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Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: /mecki78 12.06.15 - 17:38
Die Möglichkeiten eine Technik zu nutzen ergeben sich erst dann, wenn die Technik bereits vorhanden ist. Kein Mensch kann vorhersagen, was alles möglich wäre, wenn jeder Haushalt in Deutschland 200 Mbit/s hätte (vor allem, wenn es symmetrisch wäre) und ohne dass wir das realisieren, werden wir es auch nie erfahren.
Anfang der 70er Jahre hieß es auch: Welcher Privathaushalt braucht schon einen eigenen Computer im Wohnzimmer? Computer? Das brauchen doch nur Firmen und Tech-Nerds.
Und Anfang der 80er hieß es: Welcher Privathaushalt braucht schon einen Internetanschluss? So was brauchen höchstens große Konzerne und Hacker.
Das Computer jedes Jahr schnellere CPUs und mehr RAM bekamen war nicht, weil das irgendwer wirklich dringend gebraucht hätte. Hat ja auch alles davor mit weniger Rechenpower und Speicher funktioniert. Die Softwareentwickler bestimmen nicht, wie die Systeme ausgerüstet sie, sie finden die Systeme so vor, wie sie sind und schauen dann, was sich damit umsetzen lässt; sie passen ihre Software an die Systeme an, nicht umgekehrt.
Und was für großartige Software heute möglich ist, das konnte vor 20 Jahren auch noch kein Mensch erahnen, weil auf einen 20 Jahre alten Rechner wäre so eine Software unmöglich gewesen. Sie hätte nicht einmal in den Arbeitsspeicher gepasst und wäre höchstens von der Geschwindigkeit nicht bedienbar gewesen, weil viel zu langsam (so als ob man heute in Zeitlupe filmt).
Verfahren wie H264 wären nie entwickelt worden, wenn Computer auf dem Stand eines 386er eingefroren wären. Ein Video zu encodieren hätte Tage gedauert, es in Echtzeit abzuspielen, undenkbar! Ein 386er schafft es wahrscheinlich nicht einmal MP3 in Echtzeit abzuspielen.
Wir brauchen 200 Mbit/s für die Anwendungen, Techniken, Services und Dienstleistungen, die nur mit so viel Bandbreite sinnvoll machbar sind. Welche das sind? Das weiß ich nicht, weil es die noch gar nicht gibt. Aber sie werden auch nicht kommen, wenn diese Bandbreite nicht kommt!
Es geht beim Netzbau nicht um die Frage, was man heute braucht, weil das Netz wird ja nicht über Nacht gebaut. Um die Frage, was man heute braucht, da hätte man sich vor einigen Jahren Gedanken zu machen sollen. Man baut für die Zukunft, die Frage ist also was man morgen und was man übermorgen braucht. Und sofern man keine Kristallkugel hat ist es sehr vermessen zu behaupten, dass man auch übermorgen noch keine 200 Mbit/s brauchen wird.
/Mecki -
Re: Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: Moe479 12.06.15 - 17:55
mehrfaches gleichzeitiges 8k hausfrauen-vod, töchterchen sieht was anderes mami, nebenbei durchsucht papi seine 50megapixel urlaubsbilder in der cloud, und sohnemann zockt nen gestreamten shooter ... 200mbit/s reichen dafür nicht!
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Re: Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: Auf 'ne Cola 12.06.15 - 18:28
dummer Kommentar
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Re: Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: exxo 12.06.15 - 18:39
No one needs a computer at home. Das hat der Boss von Digital in den 1970ern gesagt und den Markt verschlafen.
Außer Journalisten und Ausendienstlern braucht keiner ein Notebook, hat Steve Jobs im Jahre 1985 gesagt.
Das zu solchen aussagen... -
Re: Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: Ovaron 13.06.15 - 15:10
/mecki78 schrieb:
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> Die Möglichkeiten eine Technik zu nutzen ergeben sich erst dann, wenn die
> Technik bereits vorhanden ist. Kein Mensch kann vorhersagen, was alles
> möglich wäre, wenn jeder Haushalt in Deutschland 200 Mbit/s hätte
Kindergarten. Die Asiaten haben seit 10 Jahren 100 Mbit. Es ist genau keine neue Möglichkeit dazu gekommen. -
Re: Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: /mecki78 13.06.15 - 21:54
Ovaron schrieb:
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> Es ist genau keine
> neue Möglichkeit dazu gekommen.
Stimmt doch gar nicht; die kennst du nur nicht, weil sie hier bisher nicht angeboten werden. Ich kenne jemand, der hatte in Asien bereits Ende der 90er 100 Mbit/s Glasfaserkabel. Kannst du dich noch an die Zeit Ende der 90er erinnern? So an die Zeit von Windows 98? Der hat damals schon seine Daten (seine riesige Musiksammlung) auf Servern online gespeichert (wir nennen das heute Cloudspeicher, aber den Begriff gab es damals noch gar nicht), der hatte schon damals Videotelefonie in quasi HD Qualitat (lange vor Skype, das kam 2003 auf den Markt) , hat Videofilme gestreamed (von seinem Anbieter, on-Demand) und konnte problemlos Live Fernsehen allen 4 PCs daheim zeitgleich als Stream empfangen (in besser Qualität als ich das auf einen einzigen Gerät hätte machen können). Ich bin heute technisch von den Möglichkeiten in etwa dort, wo er Ende der 90er war, fast zwei Jahrzehnte später.
/Mecki -
Re: Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: Ovaron 14.06.15 - 12:38
/mecki78 schrieb:
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> Ovaron schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> > Es ist genau keine
> > neue Möglichkeit dazu gekommen.
> Stimmt doch gar nicht
Aha.
> Ich kenne jemand, der hatte in Asien bereits Ende der
> 90er 100 Mbit/s Glasfaserkabel. Kannst du dich noch an die Zeit Ende der
> 90er erinnern? So an die Zeit von Windows 98? Der hat damals schon seine
> Daten (seine riesige Musiksammlung) auf Servern online gespeichert
Ja und? Das haben die Kumpels in D auch gemacht. Mit ISDN.
Neue Mbit-Services -> 0
>der hatte schon damals Videotelefonie
Hatten wir ebenfalls mit ISDN.
Neue Mbit-Services -> 0
>in quasi HD Qualitat
Mehr ist Besser bezweifelt ja keiner. Es geht darum was erst dank höherer Mbit-Zahlen geht.
> Videofilme gestreamed
DVD -> 6 Mbit. Neue Services dank hoher Mbit-Zahlen: Weiterhin 0.
> Live Fernsehen
-> 6 Mbit. Siehe DVD.
>allen 4 PCs daheim zeitgleich
Mehr ist besser. Unbestritten. Neue Services weiterhin: 0
> Ich bin heute technisch von den Möglichkeiten in etwa dort, wo er Ende der 90er war,
> fast zwei Jahrzehnte später.
Aber nicht weil Du 100 Mbit hast. Es gibt für jeden Service einen Bitraten-Bereich ab dem er sinnvoll nutzbar ist. Zum Beispiel Streaming ab 6 Mbit. Zum Beispiel Download ...naja, schlechtes Beispiel...ab 1 Mbit vielleicht...
Unabhängig davon profitiert die gefühlte Qualität natürlich von höherern Bitraten. Ich kann mein NAS übers Internet mit 1 Mbit ansprechen (Upload am ADSL-Anschluß). Bei 10 Mbit macht das aber mehr Spaß, bei 40 Mbit wirds dann komfortabel. Ein neuer Service den es erst wegen der 100 Mbit gibt ist das deswegen trotzdem nicht. -
Re: Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: Dwalinn 15.06.15 - 10:16
100 Mbit ist zurzeit auch noch Overkill (außer bei größeren Familien)
Aber wir Bewegen uns alle Richtung Cloud/Streaming und co.
Mit einer 50 Mbit Leitung kann man schon jetzt seine Serien/Filme in Full HD sehen ohne andere Nutzer am gleichen Anschluss zu behindern aber in 5 Jahren wollen die Leute vll nichts unter "4k" haben und dann gucken Mama/Papa halt eine sache und der Sohnemann etwas anderes und wozu den PC über nacht laufen lassen für Downloads wenn man etwas auch schon in einer Stunde haben kann. Zur Zeit halte ich eine 50 Mbit Leitung für Ideal (bekomme ich nach 2 Jahren LTE wohl ab nächsten/übernächsten Monat) alles darüber hinaus bietet mir jetzt zu wenige vorteile... aber das wird nicht immer so sein.
Daher halte ich Glasfaser auch auf lange sicht in für Zukunftssicher die 50 Mbit hingegen ist nur mittelfristig Okay.
Zudem wissen wir doch das Mehr immer besser ist ;-) -
Re: Welcher Privathaushalt braucht schon 200 MBit/s
Autor: Ovaron 15.06.15 - 20:40
Dwalinn schrieb:
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> in 5
> Jahren wollen die Leute vll nichts unter "4k" haben
Och Du, das wollen die schon heute. Und zwar alle.
Da fehlt dann häufig der Platz im Wohnzimmer. Extra anbauen oder Umziehen wäre übertrieben, also verzichtet man. Geht ja auch ohne.
Oft fehlt am Gerät. Extra kaufen obwohl der HD-TV keine zwei Jahre alt ist wäre möglich, aber das Geld investiert man lieber in einen Urlaub oder ein Auto oder die Reperatur der Heizung. Also verzichtet man. Geht ja auch ohne.
Oder fehlt es an den Inhalten. Denn die Kosten Aufpreis gegenüber HD. Aber das Geld investiert man lieber in einen Urlaub oder ein Auto oder die Reperatur der Heizung. Also verzichtet man. Geht ja auch ohne.
Oder es fehlt am schnellen Internetanschluß. Mit 100 Mbit könnte man nur drei Kanäle in UHD schauen, schon das vierte Familienmitglied müßte auf HD ausweichen oder bei einem der anderen mit schauen oder was ganz anderes machen. Also ruft man nach der Politik und betont wie wichtig es für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist das mehr als 100 Mbit flächendeckend, mindestens aber im eigenen Haushalt, zur Verfügung gestellt werden.
Finde den Fehler.
> und wozu den PC
> über nacht laufen lassen für Downloads wenn man etwas auch schon in einer
> Stunde haben kann.
Natürlich ist mehr Bitrate was feines. Und natürlich macht der Download von großen Programmen in Windeseile "Spaß" und ist schon bei 25 Mbit tendenziell "nervig". Aber - Entschuldigung - wirklich schlimm ist das nicht, oder? Das ist ein reines Luxus-Problem und wer Luxus will soll ihn gerne bekommen - aber auch selbst dafür bezahlen. Und für diesen Luxus jetzt schon bezahlen wollen offenbar nur die wenigsten. Du und ich und ziemlich viele hier Forum vermutlich, aber in Summe trotzdem immer noch verschwindend wenige.
> Daher halte ich Glasfaser auch auf lange sicht in für Zukunftssicher die 50
> Mbit hingegen ist nur mittelfristig Okay.
100/40 flächendeckend sind angestrebt. 200/x0 (im Idealfall, mit geringerer Abdeckung als bei 100/40) werden wohl auch noch kommen. Das sollte Mittelfristig reichen und Mittelfristig sollten 10 Jahre oder mehr sein.
> Zudem wissen wir doch das Mehr immer besser ist ;-)
Unbestritten. Ich hab Hybrid, das haut beim nächtlichen Download der Windows10 ISO ordentlich rein.



