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Gezielt verzerrt...

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  1. Gezielt verzerrt...

    Autor: johnripper 11.07.17 - 17:19

    Eigentlich dachte ich wir bei golem.de hinsichtlich der News zur Telekom auf einem besseren Weg und jetzt dieser Artikel:

    Also ERSTENS:

    In der ersten und zweiten Überschrift steht
    > Kündigung durch Telekom betrifft bald Hunderttausende (...). Bei
    > 250.000 Haushalten, die von alternativen Betreibern Vectoring erhalten,
    > dürfte das erst der Anfang sein."

    Das ließt sich deutlich so, wie wenn direkt sofort und unmittelbar mindestens 250k Haushalte betroffen sind.

    Das ist natürlich Unfug, da nur die Kunden (der potentiellen 250k) betroffen sind die von der Telekom mit mit VDSL versorgt werden. Nicht jeder Haushalt hat DSL und wenn, dann sind nur nicht ADSL2+-Anschlüsse betroffen.

    Richtig gestellt wird es dann (erst) durch den Absatz in dem teilweise das Zitat des Sprechers der Bundesnetzagentur eingefügt ist
    > "(...) und können somit circa 250.000 Haushalte mit VDSL-Vectoring
    > versorgen". Diese sind derzeit natürlich nicht alle Kunden der
    > Telekom (...) Daher entspreche diese Angabe nicht der Zahl der gegebenenfalls
    > von einer Kündigung durch die Telekom betroffenen Kunden."

    ME insgesamt eine deutlich verzerrende Darstellung.

    ZWEITENS:

    In dem Artikel steht:
    > Grundsätzlich gelte für die von Golem.de skizzierten Fälle, dass die Telekom
    > weder aus regulatorischen noch aus technischen Gründen dazu gezwungen
    > sei, die Übertragungsleistungen zu reduzieren oder die Verträge komplett
    > zu kündigen. Eine Bereitstellung von VDSL-Produkten sei der Telekom durch
    > entsprechende Vorleistungsprodukte weiterhin möglich, auch wenn die
    > Nahbereichserschließung durch einen Wettbewerber erfolgt.

    Das ist mE ebenfalls eine falsche Darstellung: Im ersten Schritt können Sie die Leistung bei VDSL Kunden nicht mehr erbringen und sind deswegen technisch und regulatorisch gezwungen den Vertrag mit dem Kunden zu kündigen.
    Erst in einem zweiten Schritt könnten Sie überlegen Vorleistungsprodukte einzukaufen. Die Frage die sich dann stellt, ist natürlich wie sich das ins Netz intigrieren lässt, hier gibt es ja sehr wohl noch technische Themen (kein vollwertige Magenta Tarife bei Vorleistungsprodukten).
    Die Behauptung ist also FALSCH. Und golem.de kann nicht wissen ob die Telekom noch intern technische Themen mit Vorleistungsprodukten hat und sie deswegen nicht einkaufen möchte.

    DRITTENS:

    Es ist doch auch das gute Recht keine Vorleistungsprodukte bei den anderen Anbietern einzukaufen. Wer genau schreibt den der Telekom vor, dies unbedingt machen zu müssen?
    Gibt genug potentielle Gründe es nicht zu tun: Ökonomisch nicht sinnvoll (weil technisch zu aufwendig), schlechte Qualität der Vorleistungslieferanten, strategische Gründe, usw.

    Die alternativen Anbieter haben jahrelang "Cherry-Picking" gemacht, wieso genau darf die Telekom dies jetzt nicht auch?

    Außerdem kann sie ja auch hingehen un in diesen Anschlussgebieten dort bspw. in einigen Jahren FTTH/B ausbauen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 11.07.17 17:35 durch johnripper.

  2. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: ehwat 11.07.17 - 17:29

    Danke, das erspart mir meine teils Ausführungen dazu :)

    Natürlich ist es für die Telekom unsinnig Vorleistungsprodukte einzukaufen und den bestehenden Vertrag fortzuführen. Nicht betriebswirtschaftlich sinnvoll. ( das Thema Vorleistungsprodukte im Allgemeinen lassen wir mal außen vor )

    Auch finde ich es bemerkenswert dass über derartige Vertragsvorgänge so umfangreich berichtet und diskutiert wird. Ein Vertrag wird von zwei Parteien geschlossen, beide sind befugt diesen ordentlich, oder unter bestimmten Voraussetzungen, außerordentlich zu kündigen. Ein ganz normaler Vorgang.

    Nur weil der Weg "Verbraucher kündigt Vertrag" vielleicht gängiger ist heißt das nicht dass der Anbieter alles mit machen muss, und hier hat er gute Gründe, betriebswirtschaftlich wie technisch, dies nicht zu tun ( viel Spaß beim Aufbau 23 unterschiedlicher Schnittstellen ).

    Der VATM macht es sich da ein wenig einfach, und üblicherweise vertrete ich tatsächlich eher deren Standpunkte.

  3. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: M.P. 11.07.17 - 18:29

    Wenn der Einkauf von Vorleistungsprodukten zu regulierten Preisen betriebswirtschaftlich für die Telekom nicht sinnvoll ist - wie können denn die Reseller der Telekom auf einen grünen Zweig kommen, wenn diese ein Vorleistungsprodukt der Telekom zum selben Preis einkaufen?

  4. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: brainDotExe 11.07.17 - 18:34

    Die Vorleistungspreise der meisten lokalen Provider werden vermutlich (leicht) über den Preisen der Telekom liegen. Meines Wissens nach ist auch nur ein Vorleistungsprodukt zu "marktüblichen" Preisen gefordert.

    Die Telekom wird mit Innogy/RWE und Netcologne wohl Kontingentverträge zu anderen Konditionen haben.

    Ganz abgesehen davon, die Telekom ist, wie schon gesagt wurde, nicht in der Pflicht Vorleistungsprodukte einzukaufen.

    Allgemein zum Thema:
    Das war doch von Anfang an absehbar, ich verstehe die Aufregung nicht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.07.17 18:35 durch brainDotExe.

  5. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: johnripper 11.07.17 - 19:11

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn der Einkauf von Vorleistungsprodukten zu regulierten Preisen
    > betriebswirtschaftlich für die Telekom nicht sinnvoll ist - wie können denn
    > die Reseller der Telekom auf einen grünen Zweig kommen, wenn diese ein
    > Vorleistungsprodukt der Telekom zum selben Preis einkaufen?

    Die Frage ist eigentlich vollkommen irrelevant, aber trotzdem: Die Telekom hat mit Sicherheit eine andere Kostenstruktur, sodass ein anderer IRR zugrunde gelegt werden könnte.

  6. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: Faksimile 11.07.17 - 20:36

    Dann kann man ja
    a.) den Wettbewerbern nur anraten, im Nahbereich der HVT möglichst schnell PtP symetrische GF-Anschlüsse zur Verfügung zu stellen. Das Investment wird zwar keinen RoI von 3 Monaten haben, aber mittel- und langfristig der Telekom etliche Schmerzen bereiten.

    b.) den Kunden anraten, ihre Telefonieleistung bei der Telekom einzukaufen und das Internet von einem anderen Anbieter (Vectoring) zu ordern. Die Telekom ist verpflichtet die Telefonleistung zu erbringen. Und das soll sie mal auf einer Vectoringleitung tun ...

  7. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: brainDotExe 11.07.17 - 22:22

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > b.) den Kunden anraten, ihre Telefonieleistung bei der Telekom einzukaufen
    > und das Internet von einem anderen Anbieter (Vectoring) zu ordern. Die
    > Telekom ist verpflichtet die Telefonleistung zu erbringen. Und das soll sie
    > mal auf einer Vectoringleitung tun ...

    Was soll das bringen?
    Bzw. das ist doch problemlos möglich.
    Solange genug CuDA vorhanden sind, bekommst du auch einen reinen analogen Telefonanschluss, oder halt ja nach Wunsch ADSL2+ mit VoIP, auch wenn auf parallel verlaufenden Leitungen Vectoring gefahren wird.

    Die Telekom ist übrigens aus der Pflicht, wenn ein anderer Anbieter die Leistung (Telefonie) erbringt.

  8. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: DerDy 12.07.17 - 00:05

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann kann man ja
    > a.) den Wettbewerbern nur anraten, im Nahbereich der HVT möglichst schnell
    > PtP symetrische GF-Anschlüsse zur Verfügung zu stellen. Das Investment wird
    > zwar keinen RoI von 3 Monaten haben, aber mittel- und langfristig der
    > Telekom etliche Schmerzen bereiten.
    Warum? Die 23 Anbieter machen doch null Unternehmungen im Nahbereich FTTH auszubauen. Das wäre auch ziemlich merkwürdig, erstmal Vectoring ausbauen und dann schnell PtP hinterher zu verlegen. Mit Vectoring haben sie ein Monopol, da wird sich sicher auf Jahre nichts mehr ändern. Mal sehen, ob diese Nahbereiche Super-Vectoring erhalten.

    > b.) den Kunden anraten, ihre Telefonieleistung bei der Telekom einzukaufen
    > und das Internet von einem anderen Anbieter (Vectoring) zu ordern. Die
    > Telekom ist verpflichtet die Telefonleistung zu erbringen. Und das soll sie
    > mal auf einer Vectoringleitung tun ...
    Du scheinst das Thema nicht so wirklich verstanden zu haben.
    Die Telekom muss ihre VDSL Technik zurückbauen. Doch Telefon und DSL ist auch weiterhin über die Telekom verfügbar, das steht auch im Artikel ("eine Datenrate von 6 MBit/s anzubieten"). Und wenn ein anderer Anbieter die Leitung übernimmt, dann ist die Telekom von der Verpflichtung natürlich befreit und der andere Anbieter muss es sicherstellen.

  9. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: sneaker 12.07.17 - 08:04

    DerDy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum? Die 23 Anbieter machen doch null Unternehmungen im Nahbereich FTTH
    > auszubauen. Das wäre auch ziemlich merkwürdig, erstmal Vectoring ausbauen
    > und dann schnell PtP hinterher zu verlegen. Mit Vectoring haben sie ein
    > Monopol, da wird sich sicher auf Jahre nichts mehr ändern. Mal sehen, ob
    > diese Nahbereiche Super-Vectoring erhalten.
    Soo unsinnig wäre das eigentlich gar nicht. Für FTTH muß man ja eh das ganze Viertel umgraben. Wenn man dabei noch ein paar DSLAM für Vectoring setzt, macht das kaum Mehrkosten. Zudem spart man sich die TAL-Miete. Für einen Anbieter, der sonst FTTH-Strategie fährt, wäre das gar nicht so schlecht. Und dank Vectoring/VDSL-Monopol ist man sogar vor der Konkurrenz sicher.

    Man muß nur aufpassen, daß nicht alle Häuser am FTTH hängen. Dann könnte evtl. die Konkurrenz das Vectoring/VDSL-Monopol anfechten. Aber es gibt vermutlich immer ein paar renitente Hausbesitzer...

  10. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: SmilingStar 12.07.17 - 11:23

    sneaker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DerDy schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Warum? Die 23 Anbieter machen doch null Unternehmungen im Nahbereich
    > FTTH
    > > auszubauen. Das wäre auch ziemlich merkwürdig, erstmal Vectoring
    > ausbauen
    > > und dann schnell PtP hinterher zu verlegen. Mit Vectoring haben sie ein
    > > Monopol, da wird sich sicher auf Jahre nichts mehr ändern. Mal sehen, ob
    > > diese Nahbereiche Super-Vectoring erhalten.
    > Soo unsinnig wäre das eigentlich gar nicht. Für FTTH muß man ja eh das
    > ganze Viertel umgraben. Wenn man dabei noch ein paar DSLAM für Vectoring
    > setzt, macht das kaum Mehrkosten. Zudem spart man sich die TAL-Miete. Für
    > einen Anbieter, der sonst FTTH-Strategie fährt, wäre das gar nicht so
    > schlecht. Und dank Vectoring/VDSL-Monopol ist man sogar vor der Konkurrenz
    > sicher.
    >
    > Man muß nur aufpassen, daß nicht alle Häuser am FTTH hängen. Dann könnte
    > evtl. die Konkurrenz das Vectoring/VDSL-Monopol anfechten. Aber es gibt
    > vermutlich immer ein paar renitente Hausbesitzer...

    Deine ganze Theorie ist schön und gut, es bleibt allerdings beim üblichen Problem: Ausgenommen einzelne Stadtwerke und regionale Anbieter interessiert sich die Konkurrenz der Telekom überhaupt nicht dafür, mal irgendwo zu investieren.
    Denn es ist viel billiger, die letzte Meile zu regulierten Preisen zu mieten. Bei ernsthaften Investitionen dauert es dann ein paar Jahre, bis die Kosten wieder rein geholt sind.

  11. Re: Gezielt verzerrt...

    Autor: DerDy 12.07.17 - 22:13

    sneaker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Soo unsinnig wäre das eigentlich gar nicht. Für FTTH muß man ja eh das
    > ganze Viertel umgraben. Wenn man dabei noch ein paar DSLAM für Vectoring
    > setzt, macht das kaum Mehrkosten. Zudem spart man sich die TAL-Miete. Für
    > einen Anbieter, der sonst FTTH-Strategie fährt, wäre das gar nicht so
    > schlecht. Und dank Vectoring/VDSL-Monopol ist man sogar vor der Konkurrenz
    > sicher.
    Du hast aber einen riesigen Denkfehler in deiner Aussage. Das Problem beim FTTH Ausbau ist doch, dass dieser sehr viel aufwendiger ist als FTTC. Woher sollen die ganzen Tiefbaukapazitäten herkommen? Es wird doch schon mittlerweile europaweit ausgeschrieben.
    Und welcher Anbieter baut denn im Nahbereich aus? Vielleicht netcologne und M-Net, aber ansonsten sehe ich auf weitem Felde niemanden.
    Aber es macht für einen Anbieter erstmal einfach keinen Sinn, sein Vectoring Gebiet mit FTTH zu erschließen. Die gesparten Kosten kann der Anbieter in andere Regionen investieren.

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