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Ich bin etwas entsetzt ....

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  1. Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: MrAnderson 14.03.16 - 15:24

    Im Moment acht Threads, von denen sechs damit starten, dass man Casey Gerald ins Lächerliche bzw. Unglaubwürdige zieht.

    Sind die deutschen Hochschulen tatsächlich dazu verkommen Fachidioten auszubilden? Wie viele von euch haben studiert? Ein Großteil nehme ich doch an. Und dann seid ihr nicht in der Lage seine Einleitung, mit seinem Verlust an den "Glauben in die Technik" in Verbindung zu setzen? Rethorisch imho übrigens ein super Kniff um die Zuhörer zu binden.
    Technikgläubigkeit und Glauben in die freie Marktwirtschaft sind Religionen.

    Ja, es ist tatsächlich auch ein Problem des Kapitalismus, bzw. Neoliberalismus. IT-Gründer sind heute die modernen Heros und je mehr assi ihr Geschäftsmodell ist, desto mehr Venture-Kapital bekommen sie. Soziale Faktoren spielen keine Rolle. Randgruppen oder andere Ideen werden per fehlendem Eintrag im Pulldown-Menü oder der Selection Box einfach ausgeschlossen. (Im UI, das von Teilen von euch programmiert wird)

    Bestes Beispiel das kostenlose Internet, das Facebook für Entwicklungsländer plant. Wäre ein tatsächliches Interesse am "Verbessern der Welt" vorhanden, würde man ein offenes Internet konzipieren. So geht es einfach darum neue Nutzer für das eigene Netzwerk zu bekommen. Mehr nicht. Pseudo-soziales Engagement.

    Ich habe im Studium gelernt, dass man als Designer/Entwickler/"Macher neuer Dinge" immer auch den gesamtgesellschaftlichen Kontext bei der Konzeption beachten muss. Wie wirkt sich etwas auf Arbeitsbedingungen aus? Wie auf die Umwelt, wie auf die ökonomischen Systeme, in die man eingreift? ... Parameter, die in der IT-Gründerszene kaum eine, bis keine Rolle spielen. Wichtg sind die Wachstumszahlen und der ROI. Mehr nicht.

    Ich finde es gut, dass Soziale Verantwortung auch einmal in diesen Kreisen angesprochen wird. Und man den Verantwortlichen zeigt, dass sie bei weitem nicht so sozial sind, wie sie immer gerne tun.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.03.16 15:25 durch MrAnderson.

  2. +1

    Autor: Trollversteher 14.03.16 - 15:29

    Schön gesagt, volle Zustimmung in allen Punkten!

  3. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: Eheran 14.03.16 - 15:30

    >Technikgläubigkeit und Glauben in die freie Marktwirtschaft sind Religionen.

    Unsere Technologischen Fortschritte haben uns aus dem Mittelalter in unsere heutige Welt gebracht. Das würde ich nicht als einen Glauben bezeichen, sofern ich nicht in Wirklichkeit nur ein träumender Höhlenmensch bin.

    >Und dann seid ihr nicht in der Lage seine Einleitung, mit seinem Verlust an den "Glauben in die Technik" in Verbindung zu setzen?
    Er hat einen Glauben durch den nächsten ersetzt. Das ist traurig. Argumente hat er keine.

  4. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: M.P. 14.03.16 - 15:39

    Er hat dazu geführt, daß in der Schlacht an der Somme in zwei Monaten über eine Million Soldaten getötet werden konnten - das wäre im Mittelalter nicht möglich gewesen. Da hat man 30 Jahre gebraucht...

    Regulierend Eingreifen IST notwendig....

  5. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: Trollversteher 14.03.16 - 15:39

    >Unsere Technologischen Fortschritte haben uns aus dem Mittelalter in unsere heutige Welt gebracht. Das würde ich nicht als einen Glauben bezeichen, sofern ich nicht in Wirklichkeit nur ein träumender Höhlenmensch bin.

    Die Frage ist: Ist unser "heutige Welt" denn der ideale Zustand, und wurde er auf direktem Wege erreicht? Vor allem: Ist sie das überall auf der Welt, oder doch nicht nur in einigen, reichen Gegenden?
    Die Geschichte der Zivilisation begann nicht erst im Mittelalter - die alten Griechen und Römer waren in fast allen Disziplinen weiter, als wir Europäer im Mittelalter - und es ist nicht ausgeschlossen, dass ein solcher "Rückfall in dunklere Zeiten" wie nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches noch einmal (oder immer wieder) geschieht, wenn sich an unserer Strategie/Denkweise nichts ändert..

    >Und dann seid ihr nicht in der Lage seine Einleitung, mit seinem Verlust an den "Glauben in die Technik" in Verbindung zu setzen? Er hat einen Glauben durch den nächsten ersetzt. Das ist traurig. Argumente hat er keine.

    Hat er sehr wohl, Du siehst nur den Wald vor lauter Bäumen nicht. Er hat einen Glauben als irrationalen Glauben entlarvt, indem er ihn mit einem anderen irrationalen Glauben verglichen hat. Das ist etwas komplett anderes.

  6. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: Doedelf 14.03.16 - 15:44

    Ist genauso wie bei den leidigen Steuervermeidungsdiskussionen um Apple, Amazon, Google und Co.

    "Unternehmen müssen nicht ethisch handeln, sondern müssen für ihre Aktionäre Gewinn erwirtschaften".

    So oder so ähnlich sind die normalen Antworten. Das geht so weit das solche Antworten sogar bei Betrug ala VW gerne gepostet werden.

    Nur - wo steht das? Hat tatsächlich auch nur ein einziges Unternehmen irgendwo stehen "yeah wir scheißen auf die Welt zur wohle unseres Profits"? Es sind Menschen, die Entscheidungsträger, Leute, Freund, Nachbarn. Auch die Aktionäre, Geldgeber, Risiko Kapitalträger sind es.

    Alle könnten sich entscheiden auf ihren Profit ein wenig zu verzichten zu gunsten von z.b. weniger Kinderarbeit, sauberer Produkte, keine chemischen fragwürdigen Verbindungen im Kinderspielzeug, anständige Angaben beim Verbrauch, tatsächlich versuchen die Schadstoffnorm zu erfüllen.

    Sich daüber hinweg zu setzen ist keine Entscheidung des merkwürdigen Wesens namens "Das Unternehmen" - sondern Entscheidungen all dieser Menschen die auch Teil der Gesellschaft sind.

    Schlicht liegt es an uns selbst ob die Welt so ist wie sie ist. An jedem einzigen und seinen ganzen kleinen und großen Entscheidungen. Einfach mal nicht alles aus allem rausholen, einfach mal zurückstecken. Man muss kein Weltverbesserer sein, man muss einfach nur mal fünfe grade sein lassen.

  7. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: MrAnderson 14.03.16 - 15:55

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Technikgläubigkeit und Glauben in die freie Marktwirtschaft sind
    > Religionen.
    >
    > Unsere Technologischen Fortschritte haben uns aus dem Mittelalter in unsere
    > heutige Welt gebracht. Das würde ich nicht als einen Glauben bezeichen,
    > sofern ich nicht in Wirklichkeit nur ein träumender Höhlenmensch bin.

    Hat sie, ja ... das war die Industrielle Revolution die heute mit durch die Vernetzung in ihrer vierten Phase, Stichwort Industrie 4.0 angekommen ist.

    Aber jede dieser Revolutionen, hat neue Verlierer hervorgebracht. Mittlerweile sind die Verlierer schon in der gut ausgebildeten Schicht zu finden. Mittelstands-Präkariat. Wie viele von euch haben denn z.B. einen festen, unbefristeten Arbeitsvertrag? (gleich nach dem Studium bekommen)

    Zum Glauben, zur Religion wird es, wenn man die Technik als allein seligmachendes Ding sieht.
    Wieder Facebook ... "Wir sind sozial, wir verbinden Menschen" ja schön ... Aber, dass man auf dem Portal ungestraft Lügen verbreiten darf. Massiv die Meinung beeinflussen und eine Gesellschaft damit negativ beeinflussen kann, interessiert nicht. Hauptsache das Targeting bringt Werbegelder.

    Ich bin mir SEHR sicher, dass die Wahlen am Wochenende ohne Facebook deutlich anders ausgegangen wären. Von der Tendenz her sicher ähnlich. Aber die soziale Verantwortung die FB zukommt, interessiert Zuckerberg einen alten Kericht.

  8. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: MrAnderson 14.03.16 - 16:03

    > Schlicht liegt es an uns selbst ob die Welt so ist wie sie ist.
    /sign
    Und unter Garantie bin ich hier nicht der einzige Unternehmer der da an maßgeblicher Stelle eingreifen kann :)

    Meine Firma läuft super, mit genialem, organischen Wachstum (ohne Werbung). Ich zahle mittlerweile fast so viel Steuer, wie ich früher als Freelancer verdient habe.
    Und trotzdem saß neulich ein StartUp-Berater an meinem Tisch und konnte nicht verstehen, warum ich mir kein Venture-Kapital hole, mal ordentlich Werbung mache und expandiere: "Und dann verkaufen sie den Laden in ein paar Jahren für ein paar Millionen und machen was Neues".
    Genau in dieser Denke liegt das Problem! WTF warum noch mehr raffen, wenn man schon genug hat?

  9. Da bringst Du was durcheinander...

    Autor: Gast-Redner 14.03.16 - 16:15

    MrAnderson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    ....
    > Technikgläubigkeit und Glauben in die freie Marktwirtschaft sind
    > Religionen.

    Stimmt beides nicht. Technik basiert auf Ideen, Theorien und Lösungen und nicht auf Dogmen. Technik ist nicht konservativ, Technik diktiert einem das Leben nicht. Es mag sein, dass Menschen Technik dazu benutzen, aber Technik ist erstmal das, was uns um Menschen macht, die Unterscheidung zum Tier. Tiere können ohne Technik leben, der durchschnittliche Mensch nicht.
    >
    > Ja, es ist tatsächlich auch ein Problem des Kapitalismus, bzw.
    > Neoliberalismus. IT-Gründer sind heute die modernen Heros und je mehr assi
    > ihr Geschäftsmodell ist,.....

    Diese Menschen sind nicht Heros, weil sie Kohle machen, sondern, die machen Kohle, weil sie Heros sind. Gates, Jobs, Hewlett, Packard, Turing, Berners-Lee und all die anderen haben es geschafft, Informationen jedem zur Verfügung zu stellen und uns, die Menschheit, auf ein neues Level zu bringen.

    Was dieser Typ versucht, ist die Vereinnahmung der Technik für seine Religöse Zwecke, mit denen er wiederum sein Leben bestreiten will. Ein typischer US-Prediger, nicht mehr, nicht weniger.

  10. Re: Da bringst Du was durcheinander...

    Autor: DeathMD 14.03.16 - 16:29

    Die westliche Welt ist durchaus einem "religiösen Fanatismus" verfallen. Wir glauben an die freie Marktwirtschaft und daran, dass stetiges Wirtschaftswachstum über kurz oder lang unsere Probleme lösen wird. Technologischer Fortschritt dient dabei als eine Art "Heilsbringer" der dieses Gedankenkonstrukt namens Kapitalismus weiter am Leben erhält, um sich ein scheitern dessen nicht eingestehen zu müssen.
    Jedem sollte mittlerweile klar sein, dass stetiges Wirtschaftswachstum in einer Welt mit beschränkten Ressourcen nicht möglich ist und noch weniger möglich sein wird, wenn Volkswirtschaften wie China und Indien schön langsam auch etwas von diesem Kuchen ab haben wollen. Stellt man diese Wachstumstheorie in Frage (bei BWL und VWL Professoren an Universitäten) wird gebetsmühlenartig auf den technologischen Fortschritt verwiesen, der dieses Problem "in naher Zukunft" lösen wird und somit wieder Wirtschaftswachstum für alle verspricht. Wir glauben an nichts anderes als an einen neuen Jesus in Form eines technologischen Quantensprungs und hoffen, dass dieser bald auftauchen wird.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.03.16 16:31 durch DeathMD.

  11. Re: Da bringst Du was durcheinander...

    Autor: MrAnderson 14.03.16 - 16:50

    > Stimmt beides nicht. Technik basiert auf Ideen, Theorien und Lösungen und
    > nicht auf Dogmen.
    Ich, wie er, sprechen vom bedingungslosen Glauben an die Technik und die Machaniken der Marktwirtschaft, als Lösung für alle Probleme dieser Welt. Nicht von der Technik an sich.

    > Diese Menschen sind nicht Heros, weil sie Kohle machen, sondern, die machen
    > Kohle, weil sie Heros sind. Gates, Jobs, Hewlett, Packard, Turing, Berners-Lee und
    > all die anderen haben es geschafft, Informationen jedem zur Verfügung zu stellen
    > und uns, die Menschheit, auf ein neues Level zu bringen.
    Und hier sprechen wir nicht von den Pionieren, die vor 30-50 Jahren tatsächlich eine Revolution entwickelt haben, die uns weitergebracht hat. Sondern von heute, wo diese Technologien vorranig dazu eingesetzt werden um Unternehmesgewinne zu erhöhen ohne dass dadurch ein Mehrwert für den Anwender entsteht.

    Wir reden von Leuten wie Travis Kalanick oder Mark Zuckerberg, die sich und ihr Produkt als den riesen Fortschritt für die Menschheit betrachten.
    Aber was hat Facebook effektiv zu einer positiven Entwicklung unserer Gesellschaft beigetragen? Mir fällt da nicht wirklich etwas ein.
    Oder Uber, ein super System wenn es einmal überall selbstfahrende Einheiten gibt, die man sich über ein solches Tool bestellt. Aber Negativ wenn dadurch Menschen in prekäre Arbeitssituationen gedrängt werden. Das Produkt dient aktuell einzig dazu, dass Leute, die sich eigentlich kein Taxi leisten können, sich auf Kosten anderer (Gesellschaft, Transferleistungen, Sozialversicherung, etc.) durch die Gegend fahren lassen.
    Wir feiern die Helden des Online-Shoppings wie Zalando, Amazon, etc. ... Ist es wirklich ein Nutzen für die Gesellschaft, dass man seinen Arsch nicht mehr bewegen muss? Für alltägliche Dinge? Amazon macht zuerst den lokalen Handel kaputt, um jetzt selbst lokale Läden zu bauen.
    Das hat nichts mit Fortschritt zu tun, sondern ist purer Raubtierkapitalismus, der die Menschen letztendlich in die Abhängigkeit von einer handvoll internationaler Konzerne treibt.

  12. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: Eheran 14.03.16 - 16:51

    Das klingt super. Bitte weiter so und viel Erfolg deinem Unternehmen :)

  13. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: tingelchen 14.03.16 - 16:52

    > Genau in dieser Denke liegt das Problem! WTF warum noch mehr raffen, wenn man
    > schon genug hat?
    >
    Weil der Mensch noch nicht erwachsen ist, sondern noch immer ein kleines Kind ist ;)

    "Ich will das haben. Ich will, ich will, ich will..."

  14. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: Eisboer 14.03.16 - 17:20

    Doedelf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nur - wo steht das? Hat tatsächlich auch nur ein einziges Unternehmen
    > irgendwo stehen "yeah wir scheißen auf die Welt zur wohle unseres Profits"?
    > Es sind Menschen, die Entscheidungsträger, Leute, Freund, Nachbarn. Auch
    > die Aktionäre, Geldgeber, Risiko Kapitalträger sind es.

    Der Teufel steckt im System. Kapitalismus belohnt die Firmen, welche ihren Gewinn maximieren. Kleine Abweichungen kann es immer geben, aber die erfolgreichsten Firmen werden immer diejenigen sein, die Kapital am meisten vermehren.

    Am Ende heißt das, dass eine Firma die sozial gerecht und fair handelt, keine Kredite bekommt und deswegen nicht wachsen kann, weil der Kapitalist sein Geld lieber bei der nächsten Firma anlegt.

    Ich denke die Geschichte hat ausreichend bewiesen, dass es immer genug Menschen gibt, welche den Kapitalismus bedienen und sich nicht bewusst zurückhalten.

  15. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: dontcare 14.03.16 - 17:29

    MrAnderson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eheran schrieb:
    > ------------------------------------------------------------
    >Wie viele von euch haben denn z.B. einen
    > festen, unbefristeten Arbeitsvertrag? (gleich nach dem Studium bekommen)
    >

    Ich. Einen während des Bachelors und in einer anderen Firma direkt nach dem Master.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.03.16 17:30 durch dontcare.

  16. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: Anonymer Nutzer 14.03.16 - 17:35

    MrAnderson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Moment acht Threads, von denen sechs damit starten, dass man Casey
    > Gerald ins Lächerliche bzw. Unglaubwürdige zieht.

    Und womit?

    > Sind die deutschen Hochschulen tatsächlich dazu verkommen Fachidioten
    > auszubilden? Wie viele von euch haben studiert? Ein Großteil nehme ich doch
    > an. Und dann seid ihr nicht in der Lage seine Einleitung, mit seinem
    > Verlust an den "Glauben in die Technik" in Verbindung zu setzen? Rethorisch
    > imho übrigens ein super Kniff um die Zuhörer zu binden.
    > Technikgläubigkeit und Glauben in die freie Marktwirtschaft sind
    > Religionen.

    Er spielt den geheuchelten Verständnisbringer, der Nichts aber auch gar nichts ändern wird. Genau wie Neo in Matrix, der hat auch nichst geändert- man könnte auch sagen er ist der Antichrist, der alle verrät.

    > Ja, es ist tatsächlich auch ein Problem des Kapitalismus, bzw.
    > Neoliberalismus. IT-Gründer sind heute die modernen Heros und je mehr assi
    > ihr Geschäftsmodell ist, desto mehr Venture-Kapital bekommen sie. Soziale
    > Faktoren spielen keine Rolle. Randgruppen oder andere Ideen werden per
    > fehlendem Eintrag im Pulldown-Menü oder der Selection Box einfach
    > ausgeschlossen. (Im UI, das von Teilen von euch programmiert wird)

    Das stimmt. Aber man will es doch gar nicht ändern. Man ändert nicht einmal die Dinge, die man vor Wahlen vorgibt zu ändern wie die Schließung von Guantanamo, die Beendigung von S21, .... usw. Es geht nur ums gewählt werden. Dann ist man denen Gefallen schuldig, die dafür gesorgt haben, dass man gewählt wurde....
    Und genau jene initiieren solch eine Betroffenheitskampagne, damit die Bürger wieder einen "Neo" haben, an den sie Glauben können. Dabei ist es im Besten Fall nichtmal ein Honeypot.

    > Bestes Beispiel das kostenlose Internet, das Facebook für
    > Entwicklungsländer plant. Wäre ein tatsächliches Interesse am "Verbessern
    > der Welt" vorhanden, würde man ein offenes Internet konzipieren. So geht es
    > einfach darum neue Nutzer für das eigene Netzwerk zu bekommen. Mehr nicht.
    > Pseudo-soziales Engagement.

    Klar, wer glaubt denn Firmenwerbung.

    > Ich habe im Studium gelernt, dass man als Designer/Entwickler/"Macher neuer
    > Dinge" immer auch den gesamtgesellschaftlichen Kontext bei der Konzeption
    > beachten muss. Wie wirkt sich etwas auf Arbeitsbedingungen aus? Wie auf die
    > Umwelt, wie auf die ökonomischen Systeme, in die man eingreift? ...
    > Parameter, die in der IT-Gründerszene kaum eine, bis keine Rolle spielen.
    > Wichtg sind die Wachstumszahlen und der ROI. Mehr nicht.

    Es geht um Macht und das behalten dieser. Also um Etablierung und Festigung von Machstrukturen, sprich einem Machtsystem. Um ein solches auch in schweren Zeiten, z.B. wenn die Umverteilung markante Teile der Mittelschicht zum Erodieren bringt, auf Kurs zu halten werden ab und an Heilsbringer ins Leben gerufen. Die gehören auch zu diesem System und sollen Energien verpuffen lassen, also ins Leere laufen lassen. Pegidia und AFD wären weitere Beispiele.

    > Ich finde es gut, dass Soziale Verantwortung auch einmal in diesen Kreisen
    > angesprochen wird.

    Ich auch. Aber es wird dabei bleiben. Und das ist das Kalkül.

    > Und man den Verantwortlichen zeigt, dass sie bei weitem
    > nicht so sozial sind, wie sie immer gerne tun.

    Und was jetzt? Ändert man etwas?
    Nein, es wird nur ausgesprochen und weite Teile der Bürger fühlen sich verstanden.
    Puff.

  17. Kapitalismus

    Autor: CraWler 14.03.16 - 18:51

    > Wichtg sind die Wachstumszahlen und der ROI. Mehr nicht.

    Ja, aber Firmen die sich nicht danach ausrichten sind nicht konkurrenzfähig und verschwinden vom Markt. So, das ist eben die Lgik des Kapitalismus und solange man da nicht am System ansetzt wird sich da nix ändern.

    -----------------------------
    Piratenpartei Wähler

  18. Re: Kapitalismus

    Autor: divStar 14.03.16 - 20:39

    Wow. Ich wollte auf einen Post antworten... Aber hier sind so viele Antworten falsch, dass ich das nicht schaffe.
    Das schlimmste sind Lügen, die wie Wahrheiten aussehen und gar als solche dargestellt werden.

    Neo hatte in Matrix erreicht, dass Menschen, die sich ausklinken wollten, das auch könnten ohne vorher zu sterben oder gehackt zu werden. Er hatte erreicht, dass die menschliche und technologische Zivilisation nicht aussterben. Er hat viele Menschen direkt gerettet. Usw.
    Um das zu verstehen, musste man aber alle 3 Filme gesehen und verstanden haben.

    Unternehmen, die profitabler und größer werden wollen, setzen dazu oft alle Mittel ein - auch sozialfeindliche. Das liegt in der Natur des Kapitalismus. Jene Unternehmen, die das nicht tun, sind meist nicht darauf aus groß zu werden oder immer größere Gewinne ab zu werfen. Das ist sozial löblich, jedoch meist wirtschaftlich dumm.

    Das Problem ist der Kapitalismus. Aber ich kenne leider nichts, was besser wäre als diesen zu regulieren und somit sozialer zu machen. Das beste für jeden wäre es genug zu haben, um alles machen zu können. Trotzdem würde das nicht funktionieren weil einige Dinge eben nur möglich sind wenn man so reich ist, dass man nicht weiß wohin mit dem Geld. Außerdem funktioniert Kommunismus in der Praxis nicht weil es immer Leute gibt und geben wird, die mehr haben oder haben wollen als andere und weil nicht jeder die gleichen Voraussetzungen mitbringt (körperlich und/oder geistig).

    Viele machen sich auch gar keine Gedanken darum, ob Menschen auf diesem Planeten in 100 Jahren noch leben werden können. Religion und Hautfarbe sowie Ursprung spielt da keine große Rolle wenn man sich die Reichen auf der Welt ansieht.

    Da hilft auch das Predigen nichts, denn ist man nicht im System und in der Gesellschaft, ist man außerhalb. Das kann man sich heutzutage nicht leisten.

    Dann schreibt hier wer Technologie hätte Millionen von Menschen umgebracht. Ohne sie hätte es diese Millionen gar nicht gegeben. Überbevölkerung ist ein Problem des Technologiezeitalters, denn nur durch sie und die daraus resultierenden lebensverlängernden Maßnahmen ist es überhaupt erst dazu gekommen.
    Dass es immer mehr Menschen gibt, zeugt vom Erfolg der Technik (man vergleiche einfach die Lebenserwartung).

    Wenn eine übliche Religion so etwas vorweisen könnte, würden wir jetzt alle dieser angehören. Tun wir aber nicht. Stattdessen hinterfragen wir Technik und entwickeln sie - bei einer traditionellen Religion undenkbar. Es gibt noch sehr viele andere Unterschiede, aber diese hier anzuführen würde zu lange dauern.

    Außerdem ist gar nicht bewiesen wie sich die Industrie auf die globale Erwärmung auswirkt. Es ist wahrscheinlich, dass diese nur zu einem Bruchteil daran Schuld ist - den Rest macht der Orbit und die Sonne, denn heiße Zyklen und Eiszeiten gab es auch davor öfter. Dass wir als Menschen, die fortschrittlich sein wollen, versuchen sollten etwas dagegen zu tun ist richtig. Aber solange wir den puren Kapitalismus nicht in Rente schicken, werden derlei Dinge - aber auch Dinge wie der Schutz der Erde vor Einschlägen von Meteoriten usw. unwirtschaftlich bleiben.

    Nur werden Reiche, die vom Kapitalismus profitieren und Macht haben, diesen ganz sicher nicht abschaffen und die Meinung gewöhnlicher Sterblicher hat kein Gewicht außer es sind Millionen oder gar Milliarden.

  19. Re: Ich bin etwas entsetzt ....

    Autor: DrWatson 14.03.16 - 21:02

    Doedelf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Unternehmen müssen nicht ethisch handeln, sondern müssen für ihre
    > Aktionäre Gewinn erwirtschaften".
    >
    > So oder so ähnlich sind die normalen Antworten. Das geht so weit das solche
    > Antworten sogar bei Betrug ala VW gerne gepostet werden.

    Volkswagen hat extrem versagt. Ich verstehe nicht, wieso du das als Gewinn hinstellst.

  20. Re: Kapitalismus

    Autor: DrWatson 14.03.16 - 21:18

    CraWler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wichtg sind die Wachstumszahlen und der ROI. Mehr nicht.
    >
    > Ja, aber Firmen die sich nicht danach ausrichten sind nicht konkurrenzfähig
    > und verschwinden vom Markt. So, das ist eben die Lgik des Kapitalismus und
    > solange man da nicht am System ansetzt wird sich da nix ändern.

    Firmen verschwinden vom Markt, wenn sie Dinge herstellen, die keiner will (Yahoo) und sie machen Verluste, wenn sie Abgaswerte fälschen.

    Das sehe ich gerade als Vorteil und nicht als etwas, das man ändern sollte.

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