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Ich baue gerade (m)ein Smarthome

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  1. Ich baue gerade (m)ein Smarthome

    Autor: Dor Nocci 25.11.15 - 00:25

    Vor etwa 1,5 Jahren haben wir mit der Planung unseres Einfamilienhauses begonnen und heute stehen wir kurz vorm Einzug (6 bis 8 Wochen).

    Der Wunsch nach "Smarthome" war bei mir von Anfang an da, schließlich bin ich technikbegeistert. Doch auch ich stand damals vor der großen Frage, auf welches Pferd man setzen sollte. Eine Funklösung wollte ich nicht, also kam schnell KNX in die engere Wahl. Seit Jahrzenten bewährt, riesiger Markt der alles bietet was man sich vorstellen kann und das jeweils noch in unzähligen Variationen. Überall liest man dann "KNX ist extrem teuer" ohne dabei mal ungefähre Zahlen zu bekommen. Wenn man mal was findet, dann reicht es von 10.000 bis 50.000 Euro und mehr. Also ziemlich nichts sagend. Was bekomme ich denn dafür? Und was "brauche" ich eigentlich?

    Fertighaus-Anbieter bieten heute "Smarthome" als Zusatzpaket an. Für einen Betrag im niedrigen 4-stelligen Bereich kann man dort dann sein Kreuz setzen und sich freuen. Doch genau hier liegt in meinen Augen das Kernproblem: nämlich eine individuell auf die Anforderungen des Bauherren zugeschnittene Lösung. Es kann beim Smarthome kaum sinnvolle Standardlösungen geben, da neben den persönlichen individuellen Erwartungen eines jeden auch bauliche Besonderheiten, Erweiterbarkeit, Abhängigkeit (von einem Hersteller, zentralen Server, Onlineanbindung,...) und nicht zuletzt natürlich auch das verfügbare Budget eine Rolle spielen. Was nützt eine günstige Lösung die alle meine Bedürfnisse erfüllt, der Hersteller dieses proprietären Systems das Produkt aber kurz darauf einstellt? Was nützt die teure Investition, wenn das System nicht zuverlässig funktioniert oder man später feststellt, dass eine nun benötigte Funktion nicht angeboten wird?

    All diese Fragen haben mich darin bestätigt, dass letztendlich nur KNX in Frage kommt. Bliebe die Kostenfrage. Anfangs wollte ich daher erstmal nur eine Vorbereitung, sprich 5-adrige Kabel zu Verbrauchern, Sternverkabelung und so ein Buskabel an alle Stellen, die sinnvoll erscheinen ... und natürlich ein entsprechend großer, mit reichlich Reserven versehener, Verteilerschrank. Die Kosten dafür halten sich in Grenzen und obwohl ich es letztendlich nicht nur vorbereiten ließ, bin ich davon überzeugt, dass es möglich ist. Nur sagt einem das natürlich keiner. Wenn ich schon elektrische Rolläden habe, dann lasse ich diese eben auch gleich direkt in die Verteilung legen und von dort wieder zurück zum Schalter, oder eben mit Leerrohren noch günstiger.
    Allerdings kommt man hier um eine genaue Planung nicht umher, wenn man später nicht plötzlich feststellen möchte, dass man etwas Grundlegendes vergessen hat. Hier kommt dann der Systemintegrator ins Spiel, den ich frührzeitig mit ins Boot holte. Seine erste Aufgabe: die Beantwortung der Frage "was kostet mich ein Grundpaket aus Rolladen-, Heizungs- und Lichtsteuerung bei meinem Haus?". Heute, da ich mich nun mehrere Monate mit dem Thema beschäftigt habe, kann ich sagen dass man etwa 15.000 Euro einplanen sollte um eine vernünftige Grundausstattung zu haben, die stellenweise sogar noch über das bereits erwähnte hinaus geht. Fenstersensoren, Server (für Visualisierung und erweiterte Logiken), schaltbare Steckdosen, Wetterstation und sowie die kosten für die Planung und Parametrisierung durch den Systemintegrator inklusive. Wer alles selber machen kann und möchte kommt sicherlich auch mit 5.000 Euro schon recht weit. Und obwohl ich es mir als Anwendungsentwickler prinzipiell zutraue das System einzurichten, habe ich nicht einen Moment daran gedacht, das zu tun. Warum? Erstens kostet die Software mit der man das KNX parametrisiert schon 1000 Euro, die ich natürlich (erstmal) nicht brauche wenn ich es machen lasse. Zweitens hat man während des Baus als Bauherr selbst mit einem Generalunternehmen so viel Stress, dass man i.d.R. nicht die Zeit hat sich nach Arbeit und Hausbau auch noch intensiv mit KNX zu beschäftigen. Frau und Kind fordern darüber hinaus auch noch etwas Aufmerksamkeit. Drittens kann/will ich es mir nicht leisten 2 bis 3 Jahre lang in Ruhe zu bauen und alles chic zu machen - beim Einzug sollte dann auch alles funktionieren. Schließlich erledigt die Haussteuerung bei mir elementare Grundfunktionen wie z.B. die Steuerung des Lichts und ich kann es mir und meiner Familie nicht antun in ein "Bastelhaus" zu ziehen, wo die Hälfte nicht funktioniert. "Ach Schatz, sag 1 Stunde vorher Bescheid wenn du ins Bad möchtest, dann programmiere ich den Schalter um, damit du beim Duschen nicht plötzlich wieder im Dunkeln stehst oder die ganze Nacht das Licht im Schlafzimmer brennt"... mir würden unzählige Szenarien einfallen, die nervige bis kostspielige Folgen haben können, wenn das System nicht von einem erfahrenen Fachmann geplant und eingerichtet wurde. Aber natürlich kommt es auch hier wieder auf die individuelle Situation an.

    Indem ich mich selbst mit dem Thema beschäftigte und natürlich auch durch die Beratungen mit dem Systemintegrator, lernte ich erst die Möglichkeiten kennen und erkannte schnell dass man als jemand der zuvor noch nie diese Möglichkeiten hatte, es nur schwer einschätzen kann was für einen sinnvoll ist. So sehe ich mein KNX-System als Schaffung dieser Möglichkeiten, ohne diese jetzt schon vollumfänglich auszunutzen. Es ist z.B. wichtig, dass die Rolläden gesteuert werden können, aber woher soll ich den wissen welche Automatisierung zu mir und dem Lebensstil meiner Familie passt? Das kann auch kein außenstehender Beantworten und damit erst Recht kein Hersteller oder Anbieter von Komplettlösungen. Ja, ich habe eine Wetterstation und diese kann mir die Rolläden runter machen wenn es dunkel wird. Helligkeits- und Temperatursensoren können im Sommer die unmittelbar der Sonne ausgesetzen Fenster verschatten. Aber woher will ich denn jetzt wissen ob das System so zuverlässig funktioniert dass ich auch wirklich einen Mehrwert dadurch habe und nicht am Ende stattdessen viel mehr damit beschäftigt bin, die Rolläden ständig wieder hoch zu machen? Vielleicht mag ich es ja, wenn die Sonne rein scheint? Vielleicht mag ich es im Winter, aber nur im Sommer nicht? Wieviel Aufwand muss ich betreiben um dem System das klar zu machen? Lassen sich meine Bedürfnisse überhaupt mit Algorithmen und Logiken abbilden? Ich weiß es nicht und ich denke die wenigsten werden das vorher genau einschätzen können.
    Aber gerade deswegen bin ich von KNX überzeugt, da es sehr flexibel ist. Ich kann mich nach dem Einzug in Ruhe mit solchen Logiken beschäftigen und herausfinden was zu uns passt und ich kann es auch jederzeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen oder Vorlieben ändern. Wenn ich die Rolläden am Ende nur manuell steuere und gar nicht automatisiere, so habe ich immer noch den Vorteil die Rollos beliebig steuern zu können. Ich möchte 3 Rollos von einem Schalter aus steuern statt jedes einzeln? Kein Problem, kann jederzeit parametrisiert werden. Ich habe in der Stube beim Sofa eine freie Schalterfunktion? Dann kann ich mir die Rollos auch darauf legen und diese steuern wenn ich vorm TV sitze. Oder ich definiere eine/n ungenutzten Langdruck/Doppelklick/Wischgeste/Sprachbefehl des Lichtschalters, tausche den gegen einen mit mehr Funktionen aus oder steuere es gleich per Smartphone. Alles jederzeit problemlos möglich, wenn beim Bau nur die Möglichkeit geschaffen wurde. Und die teure Wetterstation damit ein Fehlkauf? Nein, denn ich kann deren Daten ja auch noch anderweitig nutzen und wenn ich sie mir nur auf einem kleinen Display neben der Haustür anzeigen lasse um zu wissen wie kalt es draußen ist oder es besser wäre einen Regenschirm mitzunehmen.

    Smarthome mit KNX ist für mich daher in erster Linie Flexibilität und eine Antwort auf meine individuellen Bedürnisse, die ich erstens im Vorfeld selbst nur zum Bruchteil kenne und die sich zweitens im Laufe der Jahre ändern können. Ich habe all diese Möglichkeiten durch eine Vernetzung diverser Komponenten und kann später festlegen ob und wie ich diese nutze. Das ist smart und nicht etwa all diese kleinen Szenarien die sich irgendwelche Werbetexter ausdenken. Es ist wichtig dass das Smarthome zu mir passt. Denn nur wenn sich das Haus auf meine Bedürfnisse einstellen kann und nicht andersherum ich meine Lebensgewohnheiten einem "smarten" Versprechen anpassen muss, habe ich davon auch wirklich einen Mehrwert den zu bezahlen ich bereit bin.

    Deswegen habe ich mich für KNX entschieden. Und genau aus den genannten Gründen wird es das intelligente Zuhause schwer haben sich durchzusetzen. Es wird eine Nischenlösung bleiben für Leute die sich das Leisten können und wollen und die sich ihrer Ansprüche an das Smarthome bewusst sind. Alle anderen werden irgendwann feststellen, dass das Meiste nur unnötige Spielerei ist oder nervt und deswegen nicht genutzt wird. Und dann wird es sicher keine positive Antwort auf die Frage "eh sag mal, du hast doch damals ein Smarthome gebaut, wie is 'n das so?" geben. Damit mir das nicht passiert, habe ich neben der Entscheidung für eine flexible Hersteller unabhängige Lösung, auch künftige Erweiterungen und Anpassungen berücksichtigt. Sollte dennoch der Fall eintreten dass ich an einer Stelle unbedingt einen Schalter benötige um eine Sache für mich angenehmer zu machen ohne aber die Wand wieder aufreißen zu wollen, so bietet mir KNX die Möglichkeit dies auch kabellos zu realisieren ... entweder nativ durch KNX-RF oder mittels EnOcean-Technologie die im Schalter noch nichtmal Batterien benötigt. Der Strom zum Versenden eines Telegramms per Funk wird durch die kinetische Energie beim Betätigen des Schalters erzeugt, ein Gateway empfängt es und speist es in den KNX-Bus ein. Wenn ich nicht ohnehin längst dazu übergegangen sein sollte alles mit dem Tablet zu steuern, welches ich fast ständig mit mir rumtrage. Dann kann ich notfalls auch unterwegs nachschauen ob ich auch wirklich das Licht oder den Herd ausgemacht habe.

    Ich würde mir daher bei der ganzen Diskussion um das Thema Smarthome wünschen, dass weniger über Kosteneinsparungen, Sicherheitsbedenken, Komfortgewinne oder darüber welches System das beste ist, gesprochen wird. Viel entscheidender ist darauf hinzuweisen, dass stets eine individuelle Betrachtung erforderlich ist, die für für sich natürlich all diese Themen tangiert, aber keine Verallgemeinerungen zulässt. Da Laien mit diesen Entscheidungen schlicht überfordert sind, sind hier die Dienstleister gefordert, aktiv maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Weg von den aktuell kursierenden Pauschalangeboten mit vordefinierten Szenarien die mal mehr mal weniger sinnvoll für den Einzelnen sein können, hin zu mehr Aufklärung und zu einem Verständnis des Smarthome als persönliches Gesamtkonzept denn als Produkt einer bestimmten Marke.

  2. Re: Ich baue gerade (m)ein Smarthome

    Autor: 3dgamer 25.11.15 - 01:26

    KNX Mitarbeiter? Meine Güte was für ein Loblied.

    Kurz gesagt, nach 6 monaten Kernsanierung ist mein Anteil von smarthome 0%. Ich will nicht in einem Roboterhaus wohnen. Was alle immer daran finden ihre Rolläden zu steuern..

  3. Re: Ich baue gerade (m)ein Smarthome

    Autor: plexmatrx 25.11.15 - 07:53

    Ich habe auch vor einem Jahr gebaut. Als Techniker wollte ich auch ein paar Spiellereien im Haus verbauen, versteht sich von selbst.
    Nach einer Marktsichtung, habe ich mich aber schnell umentschieden.
    3dgamer wird lachen, einzig die Rollläden lasse ich per Tahoma io von Sompfy rauf und runter fahren. Für mich eine super Sache, so brauche ich nicht in jedes Zimmer laufen um die Rollläden hoch oder runter fahren zu lassen. Des Weiteren ist die Lösung einigermaßen sicher und erschwinglich und sollte sich wiedererwarten doch jemand reinhacken, kann er nur meine Rollläden steuern.
    Gründe gegen Smart Home waren bei mir:
    1. 100% ige funktion der Technick
    2. Sicherheit
    3. Preis

    Smart Home ist was schönes, wenn es funktioniert. Als Techniker weiß ich aber, um so mehr Technik da ist, um so mehr Fehler gibt es. Nehmen wir z.B. meine Sompfy Anlage. Alles eingebaut, 6 Monate keine Problem. Dann kommt der Hersteller auf die Idee die App auf eine neue Version zu bringen. Die Folge war das ich 3 Wochen mit dem Handy probleme hatte die Rollläden zu steuern und nach einem Update vom Update vom Update war dann plötzlich die Rolllade in der Küche komplett nicht mehr zu steuern. Ich musst mich dann nach Feierabend 2 Stunden mit dem Teil auseinandersetzen bis es wieder am laufen hatte. Der Normalbürger müsste jetzt schon die Firma rufen.
    Im Anschluss war ich froh das ich nur meine kleine Smart Home Lösung habe.

    Zur Sicherheit möchte ich gerne auf Herrn Semmler verweisen. Hier könnte Dor Nocci auch sein Smart Home mal testen lassen, er sucht gerade wieder ein Opfer.

    http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/markt/sendungen/smart-homes100.html

    https://www.mark-semmler.de/kategorie:knx

    Als letztes der Preis, für einen Normalverdiener, der selber keine Arbeiten für KNX oder sonstigem übernehmen kann, ist das meiste viel zu teuer. Der nette Systemintegrator arbeitet bestimmt nicht für 30¤ die Stunde und der braucht ein paar Stunden.

  4. Re: Ich baue gerade (m)ein Smarthome

    Autor: TarikVaineTree 25.11.15 - 14:15

    Danke für eure Erfahrungsberichte und Tipps. Nützlich für später. :)

  5. Re: Ich baue gerade (m)ein Smarthome

    Autor: Dor Nocci 26.11.15 - 08:08

    @3dgamer:
    Nein, ich stehe in keinerlei Verbindung zur KNX Association oder verdiene sonst irgendwas daran. Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte ist, dass es bei diesem Thema nicht "die eine perfekte Lösung" gibt und auch KNX hat seine Nachteile: zum einen natürlich der Preis und weiterhin dass Änderungen an der Parametrisierung oder die Einrichtung erweiterter Logiken eben nicht ganz trivial sind und ein gewisses Maß an Grundverständnis und/oder Lernaufwand erfordern.
    Zum Vergleich vielleicht mal RWE Smarthome, welches ich bisher nutzte: dessen Bedienung ist kinderleicht und von jedem ohne große Hürden zu meistern, da alles über eine bunte Oberfläche konfiguriert wird. Über Gruppenadressen und Telegramme muss man hier nichts wissen, auch keine umfangreichen Bedienungsanleitungen studieren. Dafür ist es aber eben auch sehr eingeschränkt, kann kaum dezent installiert werden (Thermostate, Fensterkontakte), nutzt Funktechnik, kostet eine jährliche Gebühr wenn ich es per App steuern möchte, hängt immer im Internet und ist vom RWE-Server abhängig. Ist der, z.B. wegen Wartungsarbeiten mal außer Betrieb funktioniert zwar alles weiterhin, aber Änderungen an der Konfiguration oder Eingriffe in die Steuerung sind dann nicht möglich.

    Man könnte weitere Vergleiche ziehen zu den anderen etablierten Systemen wie Loxone oder Homematic. Mein Beitrag verdeutlicht weshalb ich mich für KNX entschieden haben und das obwohl ich, wie jeder andere auch, beim Bau meines Hauses auch keinen Euro zu viel habe. Letztendlich habe ich Prioritäten gesetzt und obwohl KNX nicht ganz oben stand, konnte ich es realisieren. Für alle die ebenfalls so entschieden haben und bei denen es aber aus Kostengründen nicht möglich ist, denen wollte ich mit meinem Beitrag aufzeigen dass man es trotzdem angehen kann und nicht gleich auf ein anderes Produkt ausweichen muss, nur weil es günstiger ist. Ich hätte es im Zweifelsfall einfach nur vorbereiten lassen und wenn sich dies ausschließlich auf Leerrohre beschränkt hätte.

    @plexmatrx:
    1. 100%ige Funktion der Technik:
    Genau das war auch ein Grund bei mir mich für KNX zu entscheiden. Es arbeitet dezentral und kommt ohne einen Server aus. Einzig wenn die Busspannungsversorgung ausfallen sollte, geht nichts mehr. Ansonsten ist es vom jeweils gewählten Hersteller abhängig wie gut es funktioniert, beispiel Taster: es gibt unzählige KNX-Taster am Markt, jeder mit anderen Funktionen und natürlich auch mit qualitativen Unterschieden. Aber genauso ist es ja auch beim Kauf eines Kühlschranks oder einer Waschmaschine. Stellt sich das gewählte Modell als Fehlkauf heraus, habe ich bei KNX alle Möglichkeiten ein Gerät eines anderen Herstellers zu verwenden.
    Nicht zuletzt ist KNX der Standard in professionellen Umgebungen wie Krankenhäusern, Bürogebäuden oder öffentlichen Einrichtungen. Schon allein auch deswegen kann ich mir kaum vorstellen, dass man damit einen Fehler macht. Das System stellt sich für mich als hinreichend ausgereift dar.

    2. Sicherheit:
    Hier kommt es natürlich drauf an, für welche Lösung man sich entscheidet. Beim RWE Smarthome teile ich diesen Punkt zu 100% da die Zentrale immer mit dem Internet verbunden ist und es gar keine lokale Konfigurations- und Steuermöglichkeit gibt. Die Silverlight-App für Windows mag das vielleicht suggerieren, läuft tatsächlich aber auf einem RWE-Server.
    Andere Systeme, wie z.B. KNX, benötigen überhaut keinen Internet-Zugang. Wenn ich darüber hinaus auch noch auf ein IP-Gateway verzichte, ist es selbst vom interen Netzwerk aus nicht zugreifbar, nehme mir dann aber natürlich die Möglichkeit der Visualisierung und Steuerung per Computer, Tablet oder Smartphone. Sämtliche KNX-Komponenten kommunizieren über das Bus-Kabel und zu diesem müsste ein Angreifer physischen Zugang haben, sich also in meinem Haus befinden. Wer unbedingt auch außerhalb des Hauses KNX benötigt sollte dafür eine getrennte Linie aufbauen, sodass ein Angreifer nachdem er das Buskabel in der Klingel freigelegt, seinen Laptop angeschlossen, Telegramme mit "gesnifft" und die Gruppenadressen identifiziert hat, dann allenfalls die Terassenbeleuchtung an- und ausschalten könnte.

    Ich sehe für mich jedenfalls keinen Grund meine Haussteuerung von außen zugreifbar machen zu müssen und für alles andere müsste sich ein Angreifer entweder im Haus oder zumindest in meinem LAN befinden. In beiden Fällen hätte ich also noch ganz andere Probleme und es ist keine Frage der Sicherheit der Haussteuerung selbst. Wer natürlich im Urlaub unbedingt wissen muss, wann einer seiner Rauchmelder einen (Fehl-)alarm auslöst und deshalb seinen Router so konfiguriert hat, dass ein Zugriff über das Internet möglich ist, der sollte sich über das Thema natürlich mal Gedanken machen. Für mich hingegen bedeutet Smarthome, dass ich eben eigentlich nichts oder zumindest weniger machen muss. Einen Zugriff von außen werde ich daher zunächst definitiv nicht einrichten. Damit ist für mich das Thema Sicherheit abgetan.

    3. Preis
    Ja es ist teuer, besonders KNX ist sehr sehr teuer, das möchte ich weder leugnen noch kleinreden. Aber wie ich bereits sagte, bietet KNX die Möglichkeit der flexiblen Erweiterung. Ich muss beim Bau im Grunde nur die Leerrohre vorsehen. Wer noch etwas Geld aufwenden kann, legt auch die Verkabelung bereits daraufhin aus und lässt ggf. sogar das Buskabel schon legen. Dann kann man nach und nach die Aktoren in der Verteilung ergänzen und die Lichtschalter mit Busankopplern versehen oder diese gegen KNX-Taster tauschen. Man ist nicht gezwungen auf einem Mal 10k, 20k oder mehr in die Hand nehmen zu müssen, wenn man sich gedulden kann und alles nach und nach nachrüstet wie es der Geldbeutel zulässt.
    Ansonsten gibt es wie gesagt ja auch noch andere Lösungen, die deutlich günstiger sind. Hier muss man dann eben intensiv vergleichen und ggf. Kompromisse eingehen. Bei jedem Fernseher den man sich kauft macht man das doch auch. Da es beim Thema Haussteuerung natürlich etwas schwieriger und für Laien zum Teil auch unmöglich ist, deshalb mein Appel an die Dienstleister, genau hierfür individuelle Lösungen anzubieten. Der Systemintegrator ist hier schon mal ein guter Ansatz, da dieser zwar auch seine bevorzugten Hersteller haben wird, aber grundsätzlich nicht an einen gebunden ist und objektiv beraten kann. Ich bezweifle aber, ob die außerhalb von KNX und vielleicht Loxone überhaupt Kenntnisse von Alternativen haben und auch bereit wären Tante Erna ein RWE Smarthome anzubieten und einzurichten. Solange das nicht der Fall ist, wird das intelligente Zuhause ein Nischendasein fristen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.11.15 08:20 durch Dor Nocci.

  6. Re: Ich baue gerade (m)ein Smarthome

    Autor: Topf 26.11.15 - 18:51

    Ich weiß nicht, wie oft ich noch "wieso/weshalb/warum ich mich für KN0fck entschieden habe" oder "deshalb habe ich mich für diesen furz entschieden" lesen kann, langsam wird es anstrengend. Schon gut, du Firmenvertreter/Jünger deiner Robotechnik.

  7. Re: Ich baue gerade (m)ein Smarthome

    Autor: Dor Nocci 26.11.15 - 21:04

    lol, bist du sicher, dass du mit dieser Meinung in einem IT-Forum richtig bist? :)

    Und wie man darauf schließen kann, dass ich irgendeine Firma vertreten würde, nur wenn ich aufzeige weshalb ich mich dafür und nicht für eines der anderen zahlreichen Systeme, die ich durchaus auch genannt und z.T. mit ihren Vorteilen benannt habe, ist wohl auch ganz allein deine Logik.
    Btw: wer zwingt dich denn meinen Beitrag zu lesen? Es gibt sicherlich einige, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen und sich genau die selben Fragen stellen und von denselben Unsicherheiten befangen sind, wie es bei mir voriges Jahr der Fall gewesen ist. Ich jedenfalls war sehr dankbar für zahlreiche Infos aus diversen Foren zu dem Thema. Und ja da zählen für mich mehr die Erfahrungen und persönlichen Meinungen, als die Versprechen der Hersteller. Ich wollte hier nie jemanden von KNX überzeugen, denn es wäre nicht richtig, dies als die beste aller am Markt befindlichen Lösungen zu betiteln. Habe ich auch nie. Im Gegenteil: wenn du schon meinen Beitrag lesen "musst" dann mach dir doch wenigstens die Mühe ihn auch zu verstehen, denn ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich es noch deutlicher sagen soll, dass es auf den Einzelfall ankommt und von den persönlichen Bedürfnissen und verfügbaren Mitteln abhängt.
    Sag mir doch bitte, warum du überhaupt den Thread liest, wenn dich das Thema nicht interessiert. Falls dich "Roboterhäuser" nicht interessieren, wofür ich im Gegensatz zu dir vollstes Verständnis habe, was regst du dich dann überhaupt so auf? An einer ernsthaften Diskussion scheinst du ja kein Interesse zu haben...

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