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@Golem: Fehler im Artikel?

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  1. @Golem: Fehler im Artikel?

    Autor: DerDy 11.07.17 - 23:45

    1. Falsche Zahlen:
    Im Teaser steht geschrieben:
    > Die Telekom hat begonnen, ihren Kunden zu kündigen, wenn andere Unternehmen
    > VDSL2-Vectoring im Nahbereich ausbauen. Bei 250.000 Haushalten, die von
    > alternativen Betreibern Vectoring erhalten, dürfte das erst der Anfang sein.
    Mit dieser Aussage suggeriert Golem, dass 250.000 Haushalte eine Kündigung erhalten werden. Nein, es ist sogar erst der Anfang.

    Aber die Bundesnetzagentur hat doch gesagt:
    > entsprechende Ausbauzusage in knapp 400 Anschlussbereichen mit etwa 1.750
    > Kabelverzweigern abgegeben und können somit circa 250.000 Haushalte mit
    > VDSL-Vectoring versorgen". Diese sind derzeit natürlich nicht alle Kunden der
    > Telekom, und auch nicht alle werden Vectoring bestellen.
    Also wird es doch keine 250.000 Kündigungen geben. Aber im Teaser steht es.

    Nicht vergessen, die Telekom hat nur einen Marktanteil von 40%. Warum geht der Autor im Teaser davon aus, dass alle Kunden im Nahbereich im bei der Telekom sind?

    Nur mal am Rande, vor einer Woche habe ich die Anschlüsse im Nahbereich berechnet:
    [https://forum.golem.de/kommentare/internet/netcologne-telekom-kuendigt-weiterem-kunden-den-vdsl-vertrag/von-glasfaser-zu-vectoring-top-entwicklung/110479,4845201,4845490,read.html]
    Und wie man sieht, liege ich verdammt nah an der genannten Anzahl der BNetzA ;-).

    2. Falsche Annahme:
    Der Dritte Absatz ist inhaltlich und sachlich doch ganz falsch.
    > Grundsätzlich gelte für die von Golem.de skizzierten Fälle, dass die Telekom weder
    > aus regulatorischen noch aus technischen Gründen dazu gezwungen sei, die
    > Übertragungsleistungen zu reduzieren oder die Verträge komplett zu kündigen.
    2.1 Bei der Telekom kann man Call-by-Call Anrufe machen. Kann man das bei den Vorleistungsprodukten a la EWE Tel, netCologne und innogy auch? Nein, das geht nicht.
    2.2 Gibt es Telekom Entertain bei einem Vorleistungsprodukt? Nein, das geht nicht.
    2.3 Bei den Vorleistungsprodukten anderer Anbieter gibt es keinen Speedport und damit auch kein "WLAN to Go".
    2.4 Servicenummer wie z.B. 0900 sind teilweise gesperrt (bei netcologne) und können nicht von der Telekom aktiviert werden.

    Wenn die Telekom diese Punkte nicht mehr erfüllen kann, wie kommt der Autor darauf, dass die Telekom nicht gezwungen ist dem Kunden zu kündigen? Der alte Tarif/Vertrag kann nicht mehr erfüllt werden, daher ist aus meiner Sicht eine Kündigung doch zwingend notwendig.

    === Edit ===
    Im Archiv habe ich gerade diesen Artikel gefunden:
    [https://www.golem.de/news/layer-2-bitstrom-bundesnetzagentur-bestimmt-alternativen-zugang-zum-vectoring-1604-120096-2.html]
    Im heutigen Artikel heißt es, das es keinen Grund gibt, dass die Telekom kündigen muss. Im Artikel vom letzten Jahr, heißt es aber:
    > Auch wenn ein Bitstrom-Zugang ein sinnvolles Angebot für bestimmte
    > Marktteilnehmer darstellen möge, stelle dieses für den Breko auch weiterhin
    > keine gleichwertige Alternative zum physikalischen Zugang zur TAL, der letzten
    > Meile, dar und könne den direkten Zugang zur TAL nicht ersetzen

    Damals ist das Vorleistungsprodukt für die Breko keine gleichwertige Alternative zur TAL. Und heute lesen wir, dass
    > für die von Golem.de skizzierten Fälle [..] eine Bereitstellung von VDSL-Produkten sei
    > der Telekom durch entsprechende Vorleistungsprodukte weiterhin möglich
    wäre. Jetzt hätte ich schon gerne eine Erklärung, wieso sich diese beiden Aussagen so unter scheiden können. Das ist sicher nicht zu viel verlangt. Ich verstehe das wirklich nicht, doch will ich es gerne verstehen.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 11.07.17 23:58 durch DerDy.

  2. Re: @Golem: Fehler im Artikel?

    Autor: sneaker 12.07.17 - 08:09

    DerDy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 2. Falsche Annahme:
    > Der Dritte Absatz ist inhaltlich und sachlich doch ganz falsch.
    > > Grundsätzlich gelte für die von Golem.de skizzierten Fälle, dass die
    > Telekom weder
    > > aus regulatorischen noch aus technischen Gründen dazu gezwungen sei, die
    > > Übertragungsleistungen zu reduzieren oder die Verträge komplett zu
    > kündigen.
    > 2.1 Bei der Telekom kann man Call-by-Call Anrufe machen. Kann man das bei
    > den Vorleistungsprodukten a la EWE Tel, netCologne und innogy auch? Nein,
    > das geht nicht.
    > 2.2 Gibt es Telekom Entertain bei einem Vorleistungsprodukt? Nein, das geht
    > nicht.
    > 2.3 Bei den Vorleistungsprodukten anderer Anbieter gibt es keinen Speedport
    > und damit auch kein "WLAN to Go".
    > 2.4 Servicenummer wie z.B. 0900 sind teilweise gesperrt (bei netcologne)
    > und können nicht von der Telekom aktiviert werden.

    Der Absatz ist nicht grundlegend falsch. Denn all das könnte die Telekom umsetzen. Die technischen Voraussetzungen sind da. Daß die Telekom derzeit nur Krüppeltarife darüber anbietet, ist eigene Unfähigkeit/Unwillen. Sie könnte ihr eigenes IPTV und VoIP in die fremden Netze einspeisen. Und ggf. ihre Speedports anpassen und dann auch Hybrid, Wlan-to-Go und Co. anbieten.

    Gerade Call-by-Call ist auch ein Streitpunkt, denn eigentlich muß die Telekom das gesetzlich an jedem Anschluß anbieten. Eine Ausnahme für Tarife wie Zuhause Start hat der Gesetzgeber nicht formuliert.

  3. Re: @Golem: Fehler im Artikel?

    Autor: DerDy 12.07.17 - 22:18

    sneaker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Absatz ist nicht grundlegend falsch. Denn all das könnte die Telekom
    > umsetzen. Die technischen Voraussetzungen sind da. Daß die Telekom derzeit
    > nur Krüppeltarife darüber anbietet, ist eigene Unfähigkeit/Unwillen. Sie
    > könnte ihr eigenes IPTV und VoIP in die fremden Netze einspeisen. Und ggf.
    > ihre Speedports anpassen und dann auch Hybrid, Wlan-to-Go und Co.
    > anbieten.
    Was für den einen erstmal hohen Investitionsuafwand bedeutet ist für dich eigene Unfähigkeit/Unwillen? Da machst du es dir aber ziemlich leicht, glaubst du nicht?
    Wer sagt, dass das nicht kommen wird? Hier im Forum gibt es die ersten Berichte, dass die Telekom das doch bereits plant und erprobt.

    Aber auch hier hast du einen Denkfehler. Die alternative Provider müssen eigentlich nur mit der Telekom kooperieren. Aber die Telekom muss mit 23 anderen Vectoringprovider kooperieren. Die technische Herausforderung ist da eine ganz andere, Ich bezweifele, dass jeder anderer Provider die selbe Technik, Architektur und Systeme verwendet. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist mal eine ganz andere Hausnummer und hat nicht mit Unfhäigkeit zu tun.

    Aber schön, dass du mir bei allen anderen Punkten recht gibt. Ob ich jemals eine Antwort erhalten werde?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.07.17 22:19 durch DerDy.

  4. Re: @Golem: Fehler im Artikel?

    Autor: sneaker 12.07.17 - 22:44

    DerDy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was für den einen erstmal hohen Investitionsuafwand bedeutet ist für dich
    > eigene Unfähigkeit/Unwillen? Da machst du es dir aber ziemlich leicht,
    > glaubst du nicht?
    > Wer sagt, dass das nicht kommen wird? Hier im Forum gibt es die ersten
    > Berichte, dass die Telekom das doch bereits plant und erprobt.
    Derartige Berichte kenne ich nicht. Link bitte.
    Mag das irgendwann kommen? Vielleicht. Ich rede vom Stand heute.

    > Aber die Telekom muss mit 23
    > anderen Vectoringprovider kooperieren.
    > Die technische Herausforderung ist
    > da eine ganz andere, Ich bezweifele, dass jeder anderer Provider die selbe
    > Technik, Architektur und Systeme verwendet. Das alles unter einen Hut zu
    > bekommen ist mal eine ganz andere Hausnummer und hat nicht mit Unfhäigkeit
    > zu tun.
    Derzeit laufen die Kooperationen mit genau zwei Anbietern in der Praxis, mit EWE dieses Jahr dann drei Anbieter. Nicht 23.

    Du übersiehst, daß es jemand sehr wohl hinbekommt: QSC. Die machen das nämlich für die Telekom. Die Telefonie läuft nicht über NetCologne oder Innogy! Warum kann QSC das und die Telekom nicht?
    Ich erwarte ja auch nicht, daß die Telekom gleich vom ersten Tag bei allen Anbietern ihr volles Programm inkl. Entertain anbietet. Aber z.B. Speedport-Support, VoIP und Wlan-To-Go sollten doch drin sein.
    Im Grunde ist VoIP sogar Pflicht, weil die Telekom CallByCall gesetzlich anbieten muß, dies bei Zuhause Start aber nicht tut. (siehe teltarif)

    Und nicht nur QSC, auch 1&1 hat schon lange mit vielen verschiedenen Vorleistern zusammengearbeitet. Ich sage nicht, daß das alles trivial ist. Aber andere bekommen es besser hin. Damit bleibt es am Ende trotz aller Ausreden eben doch Unfähigkeit/Unwillen auf Seiten der Telekom.

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