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Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

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  1. Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: Zorken 10.03.20 - 13:00

    Früher mussten wir virtuelle Besprechungsräume buchen wie im real life. Das waren Exchange-Objekte und es ging nur exklusiv wie in der analogen Welt. Die Besprechung war zwangsläufig und pünktlich vorbei, wenn (überraschend! ;-) die nächsten dazu kamen, um ihren Anspruch geltend zu machen.
    Heute macht jeder per Skype individuelle Sitzungen und die dauern fast immer viel länger als jeder Zeit reserviert hat. Oft kommt man dann bei "Anschlussmeetings" zu spät oder man kommt zu sonst nix mehr. Auch so eine digitale Verschlimmbesserung..

  2. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: trinkhorn 10.03.20 - 14:33

    Bei mir ist es aufgrund der zur Verfügung gestellten Technik (kein Headset, nur ein Handheld Telefon für die Sprachverbindung) nicht möglich ernsthaft im Großraumbüro an einem Meeting teilzunehmen. Daher buche ich mir normalerweise einen kleinen Besprechugnsraum für die Meetings. Da behaupte ich zur not auch mal "jemand will in meinen Raum, sorry" um pünktlich gehen zu können.

  3. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: Oktavian 10.03.20 - 16:23

    > Heute macht jeder per Skype individuelle Sitzungen und die dauern fast
    > immer viel länger als jeder Zeit reserviert hat.

    Darum geht es ja im Artikel, auch Online-Meetings brauche Regeln. Und eine davon ist die Timebox. Bei uns beginnt ein Meeting spätestens 5 Minuten nach der angesetzten Zeit und der Inhalt endet mindestens 5 Minuten vor der angesetzten Zeit.

    Ein paar weitere Regeln: Es gibt kein Meeting ohne Agenda, auch nicht Online. Es gibt keine "Zusage unter Vorbehalt" ohne Erklärung, worin der Vorbehalt besteht. Es gibt keine Ablehnung ohne Begründung außer wenn eine Einladung verschickt wurde ohne Agenda, denn die müssen abgelehnt werden.

    Ein paar weitere Regeln noch, und die Zusammenarbeit klappt auch virtuell erstaunlich gut.

  4. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: minnime 10.03.20 - 22:40

    Die Regeln wären mir schon zu doof, da hätte ich keinen Bock drauf, ist mir zu diktatorisch. Vor allem enthalten die Regeln keinerlei Hilfe zum inhaltlichen Vorgehen während des Meetings, es geht nur um das drumherum.

  5. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: Oktavian 11.03.20 - 07:35

    > Die Regeln wären mir schon zu doof,

    Welche von den Regeln hälst Du denn für überflüssig?

    Dass man bitte pünktlich zu sein hat, oder dass man Meetings nicht endlos überzieht? Okay, das eine bedingt oft das andere, denn wenn nach 20 Minuten immer noch Nachzügler eintreffen, braucht man halt länger. Es gibt den schönen Spruch, Unpünktlichkeit ist mangelnder Respekt vor der Zeit anderer. Und ja, es gibt immer gute Gründe. Das sind Regeln, keine Gesetze.

    Oder vielleicht die Regeln, dass man bei Absagen begründet warum ("Thema gehört nicht zu mir, bitte XYZ einladen", "Sorry, hab ich nen Zahnarzttermin, stand nicht im Kalender") oder bei Vorbehalt? Das ist für mich einfach eine Grundregel der Höflichkeit dem Einladenden gegenüber. Es ist toll, wenn man 10 Leute eingeladen hat, 6 sagen mit Vorbehalt zu, und man hat keine Idee, ob zum Termin überhaupt sinnvoll Leute erscheinen.

    Vielleicht ist die Regel auch unsinnig, dass man eine Agenda braucht? Das ist einfach eine Erfahrung aus vielen Jahren Meeting. Meetings ohne Agenda sind dummes Rumgelaber. Niemand ist vorbereitet, es fehlen die wichtigen Materialien, jeder muss "mal schnell" eine Datei suchen, und nach ner Stunde ist nichts geschafft. Wenn jeder vor dem Meeting weiß, was der Inhalt sein wird, weiß er auch, was mitzubringen ist, welche Unterlagen man braucht, und was man ggf. vorher nochmal lesen sollte. Denn auch hier, schlecht vorbereitet sein ist mangelnder Respekt vor der Zeit anderer.

    Wir haben uns mal den Spaß gemacht, am Ende jedes Meetings kurz zu summieren, was dieses Meeting gekostet hat (externe Stundensätze) und wer bereit wäre, dem Kunden das Ergebnis des Meetings zu präsentieren mit der Rechnung (bei internen Meeting gerne dem Vorstand des eigenen Unternehmens). Bei einer Stunde Meeting hat man schnell Kosten von 1500 Eur. Mit den Regeln stehen Kosten und Ergebnis in besserem Verhältnis, es sind keine reinen Kaffee-Runden mehr. Zudem kommt nicht mehr der Meeting-Frust auf, weil man Zeit verplempert hat und kein Ergebnis erzielt hat.

    Die Regeln sind übrigens für Präsenzmeetings genauso wertvoll.

    > Vor allem enthalten die Regeln keinerlei Hilfe zum
    > inhaltlichen Vorgehen während des Meetings, es geht nur um das drumherum.

    Die Situation bestimmt den Inhalt, die Regeln die Form, das ist klar. Wenn ich nicht weiß, worüber ich mit meinen Kollegen sprechen will und welche Art des Meetings ich dafür wähle, welche Personen ich einlade, etc., dann sollte ich es einfach lassen. Die Regeln kodifizieren lediglich ein paar Formen der Höflichkeit den anderen gegenüber. Eigentlich schade, dass man es in Regeln packen muss, jede davon sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

    Aber das ist wie mit dem Dresscode, wenn man zu Kunden fährt. Die einen ziehen sich einfach angemessen an, die anderen brauchen da etwas Hilfe.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.03.20 07:39 durch Oktavian.

  6. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: minnime 11.03.20 - 09:19

    Ich habe hier einfach den Eindruck, dass die Regeln nur am Symptom rumdoktern, nicht die eigentlichen Probleme lösen, nämlich dass die undiszipliniert und chaotisch sind, also wenn z.B. irgendwelche Dateien nicht gefunden werden.

    Vielleicht ist bei uns der Charakter von Meetings einfach anders. Es ist in der Regel kein Problem wenn einer später kommt oder früher geht. Ein Meeting hat nur ein Thema, eine Agenda hat nur der Durchführende und auch das nicht immer, wenn es z.B. zur Ideenfindung dient. Mitbringen muss man außer der den Fcahkenntnissen zum Thema, die man, als entsprechender Experte, eigentlich parat hat, nichts, alles andere hat der Durchführende dabei.

    Usere Meetings sind aber meist Informationsveranstaltungen nach dem Motto, einer spricht, die anderen machen Anmerkungen dazu oder Abstimmungsveranstaltungen, einer trägt vor und die anderen stimmen darüber ab oder priorisieren. Am schlimmsten sind die Routinemettings mit Agenda, wo irgendwas standardmäßig drauf steht, es aber nichts dazu zu sagen gibt und es wird trotzdem darüber gesprochen, notfalls alter, bekannter Kram.

  7. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: Oktavian 11.03.20 - 10:02

    > Ich habe hier einfach den Eindruck, dass die Regeln nur am Symptom
    > rumdoktern, nicht die eigentlichen Probleme lösen, nämlich dass die
    > undiszipliniert und chaotisch sind, also wenn z.B. irgendwelche Dateien
    > nicht gefunden werden.

    Naja, es gibt chaotische Menschen, damit muss man leben. Gerade denen helfen aber oft gewisse Regeln. Ohne aber vorher zu wissen, um was es in dem Meeting geht, kann man selbst als strukturiert arbeitender Mensch nicht vorbereitet sein.

    Klar kommt es vor, dass man spontan noch ein Thema dazu nehmen muss, und dass es dann unstrukturierter wird. Das ist das Leben. Aber zumindest die Dinge, die man strukturiert und zügig abarbeiten kann, kann man auch so handhaben.

    > Vielleicht ist bei uns der Charakter von Meetings einfach anders. Es ist in
    > der Regel kein Problem wenn einer später kommt oder früher geht.

    Dann ist es aber auch nicht so wichtig, wenn er gar nicht kommt, oder? Wenn Experte A nur die erste Hälfte da ist, Experte B nur die zweite, das Ergebnis aber eine Zusammenarbeit der beiden erfordert, dann ist das für alle Beteiligten verschwendete Lebenszeit.

    Wenn ich Personen nicht die ganze Zeit im Meeting brauche, ist das super, dann können sie gerne später kommen oder früher gehen. Ich verschicke ja eine Agenda, dann wissen sie, statt um 9 muss ich erst um 9:30 da sein. 30 Minuten Lebenszeit gewonnen. Natürlich legt man dann solche Themen an den Rand der Meetings, damit eben Leute früher gehen oder später kommen können.

    Das hatte ich gestern wieder, ich sollte in der Runde der Unternehmensarchitekten kurz etwas zu meinem neuen Projekt erzählen. Der Slot für Projektvorstellungen ist direkt am Anfang, ich war um 9 Uhr im Meeting und um 9:10 wieder am Arbeitsplatz. Die Architekten haben noch 10 andere Themen durchgekaut, die aber nicht meine sind.

    > Ein
    > Meeting hat nur ein Thema, eine Agenda hat nur der Durchführende und auch
    > das nicht immer, wenn es z.B. zur Ideenfindung dient.

    Dann ist genau das die Agenda, Ideenfindung zu Problem X. Eine Agenda darf auch nur einen Punkt haben und eventuell schon in den Betreff der Einladung passen. Aber es ist auch klar, wenn wir Ideen gefunden haben, ist das Meeting vorbei. Und wenn ich so eine Einladung bekomme, aber nicht die mindeste Ahnung habe, was Problem X überhaupt ist, rufe ich kurz den Einladenden an und frage, wo ich da helfen kann. Entweder erklärt er es mir in ein paar Sätzen oder er merkt, dass er mich vielleicht nicht braucht. In beiden Fällen ein Gewinn.

    > Mitbringen muss man
    > außer der den Fcahkenntnissen zum Thema, die man, als entsprechender
    > Experte, eigentlich parat hat, nichts, alles andere hat der Durchführende
    > dabei.

    Auch das ist doch eine gute Erkenntnis. Ich gehe in ein Meeting und weiß, ich hab nichts vorbereiten müssen, ich muss einfach nur zuhören und mitdiskutieren. Aber ich wüsste das schon gerne vorher, was die Erwartungshaltung an mich ist. Es ist nervig, wenn man unvorbereitet in ein Meeting geht, erst da erfährt, dass man doch bitte ad hoc 30 Minuten zu einem hochkomplexen Thema etwas erzählen soll, und weiß, mit ein wenig Vorbereitung wäre es für alle ein Gewinn gewesen.

    > Usere Meetings sind aber meist Informationsveranstaltungen nach dem Motto,
    > einer spricht, die anderen machen Anmerkungen dazu oder
    > Abstimmungsveranstaltungen, einer trägt vor und die anderen stimmen darüber
    > ab oder priorisieren.

    Auch das kann man doch wunderbar vorher bekannt geben, was man erreichen möchte.

    Und ganz ehrlich, das ist der eigentliche Gewinn der Agenda. Wenn der Einladende aufschreiben muss, was er erreichen will (Ziel), wie er es erreichen will (Agenda) und mit wem er es erreichen will (Teilnehmer), hat er alles zusammen, was er eh braucht, um sinnvoll das Meeting gestalten zu können. Diffus war ihm das vielleicht alles klar, aber durchs aufschreiben bekommt er Klarheit im Kopf.

    > Am schlimmsten sind die Routinemettings mit Agenda,
    > wo irgendwas standardmäßig drauf steht, es aber nichts dazu zu sagen gibt
    > und es wird trotzdem darüber gesprochen, notfalls alter, bekannter Kram.

    Das ist gruselig, keine Frage, kenne ich auch. Natürlich gibt es fixe Meetings, aber alle sollten sich bewusst sein, dieses Meeting kurz nach Eintreffen zu beenden mit der Erkenntnis, dass es ncihts neues gibt, ist für alle ein Gewinn. Am besten fragt der Einladende/Moderator am Tag vor dem Meeting kurz rum, ob es Gesprächsbedarf gibt, und sagt das Meeting ggf. einfach ab. Das ist keine Schande sondern das beste, was allen passieren kann.

    Ich habe so etwas ähnliches bei meinen Lenkungsausschuss-Sitzungen. Angesetzt sind die immer für eine Stunde, meist sind wir nach 20 Minuten durch. Ich habe die Folien mindestens 3 Tage vorab verschickt. Die Vorstände und Bereichleiter können ihre Fachkollegen befragen und sich auf den Stand bringen lassen. Wenn Fragen offen sind, haben sie Zeit, mich vorher anzurufen. Wenn es Entscheidungsbedarf gibt, kann man Inhalt und Bedenken vorab klären. Die Veranstaltung selber ist dann ein reiner Formalakt. Am Ende gibt es ein Protokoll, und alle sind glücklich, dass es schnell vorbei war.

    Schlecht vorbereitete Lenkungsausschüsse dauern gerne mal 2 Stunden, es wird wild und laut diskutiert, und am Ende vertagt man sich ergebnislos, das Projekt wird nicht mehr gelenkt. Ganz ganz gruselig.

  8. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: ibsi 11.03.20 - 14:05

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber das ist wie mit dem Dresscode, wenn man zu Kunden fährt. Die einen
    > ziehen sich einfach angemessen an, die anderen brauchen da etwas Hilfe.
    Was ist denn angemessen?

    Wenn ich irgendwo zu einem Kunden fahre, dann komm ich wie immer. Normale Hose, Pullover etc.
    Soll ich im Matsch spielen, ist es eher ein Blaumann oder ähnliches + Gummistiefel.

  9. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: Oktavian 11.03.20 - 14:46

    > > Aber das ist wie mit dem Dresscode, wenn man zu Kunden fährt. Die einen
    > > ziehen sich einfach angemessen an, die anderen brauchen da etwas Hilfe.
    > Was ist denn angemessen?

    Genau das ist die spannende Frage, und die kann man am besten mit etwas Feingefühl und Kenntnis der Situation beantworten.

    Wenn man als Entwickler/Techniker zum Kunden fährt, um da an einem Problem zu arbeiten, sind wahrscheinlich Jeans und Hoody total angemessen. Ist der Kunde aber eine große Bank oder Versicherung, ist vielleicht trotz der gleichen Arbeit Jeans und Oberhemd angemessen.

    Geht man zum Kunden als Vertriebsunterstützung und trifft die Geschäftsleitung, darf es auch mal der Anzug sein. Ist der Kunde aber öffentliche Verwaltung, bitte kein Anzug, sondern eher Jeans und Pulli.

    Und im Zweifel fragt man einfach wen, der sich auskennt.

  10. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: minnime 11.03.20 - 14:47

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und ganz ehrlich, das ist der eigentliche Gewinn der Agenda. Wenn der
    > Einladende aufschreiben muss, was er erreichen will (Ziel), wie er es
    > erreichen will (Agenda) und mit wem er es erreichen will (Teilnehmer), hat
    > er alles zusammen, was er eh braucht, um sinnvoll das Meeting gestalten zu
    > können. Diffus war ihm das vielleicht alles klar, aber durchs aufschreiben
    > bekommt er Klarheit im Kopf.

    Schon klar, aber das interessiert die Teilnehmer in der Regel nicht. Die Aussage auf die ich mich bezog war ja, dass man an Meetings ohne Agenda nicht teilnehmen darf. Ich als Teilnehmer gehe da nur hin,lasse mich bespaßen und gehe hinterher zumindest informiert raus.

    > Das ist gruselig, keine Frage, kenne ich auch. Natürlich gibt es fixe
    > Meetings, aber alle sollten sich bewusst sein, dieses Meeting kurz nach
    > Eintreffen zu beenden mit der Erkenntnis, dass es ncihts neues gibt, ist
    > für alle ein Gewinn. Am besten fragt der Einladende/Moderator am Tag vor
    > dem Meeting kurz rum, ob es Gesprächsbedarf gibt, und sagt das Meeting ggf.
    > einfach ab. Das ist keine Schande sondern das beste, was allen passieren
    > kann.

    Das sind halt die Veranstaltungen zu denen der Chef lädt und der hört sich gern reden oder er hat irgendwie ein schlechtes Gewissen wenn seine Führungsverantsaltung zu kurz ausfällt.

    > Ich habe so etwas ähnliches bei meinen Lenkungsausschuss-Sitzungen.
    > Angesetzt sind die immer für eine Stunde, meist sind wir nach 20 Minuten
    > durch. Ich habe die Folien mindestens 3 Tage vorab verschickt. Die
    > Vorstände und Bereichleiter können ihre Fachkollegen befragen und sich auf
    > den Stand bringen lassen. Wenn Fragen offen sind, haben sie Zeit, mich
    > vorher anzurufen. Wenn es Entscheidungsbedarf gibt, kann man Inhalt und
    > Bedenken vorab klären. Die Veranstaltung selber ist dann ein reiner
    > Formalakt. Am Ende gibt es ein Protokoll, und alle sind glücklich, dass es
    > schnell vorbei war.

    Lenkungsausschuss 20 Minuten? Die gehen bei uns eher 4 Stunden oder mehr. Da wird dann auch wirklich alles genau ausgeführt und jede Bemerkung drei mal umgedreht.

  11. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: Oktavian 11.03.20 - 15:00

    > Schon klar, aber das interessiert die Teilnehmer in der Regel nicht.

    Das sehe ich als Teilnehmer ziemlich anders.

    > Die
    > Aussage auf die ich mich bezog war ja, dass man an Meetings ohne Agenda
    > nicht teilnehmen darf. Ich als Teilnehmer gehe da nur hin,lasse mich
    > bespaßen und gehe hinterher zumindest informiert raus.

    Aus einem schlecht vorbereiteten Meeting gehe ich meist nicht informiert sondern frustriert raus. Da hat mir jemand eine Stunde meiner Lebenszeit geklaut, 1000 EUR Projektbudget verschwendet, das Projekt um diese eine Stunde verzögert und die teilnehmenden Mitarbeiter demotiviert. Klasse Job.

    Das hört sich vielleicht kleinkariert an, aber diese ganzen Kleinigkeiten entscheiden am Ende oft über Projekterfolg oder scheitern. 10 schlecht vorbereitete Meetings haben schon 10.000 EUR gekostet und einen ganzen Tag verzögert.

    Meetings sind ein Muss im Projekt, Kommunikation ist wichtig. Wenn man aber alle mit Meetings nur noch frustiert, jeder Ausreden sucht um nicht hinzumüssen, leitet die Kommunikation, die Motivation und der Erfolgt des ganzen.

    > Das sind halt die Veranstaltungen zu denen der Chef lädt und der hört sich
    > gern reden oder er hat irgendwie ein schlechtes Gewissen wenn seine
    > Führungsverantsaltung zu kurz ausfällt.

    Nur weil man Chef ist, heißt das nicht, dass man an dem Punkt einen guten Job macht. Ja, solche Chefs kenne ich auch. Natürlich gibt es Dinge, über die ein Chef informieren muss, aber das kann man knapp halten. Im Wesentlichen soll ein Chef zuhören, sich ein Bild verschaffen und dann konsistent und zügig entscheiden. Dafür wird er bezahlt, er ist Entscheider, nicht Belaberer. Wenn ich mich zutexten lassen will, fahre ich in Berlin Taxi.

    > Lenkungsausschuss 20 Minuten? Die gehen bei uns eher 4 Stunden oder mehr.
    > Da wird dann auch wirklich alles genau ausgeführt und jede Bemerkung drei
    > mal umgedreht.

    Dann ist er meist schlecht vorbereitet. In einem Lenkungsausschuss sitzen in der Regel die Entscheider, nicht die Experten. Wenn Entscheider anfangen zu diskutieren, dann ist das, als wenn Blinde über die Farbe diskutieren. Deshalb ist es ja so wichtig, so einen Termin gut vorzubereiten, so dass auf Arbeitsebene alle Entscheidungen vorbereitet wurden, alle Entscheider von ihren Experten vorbereitet wurden, die Entscheidungsempfehlungen klar und stringent sind, und eben von den Experten getragen werden.

    Wenn im Projekt keine Einigkeit über die zu treffenden Entscheidungen herrscht, und wenn die Experten der Entscheider nicht bei der Empfehlung mitgehen, dann habe ich vorher noch Arbeit zu tun, dann ist die Entscheidung noch nicht entscheidungsreif.

    Beim einzigen mal, als ich erlebt habe, dass ein LA ziemlich aus dem Ruder lief, war ich zwischen politische Fronten geraten. Es ging dann nur noch um einen Machtkampf zwischen zwei Ressorts, der über das Projekt ausgetragen werden sollte. Dann kann man sich nur noch zurücklehnen, die Show genießen und das Scheitern des Projektes akzeptieren.

  12. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: ibsi 11.03.20 - 15:03

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > > Aber das ist wie mit dem Dresscode, wenn man zu Kunden fährt. Die
    > einen
    > > > ziehen sich einfach angemessen an, die anderen brauchen da etwas
    > Hilfe.
    > > Was ist denn angemessen?
    >
    > Genau das ist die spannende Frage, und die kann man am besten mit etwas
    > Feingefühl und Kenntnis der Situation beantworten.
    >
    > Wenn man als Entwickler/Techniker zum Kunden fährt, um da an einem Problem
    > zu arbeiten, sind wahrscheinlich Jeans und Hoody total angemessen. Ist der
    > Kunde aber eine große Bank oder Versicherung, ist vielleicht trotz der
    > gleichen Arbeit Jeans und Oberhemd angemessen.
    Ja, und warum sollte es bei einer Bank und der SELBEN Arbeit angemessen sein ein Anzug/Hemd zu tragen? Nur weil Bänker sich gerne verkleiden?

    >
    > Geht man zum Kunden als Vertriebsunterstützung und trifft die
    > Geschäftsleitung, darf es auch mal der Anzug sein. Ist der Kunde aber
    > öffentliche Verwaltung, bitte kein Anzug, sondern eher Jeans und Pulli.
    Weil? Ich mache immernoch die selbe Tätigkeit.

    > Und im Zweifel fragt man einfach wen, der sich auskennt.
    "auskennt" ;)

  13. Re: Virtuelle Besprechungsräume vs. Endlos-Meetings

    Autor: Oktavian 11.03.20 - 15:11

    > Ja, und warum sollte es bei einer Bank und der SELBEN Arbeit angemessen
    > sein ein Anzug/Hemd zu tragen? Nur weil Bänker sich gerne verkleiden?

    Ja, manchmal genau deshalb. Mir ist es egal, welche Klamotten ich trage. Ich identifiziere mich nicht über meine gute, schlechte, hippe, konservative oder abgerockte Kleidung, sondern über meine gute Arbeit. Wenn es der Wahrnehmung meiner Arbeit dient, dass ich ein Hemd trage, dann trage ich halt ein Hemd. Und wenn es für die Wahrnehmung besser ist, dass ich nen Hoody trage, dann trage ich auch den gerne. Wenn der Kunde bereit ist, für die selbe Arbeit annähernd das Doppelte zu zahlen, wenn der Leistende nen Anzug trägt, dann sei das so, denn das kommt auch meinem Bonus zugute.

    > > Geht man zum Kunden als Vertriebsunterstützung und trifft die
    > > Geschäftsleitung, darf es auch mal der Anzug sein. Ist der Kunde aber
    > > öffentliche Verwaltung, bitte kein Anzug, sondern eher Jeans und Pulli.
    > Weil? Ich mache immernoch die selbe Tätigkeit.

    Auch hier wieder, Kompetenzzuschreibung läuft über Heuristiken. Wenn ich etwas verkaufen möchte, ist es sinnvoll, wenn mir von meinem Gegenüber hohe Kompetenz auf diesem Gebiet zugeschrieben wird. Und wenn ich hierfür den Halo-Effekt nutzen kann (er trägt nen Anzug, da muss man doch einfach kompetent sein), dann habe ich keine Probleme damit, die Psychologie für mich arbeiten zu lassen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.03.20 15:13 durch Oktavian.

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