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Selbst gestestet

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  1. Selbst gestestet

    Autor: Earlgrey 27.01.15 - 08:33

    Ich konnte "pick by vision" selbst auf der LogiMat im letzten Jahr ausprobieren. Mit der Google Glass ist es noch halbwegs angenehm vom Gewicht. Der alternative Anbieter, der im Video auch gezeigt wurde, ist hingegen "verhältnismäßig" schwer. Zumindest subjektiv betrachtet, möchte ich meinen Kollegen in der Halle das keine 8 Stunden zumuten.

    Zusätzlich ist es nur eine Lösung für langsames picken. In Hochgeschwindigkeitspickzonen, wie bei uns in der taktgesteuerten Automobilindustrie, ist "pick by vision" schlicht zu langsam. Bis der Mitarbeiter mit der Datenbrille zielsicher den korrekten Barcode gescannt hat, vergeht einige Zeit. Das liegt unter anderem daran, dass der Mitarbeiter seine Augen zwar sehr schnell auf den Code ausrichten kann, da die Brille aber am Kopf befestigt ist, er auch seinen Kopf dementsprechend ausrichten muss und dies ist eine eher unnatürliche Bewegung. Mit der Hand hingegen sind die Scanbewegungen mittels Laserzielstrich sehr schnell durchzuführen. Natürlich ist so meistens eine Hand belegt. Sicherlich gibt es auch dafür Lösungen (bspw. Motorola "Armscanner", der am Arm getragen wird und mit einem Scannerring am Finger scannt) aber diese sind meistens auch recht schwer.

    Fazit: Ganz nette Idee für bestimmte Nischen, aber keine Revolution in der Logistik!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.01.15 08:34 durch Earlgrey.

  2. Re: Selbst gestestet

    Autor: Bouncy 27.01.15 - 08:52

    Ja das Problem mit dem Barcode wird im Video schon sehr sehr deutlich, da hakt es aber schlicht an den alten 1D-Barcodes und nicht an der Erkennungstechnik selbst. Schon mit QR ginge das sehr viel schneller, weil einfach das gesamte Sehfeld gescannt werden könnte, da man da immer die drei seitlichen Marker hat, die den Code eingrenzen. Schwerlich machbar für DHL und die großen Logistiker, aber in begrenzteren Umgebungen wie du sie ansprichst könnte man einfacher auf 2D-Codes umschwenken und die Vorteile nutzen - sicherlich keine Revolution, aber eine mehr als nette Idee...

  3. Re: Selbst gestestet

    Autor: Johnny Cache 27.01.15 - 08:55

    Deine Kritik ist durchaus berechtigt, aber letztendlich bezieht sie sich ja auf vergleichsweise alte Technik, welche sich ja ständig weiterentwickelt.
    Die meisten genannten Punkte wie Gewicht oder das Zielen dürften sich z.B. mit HoloLens dank der besseren Montage am Kopf und den Eyetracker schon erledigt haben und das ist auch erst der Anfang.

  4. Re: Selbst gestestet

    Autor: Eiven 27.01.15 - 08:56

    Mal davon abgesehen, dass schon Barcodes meiner Meinung nach veraltet sind, finde ich alle deine genannten Probleme lösbar.
    Dafür muss ich ja nur den Viewport der Kamera erhöhen, dann kommen auch Pakete ins Visier für die ich nur meine Augen bewege und nicht den Kopf.

  5. Re: Selbst gestestet

    Autor: M.P. 27.01.15 - 09:21

    Ich denke, bis es eine gut tragbare VR-Brille mit integrierten Akkus geben wird, die eine ganze 8-Stunden-Schicht durchhält, wird es noch lange dauern.

    Eventuell den Akku-Pack wie bei den drahtlosen Mikrofonen auslagern - dann könnte die Kapazität reichen...

  6. Re: Selbst gestestet

    Autor: Chatlog 27.01.15 - 09:28

    Earlgrey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zumindest subjektiv betrachtet, möchte ich meinen Kollegen in der Halle das keine 8 Stunden zumuten.

    Genau da faengt ja dann das Problem an. Das sollten halt keine Kollegen sondern Leiharbeiter sein, alleine da liegt schon Optimierungspotential.
    Vor der Einfuehrung solcher Hardware sollte aber grundsaetzlich ueberdacht werden, ob nicht eine umfassende Teil- oder sogar Vollautomatisierung kosteneffektiver ist.
    Dann muss man sich auch keine Gedanken machen ob die "Kollegen" eventuell mal Nackenmuskeln auspraegen vom Tragen einer Datenbrille sondern sie gleich dem Arbeitsmarkt zur Verfuegung stellen.

  7. Re: Selbst gestestet

    Autor: phre4k 27.01.15 - 09:43

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke, bis es eine gut tragbare VR-Brille mit integrierten Akkus geben
    > wird, die eine ganze 8-Stunden-Schicht durchhält, wird es noch lange
    > dauern.
    >
    > Eventuell den Akku-Pack wie bei den drahtlosen Mikrofonen auslagern - dann
    > könnte die Kapazität reichen...

    Man könnte auch statt einem Akku-Pack mehrere Brillen kaufen und einfach zwischendrin aufladen. Das wäre für die Packer deutlich angenehmer.

    Diese ständige Optimierung hängt mir schon etwas zum Hals raus, ich bin froh dass ich nicht so einen Job machen muss und habe extrem Respekt vor Leuten, die das durchhalten.

  8. Re: Selbst gestestet

    Autor: Johnny Cache 27.01.15 - 09:44

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke, bis es eine gut tragbare VR-Brille mit integrierten Akkus geben
    > wird, die eine ganze 8-Stunden-Schicht durchhält, wird es noch lange
    > dauern.
    >
    > Eventuell den Akku-Pack wie bei den drahtlosen Mikrofonen auslagern - dann
    > könnte die Kapazität reichen...

    Während externe Akkus bei leichen Konstruktionen wie Glass, die ja nichts anderes als eine bessere Brille sind, sicher zu einem Problem werden könnten, da sie zu sehr daran zerren, dürfte sowas bei einer stabileren Befestigung wie bei der HoloLens von MS durchaus praktikabel sein.

  9. Re: Selbst gestestet

    Autor: luzipha 27.01.15 - 10:46

    Wo ist das Problem beim Scannen? Es wird eine Art "Fadenkreuz" mit ins Sichtfeld projiziert. So kann die menschliche Drohne erkennen wie weit er den Kopf in welche Richtung zu drehen hat um den Scan erfolgreich tätigen zu können. Ob dies eine natürliche Bewegung ist oder nicht dürfte spätestens nach einer Woche wärend der Arbeitszeit nicht mehr auffallen. An die Prozedur wird ssich gewöhnt. Immerhin hat man, wenn die Packgeschwindigkeit um 25% erhöht werden kann, 25% Packer die man entlassen kann. Dies ist dann das Viertel welches sich am schlechtesten an die neuen Bewegungsabläufe anpasst.

    Lustig wird es nur sicherlich werden, wenn man die an diese Technik angepassten Menschen beobachtet. Ich würde fast drauf wetten, dass sie auch nach der Arbeit noch ihren Kopf stur in die Richtung ausrichten die sie mit den Augen fixieren. Das sieht dann so aus als Hätten alle einen steifen Nacken.

  10. Re: Selbst gestestet

    Autor: M.P. 27.01.15 - 11:18

    Habe vor ca 20 Jahren ein Hochregallager eines Büromaterialproduzenten gesehen.
    Da wurde für Schreibwarenläden etc. in kleinsten Mengen komissioniert.
    Da wurden Frauen in Körben auf den automatischen Gabelstaplern in den Regalreihen hin-und-hergefahren.
    Die Regalfächer hatten LED-Anzeigen, die den Frauen durch Aufleuchten signalisierten, wo sie etwas herauszunehmen hatten.
    Kleinteile aus Fächern nehmen war wohl das Einzige, was die Roboter damals noch nicht konnten.
    Daß man da neben dem menschlichen Arm auch noch den ganzen Körper hin-und-herfahren musste war natürlich suboptimal...

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