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Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

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  1. Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

    Autor: pointX 10.04.16 - 18:27

    Vectoring in der aktuellen Form schadet dem langfristigen Ausbau von Glasfaer und ist kein brauchbares FTTC.
    Es wird viel zu wenig Glasfaser zum Kvz gelegt, und keine Anschlüsse (nicht mal Leerrohre oder Steckverbinder) vorgehalten, um darauf aufbauend Glasfaser zum Kunden anzuschließen. D.h. selbst wenn ein Kunde (z.B. bei einem Neubau oder Straßensanierung) auf eigene Kosten oder durch einen Mitbewerber von seinem Keller zum Kvz ein Glasfaserkabel zieht, kann das am Kvz nicht angeschlossen werden. Dafür muss der Kunde dann tief in die Tasche greifen (MBfm) und der Telekom den Ausbau der für FTTH nötigen (passiven) Komponenten bezahlen, während die Telekom stattdessen in aktive Geräte für Kupfer investiert (und damit den Kvz exklusiv belegt), welche das seit Jahrzehnten liegende Kupfer ausquetschen, aber selbst im Optimalfall (G.Fast) auf weniger als 1Gbit/s begrenzt sind.

    Die Telekom baut damit Kästen (KvZ) aus, welche nicht einmal theoretisch zukunftssicher sind.
    Die Anbindung der Vectoring-Kvzs ist so unterdimensioniert, dass ein späterer dedizierter FTTH-Ausbau für alle daran angeschlossen Kunden gar nicht möglich ist, weil viel zu wenig Fasern vom Kvz zum Hvt gelegt werden. Bei einem richtigen FTTH-Ausbau für einen Glasfaseranschluss vom Backbone-Netz zum Kunden muss die gesamte Anbindung Hvt->Kvz->Kunde später nochmals gemacht werden, die Straßen alle nochmals aufgerissen werden.

    Vectoring & VDSL ist also KEIN Zwischenschritt hin zu FTTH.
    Vectoring ist kurzfristig gesehen (für die nächsten 15 Jahre) ein "brauchbares" Netz, das aber absehbar in 15-20 Jahren wieder mit Fördergelder für FTTH komplett neu ausgebaut werden muss. Vectoring ist das zementieren des Kupfermonopols der Telekom und das aussperren von Konkurenten aus der physikalischen letzten Meile.

    Für die nächsten zwei Jahrzehne bleiben also Firmen auf der Strecke, die mit den marginalen Uploads nichts anfangen können, oder Tarife für mehrere hundert ¤ buchen müssen, um eine kleine symetrische Leitung zu bekommen. Das sind wirtschaftliche Schäden und Standortnachteile, die für unseren Industriestandort nicht tragbar sind. Dem Bürger wird die Möglichkeit genommen, eigene Dienste (z.B. auf einem NAS) zu betreiben, weil nicht genug Upload zur Verfügung steht. Anbindungen bis 10Gbit ans Backbone-Netz sind nicht mal theoretisch möglich.

    Selbst das FTTH, was die Telekom bisher macht, ist gammelig.
    Dort wird auf GPON als Shared Medium gesetzt, bei dem sich die 2,5Gbit down/1,25Gbit up Verbindung vom Kvz zum Hvt auf 32 bis 64 Kunden aufteilen. Das fällt nur zur Zeit noch nicht auf, weil noch keiner die Bandbreiten voll ausnutzt. Das, worüber sich Kabelkunden also jetzt schon beschweren (dort mit einer stärkeren Überbuchung von 1:200), wird bei der Telekom in neuen FTTH-Netzen mit Fördergeldern wieder falsch aufgebaut.

    Wie es richtig geht zeigen kommunale Projekte und Stadtwerke.
    Z.B. der FTTH-Ausbau in Brigachtal, wo man auf mehrere dedizierte Fasern vom Hausanschluss bis zum Backbone setzt.
    Damit ist das Netz heute schon mit theoretischen 100Gbit vom Backbone zum Kunden durchgehend zukunftssicher. Natürlich wird das heute noch niemand ausnutzen, und das Backbone-Netz wäre dann der Flaschenhals, das Backbone-Netz kann man aber relativ gesehen günstig und nach Bedarf aufrüsten. Die "letzte Meile" jedoch (ab dem Hvt) ist es, die den Ausbau so teuer macht, und dort muss man beim Telekom-Vectoring Ausbau heute schon absehbar in 20 Jahren vom Hvt zum Kvz wieder alles aufreisen und neu machen.

    Deshalb sollte man zumindest bei jedem Ausbau eines Kvz die Vorhaltungen (Leerrohre, Anschlüsse) bereitstellen, damit man später sukzessive (z.B. wenn eh wieder das Wasser neu gemacht und die Straße aufgebaggert wird) die Häuser anschließen kann. Aber nein, nicht einmal das wird gemacht. Und da geht es nicht einmal um aktive Komponenten, sondern z.B. um passive Spleissmodule, für die man einfach nur Platz in den Kvz-Kästen vorhalten müsste.

    Ganz abgesehen davon, dass dort, wo Vectoring ausgebaut wird, es auf absehbare Zeit keinerlei Förderung mehr für FTTH-Projekte von Mitbewerbern geben wird. Der Kvz wird exklusiv durch die Telekom belegt, Glasfaser-Anschluss wird nicht vorgesehen, und Mitbewerbern die Glasfaser zum Kunden legen wollen die Geschäftsgrundlage durch das Wegfallen der Förderung entzogen. Damit wird für die nächsten Jahrzehne das Kupfermonopol der Telekom mit Anschlüssen mit mießem Upload ohne alternative zementiert und Glasfaser beerdigt. Dass dieses Modell jetzt auch noch von der BNetzA abgenickt und bei der EU durchgedrückt wird halte ich für skandalös.

    Natürlich braucht auch in 10 Jahren nicht jeder eine 1Gbit FTTH-Leitung, und der schnelle Ausbau dafür kostet zu viel Geld.
    Deshalb würde ich einen Vectoring-Ausbau als Übergangslösung für begrüßenswert halten, wenn er tatsächlich ein Zwischenschritt hin zu FTTH wäre.
    Dafür müssen sich die Bedingungen aber Grundlegend ändern:
    1) keine Fördergelder für Vectoring-Technik und unbrauchbaren FTTC-Ausbau
    2) verpflichtende Vorhaltung von Leerrohren vom Hvt zum Kvz, um den Anschluss aller Kunden des Kvz mit einer dedizierten Glasfaser später zu ermöglichen. Die Leerrohre werden durch kleine Fördergelder finanziert
    3) verpflichtende Anschlussmöglichkeit für Glasfaser am Kvz, wenn ein Kunde oder Mitbewerber die Leitung dahin legt
    4) für jeden Kunden, der am für Vectoring ausgebauten Kvz mit Glas angeschlossen wird, bekommt die Telekom Fördergelder zur verpflichtenden Verbindung der dedizierten Glasfaser vom Kvz zum Hvt durch die in 2) finanzierten Leerrohre

    Damit wäre der kurzfristige Ausbau mit hohen Bandbreiten durch Vectoring für einen hohen Anteil der Bevölkerung weiterhin möglich, aber vor allem gleichzeitig auch die Möglichkeit für Hauseigentümer und Mitbewerber sukzessive auf zukunftssichere Glasfaser-Anschlüsse umzusteigen gewährleistet.

    Die Realität sieht leider genau umgekehrt aus:
    1) Fördergelder für unbrauchbares FTTC für alte Kupfer-Technik
    2) keine Möglichkeit zum späteren dedizierten FTTH-Ausbau
    3) exklusiver Zugang der Telekom am Kvz, Aussperren von Mitbewerbern die Glasfaser legen wollen
    4) keine Möglichkeit eines Glasfaser-Anschlusses zum Backbone-Netz (Hvt)

    Vectoring als eine Übergangslösung hin zu FTTH/FTTB wäre zu begrüßen.
    Die derzeitige Ausbaupraxis der Telekom führt aber leider genau zum Gegenteil.

  2. Re: Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

    Autor: Dwalinn 11.04.16 - 09:47

    Soweit ich weiß wird Vectoring auch nicht gefördert. Die gebiete die mit Fördergeldern ausgebaut wurden haben dann auch meistens nur 50/10 Mbits

    Die Verpflichtung auf Leerrohre finde ich auch ganz gut.... aber das muss halt von der Politik aus kommen und die gibt sich damit zufrieden ein bisschen zu meckern.

    Ein Problem ist ja auch das die Telkekom bloß rund 10¤ pro Kunde/Monat an Miete für ihre Leitung bekommt. Mit dem Geld hätte ich auch keine Lust massenhaft zu investieren.

  3. Re: Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

    Autor: sneaker 11.04.16 - 14:01

    Die ~10 Euro sind aber nur für die reine Miete einer Kupferleitung. Wenn die anderen Anbieter direkt (V)DSL-Vorleistungen einkaufen, zahlen sie auch mehr. Umso besser das Vorleistungsprodukt, umso mehr Geld bekommt die Telekom vom anderen Anbieter als Miete.

  4. Re: Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

    Autor: Ovaron 11.04.16 - 21:24

    pointX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es wird viel zu wenig Glasfaser zum Kvz gelegt

    Das hätte ich denn doch gerne etwas genauer. "Wieviel" Glasfaser wird denn bis zum KVZ gelegt und "wieviel" Glasfaser müsste denn gelegt werden?

  5. Re: Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

    Autor: pointX 12.04.16 - 19:03

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Soweit ich weiß wird Vectoring auch nicht gefördert.
    Aber der für die Zukunft unbrauchbare FTTC-Ausbau für VDSL wurde und wird gefördert, auf dem Vectoring jetzt aufbaut. Kommunen haben den VDSL-Ausbau gefördert, und anstatt es zukunftssicher für Glasfaser zu planen hat die Telekom nur das nötigste zur schnelleren Anbindung der alten Kupfertechnik eingebaut und sichert sich jetzt mit exklusivem Vectoring die letzte Meile und beerdigt damit Glasfaser für die nächsten zwei Jahrzehnte.

    Ovaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > pointX schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es wird viel zu wenig Glasfaser zum Kvz gelegt
    >
    > Das hätte ich denn doch gerne etwas genauer. "Wieviel" Glasfaser wird denn
    > bis zum KVZ gelegt und "wieviel" Glasfaser müsste denn gelegt werden?

    Es wird nur das verlegt, was nötig ist, um die VDSL/Vectoring Geräte anzubinden. Da diese auf absehbare Zeit eh nur "geringe" (<1Gbit) Bandbreiten verursachen und dazu noch massiv überbucht werden, braucht man sehr wenige Glasfaserkabel zum Kvz, um die alte Kupfertechnik auszuquetschen.
    Es werden keinerlei Reserven oder Vorhaltungen eingeplant, um die Kunden wenigstens schrittweise mit Glasfaser anzubinden.

    Für eine zukunftsfähige Anbindung sollte je nach Kabelart mindestens eine oder 4 Fasern pro Wohnungsanschluss bis zum Hvt zur Verfügung stehen. Damit sind dann schon mit heutiger Technik Übertragungsraten mit 100Gbit/s ins Backbone-Netz möglich.

    Ich kann ja verstehen, dass solch eine Anbindung für alle ad hoc das mögliche Investitionsvolumen übersteigt.
    Aber wenn man schon die Straße aufreist und für Vectoring einen Kvz erneuert, und wenn die Kommune schon die Straße zur Wassersanierung aufbaggert, dann kann ich nicht verstehen, warum man nicht wenigstens die Leerrohre und Vorhaltungen für einen schrittweisen Glasfaserausbau, z.B. über die nächsten 10 Jahre verteilt, gleich mit einplant.

    Stattdessen bleibt der uralten Klingeldraht in der Erde liegen und wird mit Vectoring-Technik aufgemotzt, welche kurzfristig vllt. 50% weniger kostet, und jammert dann in 10 Jahren nach Subventionen, um die Straßen wieder aufzureisen, denn zukunftsfähig für die nächsten Jahrzehnte ist Vectoring sicher nicht.

    Insgesamt wird das für uns Bürger dann natürlich teurer, als wenn man es jetzt gleich richtig machen würde. Aber das können nur BWLer verstehen, die an ihre Boni für das nächste Jahr denken, und solche Zukunftsinvestitionen als Gift für kurze Gewinne sehen, weil Leerrohre nicht sofort angeschlossen werden und damit nicht sofort Gewinne einbringen. Dann lieber mit Vectoring ein schlechtes Netz am Leben halten und kurzfristige Gewinne einfahren solange es der Kunde zwangsweise mitmacht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.04.16 19:08 durch pointX.

  6. Re: Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

    Autor: Ovaron 13.04.16 - 18:46

    pointX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es wird nur das verlegt, was nötig ist, um die VDSL/Vectoring Geräte
    > anzubinden. Da diese auf absehbare Zeit eh nur "geringe" (<1Gbit)
    > Bandbreiten verursachen und dazu noch massiv überbucht werden, braucht man
    > sehr wenige Glasfaserkabel zum Kvz, um die alte Kupfertechnik
    > auszuquetschen.

    Da Glasfaserkabel aus ein bis viele Glasfasern besteht und schon eine einzelne Glasfaser bereits heute eine extrem hohe nutzbare Kapazität hat ist es völlig unerheblich ob für die Berechnung der notwendigen Fasernzahl die Anschlüsse (bei GPON und 10GBPON übrigens keineswegs "massiv" sondern sehr moderat) überbucht werden.

    > Es werden keinerlei Reserven oder Vorhaltungen eingeplant

    Ach, werden nicht? Für diese abstruse Behauptung hast Du sicher eine Quellenangabe? Das Auslegen von Speedpipes würde ich übrigens sehr wohl als Vorhaltung ansehen.

    > Für eine zukunftsfähige Anbindung sollte je nach Kabelart mindestens eine
    > oder 4 Fasern pro Wohnungsanschluss bis zum Hvt zur Verfügung stehen.

    Und das ist also das mindeste um zukunftsfähig zu sein? Mann, das wird die Schweden, Finnen, Franzosen, Österreicher, Japaner, Koreaner.....also eigentlich alle außer den Schweizern, die das als einzige so machen....aber schwer schocken. Zu lesen das ihre gesamten Investitionen nicht zukunftsfähig sind weil sie nicht mindestens vier Fasern pro Wohnung bis zum HVt zur Verfügung stellen.

    Abgesehen davon würde ich das Schweizer Modell natürlich auch begrüßen. Die Eidgenossen haben hier meinen vollen Respekt weil sie die bestmögliche Strategie gewählt haben. Das der FTTH Ausbau nun bei <30% wegen der Kosten quasi eingefroren und künftig erst mal auf G.Fast gesetzt wird ist nur ein temporärer Rückschlag.

    > Damit sind dann schon mit heutiger Technik Übertragungsraten mit 100Gbit/s ins
    > Backbone-Netz möglich.

    Übertragungsraten von (weit über) 100Gbit/s sind schon heute mit einem WDM-Kanal möglich. Das Argument für Glasfaser ist ja nun GERADE die nahezu unbegrenzte Kapazität.

    > Ich kann ja verstehen, dass solch eine Anbindung für alle ad hoc das
    > mögliche Investitionsvolumen übersteigt.
    > Aber wenn man schon die Straße aufreist und für Vectoring einen Kvz
    > erneuert, und wenn die Kommune schon die Straße zur Wassersanierung
    > aufbaggert, dann kann ich nicht verstehen, warum man nicht wenigstens die
    > Leerrohre und Vorhaltungen für einen schrittweisen Glasfaserausbau, z.B.
    > über die nächsten 10 Jahre verteilt, gleich mit einplant.

    Ich bin immer gerne bereit dazu zu lernen. Wo genau werden denn keine Leerrohre verlegt beim FTTC-Ausbau?

    > Stattdessen bleibt der uralten Klingeldraht in der Erde liegen

    Der bleibt da liegen wo man beim FTTC-Ausbau nicht ausbaut. Weißt Du überhaupt was FTTC ist? Du scheinst da etwas mit den Begriffen durcheinander zu sein, wenn ich das mal in aller Zurückhaltung bemerken darf.

    > und jammert dann in 10 Jahren nach Subventionen, um die Straßen wieder
    > aufzureisen

    Nö. Genau das (Subventionen) ist dann nicht notwendig wenn die Faser in der Straße liegt. Dann kann man jederzeit ein Zeitfenster nutzen, zum Beispiel bei Kanalsanierung, oder bei Fahrbahnsanierung, oder bei Einigkeit der Eigentümer der Häuser an einer Straße, um genau dort den Ausbau zu machen. Heute dagegen hat man Zeitnot. Die Investition wurde zu lange zurück gehalten, der Druck ist zu stark.

    > denn zukunftsfähig für die nächsten Jahrzehnte ist Vectoring
    > sicher nicht.

    Mehrzahl? Also mindestens 20 Jahre? Vermutlich nicht. Allerdings wurde schon 2000 das Ende der Kupfer-DA voraus gesagt. "ADSL - das war's dann aber auch. Für mehr braucht man unbedingt Glasfaser. Kupfer ist ja sowas von tot". Das hört man seitdem, seit 16 Jahren, fortwährend. Und seit 16 Jahren wurde ein Kaninchen nach dem anderen aus dem Hut gezaubert und liefert die DA ein ums andere Mal Bitraten die völlig ausreichend sind.

    Und der Bandbreitenbedarf ist umgekehrt seit 16 Jahren nicht mehr wesentlich gewachsen. Denn VideoStreaming gab es schon damals, war aber mit DSL@768k natürlich recht utopisch. Wenn ich nicht irre waren um 2000 rum hochwertige Streams in den Sendeanstalten immer noch mit 34 Mbit unterwegs. Seitdem hat sich die Auflösung zwar verzigfacht, die Kompression das aber überkompensiert. 20 Mbit sind für einen 4k-Stream ausreichend und die 250 Mbit die SuperVectoring ohne erneutes Aufbuddeln verspricht scheinen recht hohe Reserven gegenüber diesem Bedarf zu haben.

    Fazit: mit einiger Wahrscheinlichkeit ist Vectoring nicht für die nächsten Jahrzehnte ausreichend - aber sicher wäre ich mir da nicht.

    > Insgesamt wird das für uns Bürger dann natürlich teurer, als wenn man es
    > jetzt gleich richtig machen würde.

    Es wird in Summe teuer, da bin ich bei Dir. Aber ich bin kein Schlipsträger und Powerpoint-Akrobat, die Vertreter dieser Zunft (BWLer) haben mir erklärt das eine gestreckte Investition trotzdem billiger sein kann, auch wenn sie in Summe mehr Geld kostet.

    > Aber das können nur BWLer verstehen, die
    > an ihre Boni für das nächste Jahr denken

    Also sind die BWLer nicht etwa allesamt unfähig, sondern nur allesamt auf Boni aus?
    Aber wer verspricht ihnen denn Boni dafür das sie die Unwahrheit sagen?

    Könntet ihr Stammtischakrobaten euch nicht endlich mal auf eine Dolchstoßlegende einigen?

    > lieber mit Vectoring ein schlechtes Netz am Leben halten

    Was macht noch gleich ein Netz zum schlechten Netz?

  7. Re: Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

    Autor: pointX 15.04.16 - 23:31

    > Da Glasfaserkabel aus ein bis viele Glasfasern besteht und schon eine
    > einzelne Glasfaser bereits heute eine extrem hohe nutzbare Kapazität hat
    > ist es völlig unerheblich ob für die Berechnung der notwendigen Fasernzahl
    > die Anschlüsse (bei GPON und 10GBPON übrigens keineswegs "massiv" sondern
    > sehr moderat) überbucht werden.
    Sehr moderat überbucht ? Bei GPON teilen sich 32 Anschlüsse eine 2,5down/1,5up Git Leitung.
    Damit wird eine 10Gbit-Anbindung pro Anschluss schwierig.
    Außerdem setzt es voraus, dass alle Anschlüsse über eine Box laufen, also an einen Anbieter angebunden sind.
    Wettbewerber haben keinen physikalischen Zugang zum Hausanschluss, sind auf Bitstreamprodukte vom Monopolisten angewiesen. Wenn der eine Überbuchung vorgibt, wird der Kunde nie eine Chance haben, mehr zu bekommen.
    Deshalb ist eine dedizierte Leitung vom Hausanschluss zum Hvt wichtig, dass Wettbewerber dort die Leitung an ihr Backbone-Netz anklemmen können.

    > > Es werden keinerlei Reserven oder Vorhaltungen eingeplant
    >
    > Ach, werden nicht? Für diese abstruse Behauptung hast Du sicher eine
    > Quellenangabe? Das Auslegen von Speedpipes würde ich übrigens sehr wohl als
    > Vorhaltung ansehen.
    Hast du denn Quellen ? Von wo nach wo werden Speedpipes als Reserve ausgelegt ? Hvt -> Kvz -> Hausanschluss
    Kvz -> Hausanschluss liegt der uralte Klingeldraht, da wird seit Jahrzehnten gar nichts gemacht.
    Hvt -> Kvz werden gerade so viele Speedpipes mit Glasfaserkabel verlegt, dass man die VDSL & Vectoring Geräte versorgen kann.
    Zusätzliche Leerrohre, um perspektifisch für alle Hausanschlüsse mindestens eine Faser zur Verfügung zu stellen ? Fehlanzeige.

    >
    > > Für eine zukunftsfähige Anbindung sollte je nach Kabelart mindestens
    > eine
    > > oder 4 Fasern pro Wohnungsanschluss bis zum Hvt zur Verfügung stehen.
    >
    > Und das ist also das mindeste um zukunftsfähig zu sein? Mann, das wird die
    > (..).aber schwer schocken. Zu lesen das ihre gesamten Investitionen nicht
    > zukunftsfähig sind
    Die gehen halt davon aus, dass man sich in 20 Jahren noch mit 400Mbit zufrieden gibt. Klar, dann kann man auf eine 10Gbit Faser mit einer Überbuchung von 1:4 100 Hausanschlüsse anbinden.
    Das nenne ich nicht zukunftsfähig. Ich rechne damit, dass wenn meine Straße und mein Vorgarten heute aufgebuddelt wird um neue Wasserrohre zu machen, dass dies in 30 Jahren wieder der Fall sein wird.
    Bis dahin rechne ich mit einer Anbindung von >10 Gbit, also eine Faser pro Hausanschluss.

    > > Damit sind dann schon mit heutiger Technik Übertragungsraten mit
    > 100Gbit/s ins
    > > Backbone-Netz möglich.
    >
    > Übertragungsraten von (weit über) 100Gbit/s sind schon heute mit einem
    > WDM-Kanal möglich. Das Argument für Glasfaser ist ja nun GERADE die nahezu
    > unbegrenzte Kapazität.
    Im Labor möglich, aber nicht für den Einsatz in TK-Netzen spezifiziert.
    Außerdem ist das zu aufwendig und teuer, da aktive Komponenten im Kvz benötigt werden.
    Eine passive Glasfaser vom Hvt zum Hausanschluss ist zu bevorzugen, Stichwort PON.

    > Ich bin immer gerne bereit dazu zu lernen. Wo genau werden denn keine
    > Leerrohre verlegt beim FTTC-Ausbau?
    Siehe oben. Es wird verlegt, was für VDSL/Vectoring notwendig ist.
    Zusätzliche Leerrohre, um perspektifisch für alle Kunden mindestens eine Faser zur Verfügung zu stellen ? Fehlanzeige.

    >
    > > Stattdessen bleibt der uralten Klingeldraht in der Erde liegen
    >
    > Der bleibt da liegen wo man beim FTTC-Ausbau nicht ausbaut. Weißt Du
    > überhaupt was FTTC ist? Du scheinst da etwas mit den Begriffen
    > durcheinander zu sein, wenn ich das mal in aller Zurückhaltung bemerken
    > darf.
    Ich glaube du scheinst da etwas mit den Begriffen durcheinander zu sein.
    FTTC = Glasfaser Hvt->Kvz.
    Von Kvz -> Hausanschluss bleibt die alte Kupferanbindung drin.

    >
    > > und jammert dann in 10 Jahren nach Subventionen, um die Straßen wieder
    > > aufzureisen
    >
    > Nö. Genau das (Subventionen) ist dann nicht notwendig wenn die Faser in der
    > Straße liegt. Dann kann man jederzeit ein Zeitfenster nutzen, zum Beispiel
    > bei Kanalsanierung, oder bei Fahrbahnsanierung, oder bei Einigkeit der
    > Eigentümer der Häuser an einer Straße, um genau dort den Ausbau zu machen.
    > Heute dagegen hat man Zeitnot. Die Investition wurde zu lange zurück
    > gehalten, der Druck ist zu stark.
    Genau das wird ja nicht gemacht ! Kanalsanierung ? Nö, Telekom will nicht ausbauen. Nicht mal Leerrohre.
    Lieber Vectoring nutzen, und dann in 10 Jahren nach Subventionen schreien um die Straße zum Hausanschluss nochmal aufzureisen. Das ist die Realität.

    > > denn zukunftsfähig für die nächsten Jahrzehnte ist Vectoring
    > > sicher nicht.
    >
    > Mehrzahl? Also mindestens 20 Jahre? Vermutlich nicht.
    Super, dann sind wir uns ja einig, dass das Netz nicht zukunftsfähig ist, bis man die Wasserrohre wieder machen muss.
    Genau das bemängele ich doch ! Und trotzdem wird bei jetzigen Straßensanierungen nichts gemacht.

    > Fazit: mit einiger Wahrscheinlichkeit ist Vectoring nicht für die nächsten
    > Jahrzehnte ausreichend - aber sicher wäre ich mir da nicht.
    Der Upload ist heute schon nicht ausreichend, vor allem z.B. für kleine Firmen.

    >> Insgesamt wird das für uns Bürger dann natürlich teurer, als wenn man es
    >> jetzt gleich richtig machen würde.
    > Es wird in Summe teuer, da bin ich bei Dir.
    Danke.

    > Was macht noch gleich ein Netz zum schlechten Netz?
    Unzureichende Bandbreite (Upload), größerer Ping, nicht zukunftsfähig.

  8. Re: Vectoring = Zementierung Kupfermonopol & Verhinderung von Glasfaser

    Autor: Ovaron 16.04.16 - 15:02

    pointX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > die Anschlüsse (bei GPON und 10GBPON übrigens keineswegs "massiv"
    > sondern
    > > sehr moderat) überbucht werden.
    > Sehr moderat überbucht ?

    Ja, sehr moderat überbucht. Bei Kabelnetzen ist 200fache Überbuchung nicht die Ausnahme. Für Details siehe Verkehrstheorie.

    > Bei GPON teilen sich 32 Anschlüsse eine 2,5down/1,5up Git Leitung.

    ...bis zu 32 Anschlüsse.

    > Damit wird eine 10Gbit-Anbindung pro Anschluss schwierig.

    Für die 10 Gbit-Anbindung gibts 10GPON. Bei Zahlungsbereitschaft auch kombiniert mit WDM.

    > Außerdem setzt es voraus, dass alle Anschlüsse über eine Box laufen, also
    > an einen Anbieter angebunden sind.

    Das gilt für eine Wellenlänge des WDM-Systems. Was innerhalb der Wellenlänge für ein Protokoll gefahren wird ist unabhängig von den anderen Wellenlängen.

    > Wettbewerber haben keinen physikalischen Zugang zum Hausanschluss

    Ja, in diesem Punkt ist das Schweizer System klar wettbewerbsfreundlicher.

    > sind auf Bitstreamprodukte vom Monopolisten angewiesen.

    Ein WDM-Kanal ist nicht zwangsweise an Konditionen eines Anbieters gekoppelt, das ist eine Sache der Regulierung. Mit zunehmender Entwicklung hin zum volloptischen Netz kann ein WDM-Kanal als virtuelle Dark Fibre betrieben werden. Davon sind wir aber noch weit entfernt.

    > Wenn der eine Überbuchung vorgibt, wird der Kunde nie eine Chance haben,
    > mehr zu bekommen.

    Doch, einfach indem er sich eine Fibre legen läßt die genau auf seine Bedürfnisse angepaßt ist. Genauso wie schon seit 20 Jahren.

    > Das nenne ich nicht zukunftsfähig. Ich rechne damit, dass wenn meine Straße
    > und mein Vorgarten heute aufgebuddelt wird um neue Wasserrohre zu machen,
    > dass dies in 30 Jahren wieder der Fall sein wird.
    > Bis dahin rechne ich mit einer Anbindung von >10 Gbit, also eine Faser pro
    > Hausanschluss.

    a) unbegrenztes Wachstum ist ein Mythos. Einfach nur die Entwicklung in die Zukunft interpolieren ist nicht zielführend
    b) bereits heute sind 100 Gbit pro WDM-Kanal machbar. Bereits heute sind 20 WDM-Kanäle pro Faser machbar

    Aus a und b komme ich zu dem Schluß das eine Faser auch in 30 Jahren noch reichen wird um 30 Haushalte zu versorgen.

    > > Übertragungsraten von (weit über) 100Gbit/s sind schon heute mit einem
    > > WDM-Kanal möglich. Das Argument für Glasfaser ist ja nun GERADE die
    > nahezu
    > > unbegrenzte Kapazität.
    > Im Labor möglich, aber nicht für den Einsatz in TK-Netzen spezifiziert.
    > Außerdem ist das zu aufwendig und teuer, da aktive Komponenten im Kvz
    > benötigt werden.

    Du spekulierst darauf dass das auch in 10, 20, 30 Jahren noch so ist wenn die Bitraten gebraucht werden und bezahlbar sind? Das ist natürlich legitim. Andere spekulieren offenbar darauf das die Preise weiter stark fallen.

    > > Heute dagegen hat man Zeitnot. Die Investition wurde zu lange zurück
    > > gehalten, der Druck ist zu stark.
    > Genau das wird ja nicht gemacht ! Kanalsanierung ? Nö, Telekom will nicht
    > ausbauen. Nicht mal Leerrohre.

    Ja, und das ist bedauerlich. Ich sehe aber einen Sinneswandel, gegenwärtig laufen Kostensenkungsprogramme und werden Mitarbeiter darauf getrimmt die vorhandene Infrastruktur nicht mehr zu ignorieren sondern anzumieten.

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    Die US-Army und die US Air Force wollen gemeinsam eine Abwehrwaffe gegen Drohnen entwickeln und setzen dabei auf Mikrowellen, die die elektronischen Bauteile zerstören sollen.

  3. Elektromobilität: Wie sinnvoll ist die Förderung von Plugin-Hybriden?
    Elektromobilität
    Wie sinnvoll ist die Förderung von Plugin-Hybriden?

    Wegen der geringen Reichweite von Elektroautos sind Plugin-Hybride für viele Fahrer eine Alternative. Obwohl die Bundesregierung deren Umweltnutzen nicht einschätzen kann, will sie an der Förderung festhalten.


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