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Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

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  1. Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: /mecki78 04.11.20 - 12:41

    Zu jedem Zeitpunkt waren MS Produkte immer nur so kompatibel wie es absolut erforderlich ist. Wann immer es einen fertigen Standard für etwas gab, den praktisch die ganze Welt schon genutzt hat, hat Microsoft diesen absichtlich nicht unterstützt, sondern entweder einen eigenen Standard gebracht oder eine inkompatiblen Fork des existierenden Standards erstellt (kompatibel genug, um Daten nach Standard verarbeiten zu können, aber inkompatibel genug, damit es nicht umgekehrt möglich ist), ohne das es dafür einen Grund gab. Ihre Alternativen waren nie besser, oft sogar schlechter und eingeschränkter; Windows hätte problemlos den geltenden Standard unterstützen können, aber genau das war eben nicht gewünscht.

    OpenGL vs Direct3D
    JavaScript vs JScript
    Java vs C#
    MP3 vs WMA
    MPEG4 vs WMV
    DNS-SD vs SSDP
    ODF vs OOXML

    Soll ich die Liste fortführen? Ich denke so 20 weitere hätte ich noch, ggf. sogar 30.

    Das Ziel ist klar: Wenn Windows sich an die gleichen Standards hält wie alle, dann kann man Windows leicht durch was anderes ersetzen. Wenn Windows hingegen für alles eigene Standards nutzt, die sonst niemand (richtig) beherrscht, dann ist man für ewig an Windows gebunden. Das ist das Erfolgskonzept, mit dem Microsoft seit Anfang der 90er den Markt dominiert: Sei Inkompatibel!

    Ein bisschen kompatibel müssen sie sein, weil das erwarten die Kunden und irgendwie muss ja Windows auch mit anderen Systemen zusammenarbeiten können, aber irgendwo Kompatibilität herzustellen, wo dieses nicht zwingend notwendig ist, verstößt massiv gegen Microsofts Interessen und deswegen werden sie nie auf einen Linux Kernel setzen, weil das wäre unnötiger Weise viel zu kompatibel zu anderen Systemen.

    /Mecki

  2. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: kellemann 04.11.20 - 13:11

    Ich stimme dir in vielen Punkten zu und bin auch kein Fan von der Politik. Am Ende kann man es Microsoft auch nicht verübeln, es ist halt ein Unternehmen, welches gewillt ist lange am Markt zu bestehen und Geld zu verdienen.

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Java vs C#

    Spätestens seit der Übernahme durch Oracle ist MS sicherlich froh, dass sie nicht auf Java gesetzt haben. Ganz davon ab, dass .NET Core ja auch unter Linux läuft.

    Microsoft ist zum Glück auch mal eingeknickt, siehe PDF (auch wenn es eine schwere Geburt war). Also nun alles zu verteufeln ist auch nicht richtig ;)

  3. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: demon driver 04.11.20 - 13:48

    kellemann schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > /mecki78 schrieb:
    > --------------------------------------------------------------------------
    > > Java vs C#
    >
    > Spätestens seit der Übernahme durch Oracle ist MS sicherlich froh, dass sie
    > nicht auf Java gesetzt haben. Ganz davon ab, dass .NET Core ja auch unter
    > Linux läuft.

    Tatsächlich hatte MS es schon mal, lange vor C#, bei Java mit exakt der von /mecki78 beschriebenen Methode versucht (embrace, extend, extinguish), dieses Mal aber kein Glück gehabt. Das waren die MSJVM und J++ in den Neunzigern (die MSJVM starb 2003 nach Klage von Sun, J++ verschwand 2004 (bzw. wurde durch J# und C# ersetzt)...

  4. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: fanreisender 04.11.20 - 14:04

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------



    > JavaScript vs JScript

    > ODF vs OOXML
    >
    > Soll ich die Liste fortführen? Ich denke so 20 weitere hätte ich noch, ggf.
    > sogar 30.


    Du magst die Liste gern weiterführen, allein von der Zahl wird sie nicht notwendigerweise richtig.
    Zu vielen Punkten kann ich nichts sagen, zu den beiden übrig gelassenen schon.

    JScript sagt mir jetzt nichts, durchaus aber TypeScript. und das ist schlicht und einfach JavaScript, wie es sein sollte. Was davon nur Microsoft-original ist, weiß ich nicht, auf alle Fälle gibt es eine sehr saubere TypeScript-Dokumentation von Microsoft.

    OOXML ist ebenso sauber dokumentiert. Die Lektüre der Dokumentation ist nichts für einen geruhsamen Nachmittag, schon allein wegen der Größe. Aber es steht alles drin, es funktioniert, wenn man - warum auch immer - ein Word/Excel/PowerPoint-File im Quelltext bearbeitet und das Ganze ist stabil seit 2007.
    ODL ist ein Versprechen. Dokumentation, nun ja, so lala. Langzeitstabilität: erst recht lala. Weiterentwicklungen sind ja a priori nichts Schlechtes, aber nicht unter dem Hintern weg.
    Wie auch immer, Du kannst die OOXML-Dokumentation nehmen und daraus eine
    Applikation bauen, die mit den OOXML-Dokumenten macht, was Du willst. Wenn Du die
    Dokumentation einhältst, funktioniert das tadellos.

  5. Java vs. Java vergessen

    Autor: schipplock 04.11.20 - 14:14

    Du hast:

    Java (SUN) vs. Java (Microsoft) vergessen :).

    Gruß,
    Andreas

  6. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: Dino13 04.11.20 - 14:28

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zu jedem Zeitpunkt waren MS Produkte immer nur so kompatibel wie es absolut
    > erforderlich ist. Wann immer es einen fertigen Standard für etwas gab, den
    > praktisch die ganze Welt schon genutzt hat, hat Microsoft diesen
    > absichtlich nicht unterstützt, sondern entweder einen eigenen Standard
    > gebracht oder eine inkompatiblen Fork des existierenden Standards erstellt
    > (kompatibel genug, um Daten nach Standard verarbeiten zu können, aber
    > inkompatibel genug, damit es nicht umgekehrt möglich ist), ohne das es
    > dafür einen Grund gab. Ihre Alternativen waren nie besser, oft sogar
    > schlechter und eingeschränkter; Windows hätte problemlos den geltenden
    > Standard unterstützen können, aber genau das war eben nicht gewünscht.
    >
    > OpenGL vs Direct3D
    > JavaScript vs JScript
    > Java vs C#
    > MP3 vs WMA
    > MPEG4 vs WMV
    > DNS-SD vs SSDP
    > ODF vs OOXML
    >
    > Soll ich die Liste fortführen? Ich denke so 20 weitere hätte ich noch, ggf.
    > sogar 30.
    >
    > Das Ziel ist klar: Wenn Windows sich an die gleichen Standards hält wie
    > alle, dann kann man Windows leicht durch was anderes ersetzen. Wenn Windows
    > hingegen für alles eigene Standards nutzt, die sonst niemand (richtig)
    > beherrscht, dann ist man für ewig an Windows gebunden. Das ist das
    > Erfolgskonzept, mit dem Microsoft seit Anfang der 90er den Markt dominiert:
    > Sei Inkompatibel!
    >
    > Ein bisschen kompatibel müssen sie sein, weil das erwarten die Kunden und
    > irgendwie muss ja Windows auch mit anderen Systemen zusammenarbeiten
    > können, aber irgendwo Kompatibilität herzustellen, wo dieses nicht zwingend
    > notwendig ist, verstößt massiv gegen Microsofts Interessen und deswegen
    > werden sie nie auf einen Linux Kernel setzen, weil das wäre unnötiger Weise
    > viel zu kompatibel zu anderen Systemen.

    Du siehst das eigentlich in vielen Punkten komplett Falsch. Die meisten deiner Vergleiche waren Entwicklungen die zur gleichen Zeit passiert sind. Daraus sind Konkurenzprodukte entstanden. Das passiert andauernd.
    Unabhängig davon finde ich es abstrus (als Java Entwickler) vom Standard bei Programmier-/Skript-Sprachen zu reden. Das wird es hoffentlich nie geben.

  7. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: Artim 04.11.20 - 14:41

    fanreisender schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > OOXML ist ebenso sauber dokumentiert. Die Lektüre der Dokumentation ist
    > nichts für einen geruhsamen Nachmittag, schon allein wegen der Größe. Aber
    > es steht alles drin, es funktioniert, wenn man - warum auch immer - ein
    > Word/Excel/PowerPoint-File im Quelltext bearbeitet und das Ganze ist stabil
    > seit 2007.
    > ODL ist ein Versprechen. Dokumentation, nun ja, so lala.
    > Langzeitstabilität: erst recht lala. Weiterentwicklungen sind ja a priori
    > nichts Schlechtes, aber nicht unter dem Hintern weg.
    > Wie auch immer, Du kannst die OOXML-Dokumentation nehmen und daraus eine
    > Applikation bauen, die mit den OOXML-Dokumenten macht, was Du willst. Wenn
    > Du die
    > Dokumentation einhältst, funktioniert das tadellos.

    Soso. Du behauptest also, MS würde sich auch nur im entferntesten an die Standardisierung von OOXML halten und es wäre kein Problem, ein Programm zu schreiben, welches OOXML perfekt lesen und schreiben kann.

    Dann beantworte doch Mal bitte zwei Sachen: warum nutzt MS Office seit jeher nur den nicht standardisierten "transitional" mode, statt den vorgeschriebenen "strict" mode, zumal ersteres in Office 2007, 2013 und 2019 jeweils praktisch grundsätzlich unterschiedlich funktionieren?

    Und warum hat es in den über 10 Jahren niemand geschafft, sein Programm zu schreiben, welches alle OOXML Dateien fehlerfrei anzeigen und vor allem so speichern kann, dass MS Office danach ebenfalls fehlerfrei anzeigen kann? Ist ja nicht so, als hätten es schon viele versucht, egal ob Kommerziell oder kostenfrei und Open Source. Mir ist kein Programm bekannt, dass auch nur annähernd 100 % kompatibel ist.
    Also wenn das so einfach sein soll, mach das doch Mal vor.

    Zumal das Standardisoerungsverfahren in vielen Ländern schon einem Musterbeispiel an Korruption gleich kam.

    Und wenn ODF so schlecht ist, warum wird es dann teils bedeutend besser unterstützt als OOXML? Außer natürlich von MS Office selbst. Kann ja nicht sein, dass man kompatibel mit der Konkurrenz ist.
    MS unterstützt zwar den ODF Standard durch Geld und Mitarbeit am Standard, aber das hat dem Office Team offenbar keiner gesagt.
    Google Docs zB kann auch relativ komplexe ODFs anzeigen, lediglich die geringe Auswahl an Schriftarten kann Probleme machen. Und der Export ist nicht perfekt. Aber besser als mit OOXML

  8. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: unbuntu 04.11.20 - 14:53

    Und das Beispiel OpenGL hat ja gut gezeigt, dass diese bösen inkompatiblen neuen Quasi-Standards scheinbar doch nicht ganz unerwünscht waren. Oder hat MS alle Spielehersteller der Welt bezahlt, damit die ihre Spiele für viele Jahre lieber mit DX programmieren statt dem offenen OpenGL?

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  9. Re: Java vs. Java vergessen

    Autor: demon driver 04.11.20 - 14:57

    schipplock schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du hast:
    >
    > Java (SUN) vs. Java (Microsoft) vergessen :).

    Ist aber auch schon etwas her ;-)

  10. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: Trollversteher 04.11.20 - 15:04

    Naja, in einigen Fällen hat das ja auch zu einem deutlich besseren "Standard" als dem ursprünglichen geführt (siehe C# vs Java - hier haben sich die VErhältnisse ja beinahe umgedreht, mittlerweile ist C# offen während Java durch Oracle zunehmend vernagelt und durch Litzenzklagen monetarisiert wurde). Aber lass doch diese ollen Kamellen, Steve Ballmer ist lange raus und heute weht ein ganz anderer Wind - Entwicklungen wie TypeScript oder der fantastische Code Editor sind nicht mehr länger kostenpflichtige patentierte proprietäre Technologien, sondern stehen allen zur Verfügung und davon, dass zB Microsoft von profitiert, dass die "Azure Cloud" inkompatibel zu anderen Cloud-Technologien sei, wäre mir Neu - nenn doch mal ein paar aktuelle Beispiele, für die Nadella und nicht Gates oder Ballmer verantwortlich waren?

    Aber mal ganz abgesehen davon: Was um alles in der Welt soll ein Linux Kernel als Unterbau mit Kompatibiliät zu tun haben? Wie super kompatibel in der Linux Welt alles ist (das klappt ja nicht mal wirklich zwischen zwei waschechten Desktop-Distributionen), sieht man ja am erfolgreichsten Enduser-Produkt mit Linux Kernel. Versuch doch mal auf einem aktuellen Android Handy oder Tablet ein beliebiges (binary) Linux Desktop Programm zu installieren und zum Laufen zu bringen, aber bitte ohne das OS komplett herunter zu schmeißen und durch eine echte Distribution zu ersetzen ;-)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.11.20 15:09 durch Trollversteher.

  11. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: Artim 04.11.20 - 16:46

    > Versuch doch mal auf einem aktuellen
    > Android Handy oder Tablet ein beliebiges (binary) Linux Desktop Programm zu
    > installieren und zum Laufen zu bringen, aber bitte ohne das OS komplett
    > herunter zu schmeißen und durch eine echte Distribution zu ersetzen ;-)

    Begrenzt geht das, aber halt nicht ohne Zusatzapps. Mit AnLinux lässt sich alles notwendige installieren. frag mich bitte nicht, was es im Detail macht, aber es nutzt den normalen Android Kernel. Funktioniert ähnlich wie WSL 1, zumindest aus Nutzersicht.

    Aber Android mit Desktop Linux zu vergleichen ist wohl etwas weit hergeholt. Android hatte nie die Absicht, Programme auszuführen, welche für Desktop bzw Server Linux zur Verfügung stehen, ausführen zu können.

    Und zwischen zwei Desktop Distributionen hast du die wahl zwischen selbst aus Quellcode kompilieren oder ein plattformübergreifendes Format wie Flatpak oder Snap zu nutzen

  12. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: /mecki78 04.11.20 - 20:02

    fanreisender schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > JScript sagt mir jetzt nichts,

    JScript war eine Microsoft-eigene, proprietäre Entwicklung einer Skriptsprache für Webbrowser und baut auf ECMAScript als zentralem Bestandteil auf. JScript erweitert JavaScript um zusätzliche, ursprünglich Microsoft-spezifische Features.
    - https://de.wikipedia.org/wiki/JScript

    Ziel war hier wieder mal:
    JScript sollte alle JavaScript Skripte von Internetseiten ausführen können, aber umgekehrt sollte für JScript geschriebener Code auch nur in JScript fähigen Browsern laufen... und da gab es genau einen: Internet Explorer.

    > OOXML ist ebenso sauber dokumentiert.

    Sollte man meinen. Aber angenommen du wolltest einem OOXML Importer für ein Office Programm schreiben, wie implementierst du dann eine Option, die Dokumentiert ist als "Wenn diese Option gesetzt ist, entspricht das Umbruchverhalten von Paragraphen dem von Word 98", wenn nirgendwo im Dokument erklärt wird, wie dieses Verhalten aussehen muss und Word 98 proprietär ist, es keinen Quelltext dafür gibt und niemand außer Microsoft das korrekte Verhalten hier kennen kann?

    Und der Standard ist voll von solchen Tricks. Das ist der Grund, warum praktisch keine Software außer MS Office in der Lage ist OOXML Dateien garantiert fehlerfrei zu lesen oder zu schreiben. Die anderen halten sich so perfekt an dem Standard, wie das möglich ist, und trotzdem ist das Ergebnis oft nicht überzeugend (importierte Dateien sehen nicht aus wie in Word, exportierte Dateien sehen in Word nicht wie erwartet aus) und das darf aber nicht der Fall sein, bei einem vernünftig dokumentierten Standard, das liegt tatsächlich am Standard selber, der eben gerade nur soweit dokumentiert wurde, um den Anschein eines offenen Standards zu erwecken, aber geschickt so gehalten wurde, dass man ihn ohne Insiderwissen nie ganz korrekt implementieren kann.

    > ODL ist ein Versprechen. Dokumentation, nun ja, so lala.

    ODF ist ein ISO Standard. Es gibt keine umfassenderen und ausführlicheren Dokumentationen also ISO Standards. ISO Standards definieren wirklich alles bis ins kleinste Detail. Jeder der schon mal einen ISO Standard zu MPEG Videoformaten gelesen hat, der weiß was ich hier meine. Da werden selbst offensichtliche oder triviale Dinge im Detail erklärt, oft über ganze Seiten hinweg.

    Das einzige Problem ist, ISO Standards kosten Geld. Die ISO ist kein Wohltätigkeitsverein.
    https://www.iso.org/standard/66363.html

    Wer sich die 198 Franken sparen möchte, alle Standards werden vorab schon veröffentlicht, bevor die ISO sie standardisiert. Aktuell ist 1.2 standardisiert, aber 1.3 ist bereits fertig:

    https://www.oasis-open.org/news/announcements/open-document-format-for-office-applications-opendocument-v1-3-from-the-opendocum

    Und du findest also diese Dokumentation nicht genau genug?

    https://docs.oasis-open.org/office/OpenDocument/v1.3/cs01/part3-schema/OpenDocument-v1.3-cs01-part3-schema.pdf

    /Mecki

  13. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: /mecki78 04.11.20 - 20:17

    Dino13 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die meisten deiner Vergleiche waren Entwicklungen die zur gleichen Zeit passiert sind.

    OpenGL 1992
    Direct3D 1996

    JavaScript 1995
    JScript 1996 (baut auf JavaScript auf! Kann gar nicht zeitgleich sein!)

    Java 1995
    C# 2001

    MP3 1992
    MPEG AAC 1997
    WMA 1999

    MPEG4 1998
    MPEG4 - Part 10 (aka AVC, aka DivX/XVvid) 2003
    WMV 2006

    DNS-SD 1997
    SSDP 1999

    ODF 2005
    OOXML 2006

    Wenn willst du hier verarschen? Hast du dir überhaupt die Mühe gemacht für nur eine dieser Beispiele mal nachzuschauen, ob deine steile These auch stimmen kann?

    > Unabhängig davon finde ich es abstrus (als Java Entwickler) vom Standard
    > bei Programmier-/Skript-Sprachen zu reden.

    Es spricht nichts dagegen, dass es eine Vielzahl von Programmiersprachen gibt, aber C# war am Anfang ein reiner Abklatsch von Java. Wie oft muss man die gleiche Programmiersprache implementieren? Oder wie Uncle Bob in seinen Präsentationen immer zu sagen pflegt "This is a Java sample, though it could as well be C#, those two languages are essentialy the same". C# hat MS nur aus einem Grund erfunden: Um Lizenzgebühren zu umgehen. Natürlich haben sie die Sprache dann weiterentwickelt über die Jahre, aber statt Java zu kopieren, hätten sie ja auch eine eigene Sprache erfinden können. Wobei... lieber nicht, man sieht ja was dann basiert (ich sag nur Visual Basic).

    /Mecki

  14. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: /mecki78 04.11.20 - 20:35

    unbuntu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oder hat MS alle Spielehersteller der Welt bezahlt, damit die ihre
    > Spiele für viele Jahre lieber mit DX programmieren statt dem offenen
    > OpenGL?

    Nein, aber sie haben nur dafür gesorgt, dass Direct3D für jede Grafikkarte unter Windows zu Verfügung stand, während sich für OpenGL die Grafikkartenhersteller selber darum kümmern mussten, wenn sie das auch noch vernünftig unterstützen wollten, was viele günstigen Anbieter in der Anfangszeit der 3D Beschleuniger einfach nicht getan haben oder deren OpenGL Implementierung war nicht gut und daher langsamer bzw. hatte weniger Features, vor allem weil bei OpenGL viele Features optional waren und die hat man halt dann einfach gleich mal gar nicht implementiert.

    Gerächt hat sich das später, als 3D Beschleuniger auch in der Lage war, Vertices zu transformieren. Das passierte nämlich bei OpenGL ganz automatisch, d.h. auch alte Spiele auf OpenGL Basis liefen nach einem Tausch der Grafikkarte mit einem Schlag deutlich schneller. Microsoft musste für Direct3D hier erst ein Update bringen, weil sie diese (total elementare 3D Basisfunktionen) gar nicht in der API angeboten hatten und Direct3D Spiele diesen Teil selber und in Software machen mussten und das auch dann noch so gemacht haben, wenn die Grafikkarte das jetzt konnte. Und auch nach dem Update brauchten alle Spiele einen Patch, ansonsten liefen es dort immer noch in Software.

    /Mecki

  15. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: /mecki78 04.11.20 - 20:59

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > (siehe C# vs Java - hier haben
    > sich die VErhältnisse ja beinahe umgedreht, mittlerweile ist C# offen
    > während Java durch Oracle zunehmend vernagelt und durch Litzenzklagen
    > monetarisiert wurde).

    Nur um einer Lizenz zu entgehen hat MS ja C# überhaupt erschaffen. Mein Kritikpunkt war auch nicht, dass MS eine neue Programmiersprache eingeführt hat, sondern dass sie statt eine eigene Sprache zu erfinden, einfach erst mal Java kopiert haben und das auch noch schlecht. Denn hätten sie es gut gemacht, dann wären heute 99% aller Windows Apps rein in C# geschrieben, inklusive weite Teile des Systems selber. Faktisch ist hier aber nach wie vor C++ dominant.

    > Entwicklungen wie TypeScript

    Stammt aus dem Jahr 2012, Steve Balmer ging erst 2014 und ist praktisch der Nachfolger von JScript, das MS zusammen mit dem IE beerdigen wollte.

    > oder der fantastische Code Editor

    Da darf man anderer Meinung sein. Mal ganz davon abgesehen, dass es ein Abklatsch von Atom ist und auf Standards von Sublime Text aufgebaut ist. Wir klauen uns eine UI und ein Grundkonzept hier und fertige Standards für Syntax Parsing und Highlighting dort und verkaufen das ganze als die größte Erfindung seit geschnitten Brot... ja, das klingt nach Microsoft.

    > dass die "Azure Cloud" inkompatibel zu anderen Cloud-Technologien
    > sei, wäre mir Neu

    Ist sie aber, da es hier gar keine Standards gibt. Jede Cloud API ist anders als die der Konkurrenz. Eine App, die du an Azure Dienste gebunden hast, kannst du nicht einfach mal so zu einem anderen Cloud Anbieter umziehen. Dazu musst du jede Code Stelle anfassen, die Azure Dienste nutzt, außer du warst so schlau einen Wrapper zu nutzen, aber dann musst du eben die Wrapper-Implementierung komplett umbauen.

    > Was um alles in der Welt soll ein Linux
    > Kernel als Unterbau mit Kompatibiliät zu tun haben?

    Weil dann der komplett Unterbau von Windows OpenSource und damit bekannt ist, anders als heute, wo er proprietär ist. Wenn du jetzt sagst, das spielt doch keine Rolle, warum veröffentlicht Microsoft dann nicht ihren aktuellen Kernelsource, wenn das keine Rolle spielt?

    /Mecki

  16. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: FreiGeistler 04.11.20 - 20:59

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Ziel ist klar: Wenn Windows sich an die gleichen Standards hält wie
    > alle, dann kann man Windows leicht durch was anderes ersetzen. Wenn Windows
    > hingegen für alles eigene Standards nutzt, die sonst niemand (richtig)
    > beherrscht, dann ist man für ewig an Windows gebunden. Das ist das
    > Erfolgskonzept, mit dem Microsoft seit Anfang der 90er den Markt dominiert:
    > Sei Inkompatibel!

    Besonders bemerkbar bei OOXML, respektive MS Office. Und in letzter Zeit den unterstützten nicht-MS-Proprietären Dateisystemen (nämlich 0).

    Apropos: Flash und Silverlight als weiters Beispiel.

  17. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: FreiGeistler 04.11.20 - 21:20

    fanreisender schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > OOXML ist ebenso sauber dokumentiert.
    Ok, der war gut.

    > Die Lektüre der Dokumentation ist
    > nichts für einen geruhsamen Nachmittag, schon allein wegen der Größe. Aber
    > es steht alles drin, es funktioniert, wenn man - warum auch immer - ein
    > Word/Excel/PowerPoint-File im Quelltext bearbeitet und das Ganze ist stabil
    > seit 2007.
    Meinst du das wirklich ernst oder als Satire?
    Bei ersterem solltest du dich mal etwas in das Thema einlesen (auch die Gegenseite).
    Aber um es mal bequem zu lassen: versuche mal ein .docx zu öffnen, das mit 2 - 3 MSO-Versionen konvertiert wurde.

    > ODL ist ein Versprechen. Dokumentation, nun ja, so lala.
    > Langzeitstabilität: erst recht lala. Weiterentwicklungen sind ja a priori
    > nichts Schlechtes, aber nicht unter dem Hintern weg.
    Was ist ODL?
    Und verwechselst du gerade ODF mit OOXML?

    > Wie auch immer, Du kannst die OOXML-Dokumentation nehmen und daraus eine
    > Applikation bauen, die mit den OOXML-Dokumenten macht, was Du willst. Wenn
    > Du die Dokumentation einhältst, funktioniert das tadellos.
    Doch, du verwechselst wohl ODF mit OOXML.
    OOXML ist das wischiwaschi und widersprüchlich dokumentierte Format, an dessen Standard sich der Hersteller auch nicht mehr hält und das wegen der umfangreichen proprietären Erweiterungen nie hätte Standardisiert werden dürfen.

    Zur Standardisierung siehe Standardization of Office Open XML - Wikipedia
    Und zu weiteren Lektüre
    MS-OOXML: a pseudo-standard that pretends to be open - FSFE
    OOXML Abuse Index - Techrights

    Zu ODF, das hat Mecki weiter vorne schon gut ausgeführt.

    edit: Typo



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 04.11.20 21:30 durch FreiGeistler.

  18. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: FreiGeistler 04.11.20 - 21:24

    Artim schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Versuch doch mal auf einem aktuellen
    > > Android Handy oder Tablet ein beliebiges (binary) Linux Desktop Programm zu
    > > installieren und zum Laufen zu bringen, aber bitte ohne das OS komplett
    > > herunter zu schmeißen und durch eine echte Distribution zu ersetzen ;-)
    >
    > Begrenzt geht das, aber halt nicht ohne Zusatzapps. Mit AnLinux lässt sich
    > alles notwendige installieren. frag mich bitte nicht, was es im Detail
    > macht, aber es nutzt den normalen Android Kernel. Funktioniert ähnlich wie
    > WSL 1, zumindest aus Nutzersicht.
    >
    > Aber Android mit Desktop Linux zu vergleichen ist wohl etwas weit
    > hergeholt. Android hatte nie die Absicht, Programme auszuführen, welche für
    > Desktop bzw Server Linux zur Verfügung stehen, ausführen zu können.

    Ach was, es happert einfach nur an den Treibern.
    Bei Mobilgeräten sind die noch häufiger proprietär und irgendwo zwischen Wüst und Wackelig.

  19. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: Artim 04.11.20 - 21:50

    FreiGeistler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ach was, es happert einfach nur an den Treibern.
    > Bei Mobilgeräten sind die noch häufiger proprietär und irgendwo zwischen
    > Wüst und Wackelig.

    Was haben die unbedingt damit zu tun, Linux Binaries ausführen zu können? Klar, wenn die zB auf Funktionen von x86 Prozessoren oder Grafikkarten zugreifen wird das nicht gehen. Aber wie gesagt, diverse Programme kann man laufen lassen, ungefähr wie bei WSL 1 mit ähnlichen Beschränkungen

  20. Re: Microsoft lebt davon inkompatibel zu sein

    Autor: violator 04.11.20 - 21:53

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, aber sie haben nur dafür gesorgt, dass Direct3D für jede Grafikkarte
    > unter Windows zu Verfügung stand, während sich für OpenGL die
    > Grafikkartenhersteller selber darum kümmern mussten

    Das hört sich ja an als wär das was schlimmes.

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