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Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: qab 03.05.10 - 11:34
nix schutz nix entwicklung nicht technik:
KRIEG BÖSE GIER EXISTENZVERNICHTUNG -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: iDiot 03.05.10 - 11:39
Apple ist Krieg!
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Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: wth 03.05.10 - 11:46
Ich ignoriere mal den Stil in dem Du Deine Aussage hier hinkotzt.
Es kommt auf die Sichtweise an. Die Leute, die mit ihrem Codec Geld verdienen wollen, prüfen, ob ein kostenloses Konkurrenzprodukt Patente von ihnen verletzt.
Wenn ja wurden ihre Technologie durch die Patente geschützt, was ja Sinn des ganzen ist. Wenn einer eine Menge in Entwicklung investiert soll er nachher auch davon einen "Return on investment" haben. -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: fdsa 03.05.10 - 11:56
Bei Software geht es aber sehr oft um Mathematik. Und die ist nicht umsonst nicht patentierbar. Das man in den USA dann doch die ein oder andere Lücke gefunden hat, um SW doch zu patentieren und dann noch internationale Verträge zum Patentrech diese auch noch exportieren ist da das Problem.
Nochmal: SW-Patente sind Ausnutzung einer Lücke im Rechtssystem.
Zu sagen, dafür wären Patente doch da, nur weil diese absurde Situation existiert ist da schon zynisch.
http://patentabsurdity.com/ <- hier gibt es einen halbstündigen Film darüber. Mit einer interessanten Musik-analogie und Äusserungen u.a. auch von der ein oder anderen bekannten Persönlichkeit. -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: HALLOOO 03.05.10 - 11:58
@ wth:
Sehr naive Weltsicht, du ignorierst Unternehmen, die man als Patentlooter bezeichnen könnte. Da gibt es zwei Methoden:
1: Patente kaufen und nach Patentnutzung suchen/bzw patentierte Software entstauben und die Softwareevolution ausnutzen.
2: unpatentierte/besitzerlose Software aufspüren, patentieren lassen, etwas warten und klagen.
Diese Patentlooter haben eines gemeinsam: sie besitzen die Patente nur, um darauf zu warten, dass andere Unternehmen versehentlich/sich in falscher Sicherheit wiegend, patentierte Softwareteile in eines ihrer Produkte einbauen und damit so erfolgreich werden, dass es billiger ist, zu zahlen, als auf das betreffende Patent zu verzichten. Sie sind oft nichtmal in der Lage selbst ihr Patent in ein Produkt zu verwandeln, welches mit den bereits vorhandenen Produkten konkurrieren könnte.
Unter den selben Umständen könntest du ein normales Patent nicht verteidigen! -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: wth 03.05.10 - 12:07
HALLOOO schrieb:
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> Sehr naive Weltsicht, du ignorierst Unternehmen, die man als Patentlooter
> bezeichnen könnte.
Nein, mir ging es um den konkreten Fall im Artikel. :)
Patentverwerter in Deinem Sinne pervertieren den Sinn von Patenten definitiv.
Ich kann aber durchaus verstehen, wenn jemand sein Investment zu schützen und seine Position im Markt zu stärken versucht wenn es um Fragen wie den neuen Standard-Videocodec in HTML5 geht.
Ich würde mich freuen wenn es keine Patente gibt, die ogg verletzt, aber das ist eine andere Geschichte. ;) -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: Hallooo 03.05.10 - 12:15
Das Problem an MPEG-LA ist, dass sie sich mehr oder weniger jede Moderne Form von Videokompression Patentiert haben. Das ist in etwa so, als würde man sich die Fortbewegung mit Hilfe von beweglichen Rädern patentieren lassen.
Hier haben wir es mit einem Patentkartell zu tun, leider gibt es bei Patenten kein Kartellrecht, weil sowas bislang undenkbar war. Jetzt ist es real, und dieser Artikel zeigt dass MPEG-LA bereit ist, ihre Kartellmacht zu missbrauchen, um die Gesetze des Marktes bei der HTML5-Standardisierung zu umgehen. den nur darum geht es bei diesem Angriff auf OGG. -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: wth 03.05.10 - 12:21
Als Kartell gesehen ist das Ganze unschön, stimmt.
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Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: öäü 04.05.10 - 12:59
@wth
Wenn die wackeren Jungs von der MPEG-LA nur ihre Technologie schützen wollen, warum hat man dann nicht schon vor ~5 Jahren - also unverzüglich - geklagt, na? -
"versehentliche" Patentverletzung?
Autor: Missingno 04.05.10 - 15:02
Mal angenommen, ich entwickle in meinem stillen Kämmerlein (oder Keller) einen "ganz neuen" Video-Codec und zwar von Grund auf. Jetzt komme ich "versehentlich" auf die selben oder ähnlichen Ideen, wie sie in patentrechtlich geschützter Software angewendet werden. Jetzt soll ich also für den "return of investment" sorgen, habe selbst aber investiert und nicht kopiert!?
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Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: GodsBoss 04.05.10 - 18:29
Wenn also ich nun was entwickle, dabei aber ungewollt Patente verletze, muss ich also an jemanden bezahlen, mit dem ich nie was zu tun gehabt habe und dem ich nie was weggenommen habe und du findest das in Ordnung?
Ich dachte immer, diese „Urheberrechtsverletzung = Diebstahl“-Schreier hätten nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber Patentbefürworter setzen doch immer wieder einen drauf.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin. -
Re: "versehentliche" Patentverletzung?
Autor: MacUser 04.05.10 - 23:24
Deshalb solltest Du, bevor Du die Idee umsetzt eine (sündhaft teure) Patentrecherche durchführen (lassen)...
Bei uns in der Firma ist das ganz normal (allerdings nicht Software-Branche). -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: MacUser 04.05.10 - 23:33
Bei Gesetzen würde man sagen: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
Bei Patenten ist das ähnlich. "Versehen" gilt nicht, weil man sich vorher darüber zu informieren hat. Jeder, der eine Entwicklung bsp. für einen Kunden durchführt muss (durch Patentrecherchen) sicherstellen, dass er keine Patente verletzt. So steht das bei uns zumindest in den Auftragsbedingungen der Kunden. -
Re: "versehentliche" Patentverletzung?
Autor: Missingno 05.05.10 - 11:02
Womit es sich nur noch die großen Firmen leisten können, etwas zu entwickeln. Ja, Patente sind ein super Wirtschaftsmotor!
Zumal es trotz sündhaft teurer intensiver Patentrecherche dazu kommen kann, dass irgendwelche Trivialpatente oder allgemein beschriebene Patentschriften, die in alle Richtungen ausgelegt werden können, "übersehen" werden. -
Re: "versehentliche" Patentverletzung?
Autor: Die Wahrheit 05.05.10 - 11:11
Also vernichten Patente massiv Wirtschaftsleistung, direkt und indirekt. Außerdem behindern sie Innovation. Danke für den Beweis.
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Re: "versehentliche" Patentverletzung?
Autor: MacUser 05.05.10 - 20:44
Ja und nein. Es gibt natürlich schon sehr gute Innovative Konzepte und Ideen, für deren Umsetzung ein Entwickler große Mühen auf sich genommen hat.
Wenn eine Entwicklung / Erfindung auch noch eine Menge Geld gekostet hat, dann kann ich nachvollziehen, dass der Erfinder / Entwickler dann auch was davon haben will. Wo kämen wir hin, wenn der Nachbar das einfach sofort billigst nachbauen und verramschen würde. Der Entwickler bliebe dann auf seinen Kosten sitzen. Was vermutlich dazu führt, dass er nicht noch einmal etwas neues erfindet / entwickelt. Unter solchen Umständen fördern Patente die Innovation.
IN ENGEN GRENZEN haben also Patente und auch Urheberrechte durchaus ihre Berechtigung.
Wo die Grenze meiner Meinung nach überschritten ist:
Trivialpatente (also nicht nur "einfache" Ideen, sondern auch Ideen, die nicht revolutionär sind, sprich nur eine kleine Weiterentwicklung zum bisherigen Status Quo darstellen)
Softwarepatente (da es sich hier um einen besonders schnellen Markt handelt, bei dem ein jahrelanger Patentschutz Innovationen definitiv verhindert und Monopole fördert).
Bei Softwarepatenten wimmelt es noch dazu gerade so vor Trivialpatenten, was ich strikt ablehne.
Und was ich auch überhaupt nicht akzeptiere sind Firmen, die keine Ware / Dienstleistung verkaufen, sondern ihre Gewinne nur durch Kauf und Einklagen von Patenten erzielen (z.B: SCO Group). Das sollte umgehend verboten werden. -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: GodsBoss 06.05.10 - 18:10
> Bei Gesetzen würde man sagen: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
>
> Bei Patenten ist das ähnlich. "Versehen" gilt nicht, weil man sich vorher
> darüber zu informieren hat. Jeder, der eine Entwicklung bsp. für einen
> Kunden durchführt muss (durch Patentrecherchen) sicherstellen, dass er
> keine Patente verletzt. So steht das bei uns zumindest in den
> Auftragsbedingungen der Kunden.
Ergo: Entwicklungshemmung. Genau das, was ich behaupte. Denn nun muss ein jeder schon vorher recherchieren lassen, für sehr viel Geld, ob die Entwicklung überhaupt was bringt.
Wozu Patente wirklich gut sind, kannst du nachlesen in Too many patents are just as bad for society as too few. Auch wenn ich mit dem Schluss, der in der Überschrift vorweggenommen wird (zu wenige Patente sollen schlecht sein), nicht einverstanden bin, zeigt diese Geschichte, wozu Patente eigentlich wirklich dienen. Sie sind eine reine Waffe und es ist völlig egal, ob die Patente gültig sind oder nicht, ob sie verletzt sind oder nicht.
Der einzige Grund, warum sie existieren, ist, dass große Firmen eine wirksame Waffe gegen kleinere, innovativere (!) Unternehmen haben. Darum betreiben sie Lobbyismus für mehr Patente. Die „Patent-Trolle“ (m.E. Firmen, die lediglich haargenau der Intention des Patentsystems folgen) nehmen sie hin, weil es gegenüber echtem Wettbewerb das kleinere Übel ist.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin. -
Re: Da sieht man es endlich überdeutlich: Patente sind KRIEG
Autor: Hinnerk2 28.05.10 - 10:56
"http://patentabsurdity.com" ist mindestens so gut wie http://theflatearthsociety.org



