Viel besser ist sowas aber etwa in der Medizin. Man schreibt seine Arbeiten
    > auf und der Computer ergänzt an den geleisteten Tätigkeiten den Report, mit
    > all den Meßergebnissen, Blutwerten etc. Erste Versuchsbeispiele laufen da
    > erfolgreich. Das entlastet den Arzt immens von solchen fast sinnfreien
    > Tätigkeiten, die man nur wegen den immer teureren Versicherungen überhaupt
    > machen muss.
    Ja in dem Bereich ist das sinnvoll. Aber wie du schön beschrieben hast, geht es hier um recht eng definierte Ergebnisse, die ein bisschen parametrisiert sind.

  10. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: jungundsorglos 12.12.14 - 21:13

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gamma Ray Burst schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Bereich des Phantastischen angesiedelt. Der theoretische Kern ist zu
    > klein
    > > und zu dünn. Und dann zu hoffen das man nur genug CPU und Daten drauf
    > > werfen muss, ist mir zu wenig.
    >
    > Mein Kollege macht Risikobewertung für Versicherungen. Seit der Cloud und
    > verteilten Datenbanken geht das immens billiger und schneller.
    Geht es auch besser? Die Art der Bewertungen die dabei herauskommt hängt auch immer von der Vollständigkeit der Daten/des Überblicks ab. Man kann auch Daten überbewerten wenn andere wichtige Faktoren unbekannt sind (weil man sie schlicht nicht messen kann, z.b. Privatsphäre). Im Schnitt mag das bessere Ergebnisse erzielen, aber dafür Individuen vollkommen falsch einschätzen.
    Es ist eben nicht intelligent, sondern eine *dumme* Optimierung die irgendwie das Ziel erreicht. Nur das wie ist eben *auch* wichtig.

    > Als er das
    > alles am laufen hatte, kamen die neuen künstlichen Intelligenzen die
    > ziemlich komplexe Variablen/Szenarien durchspielen in weniger als *einem
    > Jahr* zum Einsatz. Für die ist das die Realisierung von 30 Jahre Fantasie.
    > Es war eben nie die Technik da. Dann ging es schnell.
    Siehe oben. Umso komplexer das Modell desto fehleranfälliger. Außerdem ist es ziemlich irrelevant ob etwas in der Praxis eingesetzt wird um zu bewerten ob es ein gutes System ist.

    > Auch spezfische Lösungen wie Map+Reduce hat Google erst machen können, als
    > es finanziell möglich und sinnvoll war 100.000ende von Rechnern parallel zu
    > betreiben. Die Lösung fand sich aber auch innerhalb von wenigen Jahren. "Am
    > Gerät".
    Alles schön und gut. Aber map+reduce hat überhaupt nichts mit Intelligenz zu tun. Es ist sehr nützlich, aber eben keine KI.


    Wie gesagt: eine mögliche Lösung zu finden die eine Kostenfunktion minimiert ist eine Sache. Diese Kostenfunktion richtig zu definieren bzw. die Herleitung plausibel und damit kritisierbar zu erklären eine andere.
    Je komplexer und allumfassender das Szenario wird umso flexibler muss die Kostenfunktion sein muss.
    Eine globale Optimierung zu einem Optimum ist Unsinn. Das passiert auch in der Evolution nicht. Es ist eben nicht *nur* "survival of the fittest", sondern auch garantieren von Diversität damit nach eine Änderung der Umgebung noch einige andere Typen das sind die jetzt "the fittest" sind. Daher ist es sogar sehr wünschenswert das es ökologische Nischen gibt wo es *keinen* Resourcendruck gibt und auch der allgemeine Druck nicht übertrieben wird.

    All diese Systeme die alles erschlagen und vorhersagen wollen sehe ich genauso skeptisch. Abwägen zu können ist wichtig, und auch Wissen wann man zu wenig Information hat, bzw. versucht zuviel zu erklären mit der Information die man hat.

    Für Gebiete die eng genug sind funktioniert das gut. Aber sobald ein System eine gewisse Größe erreicht und eine deutlich größere Dynamik hat, kann man sie nicht mehr sinnvoll beschreiben. Es ändert sich einfach zu viel.
    Das ist wie bei der Wettervorhersage, ab einem gewissen Punkt werden die Vorhersagen immer ungewisser, weil die Zahl der Möglichkeiten immer größer wird, und man nicht mehr genügend constraints/Information hat um diese einzuschränken. Das wächst exponentiell. Da hilft auch viel Rechenleistung nicht, denn die kann ohne Wissen nichts einschränken.

    Kurz: Dieser Glaube an Evolution als Allheilmittel ist falsch! Sie ist im besten Falle eine lokale Optimierung und im schlechtesten Falle eine Sackgasse (wenn sie nicht mehr genügend backtracken kann falls die Umwelt anders als erwartet aussieht).

    Das einfach immer weiter zu treiben hilft nur in speziellen Gebieten.


    > Der Postkutscher denkt nicht an eine durch Dampf betriebene Eisenbahn, der
    > Eisenbahner kann sich nicht vorstellen das ein Flugzeug schneller fliegt
    > als der Schall. Ihre alten Ansichten und Bezugspunkte passen nicht in den
    > neuen Rahmen.
    Ich bin mir sicher dass man sehr große Erfolge in der KI haben wird. Aber nicht wenn man einfach immer schneller auf demselben Gleis fährt. Voranpreschen ohne sich umzusehen ist nicht modern, sondern blind.

  11. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: jungundsorglos 12.12.14 - 21:19

    > Müssen "sie", die Roboter, erst nach unserem Vorstellungsvermögen
    > "tatsächlich" denken können, bevor sie nach unserem Sinn verrückt agieren
    > und uns nach _ihrer_ digitalen Logik einfach eliminieren?
    >
    > Im Ernst:
    > Man muss der vernetzten Technik gar kein bewusstes Handeln unterstellen. Es
    > reicht doch, wenn wir uns total davon abhängig machen und es dann zu einem
    > Unfall im größeren Rahmen kommt. So etwas wie das Jahr-2000-Problem in
    > echt...
    Ein Denken dass unserem vergleichbar ist ist auch wichtig damit man sinnvoll kommunizieren kann. Man will ihren Erklärungen und Modellen folgen können. Ein statistisches Modell ist nicht unbedingt sehr erhellend oder das was man unter eine Erklärung versteht.

    Gerade wenn man Roboter verstehen will, wäre es wichtig ihre Logik zu verstehen, und daher sollte sie ähnlich strukturiert sein.

    Ob der Roboter dafür lebendig "bewusst" sein muss bezweifle ich. Aber eine sinnvolle, intuitiv nachvollziehbare Denkstruktur sollte er haben.

  12. Re: Ray Kurzweil nervt

    Autor: furanku1 13.12.14 - 23:16

    Gamma Ray Burst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann diesen Blödsinn "der Computer wird die Intelligenz des Menschen
    > übersteigen" nicht mehr hören.

    Geht mir ähnlich, insbesondere da wir keine tragfähige Definition von "Intelligenz" haben -- und durch die KI-Forschung eher lernen, was wir alles noch nicht verstehen.

    Das ist naiver 70er-Jahre "Elektronengehirn"-Euphorie.

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