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Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

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  1. Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

    Autor: theWaver 18.11.10 - 16:46

    beide von n-tv
    --------------------------------------------------------------------
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    Endlich ist Street View auch in Deutschland online – zumindest
    teilweise. Als erstes habe ich – und da bin ich sicher nicht der
    Einzige – die Straße besichtigt, in der ich wohne. Es ist eine sehr
    kurze Straße, nicht mehr als 400 Meter lang. Trotzdem sind in der
    Street-View-Ansicht zwei Häuser verpixelt. Prozentual liegt der
    Anteil der unkenntlich gemachten Gebäude in meiner Straße damit
    sicher weit über den Bundesdurchschnitt. Und ich frage mich jetzt,
    was da für Leute wohnen und welches Problem sie mit Street View
    haben.

    Meine kleine Straße ist eine der ältesten Straßen in Prenzlauer Berg.
    Balkone, auf denen Hanfpflanzen oder andere Dinge zu sehen sein
    könnten, die besser im Verborgenen bleiben, gibt es dort nicht. Seit
    sie renoviert wurden, unterscheiden sich die meisten Fassaden
    eigentlich kaum noch. Die Dachwohnungen der reichen Zugereisten
    konnten Googles Kameras auch nicht erfassen. Da meine kleine Straße
    zum Zeitpunkt der Kamerafahrten noch als Parkplatz für alle, die in
    Mitte nicht zahlen wollten, diente, kann auch keine Nobelkarosse
    einem Haus zugeordnet werden. Parterre wohnen auch in Zeiten der
    fortgeschrittenen Gentrifizierung in Prenzlauer Berg keine
    vermögenden Schwaben. Andererseits ist es für die Kreditwürdigkeit
    auch nicht unbedingt von Nachteil, in meiner kleinen Straße zu
    wohnen. Ich bin mir zwar nicht bei allen sicher, aber ich glaube,
    dass die wenigsten meiner nachbarn sich tagsüber nackt am Fenster
    zeigen. Und auf den sommerlichen Fotos ist auch sicher keine
    peinliche Weihnachtsdekoration in den Fenstern zu erkennen. Was also
    hat meine Nachbarn dazu bewegt, sich die Mühe zu machen, bei Google
    Widerspruch einzulegen?

    Denken tut weh

    Ich vermute, dass sie ein typisches Beispiel für die irrationalen
    Vorbehalte vieler Deutscher gegenüber Google und ganz speziell Street
    View sind. Ohne sich mit eigenen Gedanken zu quälen, übernehmen sie
    zum Teil dümmste Argumentationen von Politikern, die zwar ebenso
    schlecht informiert sind, es aber als opportun betrachten, mit dem
    Finger auf Google zu zeigen, weil, so billig Punkte beim Wahlvolk zu
    machen sind. Wie blöde muss ein Volksvertreter sein, der ein
    "Street-View-Gesetz" fordert? Oder sollte ich besser fragen, wie
    skrupellos? Denn nachdem der Bundestag fest in der Hand von Juristen
    ist, sollte man annehmen, dass es bekannt ist, dass man keine Gesetze
    für oder gegen bestimmte Gruppen machen darf. Ein Geodatengesetz gibt
    es bereits, muss also nicht neu erfunden, sondern höchstens
    modifiziert werden.

    Darf man denn einfach so Häuser fotografieren? Ja darf man. Und das
    ist gut so - Städtereisenden würden sonst die Motive ausgehen. Ja,
    aber darf man sie einfach im Internet veröffentlichen? Ja, auch das
    ist erlaubt – so lange man sich an bestehende Gesetze hält. Und sie
    gewähren das Recht am eigenen Bild, aber nicht an der eigenen
    Häuserfassade. Es erlaubt aber beispielsweise Touristen weit mehr als
    Google: Sie müssen Menschen vor einem Museum nicht unkenntlich machen
    – Google tut's.

    Dumpfer Antiamerikanismus

    Unweit meiner kleinen Straße ist die Kastanienalle. Sie ist eine der
    berühmtesten Berliner Straßen und wird jeden Tag von Hunderten
    Touristen besucht und fotografiert. Aber auch in dieser Straße sind
    zahlreiche Häuser verpixelt. Persönlichkeitsrechte werden hier durch
    Street View sicher nicht verletzt. Aber auch wenn die Kastanienalle
    inzwischen der Ballermann von Prenzlauer Berg ist, wohnen dort noch
    immer einige Alt-Linke, für die technischer Fortschritt Teufelswerk
    ist – vor allem, wenn er aus den Vereinigten Staaten kommt. Doch sie
    haben nur scheinbar über den US-Daten-Satan Google gesiegt. Denn die
    Verpixelung der Häuser, in denen sie vielleicht nur im zweiten
    Hinterhof wohnen, ist lächerlich. Denn in Google Maps oder Street
    View sind Dutzende Fotos zu sehen, die Nutzer hochgeladen haben.
    Unter ihnen auch die Häuser der rückständigen "Freiheitskämpfer".

    Selbst Fotos schießen ist übrigens der einzige Weg für solche
    Menschen, die zum Opfer der Google-Hasser wurden. Denn in den
    unkenntlich gemachten Gebäuden wohnen oft Menschen, die ihr Haus
    liebend gerne in Street View sehen wollten. Sie aber haben keine
    Chance, ihre Interessen durchzusetzen. Verpixelt ist verpixelt.

    In meinem Nachbarhaus wurde übrigens vor ein paar Tagen tatsächlich
    eingebrochen. Da aber war Street View noch gar nicht online. Die
    Gangster wussten aber, dass in der Wohnung neben Bargeld auch
    wertvoller Schmuck zu holen war. Kriminelle sind eben schlauer als
    Street-View-Gegner: Sie informieren sich selbst.

    --------------------------------------------------------------------
    --------------------------------------------------------------------

    Google Street View ist endlich in Deutschland angekommen. Die
    virtuelle Fahrt durch deutsche Städte ist faszinierend.

    Leider haben hysterische deutsche Politiker und die Zeitung mit den
    großen Buchstaben Google dazu genötigt, den Dienst zu kastrieren. Und
    so tun sich in den Straßenzügen Lücken auf: Einzelne Fassaden sind
    hinter einem Pixelbrei versteckt.

    Das sieht nicht nur hässlich aus, sondern sorgt auch für Streit. Denn
    die Verpixelung darf jeder beantragen, der in einem Haus wohnt –
    nicht nur der Eigentümer. Das hat dazu geführt, dass viele Häuser aus
    Street View verschwunden sind, ohne dass die Eigentümer oder Bewohner
    damit einverstanden wären.

    Denn Google prüft nicht die Eigentumsverhältnisse und fragt nicht
    nach Entscheidungen in Eigentümerversammlungen. Ein Klick auf das
    Verpixelungsformular und die richtige Wohnadresse reichen aus – schon
    ist das Haus verschwunden. Google zerstört nämlich die Originaldaten
    und teilt auf Anfrage von n-tv.de mit: "Eine Unkenntlichmachung ist
    unwiderruflich." Selbst ein Mieter aus dem 3. Hinterhof kann so ein
    Haus eliminieren lassen, hinter dessen Fassade er streng genommen gar
    nicht wohnt. Genauso verhält es sich mit Wohnungseigentümern, die
    sich nicht grün sind. Wenn einer keine Lust auf Google hat, sind alle
    Miteigentümer angeschmiert und das Haus ist weg.

    Mittelfristig dürfte das erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.
    Miet- und Kaufinteressenten informieren sich schon jetzt fast
    ausschließlich im Internet. Das größte deutsche Immobilienportal
    Immoscout24 hat bereits angekündigt, Street View zu integrieren. Das
    wird die Vermiet- und Verkaufbarkeit von verpixelten Häusern
    beeinträchtigen. Wer hat schon Lust, eine Immobilie zu besichtigen,
    die man sich vorher nicht im Internet ansehen kann?

    Der Verband Haus & Grund in Frankfurt am Main befürchtet eine
    Klagewelle. Allerdings ist nicht klar, wer vor den Kadi zitiert
    werden soll. Google hat als Privatunternehmen keine Verpflichtung,
    ein Haus darzustellen und gibt auch keine Auskunft darüber, wer die
    Verpixelung veranlasst hat.

    Welche Motive auch immer für die Maßnahme ausschlaggebend waren, der
    Schuss dürfte nach hinten los gehen. Der Beobachter wird immer einen
    dieser sechs schönen Gründe unterstellen: 1) Hier wohnen
    Technikfeinde, denen auch Dampflokomotiven suspekt sind 2)
    Verfolgungswahn 3) Das Haus ist ungepflegt 4) Die Fassade ist voller
    Satellitenschüsseln 5) In den Gewerbeeinheiten sind dubiose
    Etablissements 6) Hier ist für Diebe richtig was zu holen.

    In diesem Sinne: Viel Spaß beim virtuellen Spaziergang durch
    Deutschland.

    --------------------------------------------------------------------
    --------------------------------------------------------------------

    QUO VADIS, Duitsland?...

  2. Re: Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

    Autor: iSkeptiker 18.11.10 - 16:58

    Agree

  3. Re: Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

    Autor: Napoleon 18.11.10 - 17:01

    theWaver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [PROPAGANDA GELÖSCHT]

    bla, bla, bla

  4. Re: Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

    Autor: Ex Iüphone 18.11.10 - 17:03

    Wieso sollte das Wervoll sein.

    Es geht doch darum dass es Menschen gibt die nicht jeden hippen Trend hinterherlaufen.

    So einfach ist das schon.

  5. Re: Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

    Autor: An euch Verpixelungs-Fetischisten 18.11.10 - 17:35

    An euch Verpixelungs-Fetischisten:

    Erst den Text lesen und verstehen und, wenn man dann ein bisschen nachdenkt, dann wird einem auch bewusst, dass StreetView kein Teufelswerk ist...
    Aber das ist die typisch altdeutsche Haltung... "Das haben wir aber noch nie so gemacht", "Das kann nur Mist sein". Man möchte nichts Neues, man möchte keine neuen Chancen ergreifen, man möchte schön in den festgefahrenen Schienen seines Lebens verharren...

    Wer nichts verändern möchte, der sucht Gründe...
    Wer etwas bewegen möchte, der findet Lösungen...

    Anstatt etwas für sich zu nuten um sich aus der Masse hervorzuheben, lehnt man Neuerungen lieber kategorisch ab.
    Aber da ihr als "StreetView-Gegner" ja so rechtschaffen seid und Rückgrat besitzt, bin ich mir sicher, dass keiner von euch jemals StreetView nutzen wird und sich nachdem er die News gelesen hatte auch nicht in den bereits verfügbaren Städten umgeschaut hat.

    Denn das wisst ihr als gesittete und so zivilisierte Menschen ja sicherlich bereits schon selbst, es gilt ja gleiches Recht für alle. Und warum solltet ihr euch auch unsere Häuserfassaden einsehen wollen, wenn ihr selbst nicht wollt, dass man eure Häuserfassaden einsieht...???

    Und wehe, wir "StreetView-Nutzer" erwischen einen von euch "StreetView-Feinde", wie er versucht und "auszuspionieren"... dann könnt ihr aber was erleben und werdet euer Haus auch blitzschnell in StreetView wiederfinden... und nein das ist keine Drohung, das ist ein Versprechen!

    Aber da ihr alle ja so rechtschaffen seid, wird dies eh nie passieren... ;-)

  6. Re: Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

    Autor: Google-Account 18.11.10 - 17:52

    Kann dem nur beipflichten, man sollte diese ganzen Heulsusen auch einfach kategorisch ausschließen. Bzw. da dies leider nicht gehen wird den Zugang zu StreetView wenigstens insoweit „erschweren“ dass StreetView bspw. nur anhand eines Google-Kontos einsehbar ist. Zwar schließt das diejenigen auch nicht aus, jedoch hoffe ich, dass keine der Heulsusen aus Angst vor dem personifizierten und abgrundtief Bösen über einen Google-Account verfügt.

  7. Re: Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

    Autor: Ekelpack 19.11.10 - 13:11

    Ex Iüphone schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso sollte das Wervoll sein.
    >
    > Es geht doch darum dass es Menschen gibt die nicht jeden hippen Trend
    > hinterherlaufen.
    >
    > So einfach ist das schon.


    Eigentlich geht es darum, dass einige Leute immer erstmal "degegen" sind, obwohl sie gar nicht verstehen, worum es geht.

  8. Re: Wertvolles zum Lesen und nachdenken (und fast schon zum Weinen)

    Autor: Iridium 21.11.10 - 11:46

    Warum soll es zu einer Klagewelle kommen?
    Wer sein Haus verkaufen will, eine Wohnung in seinem Haus vermieten will soll doch bitte schon selbst ein Foto von seinem Eigentum machen und in der Annonce darstellen! (Wird in den große Immobilienportalen ja eh gemacht)

    GSV ist ein kostenloser Dienst und niemand hat ein Recht auf Vollständigkeit! Denn das würde auch heißen, alle Einwohner der kleinen Orte, die vom GSV-Auto noch nicht "besucht" wurden, klagen könnten!

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