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Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

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  1. Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Robert0 06.11.21 - 11:29

    Der klassische und gut gehende Ansatz ist ja immer:
    Mache ein Gut teuer (oder ein Verschmutzungsrecht) und dann siebt sich schon aus: Wers optional hat und verzichten kann, wer verzichten muss (wg geld), wer trotzdem einfach muss (trotz oder mit Geld).
    Aber bei den Reichen (und das spüre ich Mittelständler schon) ist es egal, ob der Liter Benzin 1,3 oder 7 ¤kostet. Die 60l kann man sich immer leisten.... wenn das Nettoeinkommen pro Monat >6000¤ oder so ist.
    Denn ab einem gewissen Einkommen ist einfach eine art Konsumgrenze gesetzt.
    # ich kann einfach nicht mehr als 100¤ pro Tag normalteures Essen essen - bleibt noch superteures Essen
    # ich kann halt für 2000¤ super in einer Wohnung oder gar Haus leben - natürlich könnte ich mir auch eine Villa für 5k/M zulegen, weil ich es kann. Aber wirklich mehr Bedürfnisse decke ich damit nicht.

    Ergo bleibt i.d.R (und wir reden von Superreichen: >8k¤ /M netto) für so einen Schmarrn wie Strom oder Benzin locker genug übrig.

    Also was tun? Gesetze sollen ihnen ihr abnormales Leben verhageln. Hmmmm. Das würde etwa bedeuten, dass nach einem Menschenüblichen Verbrauch an kWh und Wasser der Preis exponentiell steigt....
    könnte gehen. Aber dann wird es wieder so kommerzielle Ausnahmen geben - wasser/Energieintensive Mittelständler/Betreibe.
    Naja, dann nehme ich halt meinen Betrieb, fülle mir damit quasi meinen Pool und nutze ihn privat. Tätäää

  2. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: smonkey 06.11.21 - 11:56

    Auch, oder gerade, Reiche verstehen es ökonomisch zu denken. Ist der fossile Energieträger zu teuer, werden auch die die es üppig haben zur Alternative greifen.

  3. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Der_Ingo 06.11.21 - 12:32

    Sicherlich. Aber der Punkt, an dem "zu teuer" anfängt, der liegt bei Menschen mit mehr Geld halt deutlich höher als bei jemandem, bei dem am Ende des Geldes jedes Mal noch viel zu viel Monat übrig ist.

    Mir persönlich ist es grad egal, ob Benzin 1,50 oder 2 EUR kostet. Ich fahr vergleichsweise wenig, muss nicht auf den Cent schauen und kann die unbedingt notwendigen Dinge zu Fuß erledigen (mache ich auch). Und reich bin ich noch lange nicht.
    Nur wer pendeln muss, dem würde so eine Preiserhöhung halt massiv das Jahresbudget verhageln, wenn es eh immer knapp ist.

  4. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: goto10 06.11.21 - 12:51

    > Also was tun? Gesetze sollen ihnen ihr abnormales Leben verhageln.

    Bitte definiere mir mal was ein "normales Leben" ist und wer legt das fest?

  5. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: demon driver 06.11.21 - 12:54

    goto10 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Also was tun? Gesetze sollen ihnen ihr abnormales Leben verhageln.
    >
    > Bitte definiere mir mal was ein "normales Leben" ist und wer legt das fest?

    Die Statistik.

  6. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Mandri 06.11.21 - 12:54

    goto10 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Also was tun? Gesetze sollen ihnen ihr abnormales Leben verhageln.
    >
    > Bitte definiere mir mal was ein "normales Leben" ist und wer legt das fest?


    Na Oxfam, die sind doch nach eigener Ansicht der Maßstab für alles.

  7. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: demon driver 06.11.21 - 12:56

    Mandri schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > goto10 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Also was tun? Gesetze sollen ihnen ihr abnormales Leben verhageln.
    > >
    > > Bitte definiere mir mal was ein "normales Leben" ist und wer legt das fest?
    >
    > Na Oxfam, die sind doch nach eigener Ansicht der Maßstab für alles.

    Was schlägst du vor – nur weil für einen Kernaspekt eines Problems keine weltweit konsensuale, amtliche Definition gibt, über das Problem schweigen?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.11.21 12:57 durch demon driver.

  8. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Mandri 06.11.21 - 13:00

    demon driver schrieb:
    > Was schlägst du vor – nur weil für einen Kernaspekt eines Problems
    > keine weltweit konsensuale, amtliche Definition gibt, über das Problem
    > schweigen?

    Wenn es darum gehen soll, den CO2-Ausstoß der Reichen zu unterbinden, wird man sie wohl eliminieren müssen. Ein - im Rahmen der zu errichtenden Öko-Diktatur - konsequentes Vorgehen.
    Will man diese Diktatur nicht, sollte man sich auf lohnendere Ziele konzentrieren.

  9. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: demon driver 06.11.21 - 13:37

    Mandri schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > > Was schlägst du vor – nur weil für einen Kernaspekt eines Problems
    > > keine weltweit konsensuale, amtliche Definition gibt, über das Problem
    > > schweigen?
    >
    > Wenn es darum gehen soll, den CO2-Ausstoß der Reichen zu unterbinden, wird
    > man sie wohl eliminieren müssen. Ein - im Rahmen der zu errichtenden
    > Öko-Diktatur - konsequentes Vorgehen.
    > Will man diese Diktatur nicht, sollte man sich auf lohnendere Ziele
    > konzentrieren.

    Und inwieweit ist dieser Rant eine Antwort auf meine Frage?

  10. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Robert0 06.11.21 - 14:13

    Das wäre auch genau der Punkt, der sich jetzt schon über den Preis Regelt
    Keiner muss im Normalfall pendeln.
    Es ist ein selbstgewähltes Schicksal.
    Schließlich muss es sich selbst über den Preis regeln.
    Der Staat kann es mit öpnv verbessern ein wenig abfedern

    Der_Ingo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sicherlich. Aber der Punkt, an dem "zu teuer" anfängt, der liegt bei
    > Menschen mit mehr Geld halt deutlich höher als bei jemandem, bei dem am
    > Ende des Geldes jedes Mal noch viel zu viel Monat übrig ist.
    >
    > Mir persönlich ist es grad egal, ob Benzin 1,50 oder 2 EUR kostet. Ich fahr
    > vergleichsweise wenig, muss nicht auf den Cent schauen und kann die
    > unbedingt notwendigen Dinge zu Fuß erledigen (mache ich auch). Und reich
    > bin ich noch lange nicht.
    > Nur wer pendeln muss, dem würde so eine Preiserhöhung halt massiv das
    > Jahresbudget verhageln, wenn es eh immer knapp ist.

  11. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Dwalinn 06.11.21 - 14:32

    Es ist ja nichtmal unbedingt notwendig das man über Geld den Konsum lenkt, das verdiente Geld muss aber eingesetzt werden um einen Ausgleich zu schaffen.

  12. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Sensei_sama 06.11.21 - 15:04

    Der Drang zum Verzicht ist doch nur die eine Seite der Wirkung von Preisen und Steuern.

    Der andere Mechanismus ist die Kompensation:
    Wenn die paar Superreichen es sich nicht nehmen lassen bei 6¤/l immer noch mit einem Benziner zu fahren: lass sie doch!

    Dann sollte man aber die 300¤ pro Tankfüllung auch sinnvoll und Klimawirksam einsetzen.

  13. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Kondratieff 06.11.21 - 15:28

    Robert0 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das wäre auch genau der Punkt, der sich jetzt schon über den Preis Regelt
    > Keiner muss im Normalfall pendeln.
    > Es ist ein selbstgewähltes Schicksal.

    So zynisch habe ich auch mal gedacht, nach dem Motto: Wer die Pistole auf der Brust hat, hat auch dann noch eine Wahl. Heute sehe ich das, je nach Kontext, deutlich anders. Deine Aussage finde ich nicht nur zynisch; Ich finde, dass sie von wenig Empathie zeugt; Sie zeigt meiner Meinung nach auch, dass du wenig Phantasie oder Wissen über die Lebensbedingungen und Wahrnehmungen anderer Mitbürger hast.

    Begründung: Zunächst hast du, streng genommen, recht. Man muss ja nicht Pendeln. Man kann ja auch, wenn man weiterhin in der günstigen ländlichen Wohnung leben, aber nicht pendeln möchte, einfach kündigen. Wenn man Glück hat, gibt es im 500-Seelen-Dorf ja eine vergleichbare Beschäftigung. Ansonsten kann man sich einfach dazu entscheiden, von den Ersparnissen zu leben, bis diese aufgebraucht sind. Wenn man alleine lebt und keine Familie (mit-)ernähren muss, halten die Ersparnisse auch entsprechend länger. Hat man Wohneigentum, kann man dieses Verkaufen und vom Erlös eine Zeit lang eine Mietwohnung und das eigene Leben finanzieren. Irgendwann danach hat man zwar auch keine Mietwohnung mehr, aber auch als Obdachloser muss man ja nicht pendeln.

    Ganz im Ernst: Es gibt genügend gute und subjektive Gründe dafür, wieso einige den Wohnort nicht wechseln möchten bzw., realistisch gesehen, können. Die sozialen Netzwerke, die, wie man seit Jahrzehnten weiß [1], für die Lebenszufriedenheit und auch für die Gesundheit (mental wie körperlich) wichtig sind, sind ein solcher Grund. Zu diesem Netzwerk gehört auch die eigene Familie, bspw. Partner und Kinder, die die berufliche Mobilität erschweren. Und eben mit einer Familie ist es nicht allzu leicht, in der Stadt (aka der Ort, an dem es die meisten Jobs gibt) eine adäquate Wohnung zu finden, die auch bezahlbar ist. Die Zeitungen überschlagen sich seit Jahren mit Artikeln zum Immobilienpreisanstieg, da brauche ich sicherlich keine Quellen angeben.

    [1] Kahn, R. L., & Antonucci, T. C. (1980). Convoys over the Life Course: Attachment, Roles, and Social Support. In P. B. Baltes & O. Brim (Hrsg.), Life-span Development and Behavior (S. 253-286). New York: Academic Press.

  14. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: no one 06.11.21 - 16:30

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Robert0 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das wäre auch genau der Punkt, der sich jetzt schon über den Preis
    > Regelt
    > > Keiner muss im Normalfall pendeln.
    > > Es ist ein selbstgewähltes Schicksal.
    >
    > So zynisch habe ich auch mal gedacht, nach dem Motto: Wer die Pistole auf
    > der Brust hat, hat auch dann noch eine Wahl. Heute sehe ich das, je nach
    > Kontext, deutlich anders. Deine Aussage finde ich nicht nur zynisch; Ich
    > finde, dass sie von wenig Empathie zeugt; Sie zeigt meiner Meinung nach
    > auch, dass du wenig Phantasie oder Wissen über die Lebensbedingungen und
    > Wahrnehmungen anderer Mitbürger hast.
    >
    > Begründung: Zunächst hast du, streng genommen, recht. Man muss ja nicht
    > Pendeln. Man kann ja auch, wenn man weiterhin in der günstigen ländlichen
    > Wohnung leben, aber nicht pendeln möchte, einfach kündigen. Wenn man Glück
    > hat, gibt es im 500-Seelen-Dorf ja eine vergleichbare Beschäftigung.
    > Ansonsten kann man sich einfach dazu entscheiden, von den Ersparnissen zu
    > leben, bis diese aufgebraucht sind. Wenn man alleine lebt und keine Familie
    > (mit-)ernähren muss, halten die Ersparnisse auch entsprechend länger. Hat
    > man Wohneigentum, kann man dieses Verkaufen und vom Erlös eine Zeit lang
    > eine Mietwohnung und das eigene Leben finanzieren. Irgendwann danach hat
    > man zwar auch keine Mietwohnung mehr, aber auch als Obdachloser muss man ja
    > nicht pendeln.
    >
    > Ganz im Ernst: Es gibt genügend gute und subjektive Gründe dafür, wieso
    > einige den Wohnort nicht wechseln möchten bzw., realistisch gesehen,
    > können. Die sozialen Netzwerke, die, wie man seit Jahrzehnten weiß [1], für
    > die Lebenszufriedenheit und auch für die Gesundheit (mental wie körperlich)
    > wichtig sind, sind ein solcher Grund. Zu diesem Netzwerk gehört auch die
    > eigene Familie, bspw. Partner und Kinder, die die berufliche Mobilität
    > erschweren. Und eben mit einer Familie ist es nicht allzu leicht, in der
    > Stadt (aka der Ort, an dem es die meisten Jobs gibt) eine adäquate Wohnung
    > zu finden, die auch bezahlbar ist. Die Zeitungen überschlagen sich seit
    > Jahren mit Artikeln zum Immobilienpreisanstieg, da brauche ich sicherlich
    > keine Quellen angeben.
    >
    > [1] Kahn, R. L., & Antonucci, T. C. (1980). Convoys over the Life Course:
    > Attachment, Roles, and Social Support. In P. B. Baltes & O. Brim (Hrsg.),
    > Life-span Development and Behavior (S. 253-286). New York: Academic Press.

    Zustimmung und hinzu kommt, dass sich viele gezwungen sahen von der Stadt aufs Land zu ziehen, weil sie sich die Mieten in der Stadt nicht leisten konnten.

  15. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: .v- 06.11.21 - 16:59

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Robert0 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das wäre auch genau der Punkt, der sich jetzt schon über den Preis
    > Regelt
    > > Keiner muss im Normalfall pendeln.
    > > Es ist ein selbstgewähltes Schicksal.
    >
    > So zynisch habe ich auch mal gedacht, nach dem Motto: Wer die Pistole auf
    > der Brust hat, hat auch dann noch eine Wahl. Heute sehe ich das, je nach
    > Kontext, deutlich anders. Deine Aussage finde ich nicht nur zynisch; Ich
    > finde, dass sie von wenig Empathie zeugt; Sie zeigt meiner Meinung nach
    > auch, dass du wenig Phantasie oder Wissen über die Lebensbedingungen und
    > Wahrnehmungen anderer Mitbürger hast.
    >
    > Begründung: Zunächst hast du, streng genommen, recht. Man muss ja nicht
    > Pendeln. Man kann ja auch, wenn man weiterhin in der günstigen ländlichen
    > Wohnung leben, aber nicht pendeln möchte, einfach kündigen. Wenn man Glück
    > hat, gibt es im 500-Seelen-Dorf ja eine vergleichbare Beschäftigung.
    > Ansonsten kann man sich einfach dazu entscheiden, von den Ersparnissen zu
    > leben, bis diese aufgebraucht sind. Wenn man alleine lebt und keine Familie
    > (mit-)ernähren muss, halten die Ersparnisse auch entsprechend länger. Hat
    > man Wohneigentum, kann man dieses Verkaufen und vom Erlös eine Zeit lang
    > eine Mietwohnung und das eigene Leben finanzieren. Irgendwann danach hat
    > man zwar auch keine Mietwohnung mehr, aber auch als Obdachloser muss man ja
    > nicht pendeln.
    >
    > Ganz im Ernst: Es gibt genügend gute und subjektive Gründe dafür, wieso
    > einige den Wohnort nicht wechseln möchten bzw., realistisch gesehen,
    > können. Die sozialen Netzwerke, die, wie man seit Jahrzehnten weiß [1], für
    > die Lebenszufriedenheit und auch für die Gesundheit (mental wie körperlich)
    > wichtig sind, sind ein solcher Grund. Zu diesem Netzwerk gehört auch die
    > eigene Familie, bspw. Partner und Kinder, die die berufliche Mobilität
    > erschweren. Und eben mit einer Familie ist es nicht allzu leicht, in der
    > Stadt (aka der Ort, an dem es die meisten Jobs gibt) eine adäquate Wohnung
    > zu finden, die auch bezahlbar ist. Die Zeitungen überschlagen sich seit
    > Jahren mit Artikeln zum Immobilienpreisanstieg, da brauche ich sicherlich
    > keine Quellen angeben.
    >
    > [1] Kahn, R. L., & Antonucci, T. C. (1980). Convoys over the Life Course:
    > Attachment, Roles, and Social Support. In P. B. Baltes & O. Brim (Hrsg.),
    > Life-span Development and Behavior (S. 253-286). New York: Academic Press.


    Vortrefflich formuliert, danke. Ja, es schadet uns nicht öfters darüber nachzudenken, welchen Standard wir wirklich brauchen oder an was man sich nur gewöhnt hat, aber der Satz "Niemand muss pendeln." ist absolut egozentrisch und viel zu kurz gedacht.

  16. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: demon driver 07.11.21 - 00:24

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Robert0 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das wäre auch genau der Punkt, der sich jetzt schon über den Preis
    > Regelt
    > > Keiner muss im Normalfall pendeln.
    > > Es ist ein selbstgewähltes Schicksal.
    >
    > So zynisch habe ich auch mal gedacht, nach dem Motto: Wer die Pistole auf
    > der Brust hat, hat auch dann noch eine Wahl. Heute sehe ich das, je nach
    > Kontext, deutlich anders. Deine Aussage finde ich nicht nur zynisch; Ich
    > finde, dass sie von wenig Empathie zeugt; Sie zeigt meiner Meinung nach
    > auch, dass du wenig Phantasie oder Wissen über die Lebensbedingungen und
    > Wahrnehmungen anderer Mitbürger hast.
    >
    > Begründung: Zunächst hast du, streng genommen, recht. Man muss ja nicht
    > Pendeln. Man kann ja auch, wenn man weiterhin in der günstigen ländlichen
    > Wohnung leben, aber nicht pendeln möchte, einfach kündigen. Wenn man Glück
    > hat, gibt es im 500-Seelen-Dorf ja eine vergleichbare Beschäftigung.
    > Ansonsten kann man sich einfach dazu entscheiden, von den Ersparnissen zu
    > leben, bis diese aufgebraucht sind. Wenn man alleine lebt und keine Familie
    > (mit-)ernähren muss, halten die Ersparnisse auch entsprechend länger. Hat
    > man Wohneigentum, kann man dieses Verkaufen und vom Erlös eine Zeit lang
    > eine Mietwohnung und das eigene Leben finanzieren. Irgendwann danach hat
    > man zwar auch keine Mietwohnung mehr, aber auch als Obdachloser muss man ja
    > nicht pendeln.
    >
    > Ganz im Ernst: Es gibt genügend gute und subjektive Gründe dafür, wieso
    > einige den Wohnort nicht wechseln möchten bzw., realistisch gesehen,
    > können. Die sozialen Netzwerke, die, wie man seit Jahrzehnten weiß [1], für
    > die Lebenszufriedenheit und auch für die Gesundheit (mental wie körperlich)
    > wichtig sind, sind ein solcher Grund. Zu diesem Netzwerk gehört auch die
    > eigene Familie, bspw. Partner und Kinder, die die berufliche Mobilität
    > erschweren. Und eben mit einer Familie ist es nicht allzu leicht, in der
    > Stadt (aka der Ort, an dem es die meisten Jobs gibt) eine adäquate Wohnung
    > zu finden, die auch bezahlbar ist. Die Zeitungen überschlagen sich seit
    > Jahren mit Artikeln zum Immobilienpreisanstieg, da brauche ich sicherlich
    > keine Quellen angeben.
    >
    > [1] Kahn, R. L., & Antonucci, T. C. (1980). Convoys over the Life Course:
    > Attachment, Roles, and Social Support. In P. B. Baltes & O. Brim (Hrsg.),
    > Life-span Development and Behavior (S. 253-286). New York: Academic Press.

    Völlig richtig.

  17. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: PrinzessinArabella 07.11.21 - 07:41

    Natürlich darf jeder pendeln, es sollte aber nicht mit einer generellen! Pendlerpauschale nicht noch ein Anreiz dazu gegeben werden unser Land zu zersiedeln und zu verpesten. Pendlerzuschuss also nur bis zu einem bestimmten Einkommen. Warum soll die Krankenschwester den SUV im Münchner speckgürtel mitfinanzieren? Gibt ja auch keine generelle Städter mietpauschale. Ach ja hier sitzen ja auch nicht die CSU/CDU Wähler.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 07.11.21 07:42 durch PrinzessinArabella.

  18. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Heiner 07.11.21 - 08:50

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Robert0 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das wäre auch genau der Punkt, der sich jetzt schon über den Preis
    > Regelt
    > > Keiner muss im Normalfall pendeln.
    > > Es ist ein selbstgewähltes Schicksal.
    >
    > Sie zeigt meiner Meinung nach
    > auch, dass du wenig Phantasie oder Wissen über die Lebensbedingungen und
    > Wahrnehmungen anderer Mitbürger hast.
    >
    > Ganz im Ernst: Es gibt genügend gute und subjektive Gründe dafür, wieso
    > einige den Wohnort nicht wechseln möchten bzw., realistisch gesehen,

    Ich verstehe, dass sich Leute immer gleich persönlich angegriffen fühlen und dann selbst wirklich persönlich werden. Trotzdem Schade. :-(

    > > Keiner muss im Normalfall pendeln.
    > > Es ist ein selbstgewähltes Schicksal.

    Dies sind objektive Aussagen - just the facts.

    Dass es subjektive und andere persönliche Prio. gibt, schliessen die Aussagen nicht aus.
    Es habt aber NIICHTS mit fehlender Empathie oder Phantasie zu tun, im Gegenteil.

    Der Überbringer der schlechten Nachricht wird geköpft. War schon immer so…..

  19. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: Mandri 07.11.21 - 09:11

    PrinzessinArabella schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Pendlerzuschuss also nur bis zu einem
    > bestimmten Einkommen.

    Die sogenannte Pendlerpauschale ist nur dann ein Zuschuss, wenn die objektiven Kosten des Pendelns darunter liegen. In den anderen Fällen ist es ein Abweichen vom objektiven Nettoprinzip im Einkommensteuerrecht, das das BVerfG so gerade eben noch abgesegnet hat. Eine Streichung - es gab schon mal Pläne zu einem sog. Werkstorprinzip, also Anfahrt wird steuerlich nicht berücksichtigt - würde den Segen wohl nicht bekommen. Da müsste dann wohl das Grundgesetz geändert werden.

    Diese Diskussion zeigt wieder mal anschaulich, wie versucht wird, mittels Framing die Fakten zu verdrehen. Eine Subvention ist die Pendlerpauschale ausschließlich für Fußgänger, Fahrradfahrer und ÖPNV-Benutzer. Für die Autofahrer ist sie eine Einschränkung.

  20. Re: Problem: Über den Geldbeutel wird es nicht gehen

    Autor: .v- 07.11.21 - 09:49

    Heiner schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > > Keiner muss im Normalfall pendeln.
    > > > Es ist ein selbstgewähltes Schicksal.
    >
    > Dies sind objektive Aussagen - just the facts.
    >
    > Dass es subjektive und andere persönliche Prio. gibt, schliessen die
    > Aussagen nicht aus.
    > Es habt aber NIICHTS mit fehlender Empathie oder Phantasie zu tun, im
    > Gegenteil.
    >
    > Der Überbringer der schlechten Nachricht wird geköpft. War schon immer
    > so…..

    Das ist genauso „objektiv richtig“, wie das es keinen echten Zwang gibt, auch nicht mit Pistole auf der Brust oder Folter: Man hat ja immer noch die Wahl dennoch Widerstand zu leisten. „Das es subjektive Gründe [unfassbare Schmerzen] und andere persönliche Prioritäten [nicht Sterben] gibt, schließen die Aussagen nicht aus.“

    Ja, technisch auch korrekt, aber glücklicherweise hat die Menschheit dennoch entschieden, dies mit mangelnder Empathie zu assoziieren.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 07.11.21 09:51 durch .v-.

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