-
Erstaunlich
Autor: angrest 11.11.21 - 09:28
alle müssen ihre Provider verteidigen oder wahlweise den Autor des Artikels bzw die Verbraucherzentrale schlecht machen. Die Regelung an sich wird auch für unsinnig gehalten.
Wenn jemand im Supermarkt Mehl kauf und nachwiegt und dabei feststellt, dass die Anbieter systematisch weniger Mehl in die Packungen tun als draufsteht, wäre dann die Reaktion auf das Ergebnis genauso?
Wie kommt das? Sind plötzlich alle Freunde von Vodafone & Co?
Stockholm-Syndrom? -
Re: Erstaunlich
Autor: Its_Me 11.11.21 - 11:23
Auch der Vergleich hinkt. Wenn ich statt 1000g Mehl nur 700g Mehl bekomme habe ich definitiv einen Nachteil. Außerdem gibt es keinen technischen Grund da nicht genau 1000g reinzutun.
Wenn ich statt 100MBit nur 70MBit bekomme, so dürften das die meisten gar nicht merken. Surfen, E-Mail selbst Streaming dürfte alles genauso gut gehen. Nur wenn man sehr große Dateien runterlädt, gibt es halt einen Zeitunterschied.
Außerdem steht auf der Packung Mehl ja nicht bis zu 1000g, sondern halt genau 1000g. Bei den Internetanschlüssen steht aber immer bis zu. Und je nachdem was technisch möglich ist, kann man halt einen Tarif wählen, der in einem bestimmten Bereich liegt. Bei DSL 100 ist das halt zwischen 54 und 100MBit. Ich habe z.B. DSL 100/40. Bekommen tue ich 110/34 laut meiner Fritzbox. Und von der Erfahrung her bekomme ich diese Datenraten auch jederzeit.
Also ich finde vor allem die Rechnung der Verbraucherzentrale ziemlich suspekt. Wo genau soll den jetzt der Schaden liegen, wenn ich statt 100 nur 70 MBit bekomme. Wie schon gesagt dürften das viele gar nicht bemerken. Oft bremst da das WLAN mehr aus als der Anschluss.
Anders sieht das natürlich aus, wenn ich z.B. tagsüber die volle Geschwindigkeit bekomme und das dann Abends komplett einbricht. Dann ist das ja kein Problem der Verkabelung, sondern fehlende Kapazität des Providers. Das wäre dann auch für mich ein Reklamationsgrund. -
Re: Erstaunlich
Autor: Andrej 11.11.21 - 14:25
Its_Me schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Also ich finde vor allem die Rechnung der Verbraucherzentrale ziemlich
> suspekt. Wo genau soll den jetzt der Schaden liegen, wenn ich statt 100 nur
> 70 MBit bekomme. Wie schon gesagt dürften das viele gar nicht bemerken. Oft
> bremst da das WLAN mehr aus als der Anschluss.
In deinem gewählten Beispiel mag es (aktuell) kaum einen Unterschied machen.
Bei mir wird 16mbit angeboten und ich bekomme ~10.
Das ist schon der Unterschied ob ich Videos auf FullHD (oder auch nur 720p) schauen kann oder eben nicht.
Wenn das ganze ab und an auf niedrigere Werte kommt - kein Problem. Aber immer? Da würde ich mich
schon um eine Minderung freuen (natürlich nicht so sehr wie über einen Ausbau. Der aber eher kommt,
wenn sie allen in dem Gebiet ne Minderung anbieten müssen) -
Re: Erstaunlich
Autor: Paule 11.11.21 - 19:51
Andrej schrieb:
--------------------------------------------------
> Bei mir wird 16mbit angeboten und ich bekomme ~10.
Und was steht im Vertrag?
"16 MBit/s" oder zB "bis zu 16 MBit/s und mindestens 8 MBit/s" ?
Im Ersten Fall bekommst Du nicht die eingekaufte Leistung im zweiten Fall schon, auch wenn das halt nicht das Maximum dessen ist, was mit diesem Vertrag möglich wäre bei besseren/kürzeren Leitungen.
> Das ist schon der Unterschied ob ich Videos auf FullHD
> (oder auch nur 720p) schauen kann oder eben nicht.
Da hast Du vollkommen Recht.
> Da würde ich mich schon um eine Minderung freuen
> (natürlich nicht so sehr wie über einen Ausbau. Der
> aber eher kommt, wenn sie allen in dem Gebiet ne
> Minderung anbieten müssen)
Warum müssen sie das?
Hängt doch davon ab was im Vertrag drin steht zu Minimal und Maximalwerten.
Im Zweifelsfall würden die Provider halt nix anbieten bzw. nur niedrigere Bandbreiten, wenn die Subventionen nicht für einen Ausbau ausreichen.
Vor allem weil die von der Verbraucherzentrale gerechnete prozentuale Minderung technisch Quatsch ist, da bei DSL ca. 90% des Preises unabhängig von der genutzten Bandbreite ist.
Gewinn+Marketing+Anschlussleitung+Technik machen halt die 90% aus, während die Kosten des Backbones und damit auch des Datenvolumens nur bei den restlichen 10% liegt.
Nur die Auslastung des Backbones würde sich eventuell ja unterscheiden, wenn ein Kunde statt 16 MBit/s nur 10 MBit/s nutzen kann. zB weil ein Stream dann halt nur in SD statt HD übertragen wird.
Downloads hingegen beeinflussen das quasi überhaupt nicht, weil man (außer bei Extremnutzern) die monatliche Datenmenge an Downloads auch mit noch deutlich niedrigerer Geschwindigkeit übertragen könnte und das auch machen würde (pro MBit/s sind theoretisch bis zu 320 GB pro Monat möglich). Dauert halt nur länger.
Immerhin dürfte ein Gebiet mit nur 10 MBit/s Anschlüssen wohl eindeutig förderfähig sein, da die alte Grenze bei 30 MBit/s lag und nun wohl bei 100 MBit/s. d.h. in so einem Gebiet ist es nun wahrscheinlicher, dass genug Fördermittel für einen Ausbau fliessen können und das dann halt mit Glasfaser, weil anderes wird wohl nicht mehr neu geplant. *Daumendrück* -
Re: Erstaunlich
Autor: Leberwurst69 13.11.21 - 10:06
Genau so ist das. Erstaunlich ist dass diejenigen, die sich darüber beschweren, dann auch neben dem was im Vertrag steht fallweise nicht verstehen was sie selbst tun müssten damit sie einen Speedtest machen können.
Hatte neulich den Fall dass sich ein Bekannter über sein schlechtes WLAN am Fiber-Anschluss beschwerte. Aktueller Router, WiFi 6, Mesh-Netzwerk im ganzen Haus....aber einen Windows 7 Rechner für den Speedtest im WLAN nutzen....ohne Worte.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.11.21 10:07 durch Leberwurst69.



