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Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

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  1. Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: DjNDB 28.08.22 - 11:34

    Solange kommerzielle Elektronikreparatur in Deutschland voraussetzt, dass man einen Meister hat, wird es hier keine preiswerten Mitbewerber geben.

    Es ist nicht schwierig in einer bestimmten Nische Reparaturen zu lernen, ohne eine formale Ausbildung zu haben. Es gibt mittlerweile umfangreiche Informationen im Internet, die früher nur ausgewählten über eine Ausbildung verfügbar waren.

    Besonders wenn man sich auf eine Geräteklasse Fokussiert, benötigt man kein Umfassendes Wissen um wiederholt auftretende Fehler zu beheben.

    Sobald es keinen Meisterzwang mehr gibt, und faire Rahmenbedingungen geschaffen werden, kann das Potenzial der zahlreichen Hobbyreparierer legal genutzt werden.
    Schlimmstenfalls könnte es auch einen formalen "Reparaturführerschein" und einen optionalen Kurs von ein paar Wochen geben, um die wirklich essentiellen Kenntnisse zu vermitteln und abzuprüfen, aber letztlich führt die Gewährleistung schon dazu, dass die abgelieferte Qualität stimmen muss.

    Jemand der sich erst über Jahre hoch qualifizieren musste, wird nicht preiswert ein Gerät reparieren, sondern seine Qualifikation zum höchsten Preis einsetzen, und sich auf die lukrativsten Geräte konzentrieren.

    Wenn jeder gegen Geld reparieren dürfte, dann könnte der talentierte Teenager von nebenan für ein Taschengeld Reparaturen machen, die sich für Reparaturbetriebe mit Ladengeschäft und hochqualifizierten angestellten nicht lohnen.

    Anstatt die Allgemeinheit teure Reparaturen subventionieren zu lassen, ist es sinnvoller die Ursachen für die hohen Kosten zu beseitigen.
    Dazu gehören natürlich auch fehlende Ersatzteile, Softwaretools, Kryptoschlüssel und Schaltpläne, ohne die es wesentlich aufwendiger und somit teurer ist, die Ursache von Problemen zu finden.

  2. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: notuf 28.08.22 - 11:50

    Deinem letzten Absatz stimme ich zu. Bei dem oberen stellt sich die Frage nach Haftung und Versicherung. Keine Versicherung wird dich aufnehmen um bei Schäden die Kosten zu übernehmen. Gleichzeitig gibt es in Deutschland eine Gewährleistung auch auf reparierte Sachen, damit der Verbraucher vor Pfusch geschützt ist.

    Klar, der Meisterbrief schützt vor Pfusch nicht, wie man leider in der Automobilbranche sehen kann. Ich musste selbst paar Mal erleben, wie das Auto mit einem neuen Fehler aus der Werkstatt ist (Kabel gewaltsam gerissen), den ich nur mit Hilfe von Bastlern herausfinden und dann auch (selbst!) reparieren müsste, weil die Werkstatt mit dem Fehler (den sie verursacht hat) nichts anfangen konnte.

    Für mich geht's beim Recht primär darum, dass ich mir selbst helfen kann. Die Sachen müssen so gebaut werden, dann jeder halbwegs fähige Mensch das Teil aufschrauben und austauschen können sollte, ohne eine Werkstatt aufsuchen zu müssen. Batterietausch, Display Tausch sind oder besser sollten kein Hexenwerk sein.

    Genau so sollte das aufspielen alternativer Betriebssysteme gesetzlich vorgeschriebenen sein. Es kann nicht sein, dass die Bootloader gesperrt sind und man damit später nicht mehr die Software auf den halbwegs modernen Stand bringen kann. Ganz schlimm ist das bei den Apple iPads und iPhones.

    Man stelle sich vor, Linux ließe sich nicht auf dem PC installiert, weil MS und HP das nicht möchten.

  3. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: Dada21 28.08.22 - 13:19

    Ifixit ermöglicht es einem halbwegs begabten Menschen Reparaturen durchzuführen. Ich nutze Apple Geräte und da ist
    die Arbeitszeit ist meist nicht der größte Kostentreiber sondern die meist absurd hohen Preise der Ersatzteile.

    So habe ich seit über einem Jahr ein IPad Pro mit „Spider-App“. Die 500¤ (!!) für ein neues Display ist mir einfach so absurd viel zu teuer, dass ich halt auf ein zusammen geklebtes Display schaue…

  4. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: Dakkaron 28.08.22 - 13:43

    Volle Zustimmung. Dazu wäre es nötig, die Steuern auf Arbeit zu senken, und dafür die CO²-Steuern hochzudrehen. Dadurch werden Neugeräte angemessen teurer (angemessen im Vergleich zu dem Umweltschaden, den die Erzeugung verursacht), während die Reparaturkosten sinken.

    Ein Handy für ¤150 ist aktuell nicht wirtschaftlich reparierbar, selbst wenn die Ersatzteile kostenlos sind.

  5. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: DjNDB 28.08.22 - 17:56

    notuf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Für mich geht's beim Recht primär darum, dass ich mir selbst helfen kann.
    > Die Sachen müssen so gebaut werden, dann jeder halbwegs fähige Mensch das
    > Teil aufschrauben und austauschen können sollte, ohne eine Werkstatt
    > aufsuchen zu müssen. Batterietausch, Display Tausch sind oder besser
    > sollten kein Hexenwerk sein.
    >
    > Genau so sollte das aufspielen alternativer Betriebssysteme gesetzlich
    > vorgeschriebenen sein. Es kann nicht sein, dass die Bootloader gesperrt
    > sind und man damit später nicht mehr die Software auf den halbwegs modernen
    > Stand bringen kann. Ganz schlimm ist das bei den Apple iPads und iPhones.
    >
    > Man stelle sich vor, Linux ließe sich nicht auf dem PC installiert, weil MS
    > und HP das nicht möchten.

    Selbst reparieren ist natürlich das beste, aber egal wie einfach es ist, nicht jeder wird sich da heran wagen.
    Es geht letztlich darum möglichst viel reparieren zu können. Selbst wenn 30% selbst reparieren könnten, wäre damit vielen nicht geholfen, solange sie es anderen nicht als Dienstleistung anbieten können.

    Zudem ist der Austausch kompletter Komponenten immer relativ teuer, insbesondere bei Displays oder Mainboards.

    Ein Ziel muss sein die Komponenten diagnostizieren und reparieren zu können und dürfen, um diese Kosten zu senken. Wenn ein 5¤ IC auf einem Board defekt ist, sollte man kein 200-300¤ Board kaufen müssen.
    Das ist etwas das viele Hobbyisten beherrschen, aber nicht anbieten dürfen, und nicht jeder selbst machen kann oder will.

    Displays, Batterien oder Mainboards austauschen geht auch heute bereits, sofern man die Ersatzteile bekommt. Es erfordert oft nicht viel mehr als Heißluft um Kleber zu lösen und ein paar passende Schraubendreher. Das ist zwar ein Hindernis für unwissende, aber nicht das größte Problem bei Reparaturen.
    Genau genommen ist es einfach genug, dass es dafür zahlreiche Anbieter gibt.

    Ich denke nicht, dass jedes Gerät extra so entworfen werden muss, dass es jeder Depp reparieren kann. Wenn es eine Anleitung gibt, wie es mit frei verkäuflichen Mitteln sicher geöffnet werden kann, dann genügt das.

    Gesperrte Bootloader sind ein Ärgernis, und das ist ein weiteres Thema. Dabei geht es darum, Kontrolle darüber zu haben welche Software das Gerät ausführt.
    Letztlich wenden die Hersteller Kryptographie gegen den Endkunden an, um ihn aus seinem Gerät Auszusperren oder um Teile mit dem Gerät zu koppeln, sodass diese nicht ausgetauscht werden können.
    Es wäre schön diese Praxis zu verbieten, aber da fängt dann eine Diskussion um DRM und geistiges Eigentum an. Ein Kampf den die Hersteller gewonnen haben, indem sie es einfach umgesetzt haben, während die Politik zu langsam reagiert und nicht die Fachkenntnisse hat um solche massiven Veränderungen im Kräftegleichgewicht zwischen Hersteller und Verbraucher zu verhindern.

  6. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: derSid 29.08.22 - 08:33

    Ich hatte einen TV bei dem ein IC kaputt war.
    Weil ich wusste welcher Chip kaputt ist, aber SMD Löten (von der Unterseite also Reballing) ein bisschen außerhalb meiner Erfahrung lag habe ich ein Inserat bei eBay Kleinanzeigen aufgegeben.

    Da hat sich schnell jemand gemeldet und ich habe dem das Board geschickt - hat dann 3 Tage gedauert und der Tv hat wieder funktioniert.

    In der Praxis ist das also bereits möglich.

  7. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: jothme 29.08.22 - 09:58

    Also ich habe keinen Bock darauf, dass mir der 14jahrige Nerd von nebenan ein Gerät irgendwie wieder billig zusammenflickt. Das soll jemand machen, von dem ich weiß, dass danach nicht die ganze Bude abbrennt.

    Am Ende verpfuscht der Nerd das, und mein Gerät funktioniert weiter nicht. Viel Spaß dann dabei, bei einem Minderjährigen Schadensersatz einzuklagen.

  8. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: obermeier 29.08.22 - 11:32

    Und dein Punkt ist jetzt welcher?
    Wenn es kein Meister macht, machen es automatisch Minderjährige?

    Auch ohne Meister gehe ich davon aus, dass man zu einem Unternehmen geht, welches entsprechend Garantie geben muss, wie jeder Meister heute auch.

    Wenn du das sparfüchsig lieber vom Nachbarskind machen lässt, ist das natürlich dein Problem,

  9. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: DjNDB 29.08.22 - 11:54

    Durch die Meisterpflicht sind natürlich auch ausgebildete Elektroniker davon ausgeschlossen selbständig gewerblich zu reparieren.

    In den meisten EU Ländern gibt es keine Meisterpflicht, ohne dass da reihenweise Geräte abfackeln.

    Letztlich wäre es ohnehin dem Verbraucher überlassen auszuwählen wo er reparieren lässt.
    Wenn billige Reparaturen Qualitätsprobleme hätten, würde sich das herumsprechen und auf Bewertungsportalen sichtbar. Genau so, wenn gute Arbeit abgeliefert wurde.

  10. Re: Meisterzwang verhindert preiswerte Reparaturen

    Autor: minnime 29.08.22 - 15:31

    Ich finde den Meisterzwang ganz gut, das ist ein Versuch um einigermaßen Qualität in der Berufswelt oder überhaupt so was wie Berufsbilder. Mir passt das ehrlich gesagt nicht so wirklich dass es heute nur noch Jobs gibt. Jeder macht irgendwas, irgendwelche 450¤ Jobs, Kellner, Verkäufer, alles mögliche und ein paar Jahre später irgendwas anderes, wie früher bei den Tagelöhnern.
    Und was ist überhaupt so schlimm daran eine Ausbildung oder einen Meister zu machen? Ja ja Zertifizierungen sind ja des Teufels. Wie bei den IT-Quereinsteigern die ja so super talentiert sind und sich beschweren, dass sie ohne Zertifizierung nicht genommen werden. Wenn man so gut ist, dann macht man halt die Zertifizierung.

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