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  5. › Tisa: Ein Abkommen gegen Open Source

@golem lese nur ich das völlig anders?

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  1. @golem lese nur ich das völlig anders?

    Autor: contentmafia 05.06.15 - 12:30

    Ihr zitiert:

    Kein Unterzeichner darf den Transfer von oder den Zugang zu Quellcode von Software eines Unternehmens aus dem Land eines anderen Unterzeichners zur Bedingung für Dienstleistungen im Zusammenhang mit dieser Software machen.

    Ihr behauptet nun zum wiederholten Mal, diese Aussage würde sich gegen Open Source richten. Meine Frage: wieso?

    Ich lese den Satz sinngemäß so: wer als Kunde Software kauft oder entwickeln lässt, der darf die Vergabe nicht davon abhängig machen, ob er auch den Quellcode dieser Software komplett mit ausgeliefert bekommt. Der bleibt eben im Zweifel beim Lieferanten und dessen Eigentum.

    Das richtet sich doch nicht gegen Open-Source (im Sinne von Software, die jeder nutzen oder verwerten kann), sondern gegen Auftraggeber, die meinen, wenn sie eine Software kaufen, dann gehört ihnen grundsätzlich auch der Source Code (so, wie auch jedem Autokäufer die Fabrik gehört, in der das Auto gebaut wurde ... äh ... ist doch so, oder nicht?)

    Wenn gemeint ist, dass sich das Abkommen gegen KUNDEN richtet, die auf der Herausgabe von Quellcode bestimmen, dann mag das zutreffen. Das ist sicher eine erhebliche Einschränkung, weil es z.B. der US-Regierung ermöglichen könnte, US-Unternehmen zum Einbau von Spy- und Malware zu verpflichten, die dann praktisch nicht mehr zu entdecken wäre.

    Aber was das mit Open Source zu tun haben soll, verstehe ich nicht. Ihr geht hier offenbar stillschweigend davon aus, dass ein Kunde den vom Lieferanten erhaltenen und evtl. teuer bezahlten Quellcode dann gleich wieder der Allgemeinheit als "Open Source" zugänglich macht. Das dürfte mehrheitlich aber nicht der Fall sein.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 05.06.15 12:37 durch contentmafia.

  2. Re: @golem lese nur ich das völlig anders?

    Autor: shyps 05.06.15 - 12:37

    du meinst, eigentlich könnte die ausschreibung free software (die folglich nicht "owned by another person" ist) zum gegenstand machen und sich diesem paragrafen entziehen?

    ich frage mich, ob das nicht explizit dahinter stehen müsste. am ende muss dieser text evtl. von einer dieser neuen gerichtsbarkeiten verhandelt werden, also kann man wohl nicht damit zufrieden sein



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.06.15 12:38 durch shyps.

  3. Re: @golem lese nur ich das völlig anders?

    Autor: contentmafia 05.06.15 - 12:40

    shyps schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > du meinst, eigentlich könnte die ausschreibung free software (die folglich
    > nicht "owned by another person" ist) zum gegenstand machen und sich diesem
    > paragrafen entziehen?
    >
    > ich frage mich, ob das nicht explizit dahinter stehen müsste. am ende muss
    > dieser text evtl. von einer dieser neuen gerichtsbarkeiten verhandelt
    > werden, also kann man wohl nicht damit zufrieden sein

    Ich meine, dass der Begriff Open Source hier völlig fehl am Platze ist. Es geht nicht um Open Source, sondern um das Recht eines Kunden, den Quellcode der speziell für IHN entwickelten Software einsehen zu dürfen. Das hat mit Open Source nun wirklich gar nichts zu tun, sondern heißt einfach nur "Rechte am Quellcode". Auch in Deutschland ist es nicht unüblich, dass einem Kunden die Einsicht in den Quellcode verwehrt bleibt, selbst dann, wenn eine Software komplett individuell für ihn entwickelt wurde. So schützen viele Lieferanten ihr Know-How und sichern sich eine langfristige Einkaufsbeziehung.

    Das Fiese an der vorgeschlagenen Regelung ist m.E., dass z.B. in öffentlichen Ausschreibungen, bei Rüstungsprojekten o.ä. nicht mehr verlangt werden dürfte, dass Linux verwendet wird, MIT DER BEGRÜNDUNG, dass schließlich sämtlicher Quellcode durch den Lieferanten einsehbar sein muss. Ich will dieses Problem gar nicht klein reden. Aber es verbietet einem Lieferanten nicht, trotzdem eine auf Linux basierende Software anzubieten und damit eben diese Transparenz ggü. dem Kunden anzubieten.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.06.15 12:47 durch contentmafia.

  4. Re: @golem lese nur ich das völlig anders?

    Autor: Trockenobst 05.06.15 - 12:45

    contentmafia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich lese den Satz sinngemäß so: wer als Kunde Software kauft oder
    > entwickeln lässt, der darf die Vergabe nicht davon abhängig machen, ob er
    > auch den Quellcode dieser Software komplett mit ausgeliefert bekommt. Der
    > bleibt eben im Zweifel beim Lieferanten und dessen Eigentum.

    "zur Bedingung für Dienstleistungen"

    D.h. wenn ich eine Ausschreibung mache: Software X mit diesen Features, dann darf ich nicht dazuschreiben "Muss OpenSource sein"

    Wer also die Funktionen erfüllt, billiger ist, besseren Service liefert, darf jemanden der erstmal OpenSource liefert und die anderen Punkte nicht unbedingt erfüllt, nicht schlechter gestellt werden.

    Es geht hier schlicht und einfach darum, dass der Systemwechsel hin zu einer offenen Infrastruktur des Staates, der *nur* durch OpenSource möglich ist, verhindert werden soll.

    > wieder der Allgemeinheit als "Open Source" zugänglich macht. Das dürfte
    > mehrheitlich aber nicht der Fall sein.

    Du willst den Text falsch verstehen. Den Source Code in einem sicheren Zimmer ansehen ist nicht das selbe wie OpenSource. OpenSource ist per Definition für andere sichtbar, außer man beauftragt irgendwen spezifisch. Das ist etwa bei LibreOffice nicht gegegeben. Das kann niemand mehr beauftragen, das existiert bereits.

    Wir könnten sogar noch weiter gehen und sagen, der Staat *möchte* das jeder den Source bekommt, weil er seine Milliarden lieber für die Allgemeinheit denn an US-Multimilliardäre ausgibt. Auch das ist dem Staat als wirtschaftspolitische Maßnahme hier nicht gestattet.

  5. Re: @golem lese nur ich das völlig anders?

    Autor: shyps 05.06.15 - 12:46

    also ich habe da nur eine weitere nebensächlichkeit im blick, nämlich dass "providing services related to such software" für mich eigentlich nicht auf die herstellung der software zielt

    für mich ist dass ein microsoftparagraph, der da heisst "sowas wie LiMux ab jetzt bitte nicht mehr". zumindest wenn das nicht auszuschliessen ist, sehe ich das problem, das patrick beuth damit hat, ebenfalls

    ps: die softwareentwicklung für den kunden scheint sogar explizit ausgeschlossen mit "paragraph 1 is limited to mass-marked software"



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.06.15 12:49 durch shyps.

  6. Re: @golem lese nur ich das völlig anders?

    Autor: spiderbit 05.06.15 - 13:00

    Ja natuerlich richtet sich das gegen Opensource, es sagt das man das nicht mit bewerten darf ob etwas opensource ist. Man darf nicht opensource POSITIV diskreminieren.

    Es diskreminiert selbst rein finanziel Open source. Wie ist denn der IST zustand fast ueberall ist Word und Windows und so zeug, Ein Umstieg kosten einmalig mehr danach ist man aber weniger abhaengig von einem Anbieter und durch den dadurch hoeher moeglichen Wettbewerb da es fuer diese software kein Monopol beim Support gibt, sinken die Preise.

    Software also auf einen einzigen Auftrag hin auf die Kosten zu beurteilen funktioniert nicht. Besonders weil eben ueberall aktuell geschlossene Software eingesetzt wird.

    Gut das koennte man damit umgehen das man 20 Jaehrige Supportvertraege mit verhandelt, aber das wird man nicht machen.

  7. Re: @golem lese nur ich das völlig anders?

    Autor: honk 05.06.15 - 14:39

    contentmafia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ihr zitiert:
    >

    > Ich lese den Satz sinngemäß so: wer als Kunde Software kauft oder
    > entwickeln lässt, der darf die Vergabe nicht davon abhängig machen, ob er
    > auch den Quellcode dieser Software komplett mit ausgeliefert bekommt.
    Und genau das richtet sich doch gegen OpenSource. Die Frage, ob man bei Beauftragung einer Software die rechte am Quellcode oder wenigstens den Zugang dazu erhält ist doch eine ganz wesentliche Frage.

    Und ganz ganz langsam setzt es sich auch bei öffentlichen Ausschreibungen durch, das dies für beauftragte Entwicklungen gefordert wird. Sowohl für die Sicherheit als auch für die nachhaltige Software Entwicklung hat das für den Auftraggeber große Vorteile.

    Ein offener Quellcode ist damit eine wichtige Eigenschaft der Software, die sich durchaus auch in den Kosten der Beauftragung niederschlagen kann. Schließlich verkauft der Entwickler damit auch Einen Teil seines Know How. Mit diesem Gesetz würde dem ein Riegel vorgeschoben, da im Zweifelsfall bei öffentlichen Ausschreibungen das günstigste Angebot angenommen werden muss. Eigenschaften die nicht im Ausschreibungstext stehen, werden dann natürlich nicht berücksichtigt.

  8. Re: @golem lese nur ich das völlig anders?

    Autor: spiderbit 05.06.15 - 15:37

    ja das ist ungefaehr so wie wenn man Saatgut kaufen will und beim Preis nicht beruecksichtigen darf ob das Saatgut patentiert und das geerntete Saatgut wieder aus gesaet werden kann und spriest oder nicht.

    Man kann doch nicht sagen das beides gleichwertige Produkte sein muessen, bzw so behandelt werden muessen, wenn es nicht das gleiche ist.

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