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Neudefinition von Wahrheit

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  1. Neudefinition von Wahrheit

    Autor: /mecki78 06.12.21 - 15:11

    Wenn das Trump Lager die Wahrheit als Lüge bezeichnet, dann lässt das nur eine Schluss zu, nämlich das deren Wahrheiten Lügen sein müssen. Denn diese Bevölkerungsgruppe lebt in einer surrealen Welt, in der man sich Wahrheiten aussuchen darf. Jeder darf da selber bestimmen was wahr ist, aber so funktioniert das nur, wenn man in einer fiktiven Welt lebt. In der realen Welt gibt es nur eine absolute Wahrheit und alles andere ist per Definition nicht wahr. Entweder Folgt B aus A, oder es tut es nicht oder man weiß es nicht, dann darf man aber weder das eine noch das andere behaupten. Aber auf keinen Fall darf kann man sich das frei Schnauze aussuchen, wie man lustig ist.

    Genau das aber tun Trump Anhänger. Sie definieren Wahrheit als das, was sie als Wahrheit haben wollen. Bei diesen Menschen funktioniert das so: Ob es die Klimaerwärmung gibt oder nicht, hängt davon ab, ob ich bereit bin zu glauben, dass es sie gibt. Glaube ich nicht dran, dann gibt es sie auch nicht. Ich muss also nur die Existenz eines Problems leugnen und schon verschwindet es. Und ja, das klingt mit Recht irgendwie geisteskrank, weil es bedeutet, dass ich jedes Problem so lange ignoriere, bis es so schlimm geworden ist, dass ich es nicht mehr ignorieren kann und es mich mit voller Härte trifft. Dann auf einmal wird es akzeptiert, aber dann ist der Schaden schon unumkehrbar. Und daraus werden aber keine Lehren gezogen, sondern auch das nächste Problem wird wieder geleugnet, bis es nicht mehr geht.

    Es gibt noch eine Gruppe von Menschen, deren Welt so funktioniert: Die von Kleinkindern. Aber die können nichts dafür, denn denen fehlt die geistige Reife und Erfahrung. Also was lehrt uns das über Trumpanhänger? Richtig, dass sind Menschen, die geistig zu großen Teilen im Kleinkinnalter stecken geblieben sind. Die geistige Entwicklung, die die meisten Menschen irgendwann mal gemacht haben, die haben sie verschlafen. Es sind Kleinkinder in erwachsenen Körper, die gelernt haben Erwachsene überzeugend zu spielen, so dass man ihnen das nicht ansieht, ohne wirklich jemals welche geworden zu sein. Das sieht man auch an anderen Stellen, wie z.B. unsinnigen Trotzreaktionen, kompletten Fehleinschätzungen, massiver Selbstüberschätzung, gewalttätigen Wutausbrüchen, Argumentation abseits jeglicher Logik, die Unfähigkeit einfache Sachzusammenhänge zu erfassen, Schuld wird immer nur bei anderen gesucht, Selbstreflexion findet nicht statt, usw.

    Aber das ist kein amerikanisches Phänomen. Wir haben diese Menschen auch. Viele von denen laufen heute als Impfskeptiker herum und verbreiten abstruse Verschwörungstheorien, andere werden rechtsradikal. Das ist der gleich Schlag Menschen. Auch diese Menschen definieren sich ihre Wahrheit so, wie es ihnen gefällt. Im Grunde das Pipi-Langstrumpf-Syndrom. Diese Menschen sind in der Vergangenheit nur nicht so stark aufgefallen, weil sie eben die meisten Zeit die Rolle des vernünftigen Erwachsenen echt gut gespielt hatten; wobei man da bei manchen so eine Vorahnung hatte, die sich dann auch bestätigt hat.

    Woher das kommt kann ich nicht sagen. Viele denke zuerst an Erziehung, aber wenn dem so wäre, warum können dann vernünftige Eltern derart unvernünftige Kinder haben? Es gibt genug Eltern von Trumpanhängern in den USA, die sich für ihre Kinder schämen. Umgekehrt gibt es aber auch Kinder, deren Eltern Trumpanhänger sind und wo sich dann die Kinder für ihre Eltern schämen. Das schließt aber auch Genetik aus, denn sonst würde sich das ja vererben. Dennoch tritt es gehäuft auf, dass Eltern das an ihre Kinder weitergeben.

    Meine Theorie: Es findet ein der Pubertät ein Entwicklungsprozess statt, welcher der Selbstfindung dient und in dem sich Kinder auch von ihren Eltern abwenden, wo sie sich praktisch abnabeln und hier wirkt das Umfeld stärker auf Menschen ein als das Elternhaus. Eltern, die ihren Kindern aber das Umfeld diktieren, beeinflussen natürlich diesen Prozess. Dürfen sich Kinder von Ultrakonservativen nur mit Kindern anderer Ultrakonservativen treffen, dann nehmen diese zwangsweise ultrakonservative Ansichten an. Das gleiche gilt natürlich für radikale Ökos oder Linke und bitte nicht religiöse Gruppierungen vergessen. Und durch die Einmischung der Eltern kann dieser Prozess auch stark gestört werden, so dass der Übergang zum Erwachsenen nicht vollständig vollzogen werden kann.

    Und dann irgendwann endet die Pubertät und diese halbgare Zustand wird dann praktisch auf Lebenszeit eingefroren und bleibt dann dieser unvollständige Erwachsene, der jetzt zwar alles darf und für sich selber verantwortlich ist, der aber nur bedingt dazu in der Lage ist eigenständig vernünftige Entscheidungen zu treffen. Und dann passiert etwas, das man auch verstärkt bei jugendlichen sehen kann: Man sucht nach Führung. Man schließt sich Gruppierungen an oder folgt Einzelpersonen, die einem sagen, was man tun soll, was man denken soll, die praktisch die Lücke ausfüllen, die man selber nicht füllen kann, weil man nie gelernt sich selber zu führen. Man hat nie gelernt, dass man jetzt sein Leben alleine gestalten muss und die Zeit, wo Eltern das für einen getan haben, vorbei ist. Oder ganz platt formuliert: Man sucht Ersatzeltern.

    Für viele Amerikaner ist Trump einfach so eine Art Ersatz-Vater und was der Papa sagt, das stellen Kleinkinder nicht in Frage. Die Ironie dabei ist, Trump war nicht mal für eine eigenen Kindern ein richtiger Vater gewesen ist.

    /Mecki



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.21 15:15 durch /mecki78.

  2. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: Kukulkan 06.12.21 - 15:22

    Gut geschrieben (bis auf die letzten Sätze ;-) ), danke. Ansonsten kann ich nur Zustimmen. Gute Zusammenfassung, denn so sehe ich das auch. *daumenhoch*

  3. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: thecrew 06.12.21 - 15:49

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn das Trump Lager die Wahrheit als Lüge bezeichnet, dann lässt das nur
    > eine Schluss zu, nämlich das deren Wahrheiten Lügen sein müssen.

    Ist wie mit der Bildzeitung. Alles ist Auslegungssache.
    Die echte "Wahrheit" befindet sich immer irgendwo dazwischen.
    Keiner berichtet über echte "Wahrheiten". Sonsten nur über "Sichtweisen" Der eine nimmt dann das dazu, der andere lässt das weg. Je nachdem welcher Richtung er angehört.
    Fängt ja bei unseren Tagenszeitungen auch an. Unser "Schwarzes Blatt" berichtet natürlich anders über eine Sache and ein Linkes Blatt. Trotzdem lügt niemand... Beide berichten nur das, was deren Kunden und Konsumenten lesen wollen. Beide lassen aber eben auch etwas weg. Und nur das neutrale Gesamtbild wäre die echte Wahrheit.

    Außgeschlossen sind natürlich Sachen die jedem klar sein sollten, aber auch dort hat Trump ja schon grob gelogen. (Anschläge erfunden die es nicht gab usw.) Das sind dann natürlich absolute echte Fakenews.

    Aber das meiste was rumgeht sind nur verschiedene Auslegungssachen.

    Neutralität ist das was, leider wirklich fehlt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.21 15:50 durch thecrew.

  4. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: ITnachHauseTelefonieren 06.12.21 - 15:54

    thecrew schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Keiner berichtet über echte "Wahrheiten". Sonsten nur über "Sichtweisen"

    Danke hierfür, ich ergänze um: Echte Wahrheiten gibt es nicht.
    Unser Wissen ist begrenzt, genauso wie unsere Auffassungsgabe.

  5. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: psyemi 06.12.21 - 16:15

    thecrew schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > /mecki78 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn das Trump Lager die Wahrheit als Lüge bezeichnet, dann lässt das
    > nur
    > > eine Schluss zu, nämlich das deren Wahrheiten Lügen sein müssen.
    >
    > Ist wie mit der Bildzeitung. Alles ist Auslegungssache.
    > Die echte "Wahrheit" befindet sich immer irgendwo dazwischen.
    > Keiner berichtet über echte "Wahrheiten". Sonsten nur über "Sichtweisen"
    > Der eine nimmt dann das dazu, der andere lässt das weg. Je nachdem welcher
    > Richtung er angehört.
    > Fängt ja bei unseren Tagenszeitungen auch an. Unser "Schwarzes Blatt"
    > berichtet natürlich anders über eine Sache and ein Linkes Blatt. Trotzdem
    > lügt niemand... Beide berichten nur das, was deren Kunden und Konsumenten
    > lesen wollen. Beide lassen aber eben auch etwas weg. Und nur das neutrale
    > Gesamtbild wäre die echte Wahrheit.
    >
    > Außgeschlossen sind natürlich Sachen die jedem klar sein sollten, aber auch
    > dort hat Trump ja schon grob gelogen. (Anschläge erfunden die es nicht gab
    > usw.) Das sind dann natürlich absolute echte Fakenews.
    >
    > Aber das meiste was rumgeht sind nur verschiedene Auslegungssachen.
    >
    > Neutralität ist das was, leider wirklich fehlt.

    Klar kann man eine Geschichte schon ein wenig beeinflussen indem man sie anders erzählt wird aber es ist ein großer Unterschied zwischen Lügen und tendenziöse Berichterstattung.
    Wenn man nicht nur eine Quelle liest kann man das gut unterscheiden.
    Die Bildzeitung und extrem Rechte Blätter sind da aber sehr viel extremer als neutrale oder eher links stehende Publikationen.
    Bei der Bildzeitung ist es regelrechter Kampagnenjournalismus. Habe das oft genug beobachtet. Diesel, FFF , Corona usw.

  6. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: /mecki78 06.12.21 - 16:23

    thecrew schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die echte "Wahrheit" befindet sich immer irgendwo dazwischen.

    Die echte Wahrheit ist immer absolut. Es kann lediglich sein, dass wir die echte Wahrheit nicht kennen, aber dann ist das eben die echte Wahrheit.

    Hat der Urknall stattgefunden? Zweifellos. Gibt es Erklärungen wie es zu einem Urknall hat kommen können? In der Tat, es gibt da ein paar wirklich gute, die physisch auch total Sinn ergeben. Wissen wir mit Sicherheit, dass es eine von diesen gewesen ist? Nein, denn das können wir nicht. Wir können nicht weiter als bis zum Urknall zurück schauen, d.h. wir können unmöglich sagen, was kurz davor passiert ist, denn alles was wir aktuell sehen und messen können, ist erst mit dem Urknall entstanden. Und das ist die Wahrheit, die einige Wahrheit, die es gibt.

    Aus dieser Wahrheit dann aber abzuleiten, dass eine übernatürliche, göttliche Macht den Urknall ausgelöst hat, ist aber schon wieder kindisch. Das ist "Wenn es keine andere bekannte Erklärung gibt, müssen das wohl Feen oder Hexen gewesen sein". Aus allen Möglichkeiten, die wir aktuell kennen, ist die mystische göttliche Macht mit Abstand die aller unwahrscheinlichste. Sie ist nicht unmöglich, aber sie ist genauso wahrscheinlich wie das es Kobolde wirklich gibt.

    Und auch das ist Teil der Erwachsenen Sichtweise auf die Welt: Zu erkennen, was wahrscheinlich ist und was nicht und sich an die wahrscheinlichen Dinge zu halten. Denn mal ehrlich: Wie oft hat sich am Ende die unwahrscheinlichste Ursache als richtig herausgestellt, wenn wir in der Vergangenheit ein Rätsel haben lösen können? Wie oft ist das passiert? Ist das überhaupt schon mal passiert? Kann irgendwer ein Beispiel dafür nennen?

    Also ich weiß nicht mit Sicherheit, wie das Universum entstanden ist, aber es gibt keinen, absolut keinen nachvollziehbaren Grund, warum ich annehmen sollte, dass irgend ein Gott etwas damit zu haben sollte. Das ist eine erwachsene Sichtweise auf die Welt. In eine Kirche zu laufen und sich von einem geistlichen Märchen vorlesen zu lassen, die irgendwelche Leute vor ein paar 1000 Jahren auf ein Papier gekritzelt haben, das ist eine sehr kindliche Sichtweise auf die Welt. Vor allem wenn man erkennt, dass noch ein paar 1000 Jahre davor andere etwas ganz anderes auf Papier gekritzelt haben und noch ein paar 1000 Jahre davor das auch schon so war, also warum sollte das, was in der jüngeren Vergangenheit gekritzelt wurde besser oder näher an der Wahrheit sein als das, was viele Generationen davor schon gekritzelt wurde? Spätestens hier müsste man das alles doch anfangen zu hinterfragen.

    > Beide berichten nur das, was deren Kunden und Konsumenten
    > lesen wollen.

    Vernünftige Zeitungen berichten das, was Wissenschaftler bewiesen haben und das sich in reproduzierbaren Tests oder Studien auch immer wieder auf's neue reproduzieren lässt. Etwas, das nicht wahr ist, ließe sich nicht reproduzieren.

    Die Aussagen der anderen Seite hingegen sind durch überhaupt keine Fakten belegt oder stützen sich auf Einzelergebnisse, die noch nie jemand hat jemals reproduzieren können, was den Schluss nahelegt, dass der Originaltest einfach fehlerhaft war und daher keine Wahrheit geliefert hat.

    Es gibt bei Wahrheit keine Neutralität, denn es gibt keine zwei Seiten. Wenn ich eine Münze werfe und die landet flach auf den Boden, dann zeigt die entweder Kopf oder Zahl. Und wenn zwei Seiten was unterschiedliches behaupten, dann lügt die eine Seite, denn es kann nur eine Seite oben gelegen haben, wenn die Münze flach lag.

    Nicht alle Wahrheit sind derart einfach gestrickt, aber auch hier gibt es immer nur eine Wahrheit und man muss daher keine zwei Seiten beleuchten. Dass das Klima sich verändert ist real, die Beweislast dafür ist erdrückend. Und natürlich muss das nicht an Treibhausgasen liegen, obwohl es schon erstaunlich ist, wie sich die CO2 Konzentration und die Temperaturkurve decken, aber das könnte ja trotzdem Zufall sein. Nur wer auch immer sagt, das CO2 ist nicht dafür verantwortlich, der muss eine andere Lösung anbieten. Und alles was hier bisher kam, ließ sich ausschließen.

    Wie z.B. "Die Erde ist näher an der Sonne als früher." Nein, ist sie nicht, wir können das messen, sogar sehr genau und es wurde hunderte male Gemessen. "Die Sonne ist aktiver als früher." Nein, ist sie nicht, auch das können wir messen und sie ist sogar weniger aktiv, denn im Zyklus der Sonne sollten wir gerade ein Kältephase haben, faktisch aber stellen wir eine Temperaturrekord nach dem anderen auf. "Der Erdkern ist aktiver als früher." Nein, ist er nicht, auch das ist leicht zu messen und leicht zu widerlegen. Die Temperatur muss von irgendwo her kommen und jede Lösung, die Klimaskeptiker bisher angeboten haben hat sich definitiv als falsch heraus gestellt. Die einzige, die sich nicht widerlegen lässt, und glaub mir, Wissenschaftler haben das tausendfach versucht, ist die, dass es der Treibhauseffekt ist. Diese Annahme lässt sich nicht widerlegen und deckt sich mit allen Beobachtungen.

    Das gleiche Spiel können wir jetzt damit spielen, wo das CO2 herkommt. Auch hier wurde jede Theorie zu "Das hat mit dem was Menschen produzieren nichts zu tun" widerlegt. Im Gegenzug deckt sich der von uns gemessene Ausstoß mit der Zunahme an CO2 in der Atmosphäre.

    Wenn also Trump sagt, es gibt keinen Klimawandel oder behauptet, dieser ist nicht von Menschen gemacht, dann muss er auch sagen, wo der Temperaturanstieg herkommt oder wo das CO2 herkommt. Kann er aber nicht. Er hat keine Lösung für das Problem im Angebot, er behauptet einfach so, ohne jeglichen Fakten, ohne irgend einen Gegenbeweis, dass es nicht so ist, wie alle Wissenschaftler sagen. Mit anderen Worten, er redet einfach dummes Zeug. Und da muss man nichts von zwei Seiten beleuchten. Da gibt es die Seiten der Fakten und die Seite der Trump-Märchen und letztere besteht eben nur aus Märchen. Wenn Trump irgend eine Idee hätte, wir würden sie sofort prüfen und vielleicht hat er ja recht, aber frag doch mal Trump, woher er weiß, dass es keine Treibhauseffekt gibt bzw. das dieser nicht menschengemacht ist? Woher hat er diese Erkenntnis? Nicht einmal das kann er beantworten!

    /Mecki

  7. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: psyemi 06.12.21 - 16:31

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > thecrew schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die echte "Wahrheit" befindet sich immer irgendwo dazwischen.
    >
    > Die echte Wahrheit ist immer absolut. Es kann lediglich sein, dass wir die
    > echte Wahrheit nicht kennen, aber dann ist das eben die echte Wahrheit.
    >
    > Hat der Urknall stattgefunden? Zweifellos. Gibt es Erklärungen wie es zu
    > einem Urknall hat kommen können? In der Tat, es gibt da ein paar wirklich
    > gute, die physisch auch total Sinn ergeben. Wissen wir mit Sicherheit, dass
    > es eine von diesen gewesen ist? Nein, denn das können wir nicht. Wir können
    > nicht weiter als bis zum Urknall zurück schauen, d.h. wir können unmöglich
    > sagen, was kurz davor passiert ist, denn alles was wir aktuell sehen und
    > messen können, ist erst mit dem Urknall entstanden. Und das ist die
    > Wahrheit, die einige Wahrheit, die es gibt.
    >
    > Aus dieser Wahrheit dann aber abzuleiten, dass eine übernatürliche,
    > göttliche Macht den Urknall ausgelöst hat, ist aber schon wieder kindisch.
    > Das ist "Wenn es keine andere bekannte Erklärung gibt, müssen das wohl Feen
    > oder Hexen gewesen sein". Aus allen Möglichkeiten, die wir aktuell kennen,
    > ist die mystische göttliche Macht mit Abstand die aller
    > unwahrscheinlichste. Sie ist nicht unmöglich, aber sie ist genauso
    > wahrscheinlich wie das es Kobolde wirklich gibt.
    >
    > Und auch das ist Teil der Erwachsenen Sichtweise auf die Welt: Zu erkennen,
    > was wahrscheinlich ist und was nicht und sich an die wahrscheinlichen Dinge
    > zu halten. Denn mal ehrlich: Wie oft hat sich am Ende die
    > unwahrscheinlichste Ursache als richtig herausgestellt, wenn wir in der
    > Vergangenheit ein Rätsel haben lösen können? Wie oft ist das passiert? Ist
    > das überhaupt schon mal passiert? Kann irgendwer ein Beispiel dafür
    > nennen?
    >
    > Also ich weiß nicht mit Sicherheit, wie das Universum entstanden ist, aber
    > es gibt keinen, absolut keinen nachvollziehbaren Grund, warum ich annehmen
    > sollte, dass irgend ein Gott etwas damit zu haben sollte. Das ist eine
    > erwachsene Sichtweise auf die Welt. In eine Kirche zu laufen und sich von
    > einem geistlichen Märchen vorlesen zu lassen, die irgendwelche Leute vor
    > ein paar 1000 Jahren auf ein Papier gekritzelt haben, das ist eine sehr
    > kindliche Sichtweise auf die Welt. Vor allem wenn man erkennt, dass noch
    > ein paar 1000 Jahre davor andere etwas ganz anderes auf Papier gekritzelt
    > haben und noch ein paar 1000 Jahre davor das auch schon so war, also warum
    > sollte das, was in der jüngeren Vergangenheit gekritzelt wurde besser oder
    > näher an der Wahrheit sein als das, was viele Generationen davor schon
    > gekritzelt wurde? Spätestens hier müsste man das alles doch anfangen zu
    > hinterfragen.

    Ich glaube die wenigsten gläubigen Menschen glauben das die Bibel oder andere religiöse Texte wörtlich zu nehmen sind und das alles so passiert ist. Ich denke es geht eher um das Gefühl des Glaubens und der gemeinsamen Werte.

    > Vernünftige Zeitungen berichten das, was Wissenschaftler bewiesen haben und
    > das sich in reproduzierbaren Tests oder Studien auch immer wieder auf's
    > neue reproduzieren lässt. Etwas, das nicht wahr ist, ließe sich nicht
    > reproduzieren.

    Naja es sind alles immer noch Theorien solange sie nicht widerlegt wurden. Solange kann man aber ruhig davon ausgehen das es die Wahrheit ist.

  8. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: tomate.salat.inc 06.12.21 - 16:48

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt noch eine Gruppe von Menschen, deren Welt so funktioniert: Die von
    > Kleinkindern.

    Der Vergleich passt nicht. Kleinkinder sind viel dafür viel zu Weltoffen.

    Kinder verschließen sich nicht vor Fakten die erstmal nicht zum eigenen Weltbild zu passen scheinen. Im Gegenteil, die werden Neugierig.
    Das ist ein Verhalten was du bei Schwurblern nicht fest stellen kannst. Das eigene Weltbild muss da um jeden Preis verteidigt werden. Dementsprechend fällt es solchen Leuten auch leicht Theorien zu glauben, die einfach nur wirr sind. Selbst solche Konstrukte die schon nach der ersten Rückfrage in sich zusammenfallen.

    Deshalb halte ich die Welt von Kindern und Schwurblern für Grundverschieden. Zum Glück!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.21 16:49 durch tomate.salat.inc.

  9. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: /mecki78 06.12.21 - 17:04

    tomate.salat.inc schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kinder verschließen sich nicht vor Fakten die erstmal nicht zum eigenen
    > Weltbild zu passen scheinen.

    Kleinkinder können Fakten nicht von Märchen unterscheiden. Und wenn man ihnen erzählt, dass der Osterhase die Schokoeier bringt, dann glauben sie das, ohne es zu hinterfragen. Und es ist schwer ihnen später klar zu machen, dass es den Osterhasen gar nicht gibt. Hast du das schon mal probiert und gesehen was das für Dramen und Trotzreaktionen zur Folge hat? Genau die gleichen Trotzreaktionen, wenn du einen Coronaleugner versuchst davon zu überzeugen, dass sein Weltbild falsch und Corona real ist. Nur sind Kinder eben noch formbar, ich ja auch geschrieben hatte. Erst nach der Pubertät nimmt diese Formbarkeit ab und dann wird es sehr schwer hier eine Veränderung zu erreichen.

    /Mecki

  10. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: schöbärle 06.12.21 - 19:19

    Merkwürdiger Beitrag hier...
    Es gibt nur eine absolute Wahrheit oder wir kennen sie noch nicht, dann ist dies aber die echte Wahrheit.
    Weiter steht: Es gab zweifellos einen Urknall...
    Ähm, nein, es gab ihn nicht zweifellos. Es ist die momentan vorherrschende Theorie.
    Und so disqualifiziert man sich eigentlich wieder selbst, widerspricht sich sogar, denn wir wissen es (noch) nicht, folglich wird nur dran geglaubt und somit wird wieder eine Unwahrheit verbreitet.
    Und so kommt es, dass ein (Urknall-)Gläubiger einen (Bibel-)Gläubigen durch den Kakao zieht... :)
    Merkt ihr was? :)
    Irgendwo las ich sogar noch was von Selbstreflexion. Einfach herrlich!

  11. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: Leviosa 06.12.21 - 19:23

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > tomate.salat.inc schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Kinder verschließen sich nicht vor Fakten die erstmal nicht zum eigenen
    > > Weltbild zu passen scheinen.
    >
    > Kleinkinder können Fakten nicht von Märchen unterscheiden. Und wenn man
    > ihnen erzählt, dass der Osterhase die Schokoeier bringt, dann glauben sie
    > das, ohne es zu hinterfragen. Und es ist schwer ihnen später klar zu
    > machen, dass es den Osterhasen gar nicht gibt. Hast du das schon mal
    > probiert und gesehen was das für Dramen und Trotzreaktionen zur Folge hat?
    > Genau die gleichen Trotzreaktionen, wenn du einen Coronaleugner versuchst
    > davon zu überzeugen, dass sein Weltbild falsch und Corona real ist. Nur
    > sind Kinder eben noch formbar, ich ja auch geschrieben hatte. Erst nach der
    > Pubertät nimmt diese Formbarkeit ab und dann wird es sehr schwer hier eine
    > Veränderung zu erreichen.

    Das Problem dabei ist halt wenn die Medien Stellung beziehen (zumindest die verbreiteten im Fernsehen) und Dinge weglassen oder eindeutig irgend welche Meinungen als "Die Meinung" verkaufen. Wenn die Leute dann Beweise im Internet finden die das ganze ins Wanken bringen verlieren die Nachrichten halt ihre Daseinsberechtigung bei gewissen Themen. Und ein bestimmter Menschenschlag glaubt dann irgend wann gar nichts mehr was die erzählen. Dazu kommt dann ständige Zensur und Überwachungs Gesetze oder die Polizei geht rabiater gegen Demos vor. Zb. die Sache mit den Fackelträgern vor dem Haus der Innenministerin das wird schön breit geschlagen in den Nachrichten, aber wenn Linke das vor den Häusern von AFD Politikern machen hört man komischerweise kaum was dazu. Und so werden die Nachrichten im Fernsehen für viele immer uninteressanter. Und die Leute ziehen sich immer mehr zurück auf Internetseiten die halt noch nicht zensiert sind oder heftig moderieren und da stossen sie dann leider auch auf viele Falschinformationen. Und was ist die Antwort von Politikern, mehr Zensur natürlich das ist ein Teufelskreislauf und Zensur bringt nunmal nix das verlagert sich dann nur auf die Strassen wenn man im Internet keine Reichweite mehr bekommt. Dann wird halt mit Aufklebern, Plakaten oder Demos weiter gemacht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.21 19:25 durch Leviosa.

  12. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: hevilp 06.12.21 - 20:17

    Ich fand meckis Beitrag echt gut, und mir ist das gleiche aufgefallen und ich dachte genau die Punkte die du geschrieben hast und dann dachte ich. Da ist so viel unwahres..... Zumal es in vielen Bereichen auch nicht nur die absolute Wahrnehmung gibt, wenn man sich Mal tiefer in die Psychologie einliest, wird einem das klar. Gibt auch gute Schaubilder dazu.

    Das mit dem Urknall und zweifellos ist halt der Killer seines gesamten Textes

  13. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: schöbärle 06.12.21 - 21:54

    Der Mensch ist und bleibt ein Paradoxon...

    Ja und dieser "Killer" lässt tief blicken.
    Ein unverrückbares Weltbild, das man nicht ändern kann... Kommt mir irgendwie bekannt vor. Gemäss These oben muss das somit auch ein Schwurbler sein, einer der in einer ganz surrealen Welt, nein gar in seiner eigenen, kleinen Blase lebt, ein geistig Zurückgebliebener, einer, der die Wissenschaft als Ersatzeltern braucht, ..., ich könnte jetzt den ganzen Text vom TE hier wieder hineinkopieren...
    Genug herumflexiert für heute, ich brauch den Spiegel wieder selber. :)
    Leben und leben lassen!
    Gut Nacht

  14. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: Blindie 07.12.21 - 08:48

    Ein Mensch kann niemals objektiv sein, deswegen gibt es für Menschen auch keine absolute Wahrheit. Man kann versuchen sich mit möglichst vielen Quellen und Wissen einer gewissen Neutralität an zu nähern, das nenne man dan wissenschaftliches vorgehen, aber wirklich neutral ist niemand. Von sich selber zu behaupten man wäre neutral und würde die Wahrheit berichten zeigt nur, dass man seine eigene Agenda verschleiern will. Mir ist 100x lieber das ich eine Quelle einordnen kann und weiß welches Weltbild sie vertritt, als mir von jemanden Infos zu holen der meint er wäre neutral, denn dort weiß man häufig nicht was dahinter steht, oder es ist natürlich so plump das es eindeutig ist und sich deswegen disqualifiziert. Das scheint gerade jetzt für viele nich aushalten zu sein. Menschen brauchen halt und fallen deshalb leider häufig auf die rein, die meinen sie hätten die einzige und einfache Wahrheit.

  15. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: Trollversteher 07.12.21 - 09:17

    >Und so kommt es, dass ein (Urknall-)Gläubiger einen (Bibel-)Gläubigen durch den Kakao zieht... :)
    >Merkt ihr was? :)
    >Irgendwo las ich sogar noch was von Selbstreflexion. Einfach herrlich!

    Naja, für den Urknall gibt es immerhin diverse überprüfbare Indizien, für die es derzeit keine alternative Erklärung gibt (die kosmische Hintergrundstrahlung zB) - von daher ist Dein Vergleich bzw. das Gleichsetzen einer wissenschaftlichen, auf empirischer Evidenz basierenden Theorie mit religiösem Glauben hier wohl deutlich eher "disqualifizierend" als die etwas unglückliche Formulierung des TE - denn das Ereignis, welches wir als "Urknall" bezeichnen, hat in der Tat zweifelsfrei stattgefunden - ob es aber tatsächlich das ist, was wir hineininterpretieren und tatsächlich so stattgefunden hat, wie es laut aktuellem Status Quo/wissenschaftlichem Konsens beschrieben wird, ist in der Tat nur wissenschaftliche Spekulation.

  16. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: /mecki78 07.12.21 - 16:11

    schöbärle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ähm, nein, es gab ihn nicht zweifellos.

    Es steht außer Frage, dass alle Materie und Energie im Universum vor nicht ganz 14 Mrd Jahren in einem Punkt vereint waren. Du musst das nicht Urknall nennen und du kannst von mir aus glauben, dass es davor auch schon ein Universum gegeben hat, aber dass alles was unser Universum ausmacht aus diesen Punkt gekommen ist, ist der einzige Schluss, den die uns bekannten Daten zulassen, wenn du nicht vor hast an Magie und Hexerei zu glauben. Denn wenn es den Urknall nicht gab, wie sonst soll das Universum vor 14 Mrd Jahren ausgesehen haben? Und egal was du jetzt antwortest, das hat schon mal jemand vor dir geantwortet, das wurde untersucht und man fand handfeste Gründe, warum das unmöglich so sein kann.

    /Mecki

  17. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: /mecki78 07.12.21 - 16:13

    Blindie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein Mensch kann niemals objektiv sein, deswegen gibt es für Menschen auch
    > keine absolute Wahrheit.

    Wirf eine Münze und lass sie auf dem Boden fallen. Welche Seite ist oben? Kopf oder Zahl? Ist ehrlich gesagt egal, aber eine Seite ist zweifelsfrei oben, also ist das eine absolute Wahrheit und jeder der behauptet die andere Seite liegt oben ist zweifelsfrei ein Lügner.

    /Mecki

  18. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: Blindie 07.12.21 - 16:17

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Blindie schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ein Mensch kann niemals objektiv sein, deswegen gibt es für Menschen
    > auch
    > > keine absolute Wahrheit.
    >
    > Wirf eine Münze und lass sie auf dem Boden fallen. Welche Seite ist oben?
    > Kopf oder Zahl? Ist ehrlich gesagt egal, aber eine Seite ist zweifelsfrei
    > oben, also ist das eine absolute Wahrheit und jeder der behauptet die
    > andere Seite liegt oben ist zweifelsfrei ein Lügner.

    Das stimmt vielleicht bei so einfachen Sachen aber die Welt ist nun mal komplexer und wir kennen nur einen Bruchteil der Informationen und Zusammenhänge um etwas so klar zu benennen wie einen münzwurf.

  19. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: /mecki78 07.12.21 - 20:49

    Blindie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das stimmt vielleicht bei so einfachen Sachen aber die Welt ist nun mal
    > komplexer

    Was nur bedeutet es ist mehr Aufwand Wahrheiten zu ermitteln, es bedeutet nicht, dass sie nicht existiert. Und es ist auch eine Wahrheit zu sagen, dass man die Wahrheit nicht kennt. Aber es ist eine Lüge irgendwas als Wahrheit hinzustellen, wenn man die Wahrheit nicht kennt.

    /Mecki

  20. Re: Neudefinition von Wahrheit

    Autor: schöbärle 07.12.21 - 21:13

    Und egal was du jetzt antwortest, das hat schon mal jemand vor dir geantwortet

    Schade, so machst du mich schon im Vornherein mundtot. Lässt also für dich wie für mich gar nichts Anderes zu.
    Die Aussage "beschränkt" uns beide auf dein für dich stimmiges Bild und das finde ich schon ein wenig überheblich und auch schade.
    Ich bin ehrlich gesagt ziemlich erstaunt wie man über festgefahrene Meinungen/Ansichten so herziehen kann aber selber keinen Deut besser ist. Das soll jetzt kein Angriff sein! Aber wie willst du von "den Anderen" Offenheit für deine einzig wahre Wahrheit erwarten, wenn du nicht auch für die ihrige offen bist?

    So, und jetzt ist Feiertag! :)

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